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Morphosys – fachliche Überlegungen zur Entwicklungspipeline - Beliebteste Beiträge


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21.07.18
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Dieser Thread soll sich, wie die Überschrift bereits impliziert, ausschließlich mit der Entwicklungspipeline der Morphosys AG sowie in diesem Zusammenhang relevanten Konkurrenzentwicklungen anderer Unternehmen befassen. Im Vordergrund sollen dabei medizinisch-wissenschaftliche Aspekte stehen, daraus abgeleitet aber auch Bewertungsfragen einzelner Projekte.


Inhalt dieses Threads sollen ausdrücklich nicht sein:
- Aktienkursdiskussionen
- Charttechnik
- Diskussionen über das Führungspersonal der Gesellschaft
- unfundierte Spekulationen jeglicher Art
- persönliche Anlagestrategien und Aktiendispositionen
- Austausch anderer persönlicher Befindlichkeiten


Ich werde die Moderatoren bitten, themenfremde Beiträge jeglicher Art zu löschen.


Von meiner Seite aus werde ich versuchen, gelegentlich einige Entwicklungspräparate zu beleuchten, die noch nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen. So hat Morphosys beispielsweise Antikörper u.a. gegen folgende Targets entwickelt:
ALK1
C-FMS
IL-17C (gemeinsam mit Galapagos)
Timp-1 (gemeinsam mit Bayer)
GCR (gemeinsam mit Boehringer Ingelheim)
a5ss 1 integrin (gemeinsam mit Bayer)
EphB4 (gemeinsam mit Bayer)
ED-B-fibronectin (gemeinsam mit Bayer) usw. usw.

Dazu kommen noch diverse Präparate, die gemeinsam mit/für Novartis entwickelt worden sind, sowie verschiedene Kombinationsbehandlungen, die Morphosys für aussichtsreich hält (z.B. MOR208 plus Purin-Analog, MOR103 plus anti-CD20 usw.).

Etwas detaillierter weiterverfolgen sollten wir auch das Thema Morbus Alzheimer, weil ein künftiger Erfolg/Mißerfolg des Antikörpers Gantenerumab von enormer wirtschaftlicher Bedeutung (nicht nur für Morphosys, sondern für den gesamten Pharmastandort Basel) sein dürfte.

Inhalt der Diskussion sollen natürlich auch alle anderen Präparate sein, die bereits offiziell in der Morphosys-Pipeline ausgewiesen sind.

Schon jetzt muss ich jedoch um Nachsicht bitten, dass ich aus Zeitgründen nur in unregelmäßigen Abständen Beiträge schreiben werde.

Über eine rege Diskussionsteilnahme würde ich mich freuen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 48.513.590 von Joschka Schröder am 08.12.14 11:37:12
Zitat von Joschka Schröder: Erster Eindruck: gut, insbesondere auch die DoR-Daten, aalerich sollte also verkaufen.




Ich habe kurz einmal die aktuellen Studiendaten der Präparate MOR208 und Adcetris (anti-CD30, von Seattle Genetics) in der Indikation relapsed/refractory DLBCL miteinander verglichen. Anwendung jeweils in Monotherapie. In der Adcetris-Studie wird zwischen einer CD30-undectablen Patientengruppe und eine CD30-positiven Gruppe unterschieden. Die Patienten in allen Studien sind ähnlich vorbehandelt. Der Vergleichbarkeit halber werden in der Auswertung nur evaluierbare Patienten berücksichtigt.

MOR208 (n=25)
ORR 36 %
CR 8 %
PR 28 %
DoR 5,5 Monate

Adcetris in CD30-neg-Gruppe (n=42)
ORR 31 %
CR 10 %
PR 21 %
PFS 1,4 Monate
DoR 1,6 Monate

Adcetris in CD30-pos-Gruppe (n=48)
ORR 44 %
CR 17 %
PR 27 %
PFS 4,0 Monate


Schlussfolgerung: Bei CD30-positiven Patienten schneidet Adcetris etwas besser ab, in der CD30-negativen Gruppe sind die Responses in etwa gleichwertig, positiv dort aber die langdauernde Antwort des MOR208 (5,5 Monate versus 1,6 Monate!).
BPS804 überraschend reanimiert!

Basel, July 29, 2015 - Novartis announced today a swap of clinical assets for equity with Mereo BioPharma Group Ltd. The deal involves compounds in areas of unmet medical need including BPS-804, to improve bone density in brittle bone syndrome, an orphan disease; BCT-197 for acute exacerbations in COPD, and BGS-649 for obese men with hypogonadotrophic hypogonadism to normalize testosterone levels.

Under the terms of the agreement, Novartis will have an equity stake in Mereo and will share in the success of the development of these compounds, including a share on milestones and royalties on future commercial sales.

"We are pleased that through this deal with Mereo we have found a way to work together to bring these valued innovations to patients," said David Epstein, Head of Novartis Pharmaceuticals.

Mereo is a recently formed specialty biopharmaceutical company based in the UK who focuses on the acquisition and development of innovative medicines, particularly in rare and specialist disease areas, through the acquisition of validated, mid stage development programs.




In der heutigen F.A.Z. findet sich in "Natur und Wissenschaft" eine längere Diskussion über M.Alzheimer incl. Amyloid-These. Inhaltlich wenig Neues, aber dennoch lesenswert.
Es gibt ein neues Präparat aus der Kooperation mit Novartis, ein Immunkonjugat, das an adherin-6C bindet. Der Antikörper des ADC wurde mittels HuCal generiert. Als Linker liefert Immunogen den sulfo-SPDB-Linker, der bereits mit Erfolg bei IMGN853 bzw. Mirvetuximab soravtansine eingesetzt wird (als Toxin wird ebenfalls DM4 verwendet). Das Immunkonjugat soll in den Indikationen Eierstockkrebs und Nierenkrebs eingesetzt werden. Der Eintritt in die klinische Studienphase dürfte 2016 erfolgen. Auf Basis des gegenwärtigen Kenntnisstandes ein interessantes und aussichtsreiches Projekt.
Zu den heutigen Präsentationen zu MOR202 und MOR208 beim ASCO-Meeting:





MOR202

Die Datenlage hat sich deutlich besser entwickelt als erwartet, wobei die "Monotherapie"-Daten (tatsächlich handelt es sich um eine MOR202-DEX-Kombibehandlung) letztlich irrelevant sind. Für die weitere klinische Entwicklung sind im Grunde genommen nur die 8 mg/kg und 12 mg/kg-MOR202/LEN(POM)/DEX-Ergebnisse von Bedeutung.

MOR202+POM/DEX (8 mg/kg): 50 % CR und 80 % CBR bei im Mittel 4 Vorbehandlungen ... wenn es dabei bleiben würde, müßte sich MOR202 hinter den anderen anti-CD38-Antikörpern und der übrigen Biotherapeutika-Konkurrenz nicht verstecken. Biotest´s anti-CD138-ADC z.B. hat in der POM/DEX-Kombi bislang noch überhaupt keine CR generiert (wobei die Anzahl der Vorbehandlungen in der BT-062-Studie noch unbekannt ist).

MOR202+LEN/DEX (8 mg/kg): ORR 75 % (aktuell 50 % VGPR und 25 % PR) bei im Median zwei Vorbehandlungen. In ähnlichen Größenordnungen bewegte sich Daratumumab in früheren Publikationen. Auch Sanofis anti-CD38-ADC SAR650984 erreichte ähnliche Werte (65 % ORR bei allerdings deutlich stärker austherapierten Patienten).

Auch wenn Quervergleiche immer mit Vorsicht zu genießen sind, allein schon, weil die jeweiligen Eingangskriterien (-> Patientenselektion) nicht identisch sind, so läßt sich doch sagen, dass Morphosys mit Fortschreiten der Studie immer mehr zu den Konkurrenzantikörpern aufgeschlossen hat. Auf Basis der aktuellen Datenlage sind keine nennenswerten Wirksamkeitsunterschiede zu erkennen. Alles natürlich unter Vorbehalt der sehr kleinen Kollektive.
Interessant und wichtig werden spätere Daten zur Dauer der klinischen Antworten sein. Morphosys verspricht sich diesbezüglich ja Vorteile wegen des geringeren Verbrauchs an Killerzellen.

Positiv ist bei MOR202 zudem die bessere Infusionsverträglichkeit.

Die MOR202-Präsentation ist eine positive Überraschung. Insbesondere mit dem kompletten Ansprechen auf die MOR202+POM/DEX-Therapie war angesichts der bisherigen Datenlage kaum zu rechnen.





MOR208

Hauptindikation ist ja die DLBCL. Hier waren die Ansprechraten des Gesamtkollektivs (inkl. der nicht evaluierbaren Patienten) ja bereits aus dem Abstract bekannt. Sie entsprechen in etwa den Ergebnissen, die mit Konkurrenzpräparaten wie Adcetris (anti-CD30), IMGN529 (anti-CD37) und SAR3419 (anti-CD19) erzielt werden können. Ein Highlight ist aber die Dauer der klinischen Antwort (DoR): 20 Monate sind absolut top. Im Abstract waren es noch 13,7 Monate und beim letzten ASCO-Meeting 7,7 Monate. Zum Vergleich: DoR Adcetris = 1,6 Monate!
Erfreulich auch die 40 %-Quote bzgl. des progressionsfreien Überlebens von 1 Jahr. Auch hier als Anhaltspunkt: Das mittlere PFS in der Adcetris-Studie betrug zuletzt 1,4 Monate im Gesamtkollektiv und 4 Monate bei den CD30-positiven Patienten.



FAZIT: Insgesamt hat Morphosys beim ASCO-Meeting unerwartet gute Daten präsentiert. Die paradoxe Kursreaktion ist nicht nachvollziehbar.
Zu den Ergebnissen der Voyage1-Studie:


Positiv ist schon mal, dass die Ergebnisse der X-Plore-Vorgängerstudie übertroffen worden sind, wozu sicherlich auch das optimierte Dosisregime beigetragen hat.

Voyage1 (Phase 3):
PASI 90 nach 16 Wochen: 73,3 % Guselkumab*, 49,7 % Humira**, 2,9 % Placebo

X-Plore (Phase 2b):
PASI 90 nach 16 Wochen: 57 % bzw. 62 % Guselkumab***, 44 % Humira**, 2 % Placebo


* Guselkumab: 100 mg Woche 0, 4 und danach alle 8 Wochen
** Humira 80 mg initial, danach 40 mg wöchentlich
*** Guselkumab: 200 mg Woche 0, 4 und danach 100 mg alle 12 Wochen bzw. 100 mg alle 8 Wochen


Nach aktuellem Sachstand wird Johnson & Johnson das auf längere Sicht nicht mehr konkurrenzfähige Stelara durch Guselkumab ersetzen.

Einen detaillierten Vergleich mit zahlreichen anderen Entwicklungs- und Konkurrenzpräparaten werde ich später nachreichen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 53.408.469 von Ville7 am 04.10.16 20:39:00
Zitat von Ville7: Hi Joschka,
vielen Dank fuer deine analytischen Beitraege. Wie immer sehr erhellend...

Du haeltst Risankizumab fuer ueberlegen zu guselkumab. Meines Wissens gab es bisher erst phase 2 ergebnisse von Risankizumab, bitte korrigieren falls nicht korrekt.

Jnj hat m.e. drei Vorteile gegenueber diesem kuenftigen Mitbewerber:
1. Man ist ein gewaltiger platzhirsch in ra und psoriasis. Der Marketingmuskel wird das vielleicht schlechtere produkt mglw besser verkaufen
2. Bietet jnj eine klare wechselstrategie an mit NAVIGATE um die stelara "ausscheider" gleich auf guselkumab zu "navigieren" -sofern NAVIGATE erfolgreich ist
3. Man hat einen zeitlichen vorsprung zu Risankizumab

Ich bin zudem sehr gespannt darauf deine aktuelle Einschaetzung zu MOR 202 zu lesen. Fuer mich ist der AK ja ein sehr wahrscheinlicher Einstellungskandidat wegen mangelnder Wirksamkeit. Die geringeren infusion reactions und die schonung von nk zellen sind fuer mich nebelbomben um den kapitalmarkt bei laune zu halten.



Vielen Dank, das Kompliment gebe ich gerne zurück. Da mir aktuell etwas die Arbeit über den Kopf wächst, nur schnell etwas ins Unreine.

Im Grundsatz sehen wir die Dinge genauso, nur im Detail differiert der Blickwinkel:
zu Punkt 1: Das stimmt im Vergleich zu fast allen anderen Wettbewerbern, bzgl. Risankizumab nicht unbedingt, weil AbbVie im Autoimmunsektor der größte Platzhirsch ist.
zu Punkt 2: Zustimmung
zu Punkt 3: Zustimmung

Zur Frage der Überlegenheit. Bzgl. Risankizumab liegen in der Tat nur wenige Studiendaten vor, die es allerdings in sich haben: Mit nur 2 Injektionen packt Risankizumab nach 12 Wochen 81 % PASI 90 und 50 % PASI 100.
Guselkumab schafft mit 3 Injektionen (in die VOYAGE-1-Studie ist extra eine zusätzliche Zwischendosis integriert worden) nach 16 Wochen 73 % PASI 90. Die zusätzlichen vier Wochen Beobachtungszeit führen zu Verzerrungen!
Ich habe mir extra noch einmal den Anhang der Originalpublikation zur Guselkumab-Phase-II-Studie angesehen. Dort sieht man, dass durch die vier zusätzlichen Beobachtungswochen (Wochen 12 bis 16) der PASI 90-Wert um 12 % größer ausfällt, als dies bei einer 12-Wochen-Auswertung der Fall gewesen wäre. Man kann dies natürlich nicht 1:1 auf die VOYAGE 1-Studie übertragen, die Tendenz ist jedoch kalr: Die Ergebnisse der VOYAGE 1-Studie sind positiv überzeichnet.
Vor diesem Hintergrund kann man - natürlich unter dem Vorbehalt einer späteren Bestätigung in P3 - schon sagen, dass Risankizumab bei der Drei- oder Viermonatsbewertung ein ganzes Stück besser abschneidet als Guselkumab. Hohe PASI-Werte sind insoweit wichtig, als dadurch der teure Einsatz von Biotherapeutika optimiert werden kann (hoher Prozentwert verspricht höhere Erfolgswahrscheinlichkeit).
Richtig ist aber auch, dass es für den Patienten letztlich entscheidend ist, nachhaltig therapiert zu werden. Von einem Verschwinden der Symptomatik für einen Zeitraum von einigen Monaten mit anschließendem Wiederaufflackern der Symptome kann sich niemand etwas kaufen. Entscheidend ist die Nachhaltigkeit der Heilung ... und unter diesem Aspekt ist die Datenlage bei beiden Präparaten, insbesondere aber bei Risankizumab (bei Guselkumab gibt es wenigstens 24 Wochen-Daten) bislang einfach zu dürftig, um sich ein Urteil bilden zu können.

Per Saldo besitzt Risankizumab auf Basis der aktuellen Datenlage eine Favoritenstellung, für eine endgültige Beurteilung bedarf es aber deutlich mehr Daten aus längeren Beobachtungszeiträumen. Wäre diese Zusammenfassung für Dich ok?


Zu MOR202: Ich habe nach dem diesjährigen ASCO-Meeting noch einmal Studiendaten der verschiedenen anti-CD38-Antikörper verglichen. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei MOR202 zwar deutlich weniger Infusionsreaktionen auftreten, dass aber - was aber viel kritischer ist - viel häufiger dann im Therapieverlauf schwere Nebenwirkungen Grad 3 und 4 zu beobachten sind. Aus dem Kopf möchte ich dies aber lieber nicht quantifizieren. Wird nachgeholt, wenn ich mehr Zeit habe.
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.106.109 von rollingovermilestones am 24.07.13 15:35:50Ich habe eben noch einmal in die Patentdatenbank geschaut und gesehen, dass die Angaben zu Roches anti-CD19-MAB am 23.7.2013, also gestern, aktualisiert worden sind. Als Status ist nunmehr vermerkt: "Despatch of communication that the application is deemed to be withdrawn, reason: filing fee / search fee not paid in time".

Falls kein Versäumnis vorliegt, das nachträglich geheilt werden kann, hat Roche möglicherweise tatsächlich die weitere (klinische) Projektentwicklung kurzfristig aufgegeben. Das wäre wirklich eine Überraschung, deren Gründe zu erfahren interessant wäre.

Da in diesem Thread möglichst wenig spekuliert werden soll, sondern Fakten-basierte Argumentation gewünscht ist, habe ich bereits eine Anfrage laufen. Ich hoffe, noch heute Abend eine Antwort zu bekommen, die ich dann im genehmigten Umfang gerne weiterleite.

Kurz noch eine persönliche Anmerkung: Der Thread macht Freude ... sachbezogene, ruhige Diskussionen, Fragen, die ernst zu nehmen sind und dazu anregen, eigene Einstellungen zu hinterfragen. Mir gefällts. Allen, die sich in netter Form beteiligen, meinen besten Dank.
Zitat von eck64: Zum Umsatz: Du leitest "mehrere Milliarden" aus dem Begriff Hoffnungsträger ab?
Bezieht sich das nicht primär auf die Hoffnung der Patienten, die sonst keine Therapieoption haben, denn die Patientenanzahl ist doch, zumindest auf sIBM bezogen, doch eher überschaubar?



Wenn Jimenez BYM338 sinngemäß als Hoffnungsträger bezeichnet, dann sicherlich nicht, weil er die Welt aus der Sicht des Patienten sieht. Novartis verspricht sich von BYM338 großen wirtschaftlichen Erfolg.




Lesenswert ist im übrigen die aktuelle Ausgabe der Annals of the Rheumatic Diseases. Dort werden verschiedene RA-Studien vorgestellt, die mit dem GM-CSF(alpha)-Antagonisten Mavrilimumab und dem anti-BAFF-Mab Tabalumab durchgeführt worden sind.

Die Enwicklung von Tabalumab in der Indikation RA ist mittlerweile eingestellt worden, so dass man auf dieses Präparat nicht näher eingehen muss (interessant dennoch zu sehen, zu welch unterschiedlichen Ergebnissen verschiedene P2-Studien geführt haben und wie diese - teilweise beschönend - interpretiert worden sind).

Hinsichtlich Mavrilimumab, dem MOR103-Konkurrenten, werden ausführliche Ergebnisse einer P2-Studie präsentiert, über die bereits weniger detailliert bei der ACR-Tagung 2011 berichtet worden ist.

Interessant ist, dass auch nach einer zwölfwöchigen Behandlungperiode keine Veränderungen der Serumkonzentrationen von SP-D und KL-6 (-> Biomarker für Alveoläre Proteinose und eine Reihe anderer Lungenaffektionen) gefunden worden sind. Nennenswerte Veränderungen der CO-Diffusionskapazität (soweit methodisch überhaupt valide erfassbar) waren in den höheren Dosisgruppen nicht häufiger als unter Placebo. Somit kann man mit recht hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass MOR103 zumindest einige Monate lang verabreicht werden kann, ohne dass pulmonale Komplikationen auftreten. Positiv für MOR103 außerdem, dass die ACR-Werte (insbesondere ACR50) unter Mavrilimumab nach der vierten Woche noch deutlich angestiegen sind. Na ja, anderes - d.h. wenn die Blockade des GM-CSF-Signalwegs nach vier Wochen keinen weiter ansteigenden Therapieeffekt gezeigt hätte - wäre für MOR103 auch extrem ungünstig gewesen, zumal die ACR50-Werte in der MOR103-Studie nach vier Wochen gerade einmal zwischen 4 % (Placebo und untere Dosisgruppe) und 23 (mittlere Dosisgruppe) lagen (hohe Dosisgruppe: 9 %). [Würden derartige Werte nach 8 oder 12 Wochen erreicht, wäre MOR103 schlichtweg nicht konkurrenzfähig.]

Per Saldo kann man aus den Mavrilimumab-Daten an Positivem für MOR103 ableiten, dass eine zwölfwöchige Gabe möglich war, ohne dass es zu einer pulmonalen Störung kam.

Ein besseres Urteil über MOR103 wird erst dann möglich sein, wenn Daten einer "richtigen" P2-Studie vorliegen. Der Start einer solchen Studie dürfte im Jahr 2014 erfolgen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.880.566 von micjagger am 20.11.13 17:32:00Schade, dass nun auch in diesem Thread inhaltsleerer Mist abgeladen wird. Von gewissen Usern hat man noch nie auch nur einen halbwegs differenzierten Satz gelesen.
Eine traurige Nachricht für die Morphosys-Pipeline:

Die Entwicklung des anti-sclerostin-Antikörpers BPS804 wurde gestoppt.

Schade, besonders von diesem Präparat hatte ich mir eigentlich so viel erwartet.
Antwort auf Beitrag Nr.: 48.512.987 von eck64 am 08.12.14 10:39:58Erster Eindruck: gut, insbesondere auch die DoR-Daten, aalerich sollte also verkaufen.
Ich habe mir zwischenzeitlich die in der Dezemberausgabe der Zeitschrift Neurology veröffentlichten Bimagrumab-Studienergebnisse durchgelesen (Indikation "sporadic inclusion body myositis").

Die Ergebnisse sind etwas enttäuschend. Aufgrund der kleinen Studiengruppen weichen wesentliche Basisdaten der Verumgruppe von denjenigen der Basisgruppe deutlich ab (z.B. mittleres Gewicht 95,1 kg versus 79,0 kg), was die Interpretation zusätzlich erschwert.

In der Zusammenfassung der Arbeit werden einzelne Daten präsentiert, die für Bimagrumab-Gruppe günstiger aussehen. Man könnte aber auch umgekehrt argumentieren.

Z.B. 6-Minuten-Gehdistanz nach 24 Wochen versus Ausgangswert:
unter Bimagrumab 386,2 m versus 359,7 m (+7,4 %)
unter Placebo 339,9 m versus 312,2 m (+8,9 %).

Oder quantitativer Muskeltest (rechter Quadrizeps):
unter Bimagrumab 93,37 N versus 92,27 N (+1,2 %)
unter Placebo 69,37 N versus 66,75 N (+3,9 %),
nur um zwei Beispiele zu nennen.

Je nachdem, welche Meßdaten man sich herauspickt, kommt man zu unterschiedlichen Ergebnissen. Per Saldo führt die Studie meines Erachtens zu keinem klaren Ergebnis.
Off topic zu dem Thema Checkpoint-Inhibitoren: Heute hat BMS für Opdivo (Nivolumab) von der FDA eine Biologics License Application in der Indikation rezidivierendes Hodgkin-Lymphom erhalten. Die Checkpoint-Inhibitoren sind gegenwärtig bekanntlich DAS große Thema in der Onkologie. Wenn man sich die immunologischen Nebenwirkungen anschaut, kann einem allerdings schwindelig werden ... weiter unten deshalb der zweite Teil der heutigen Meldung, in dem diverse Warnhinweise enthalten sind.

Es ist leider wie gewohnt in der Medizin: Was besonders gut wirkt (wie z.B. bei den klassischen Pharmaka Kortison oder Morphium), hat gewöhnlich auch besonders häßliche Nebenwirkungen.



OPDIVO® (nivolumab) is indicated for the treatment of patients with advanced renal cell carcinoma (RCC) who have received prior anti-angiogenic therapy.

IMPORTANT SAFETY INFORMATION

WARNING: IMMUNE-MEDIATED ADVERSE REACTIONS

YERVOY can result in severe and fatal immune-mediated adverse reactions. These immune-mediated reactions may involve any organ system; however, the most common severe immune-mediated adverse reactions are enterocolitis, hepatitis, dermatitis (including toxic epidermal necrolysis), neuropathy, and endocrinopathy. The majority of these immune-mediated reactions initially manifested during treatment; however, a minority occurred weeks to months after discontinuation of YERVOY.

Assess patients for signs and symptoms of enterocolitis, dermatitis, neuropathy, and endocrinopathy and evaluate clinical chemistries including liver function tests (LFTs), adrenocorticotropic hormone (ACTH) level, and thyroid function tests at baseline and before each dose.

Permanently discontinue YERVOY and initiate systemic high-dose corticosteroid therapy for severe immune-mediated reactions.

Immune-Mediated Pneumonitis

Immune-mediated pneumonitis, including fatal cases, occurred with OPDIVO treatment. Across the clinical trial experience with solid tumors, fatal immune-mediated pneumonitis occurred with OPDIVO. In addition, in Checkmate 069, there were six patients who died without resolution of abnormal respiratory findings. Monitor patients for signs with radiographic imaging and symptoms of pneumonitis. Administer corticosteroids for Grade 2 or greater pneumonitis. Permanently discontinue for Grade 3 or 4 and withhold until resolution for Grade 2. In Checkmate 069 and 067, immune-mediated pneumonitis occurred in 6% (25/407) of patients receiving OPDIVO with YERVOY: Fatal (n=1), Grade 3 (n=6), Grade 2 (n=17), and Grade 1 (n=1). In Checkmate 037, 066, and 067, immune-mediated pneumonitis occurred in 1.8% (14/787) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=2) and Grade 2 (n=12). In Checkmate 057, immune-mediated pneumonitis, including interstitial lung disease, occurred in 3.4% (10/287) of patients: Grade 3 (n=5), Grade 2 (n=2), and Grade 1 (n=3). In Checkmate 025, pneumonitis, including interstitial lung disease, occurred in 5% (21/406) of patients receiving OPDIVO and 18% (73/397) of patients receiving everolimus. Immune-mediated pneumonitis occurred in 4.4% (18/406) of patients receiving OPDIVO: Grade 4 (n=1), Grade 3 (n=4), Grade 2 (n=12), and Grade 1 (n=1).

Immune-Mediated Colitis

Immune-mediated colitis can occur with OPDIVO treatment. Monitor patients for signs and symptoms of colitis. Administer corticosteroids for Grade 2 (of more than 5 days duration), 3, or 4 colitis. As a single agent, withhold OPDIVO for Grade 2 or 3 and permanently discontinue for Grade 4 or recurrent colitis upon restarting OPDIVO. When administered with YERVOY, withhold OPDIVO for Grade 2 and permanently discontinue for Grade 3 or 4 or recurrent colitis upon restarting OPDIVO. In Checkmate 069 and 067, diarrhea or colitis occurred in 56% (228/407) of patients receiving OPDIVO with YERVOY. Immune-mediated colitis occurred in 26% (107/407) of patients: Grade 4 (n=2), Grade 3 (n=60), Grade 2 (n=32), and Grade 1 (n=13). In Checkmate 037, 066, and 067, diarrhea or colitis occurred in 31% (242/787) of patients receiving OPDIVO. Immune-mediated colitis occurred in 4.1% (32/787) of patients: Grade 3 (n=20), Grade 2 (n=10), and Grade 1 (n=2). In Checkmate 057, diarrhea or colitis occurred in 17% (50/287) of patients receiving OPDIVO. Immune-mediated colitis occurred in 2.4% (7/287) of patients: Grade 3 (n=3), Grade 2 (n=2), and Grade 1 (n=2). In Checkmate 025, diarrhea or colitis occurred in 25% (100/406) of patients receiving OPDIVO and 32% (126/397) of patients receiving everolimus. Immune-mediated diarrhea or colitis occurred in 3.2% (13/406) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=5), Grade 2 (n=7), and Grade 1 (n=1).

In a separate Phase 3 study of YERVOY 3 mg/kg, severe, life-threatening, or fatal (diarrhea of ≥7 stools above baseline, fever, ileus, peritoneal signs; Grade 3-5) immune-mediated enterocolitis occurred in 34 (7%) patients. Across all YERVOY-treated patients in that study (n=511), 5 (1%) developed intestinal perforation, 4 (0.8%) died as a result of complications, and 26 (5%) were hospitalized for severe enterocolitis.

Immune-Mediated Hepatitis

Immune-mediated hepatitis can occur with OPDIVO treatment. Monitor patients for abnormal liver tests prior to and periodically during treatment. Administer corticosteroids for Grade 2 or greater transaminase elevations. Withhold for Grade 2 and permanently discontinue for Grade 3 or 4 immune-mediated hepatitis. In Checkmate 069 and 067, immune-mediated hepatitis occurred in 13% (51/407) of patients receiving OPDIVO with YERVOY: Grade 4 (n=8), Grade 3 (n=37), Grade 2 (n=5), and Grade 1 (n=1). In Checkmate 037, 066, and 067, immune-mediated hepatitis occurred in 2.3% (18/787) of patients receiving OPDIVO: Grade 4 (n=3), Grade 3 (n=11), and Grade 2 (n=4). In Checkmate 057, one patient (0.3%) developed immune-mediated hepatitis. In Checkmate 025, there was an increased incidence of liver test abnormalities compared to baseline in AST (33% vs 39%), alkaline phosphatase (32% vs 32%), ALT (22% vs 31%), and total bilirubin (9% vs 3.5%) in the OPDIVO and everolimus arms, respectively. Immune-mediated hepatitis requiring systemic immunosuppression occurred in 1.5% (6/406) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=5) and Grade 2 (n=1).

In a separate Phase 3 study of YERVOY 3 mg/kg, severe, life-threatening, or fatal hepatotoxicity (AST or ALT elevations >5x the ULN or total bilirubin elevations >3x the ULN; Grade 3-5) occurred in 8 (2%) patients, with fatal hepatic failure in 0.2% and hospitalization in 0.4%.

Immune-Mediated Dermatitis

In a separate Phase 3 study of YERVOY 3 mg/kg, severe, life-threatening, or fatal immune-mediated dermatitis (eg, Stevens-Johnson syndrome, toxic epidermal necrolysis, or rash complicated by full thickness dermal ulceration, or necrotic, bullous, or hemorrhagic manifestations; Grade 3-5) occurred in 13 (2.5%) patients. 1 (0.2%) patient died as a result of toxic epidermal necrolysis. 1 additional patient required hospitalization for severe dermatitis.

Immune-Mediated Neuropathies

In a separate Phase 3 study of YERVOY 3 mg/kg, 1 case of fatal Guillain-Barré syndrome and 1 case of severe (Grade 3) peripheral motor neuropathy were reported.

Immune-Mediated Endocrinopathies

Hypophysitis, adrenal insufficiency, thyroid disorders, and type 1 diabetes mellitus can occur with OPDIVO treatment. Monitor patients for signs and symptoms of hypophysitis, signs and symptoms of adrenal insufficiency during and after treatment, thyroid function prior to and periodically during treatment, and hyperglycemia. Administer corticosteroids for Grade 2 or greater hypophysitis. Withhold for Grade 2 or 3 and permanently discontinue for Grade 4 hypophysitis. Administer corticosteroids for Grade 3 or 4 adrenal insufficiency. Withhold for Grade 2 and permanently discontinue for Grade 3 or 4 adrenal insufficiency. Administer hormone-replacement therapy for hypothyroidism. Initiate medical management for control of hyperthyroidism. Administer insulin for type 1 diabetes. Withhold OPDIVO for Grade 3 and permanently discontinue for Grade 4 hyperglycemia.

In Checkmate 069 and 067, hypophysitis occurred in 9% (36/407) of patients receiving OPDIVO with YERVOY: Grade 3 (n=8), Grade 2 (n=25), and Grade 1 (n=3). In Checkmate 037, 066, and 067, hypophysitis occurred in 0.9% (7/787) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=2), Grade 2 (n=3), and Grade 1 (n=2). In Checkmate 025, hypophysitis occurred in 0.5% (2/406) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=1) and Grade 1 (n=1). In Checkmate 069 and 067, adrenal insufficiency occurred in 5% (21/407) of patients receiving OPDIVO with YERVOY: Grade 4 (n=1), Grade 3 (n=7), Grade 2 (n=11), and Grade 1 (n=2). In Checkmate 037, 066, and 067, adrenal insufficiency occurred in 1% (8/787) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=2), Grade 2 (n=5), and Grade 1 (n=1). In Checkmate 057, 0.3% (1/287) of OPDIVO-treated patients developed adrenal insufficiency. In Checkmate 025, adrenal insufficiency occurred in 2.0% (8/406) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=3), Grade 2 (n=4), and Grade 1 (n=1). In Checkmate 069 and 067, hypothyroidism or thyroiditis occurred in 22% (89/407) of patients receiving OPDIVO with YERVOY: Grade 3 (n=6), Grade 2 (n=47), and Grade 1 (n=36). Hyperthyroidism occurred in 8% (34/407) of patients: Grade 3 (n=4), Grade 2 (n=17), and Grade 1 (n=13). In Checkmate 037, 066, and 067, hypothyroidism or thyroiditis occurred in 9% (73/787) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=1), Grade 2 (n=37), Grade 1 (n=35). Hyperthyroidism occurred in 4.4% (35/787) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=1), Grade 2 (n=12), and Grade 1 (n=22). In Checkmate 057, Grade 1 or 2 hypothyroidism, including thyroiditis, occurred in 7% (20/287) and elevated thyroid stimulating hormone occurred in 17% of patients receiving OPDIVO. Grade 1 or 2 hyperthyroidism occurred in 1.4% (4/287) of patients. In Checkmate 025, thyroid disease occurred in 11% (43/406) of patients receiving OPDIVO, including one Grade 3 event, and in 3.0% (12/397) of patients receiving everolimus. Hypothyroidism/thyroiditis occurred in 8% (33/406) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=2), Grade 2 (n=17), and Grade 1 (n=14). Hyperthyroidism occurred in 2.5% (10/406) of patients receiving OPDIVO: Grade 2 (n=5) and Grade 1 (n=5). In Checkmate 069 and 067, diabetes mellitus or diabetic ketoacidosis occurred in 1.5% (6/407) of patients: Grade 4 (n=3), Grade 3 (n=1), Grade 2 (n=1), and Grade 1 (n=1). In Checkmate 037, 066, and 067, diabetes mellitus or diabetic ketoacidosis occurred in 0.8% (6/787) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=2), Grade 2 (n=3), and Grade 1 (n=1). In Checkmate 025, hyperglycemic adverse events occurred in 9% (37/406) patients. Diabetes mellitus or diabetic ketoacidosis occurred in 1.5% (6/406) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=3), Grade 2 (n=2), and Grade 1 (n=1).

In a separate Phase 3 study of YERVOY 3 mg/kg, severe to life-threatening immune-mediated endocrinopathies (requiring hospitalization, urgent medical intervention, or interfering with activities of daily living; Grade 3-4) occurred in 9 (1.8%) patients. All 9 patients had hypopituitarism, and some had additional concomitant endocrinopathies such as adrenal insufficiency, hypogonadism, and hypothyroidism. 6 of the 9 patients were hospitalized for severe endocrinopathies.

Immune-Mediated Nephritis and Renal Dysfunction

Immune-mediated nephritis can occur with OPDIVO treatment. Monitor patients for elevated serum creatinine prior to and periodically during treatment. For Grade 2 or 3 increased serum creatinine, withhold and administer corticosteroids; if worsening or no improvement occurs, permanently discontinue. Administer corticosteroids for Grade 4 serum creatinine elevation and permanently discontinue. In Checkmate 069 and 067, immune-mediated nephritis and renal dysfunction occurred in 2.2% (9/407) of patients: Grade 4 (n=4), Grade 3 (n=3), and Grade 2 (n=2). In Checkmate 037, 066, and 067, nephritis and renal dysfunction of any grade occurred in 5% (40/787) of patients receiving OPDIVO. Immune-mediated nephritis and renal dysfunction occurred in 0.8% (6/787) of patients: Grade 3 (n=4) and Grade 2 (n=2). In Checkmate 057, Grade 2 immune-mediated renal dysfunction occurred in 0.3% (1/287) of patients receiving OPDIVO. In Checkmate 025, renal injury occurred in 7% (27/406) of patients receiving OPDIVO and 3.0% (12/397) of patients receiving everolimus. Immune-mediated nephritis and renal dysfunction occurred in 3.2% (13/406) of patients receiving OPDIVO: Grade 5 (n=1), Grade 4 (n=1), Grade 3 (n=5), and Grade 2 (n=6).

Immune-Mediated Rash

Immune-mediated rash can occur with OPDIVO treatment. Severe rash (including rare cases of fatal toxic epidermal necrolysis) occurred in the clinical program of OPDIVO. Monitor patients for rash. Administer corticosteroids for Grade 3 or 4 rash. Withhold for Grade 3 and permanently discontinue for Grade 4. In Checkmate 069 and 067, immune-mediated rash occurred in 22.6% (92/407) of patients receiving OPDIVO with YERVOY: Grade 3 (n=15), Grade 2 (n=31), and Grade 1 (n=46). In Checkmate 037, 066, and 067, immune-mediated rash occurred in 9% (72/787) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=7), Grade 2 (n=15), and Grade 1 (n=50). In Checkmate 057, immune-mediated rash occurred in 6% (17/287) of patients receiving OPDIVO including four Grade 3 cases. In Checkmate 025, rash occurred in 28% (112/406) of patients receiving OPDIVO and 36% (143/397) of patients receiving everolimus. Immune-mediated rash, defined as a rash treated with systemic or topical corticosteroids, occurred in 7% (30/406) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=4), Grade 2 (n=7), and Grade 1 (n=19).

Immune-Mediated Encephalitis

Immune-mediated encephalitis can occur with OPDIVO treatment. Withhold OPDIVO in patients with new-onset moderate to severe neurologic signs or symptoms and evaluate to rule out other causes. If other etiologies are ruled out, administer corticosteroids and permanently discontinue OPDIVO for immune-mediated encephalitis. In Checkmate 067, encephalitis was identified in one patient (0.2%) receiving OPDIVO with YERVOY. In Checkmate 057, fatal limbic encephalitis occurred in one patient (0.3%) receiving OPDIVO.

Other Immune-Mediated Adverse Reactions

Based on the severity of adverse reaction, permanently discontinue or withhold treatment, administer high-dose corticosteroids, and, if appropriate, initiate hormone-replacement therapy. In < 1.0% of patients receiving OPDIVO, the following clinically significant, immune-mediated adverse reactions occurred: uveitis, pancreatitis, facial and abducens nerve paresis, demyelination, polymyalgia rheumatica, autoimmune neuropathy, Guillain-Barré syndrome, hypopituitarism, systemic inflammatory response syndrome, gastritis, duodenitis, and sarcoidosis. Across clinical trials of OPDIVO as a single agent administered at doses of 3 mg/kg and 10 mg/kg, additional clinically significant, immune-mediated adverse reactions were identified: motor dysfunction, vasculitis, and myasthenic syndrome.

Infusion Reactions

Severe infusion reactions have been reported in <1.0% of patients in clinical trials of OPDIVO. Discontinue OPDIVO in patients with Grade 3 or 4 infusion reactions. Interrupt or slow the rate of infusion in patients with Grade 1 or 2. In Checkmate 069 and 067, infusion- related reactions occurred in 2.5% (10/407) of patients receiving OPDIVO with YERVOY: Grade 2 (n=6) and Grade 1 (n=4). In Checkmate 037, 066, and 067, Grade 2 infusion related reactions occurred in 2.7% (21/787) of patients receiving OPDIVO: Grade 3 (n=2), Grade 2 (n=8), and Grade 1 (n=11). In Checkmate 057, Grade 2 infusion reactions requiring corticosteroids occurred in 1.0% (3/287) of patients receiving OPDIVO. In Checkmate 025, hypersensitivity/infusion-related reactions occurred in 6% (25/406) of patients receiving OPDIVO and 1.0% (4/397) of patients receiving everolimus.

Embryo-fetal Toxicity

Based on their mechanisms of action, OPDIVO and YERVOY can cause fetal harm when administered to a pregnant woman. Advise pregnant women of the potential risk to a fetus. Advise females of reproductive potential to use effective contraception during treatment with an OPDIVO- or YERVOY- containing regimen and for at least 5 months after the last dose of OPDIVO.

Lactation

It is not known whether OPDIVO or YERVOY is present in human milk. Because many drugs, including antibodies, are excreted in human milk and because of the potential for serious adverse reactions in nursing infants from an OPDIVO-containing regimen, advise women to discontinue breastfeeding during treatment. Advise women to discontinue nursing during treatment with YERVOY and for 3 months following the final dose.

Serious Adverse Reactions

In Checkmate 067, serious adverse reactions (73% and 37%), adverse reactions leading to permanent discontinuation (43% and 14%) or to dosing delays (55% and 28%), and Grade 3 or 4 adverse reactions (72% and 44%) all occurred more frequently in the OPDIVO plus YERVOY arm relative to the OPDIVO arm. The most frequent (≥10%) serious adverse reactions in the OPDIVO plus YERVOY arm and the OPDIVO arm, respectively, were diarrhea (13% and 2.6%), colitis (10% and 1.6%), and pyrexia (10% and 0.6%). In Checkmate 037, serious adverse reactions occurred in 41% of patients receiving OPDIVO. Grade 3 and 4 adverse reactions occurred in 42% of patients receiving OPDIVO. The most frequent Grade 3 and 4 adverse drug reactions reported in 2% to <5% of patients receiving OPDIVO were abdominal pain, hyponatremia, increased aspartate aminotransferase, and increased lipase. In Checkmate 066, serious adverse reactions occurred in 36% of patients receiving OPDIVO. Grade 3 and 4 adverse reactions occurred in 41% of patients receiving OPDIVO. The most frequent Grade 3 and 4 adverse reactions reported in ≥2% of patients receiving OPDIVO were gamma-glutamyltransferase increase (3.9%) and diarrhea (3.4%). In Checkmate 057, serious adverse reactions occurred in 47% of patients receiving OPDIVO. The most frequent serious adverse reactions reported in ≥2% of patients were pneumonia, pulmonary embolism, dyspnea, pleural effusion, and respiratory failure. In Checkmate 025, serious adverse reactions occurred in 47% of patients receiving OPDIVO. The most frequent serious adverse reactions reported in ≥2% of patients were acute kidney injury, pleural effusion, pneumonia, diarrhea, and hypercalcemia.

Common Adverse Reactions

In Checkmate 067, the most common (≥20%) adverse reactions in the OPDIVO plus YERVOY arm were fatigue (59%), rash (53%), diarrhea (52%), nausea (40%), pyrexia (37%), vomiting (28%), and dyspnea (20%). The most common (≥20%) adverse reactions in the OPDIVO arm were fatigue (53%), rash (40%), diarrhea (31%), and nausea (28%). In Checkmate 037, the most common adverse reaction (≥20%) reported with OPDIVO was rash (21%). In Checkmate 066, the most common adverse reactions (≥20%) reported with OPDIVO vs dacarbazine were fatigue (49% vs 39%), musculoskeletal pain (32% vs 25%), rash (28% vs 12%), and pruritus (23% vs 12%). In Checkmate 057, the most common adverse reactions (≥20%) reported with OPDIVO were fatigue (49%), musculoskeletal pain (36%), cough (30%), decreased appetite (29%), and constipation (23%). In Checkmate 025, the most common adverse reactions (≥20%) reported in patients receiving OPDIVO vs everolimus were asthenic conditions (56% vs 57%), cough (34% vs 38%), nausea (28% vs 29%), rash (28% vs 36%), dyspnea (27% vs 31%), diarrhea (25% vs 32%), constipation (23% vs 18%), decreased appetite (23% vs 30%), back pain (21% vs 16%), and arthralgia (20% vs 14%).

In a separate Phase 3 study of YERVOY 3 mg/kg, the most common adverse reactions (≥5%) in patients who received YERVOY at 3 mg/kg were fatigue (41%), diarrhea (32%), pruritus (31%), rash (29%), and colitis (8%).
Besonders erfreulich fällt der indirekte Vergleich mit den Consentyx-Phase-3-Daten aus (Consentyx = Secukinumab = anti-IL17A-Mab von Novartis).

Auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass die Consentyx-Daten nach 12 Wochen erhoben worden sind (statt nach 16 Wochen wie bei Guselkumab), scheint Guselkumab im PASI 90-Vergleich ein ganzes Stück besser anzuschneiden.
Die Auswertung der Secukinumab-Studien bereits nach 12 Wochen relativiert sich infolge der unterschiedlichen Dosisschemata, Secukinumab z.B. Injektionen in Woche 0, 1, 2, 3, 4 und danach alle 4 Wochen, Guselkumab hingegen nur in Woche 0, 4 und danach alle 8 Wochen. Bei einer späteren Vermarktung ist die seltene Guselkumab-Darreichung natürlich von Vorteil.

PASI 90 nach 16 Wochen:
73,3 % Guselkumab, 49,7 % Humira, 2,9 % Placebo

PASI 90 nach 12 Wochen:
59,2 % (300 mg Secukinumab), 59,2 % (150 mg Secukinumab) und 1,2 % (Placebo) in der ERASURE-Studie
45 % (300 mg Secukinumab), 40 % (150 mg Secukinumab) und 0 % (Placebo) in der JUNCTURE-Studie
54,2 % (300 mg Secukinumab), 41,9 % (150 mg Secukinumab) und 20,7 % (Eternacept!) in der FIXTURE-Studie


Der Vergleich mit Humira, Secukinumab und Eternacept fällt für Guselkumab also sehr erfreulich aus.


An dieser Stelle stoppe ich die vergleichende Darstellung erst einmal, weil die Analystengemeinde auch etwas selbstständig erarbeiten sollte. Morgen stelle ich die restlichen Vergleichsdaten ins Netz, wobei natürlich auch andere Antikörpersegmente bzw. Targets berücksichtigt werden sollen.

Die guten Daten der VOYAGE 1-Studie sollten dem Morphosys-Kurs zunächst einmal ordentlich Auftrieb verleihen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.103.053 von Joschka Schröder am 24.07.13 09:44:10Noch eine aus meiner Sicht wichtige Zusatzinformation:

obinutuzumab wurde mit Hilfe der GlycoMab-Plattform vom Biotech-Start-up Glycart (Zürch-Schlieren) entwickelt. Roche hatte Glycart im Jahr 2005 für ca. 235 Mio. Fr (Zahlenangabe stammt aus der FuW) übernommen.

In #2 hatte ich verschiedene anti CD19-Entwicklungsprojekte aufgelistet und erwähnt, dass auch Roche "nunmehr über die Tochter Roche Glycart einen eigenen Kandidaten entwickelt" habe. Ich habe mal kurz in betreffendem Patent nachgesehen: Die Entwicklung wurde mit Hilfe der GlycoMab-Plattform durchgeführt, mithin handelt es sich bei Roches neuem anti CD19-MAB um einen Antikörper, dessen FC-Teil demjenigen des obinituzumab gleicht.

Es wird immer augenscheinlicher, welcher enormen Konkurrenz MOR208 ausgesetzt sein wird ... mehreren FC-optimierten Antikörpern, einigen Immunkonjugaten usw. ... und alles Präparate erstklassiger Firmen. Für mich ziehe ich daraus die Schlussfolgerung, dass die Marktanteile künftiger Präparate mit zunehmender Konkurrenz immer kleiner werden wird. Viele Antikörper, die gegen bestimmte Targets gerichtet sind, werden sich hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkung nicht viel geben. Pauschale Projekt-Bewertungszahlen, die sich auf zurückliegende Zeiten beziehen, in denen nur wenige Biotech-Präparate auf dem Markt waren, sind aus meiner Sicht deutlich überzogen und lange überholt. Künftig wird es nur noch in den seltesten Fällen Antikörperpräparate geben, die tatsächlich einen "Blockbuster"-Status erreichen. Jeder Vorstand mißt seinem eigenen Entwicklungsprojekt Blockbusterpotential zu ... diese Rechnung kann aber nicht aufgehen, wenn gleichzeitig 10 Präparate auf den Markt kommen, die mit sehr ähnlichem Wirkmechanismus dasselbe Target bearbeiten. Insoweit scheint mir angesichts der gegenwärtigen Biotech-Euphorie durchaus etwas Vorsicht angesagt.
Natürlich wird es bei den Umsätzen zu Anpassungen kommen. Ich weiß nicht, wie Joschka das zahlenmäßig konkret meint, aber ich bin mir sehr sicher, dass dennoch auch in Zukunft sehr viele Präparate über eine Mrd. Umsatz erzielen, um mal eine Größenordnung zu nennen. Insgesamt wird es im Pharma-Bereich v.a. zu einer Verschiebung der Umsätze hin zu "biologicals" und "targeted medicine" kommen. Die Zeiten, wo man mit einem Cholesterinsenker 13 Mrd. Umsatz macht, sind vorbei. Gerade bei den "normalen" Medikamenten wie Antihypertensiva, Cholesterinsenker, PPI, Thrombozytenaggregationshemmer etc. Ist nicht mehr viel zu holen. Überall laufen die Patente aus, ich sehe auch kaum Innovationen, was man hat hat, ist eben auch hocheffektiv, zB in der kardiovaskulären Medizin.

Die Zukunft wird den o.g. Trends gehören, wenn man es kommerziell betrachtet, erst recht. Für das Gesamtsystem kann das auch zu deutlichen Kostensteigerungen führen. Wenn es eche Verbesserungen und Innovationen sind, wird man das in Kauf nehmen. Das formuliere ich mal ganz ohne Wertung.

Um es nochmal konkret zu sagen und Beispiele zu nennen: Wenn ein AK auf den Markt kommt, der besser ist als anti-TNF im RA Bereich, wird der zig Milliarden Umsatz erzielen, auch wenn viel Konkurrenz in der Pipeline ist. Wir haben ja alleine vier AK gegen obiges Target, zum Teil Multimilliardenblockbuster, zum Teil noch recht neu und auf dem Wege dorthin. Anderes Beispiel: Man möge sich anschauen, wie viele Medikamente im MS Bereich Blockbuster Status haben. In der Tumortherapie steht doch vieles noch am Anfang und wir warten auf große Durchbrüche. Avastin bringt selten mehr als ein paar Monate Lebensverlängerung, dafür werden Milliardenbeträge ausgegeben. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Fazit: Ich teile die Einschätzung, dass Spitzenumsätze (ich definiere mal als größer 1 Mrd) in Zukunft nur noch selten vorkommen werden, ganz und gar nicht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.284.527 von eck64 am 20.08.13 12:19:47Ja, ich habe es heute früh in einer Novartis-PR-Meldung gelesen. Sehr erfreulich, dass offensichtlich die unter ACE031 beobachteten Nebenwirkungen bei BYM338 nicht aufgetreten sind. Dazu muss man sagen, dass ACE031 kein monoklonaler AK ist, sondern ein synthetischer activin-Rezeptor, sich beide Therapieansätze mithin in nicht unwichtigen Details unterscheiden (MYO-029 von Wyeth wiederum ist wie BYM338 ein neutralisierender humaner AK, die Entwicklung ist jedoch mangels Wirkung eingestellt worden).

Lange Rede, kurzer Sinn: Nachdem die FDA die BYM338-Unterlagen gründlich durchleutet hat und zu einem positiven Urteil gekommen ist, würde ich die Zulassungswahrscheinlichkeit mit über 80 % beziffern.

Peak Sales für BYM338 abzuschätzen, ist schwierig. Angesichts dessen, dass Jimenez das Präparat wiederholt als Hoffnungsträger bezeichnet hat, dürften einige Mrd. USD aber schon realistisch sein.
Bis der derzeitigen Biotech-Blase ausreichend Luft entwichen ist, werde ich in diesem Thread bis auf Weiteres noch etwas kürzer treten, als dies auch so schon der Fall war.

Wieso ich die Bewertung der Biotech-Branche - inklusive Morphosys-Pipeline - in letzter Zeit zunehmend skeptisch gegenüberstehe, habe ich bereits an anderer Stelle begründet. Nachfolgend noch einmal eine Zusammenfassung:



In Analysten-Modellen werden gewöhnlich diversen Entwicklungspräparaten Peak Sales und Zulassungswahrscheinlichkeiten zugeordnet. Wenn man sich konkret Analystenschätzungen für verschiedene konkurrierende Entwicklungspräparate ansieht, fällt auf, dass die Summe der risikogewichteten Umsatzschätzungen das gesamte vorstellbare Marktpotential für die jeweiligen Krankheitsbilder mittlerweile weit übersteigt. Die Analystenschätzungen haben den Boden der Realität verlassen.

Morphosys ist in diesem Zusammenhang leider kein Ausnahmefall.

Ein kleines Beispiel: Edison schätzt für MOR208 Peak Sales in Höhe von 1,2 Mrd. USD bei einer Zulassungswahrscheinlichkeit von 30 %.

Schaut man sich ergänzend Analystenschätzungen für aussichtsreiche Konkurrenzpräparate an und berücksichtigt man evt. noch vielversprechende Entwicklungspräparate, die der Analystengemeinde offensichtlich unbekannt sind, so ergibt sich ein fiktives Marktvolumen, das mit der Realität nichts mehr zu tun hat. Falls sich jemand die Mühe machen möchte, dies für MOR208 zu überprüfen: Alleine gegen das Target CD19 werden derzeit eine Vielzahl von Medikamenten entwickelt, denen beeindruckende Peak Sales zugestanden werden (u.a. CLT019/CART19, Blinatumomab, SAR3419, Medi-551, SGN-CD19A, DI-B4, MDX1342).

Dazu kommen noch andere aussichtsreiche Präparate, die sich derzeit in der Präklinik befinden (u.a. von Intern. Drug Dev. Biotech und Glenmark), und – noch viel wichtiger – Therapieansätze, welche die gleichen Krankheitsbilder wie MOR208 über andere Targets ansteuern (Beispiele: Ibrutinib via BTK-Inhibition, ABT-199 via Bcl-2-Inhibition).

Dann gibt es noch eine Vielzahl bereits zu gelassenen Therapien (zuletzt Obinutuzumab), auf die ich an dieser Stelle aus Zeitgründen nicht näher eingehen kann.

Wenn man nun, wie Analysten dies tun, jedem dieser Medikamente mit vergleichsweise großer Erfolgswahrscheinlichkeit Peak Sales in Milliardenhöhe zugesteht, ergeben sich in Summe Phantasiebewertungen und eine Biotech-Blase.

In dieser Blase befinden wir uns gerade.

Auch Morphosys ist von dieser Entwicklung betroffen:
-> Zulassungswahrscheinlichkeit für MOR103 laut Deutscher Bank 49 % – natürlich gleich mit zwei Milliarden Peak Sales, obwohl gerade einmal eine rudimentäre Phase Ib-Studie abgeschlossen worden ist.
-> Gleich mal fast ein Viertel des MM-Marktes für MOR202, obwohl bislang keinerlei klinische Studienergebnisse vorliegen und es eine Vielzahl anderer aussichtsreicher Konkurrenzentwicklungen gibt.
Man könnte die Aufzählung fast beliebig fortsetzen.

Fazit: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind Biotech-Unternehmen derzeit deutlich zu hoch bewertet, weil sich die Analystengemeinde Phantasiegebilde zurechtgezimmert hat.
Lesenswerte Publikation zu BYM338 in der Online-Ausgabe der Mol.Cell.Biol. am 2.12.2013 mit umfangreicher Präsentation präklinischer Ergebnisse.

Interessant u.a. die Therapie kortisoninduzierter Muskelschwäche durch BYM338. Ausgezeichneter Therapieeffekt. Diese Indikation könnte ggf. einen großen Zusatzmarkt erschließen.

Wichtig auch der Vergleich zwischen ActRIIB-Blockade (via BYM338) und Myostation-Blockade (Wirkmechanismus z.B. von Lillys LY2495655 und Pfizers PF-06252616), bei dem sich die ActRIIB-Blockade als deutlich wirksamer erweist (ca. doppelt so großer Muskelzuwachs). Bei Indikationen wie Tumorkachexie reicht die Myostatin-Blockade allein nicht aus, um einen therapeutischen Effekt zu erzielen.
Zur Konkurrenzsituation um MOR208:




SAR3419 (anti CD19-ADC von Sanofi/IMGN):
Die P2-Studie in der Indikation ALL ist wegen Erfolglosigkeit eingestellt worden -> http://www.clinicaltrials.gov/ct2/show?term=sar3419&rank=3



GDC-0199/ABT-199:
aktuelle Meldung von Roche
(SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) today presented positive interim results of a phase 1b study for its investigational BCL-2 inhibitor GDC-0199/ABT-199, which is being developed in collaboration with AbbVie, at the ASCO 2014 Annual Meeting. The data showed that GDC-0199/ABT-199 combined with MabThera/Rituxan (rituximab) achieved either a complete response or complete response with incomplete blood count recovery (CR/CRi) rate of 36% in patients with R/R CLL. Importantly, of the patients achieving CR, 75% were free of minimal residual disease (MRD).

At ASCO, additional data will be presented from the global clinical development program of GDC-0199/ABT-199. This includes updated data from the previously reported phase 1 study of GDC-0199/ABT-199 monotherapy in CLL and small lymphocytic lymphoma and new data from a phase 1 study in R/R diffuse large B-cell (DLBCL) and R/R follicular lymphoma (FL) which evaluates the use of higher dosing in these lymphoma settings.

Phase I study of ABT-199 (GDC-0199) in patients with relapsed/refractory (R/R) non-Hodgkin lymphoma (NHL): Responses observed in diffuse large B-cell (DLBCL) and follicular lymphoma (FL) at higher cohort doses. Poster Presentation, Friday May 30 during the Lymphoma and Plasma Cell Disorders session (Abstract #8522)

ABT-199 (GDC-0199) combined with rituximab (R) in patients (pts) with relapsed/refractory (R/R) chronic lymphocytic leukemia (CLL): Interim results of a phase 1b study. Poster Presentation, Saturday May 31 during the Leukemia, Myelodysplasia, and Transplantation session (Abstract #7013)

ABT-199 (GDC-0199) in relapsed/refractory (R/R) chronic lymphocytic leukemia (CLL) and small lymphocytic lymphoma (SLL): High complete-response rate and durable disease control. Poster Presentation, Saturday May 31 during the Leukemia, Myelodysplasia, and Transplantation session (Abstract #7015)

A phase 2 open-label study of the efficacy of ABT-199 (GDC-0199) in patients with relapsed or refractory (R/R) chronic lymphocytic leukemia (CLL) harboring 17p deletion. Poster Presentation, Monday June 2 during the Leukemia, Myelodysplasia, and Transplantation session (Abstract #TPS7121)
Zum aktuellen Deal (MOR209/ES414):

Ich finde das Target nicht uninteressant. Im Vergleich zu MOR208 (anti CD19) scheint hier die Konkurrenz auch (noch) überschaubar.

Am weitesten fortgeschritten (Phase II) ist das ADC von Progenics/SGEN, ohne dass bislang aufregende Studienergebnisse publiziert worden wären. Die ADC´s anderer Gesellschaften (EC1169, Ambryx PSMA-ADC, ADCT401) stecken allesamt noch im Discovery-Stadium.

Interessant sind auch die therapeutischen Ansätze zweier US-Unis (beide Phase I), die auf modifizierten T-Zellen (gegen PSMA) basieren. Die Rekrutierung in diesen Studien erfolgt allerdings im Schneckentempo, weil die Studien jeweils nur an einem Ort durchgeführt werden.

Fazit: Bei Zukäufen bin ich immer skeptisch. Im vorliegenden Fall könnte die Einlizensierung aber Sinn machen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.646.138 von Joschka Schröder am 29.08.14 16:20:52Als P2-Partner-Projekte habe ich die Projekte BPS804 und BHQ880 in meinem Bewertungsmodell noch pauschal zu je 40 mio€ drin.
So lange Morphosys die noch in der Liste führt, streiche ich die auch nicht.
BHQ880 habe ich ja auch schon längers auf der Abschussliste und bei BPS804 war auch schon eine ganze Zeit kein Fortschritt erkennbar.
80 mio€ wären ca. 3 Euro im Kurs die auf dem Spiel stehen.

Und bezüglich der anderen Projekte wird man eben die Entwicklung abwarten müssen. Die pipeline ist zu breit um Morphosys als Lottolos zu sehen.
Bisher lagen die " Experten "in diesem Forum mit ihren Urteilen zu Studienergebnissen von Mor doch reichlich daneben.Auf Veröffentlichungen zu Ergebnissen,folgten prompt negative Expertisen.
Die beziehen ihre Informationen nur über das Netz. Kein Insiderwissen.
Diese user sind gute Kontraindikatoren - der Markt hat die bisherigen Studienerfolge anders interpretiert/ beurteilt.
Möge es so bleiben............:p
Antwort auf Beitrag Nr.: 48.510.290 von Joschka Schröder am 07.12.14 18:20:02Die ASH-Poster (MOR208) sind online, hier gehts zum download
-> http://t.co/LPZmz8QTmx
-> http://t.co/pld0I7goRh
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.877.232 von Joschka Schröder am 20.11.13 12:31:20
Zitat von Joschka Schröder: Bis der derzeitigen Biotech-Blase ausreichend Luft entwichen ist, werde ich in diesem Thread bis auf Weiteres noch etwas kürzer treten, als dies auch so schon der Fall war.

Wieso ich die Bewertung der Biotech-Branche - inklusive Morphosys-Pipeline - in letzter Zeit zunehmend skeptisch gegenüberstehe, habe ich bereits an anderer Stelle begründet. Nachfolgend noch einmal eine Zusammenfassung:



In Analysten-Modellen werden gewöhnlich diversen Entwicklungspräparaten Peak Sales und Zulassungswahrscheinlichkeiten zugeordnet. Wenn man sich konkret Analystenschätzungen für verschiedene konkurrierende Entwicklungspräparate ansieht, fällt auf, dass die Summe der risikogewichteten Umsatzschätzungen das gesamte vorstellbare Marktpotential für die jeweiligen Krankheitsbilder mittlerweile weit übersteigt. Die Analystenschätzungen haben den Boden der Realität verlassen.

Morphosys ist in diesem Zusammenhang leider kein Ausnahmefall.

Ein kleines Beispiel: Edison schätzt für MOR208 Peak Sales in Höhe von 1,2 Mrd. USD bei einer Zulassungswahrscheinlichkeit von 30 %.

Schaut man sich ergänzend Analystenschätzungen für aussichtsreiche Konkurrenzpräparate an und berücksichtigt man evt. noch vielversprechende Entwicklungspräparate, die der Analystengemeinde offensichtlich unbekannt sind, so ergibt sich ein fiktives Marktvolumen, das mit der Realität nichts mehr zu tun hat. Falls sich jemand die Mühe machen möchte, dies für MOR208 zu überprüfen: Alleine gegen das Target CD19 werden derzeit eine Vielzahl von Medikamenten entwickelt, denen beeindruckende Peak Sales zugestanden werden (u.a. CLT019/CART19, Blinatumomab, SAR3419, Medi-551, SGN-CD19A, DI-B4, MDX1342).

Dazu kommen noch andere aussichtsreiche Präparate, die sich derzeit in der Präklinik befinden (u.a. von Intern. Drug Dev. Biotech und Glenmark), und – noch viel wichtiger – Therapieansätze, welche die gleichen Krankheitsbilder wie MOR208 über andere Targets ansteuern (Beispiele: Ibrutinib via BTK-Inhibition, ABT-199 via Bcl-2-Inhibition).

Dann gibt es noch eine Vielzahl bereits zu gelassenen Therapien (zuletzt Obinutuzumab), auf die ich an dieser Stelle aus Zeitgründen nicht näher eingehen kann.

Wenn man nun, wie Analysten dies tun, jedem dieser Medikamente mit vergleichsweise großer Erfolgswahrscheinlichkeit Peak Sales in Milliardenhöhe zugesteht, ergeben sich in Summe Phantasiebewertungen und eine Biotech-Blase.

In dieser Blase befinden wir uns gerade.

Auch Morphosys ist von dieser Entwicklung betroffen:
-> Zulassungswahrscheinlichkeit für MOR103 laut Deutscher Bank 49 % – natürlich gleich mit zwei Milliarden Peak Sales, obwohl gerade einmal eine rudimentäre Phase Ib-Studie abgeschlossen worden ist.
-> Gleich mal fast ein Viertel des MM-Marktes für MOR202, obwohl bislang keinerlei klinische Studienergebnisse vorliegen und es eine Vielzahl anderer aussichtsreicher Konkurrenzentwicklungen gibt.
Man könnte die Aufzählung fast beliebig fortsetzen.

Fazit: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind Biotech-Unternehmen derzeit deutlich zu hoch bewertet, weil sich die Analystengemeinde Phantasiegebilde zurechtgezimmert hat.




Ich glaube, die Überlegungen aus dem vergangenen März waren so blöd nicht, obwohl sich die Blase noch weiter aufgepumpt hat.

Auf Genmab´s-ASH-Präsentation (präklinische Vergleichsuntersuchung Daratumumab versus MOR202, bei der MOR202 deutlich schlechter abgeschnitten hat), hatte ich an anderer Stelle hingewiesen.

Wie stellt sich die Situation jetzt dar?

Alle Morphosys-Hoffnungsträger sind bislang gescheitert:

Gantenerumab = wirkungslos
BPS804 = eingestellt
MOR103 = seit Jahren keine Aktivitäten mehr
MOR202 = Celgene aus dem Programm ausgestiegen ... bestimmt nicht, weil die klinischen Zwischenergebnisse so hervorragend sind. Die präklinischen Resultate von Genmab´s ASH-Vergleichspräsentation scheinen sich auch in der Klinik zu bewahrheiten: MOR202 dürfte Daratumumab unterlegen sein, ansonsten hätte Celgene die Koopertation nicht beendet.

Tja, was bleibt nun noch?

Zwei einlizensierte Programme, hinter denen kein Morphosys-know how steht (MOR208, MOR209) und die in einer Indikation unterwegs sind, in denen es hervorragende Konkurrenzentwicklungen gibt.

Guselkumab, das sich mit fortgeschrittene Parallelentwicklungen auseinandersetzen muss, die das gleiche Target ansteuern (z.B. tildrakizumab), außerdem mit den IL-17-Antgonisten wie Secukinumab, die aussichtsreicher sein dürften.

Der einzige echte Hoffnungsträger ist aus meiner Sicht Bimagrumab, das Morphosys´ Marktkapitalisierung jedoch nicht ansatzweise schultern kann (die bisherigen klinischen Studienergebnisse waren zudem weit weniger überzeugend als die Präklinik).

Morphosys´Kursentwicklung der vergangenen 17 Jahre ist ein Lehrbeispiel dafür, wie fundamentale Entwicklungen und Börsenkurse - in alle Richtungen - auseinandergleiten können, wenn Investoren ihr Investment fundamental nicht überblicken, was in der Biotech-Branche eigentlich der Normalfall ist. Ich bin gespannt, wie´s weitergeht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 49.434.137 von wohinistmeinGeld am 26.03.15 20:17:32Die Pipelines sind - anders als vor zehn Jahren - prall gefüllt, es werden - absolut gesehen - viel mehr Präparate auf den Markt kommen (gleichzeitg natürlich auch viel mehr Projekte scheitern). Diejenigen Präparate, die Marktreife erlangen, werden sich im Normalfall mit deutlich kleineren Marktanteilen begnügen müssen. Die Analystengilde berücksichtigt dies gewöhnlich in ihren Schätzungen nicht. Stattdessen werden die Wunschvorstellungen irgendwelcher Unternehmensführungen nachgeplappert.
Antwort auf Beitrag Nr.: 49.797.516 von Joschka Schröder am 18.05.15 12:42:55
Ah Joschka bitte nicht... Ich schreibe zwar erst seit kurzem, lese ich aber schon länger und natürlich dient forum kritischen auseinandersetzungen. Und wan die Meinungen unterschiedlich sind ist das auch gut. Immerhin weisst keiner von uns wie es weiter geht, und alles ist Bewertungsache.
Ich wurde Verschwörungtheorien garnicht komentieren. aber ich finde schon das es gerade wichtig sind das Leute die Fachliches wissen haben deren input geben so wie die es sehen. Ich hoffe jetzt beleidige ich nicht die andere gruppe von "laien". Aber ich finde grade dieses forum prima weil es anderes ist als typische Analysten " es geht hoch , es geht runter geqatche."

bitte bitte weiter posten. Ich bin mir sicher das viele andere users auch so sehen:)
Antwort auf Beitrag Nr.: 49.847.860 von RichyBerlin am 26.05.15 12:02:45Dazu ist ergänzend zu bemerken, dass Boehringer Ingelheim die klinische Studie mit seinem viel gepriesenen humanen anti-IL23p19-Antikörper BI655066 (steuert dasselbe Target an wie Guselkumab) für männliche Teilnehmer geschlossen hat. Es gab Nebenwirkungen im Fertilitätsbereich.

Mich wundert schon die ganze Zeit, dass der MOR-Kurs so stabil ist. Vermutlich hat der Kapitalmarkt die jüngsten Entwicklungen überhaupt nicht registriert.
Antwort auf Beitrag Nr.: 49.886.242 von Imperium1 am 01.06.15 08:50:56liebes Imperium1,
könntest Du bitte Deine Beiträge in eck´s allgemein gehaltenen Morphosys-Thread platzieren? Hier soll ausschließlich die Pipeline (incl. Bewertungsfragen) diskutiert werden.
Was den Kursverlauf betrifft, so haben heute früh tatsächlich ahnungslose Kleinanleger den Kurs bis 69,5 € in Frankfurt hochgekauft. Mittlerweile notiert die Aktie aber bei 64,4 € im Xetra-Handel ... ganz so naiv, wie Du denkst, sind die Institutionellen nun doch nicht. Dies soll´s nun aber gewesen sein, weitere Kursdiskussionen und Verlinkung zu minderwertigen Anlegerblättchen bitte in einem anderen Thread.
Vielen Dank!
Antwort auf Beitrag Nr.: 49.900.258 von Joschka Schröder am 02.06.15 22:54:36Ein Überblick, was im CD19-Bereich so abgeht (und das ist bestimmt nicht vollständig):

Antwort auf Beitrag Nr.: 50.293.638 von riverstar_de am 29.07.15 20:28:25Wenn ich mich recht erinnere, war nie ganz klar, aus welchen Gründen (wegen welcher Nebenwirkungen) die Entwicklung des Antikörpers von Novartis eingestellt worden ist.
Mereo möchte BPS804 der Meldung zufolge ausschließlich in der Indikation Osteogenesis imperfecta weiterentwickeln. Möglicherweise sind in dieser Indikation die beobachteten "Nachteile" weniger relevant als z.B. in marktbreiten Indikationen wie Osteoporose (= ursprüngliche Hauptindikation).
Antwort auf Beitrag Nr.: 50.294.244 von Joschka Schröder am 29.07.15 22:07:35 ... und die Weiterentwicklung eines Medikamentenkandidaten für ein kommerziell limitiertes Indikationsgebiet lohnt sich nicht für ein Big Player wie Novartis. Mehr wird man erst sagen können, wenn irgendwann einmal Studiendaten publiziert werden sollten.
Könntet Ihr Eure allgemeinen Diskussionen bitte in eck´s Thread weiterführen? In diesem Thread wollten wir uns - dem offiziellen Thema entsprechend - auf fachliche Überlegungen zur Entwicklungspipeline (eigene Präparate, Partnerpräparate, Konkurrenzentwicklungen, Bewertungsfragen) konzentrieren. Allgemeines Geblubber ohne Informationsgehalt bitte woanders abladen. Vielen Dank!
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.073.909 von prinzeugen22 am 29.03.16 12:17:50Dass Patienten gegen therapeutsche Antikörper eigene Antikörper bilden, kommt leider immer wieder vor. Bei manchen therapeutischen Mabs kommt eine derartige Immunreaktion äußerst selten vor (z.B. Omalizumab), bei anderen hingegen häufiger (z.B. Adalimumab). Bei Bigramumab sammelt man gerade Erfahrungen.


@yok: Zur aktuellen MOR209-Dosis kann ich leider nichts beitragen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 48.717.476 von Joschka Schröder am 07.01.15 16:28:48
Zitat von Joschka Schröder: Die ganze Studie und deren Ergebnisse sind fragwürdig. Mini-Patientenkollektive, Placebogruppe mit anderen Startwerten als Verumgruppe, Ergebnis je nach Untersuchungszeitpunkt mal in Verumgruppe, mal bei den Placebos besser. Wenn man nur das Abstract liest, könnte man meinen, Bimagrumab hätte überzeugende Ergebnisse geliefert. Nach Durchsicht aller Daten wird jedoch kein eindeutiger Effekt sichtbar. Insoweit bin ich von der Studie schon enttäuscht, zumal Bimagrumab ein wesentlicher Hoffnungsträger in der Pipeline ist (der zweite Hoffnungsträger BPS804 ist ja leider aus unbekanntem Grund gescheitert).



Zur heutigen Meldung (Bimagrumab in der Indikation sIBM gescheitert): Hinsichtlich Bimagrumab gab es ja bereits einige Warnsignale (s. obiger Beitrag vom 07.01.15). Es ist es zum verzweifeln, dass immer wieder die Pipeline-Spitze abbricht.
In Joschkas Thread geht sowas weniger verloren - Oncomed Abstract-Titel zu ASCO:

Abstract #2516: Phase 1b Study of WNT Inhibitor Vantictumab (VAN, human monoclonal antibody) with Paclitaxel (P) in Patients (pts) with 1st- to 3rd-Line Metastatic HER2-Negative Breast Cancer (BC)

Abstract #8564: Updated results of Phase 1b study of tarextumab (TRXT, anti-Notch2/3) in combination with etoposide and platinum (EP) in patients (pts) with untreated extensive-stage small-cell lung cancer (ED-SCLC)
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.556.027 von Ville7 am 07.06.16 06:37:40
Zitat von Ville7: Ich denke der relevante Grund, wieso der Kurs so abgetaucht ist, ist die klare Aussicht auf eine P3 in MOR202. Dr. Chatterjee, der die MOR202 Daten im Investorbriefing nach ASCO vorgestellt hat, meinte man solle doch eine P3 versuchen. Und zwar in Kombi mit POM, weil hier bei Dara noch keine Daten vorlägen. Man müsse sich dazu aber beeilen, da (sinngemäß) der Zug sonst abgefahren sei (zeitlich gegenüber Dara). Zudem sagt Schottelius, dass für die nächsten Schritte nicht unbedingt ein Partner erforderlich sei. Das klang etwas gedrängt und überstürzt für mich...

Das weckt dann wahrscheinlich auch nicht gerade die Zuversicht des Marktes. Ich hätte in der Wirksamkeit gerne zuerst die Aussicht, dass der AK gegenüber Dara mindestens gleichwertig ist



Das kann eigentlich insoweit nicht der Grund für den - aus meiner Sicht: paradoxen - Kurseinbruch sein, weil das Treffen erst nachbörslich stattgefunden hat. Während des Kurssturzes am gestrigen Vormittag deutscher Zeit war in den USA noch tiefe Nacht.

Die laufende Studie ist ja noch nicht fertig. Erst kommen noch die 16 mg/kg-Daten und - ganz wichtig - die Daten zur DoR. Hier erwartet Morphosys bekanntlich aufgrund der geringeren Depletion von Killerzellen ja Überlegenheit gegenüber Daratumumab. Danach wird man weitersehen.

Ich war auch immer gegenüber MOR202 skeptisch, muss aber zugeben, dass ich möglicherweise zu vorsichtig war. Jetzt das Projekt nicht einzustellen, ergäbe angesichts der aktuellen Datenlage keinen Sinn.

Bei dieser Gelegenheit noch etwas off topic: Frau Gutjahr-Löser toppt alle mir bekannten IR-Leute aus der Branche. Es ist immer wieder verblüffend, wie gut sie - auch über Konkurrenzentwicklungen und darüber hinaus gehende Themen - informiert ist. Ich hatte dies schon früher erwähnt, möchte das an dieser Stelle aber noch einmal wiederholen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.564.004 von Ville7 am 07.06.16 23:03:19
Zitat von Ville7: Ohad Hammer auf Nachfrage wie er die Daten zu MOR208 und 202 @ASCO findet: "I don't find those data sets exciting."



Ich habe in der Vergangenheit gelegentlich Kommentare von OH gelesen und fand sie eigentlich recht gut. In diesem Fall sind mir seine Ansichten jedoch unverständlich. Könnte es sein, dass er sich die Posterpräsentationen überhaupt nicht näher angesehen hat?

Nehmen wir MOR208. Die overall response rate beträgt im Kollektiv der evaluierbaren DLBCL-Patienten 36 %. Das ist gut und mit den Ergebnissen anderer Präparate vergleichbar, also tatsächlich nicht aufregend. ABER ... und darauf könntest Du OH einmal ansprechen, falls Ihr (wieder) miteinander korrespondieren solltet: Die mittlere Dauer des klinischen Ansprechens (DoR) beträgt bei MOR208 im Schnitt 13,7 Monate! Zum Vergleich: Das Hoffnungspräparat Venetoclax, ein gefeierter BCL2-Inhibitor aus einer AbbVie-Roche-Kooperation bringt es (bei geringeren Ansprechraten) gerade einmal auf 3,3 Monate und die Dauer der Responses nach Gabe des anti-CD30-ADC Adcetris endet (bei ähnlichen Ansprechraten wie MOR208) im Mittel bereits nach 1,6 Monaten. (Dass die mit MOR208 behandelten Patienten im Median 2 Vortherapien hinter sich hatten, während es bei Venetoclax 3 waren, kann man bei derart großen DoR-Differenzen vernachlässigen).

Welches Mittel würde man unter diesen Umständen einem Patienten am ehesten verordnen?

Ich gehe davon aus, dass OH diesen wichtigen Punkt einfach übersehen hat. Anders läßt sich seine Reaktion kaum erklären.

Bzgl. MOR202 sieht es ähnlich aus ... diejenigen Botschaften, die Anlass zur Freude geben, sind nur dann deutlich zu erkennen, wenn man das Poster aufmerksam betrachtet und sich speziell mit dem CD38-Target beschäftigt hat. Im Kongressband, d.h. in den Abstracts, finden sich in diesem Fall nicht die erforderlichen Informationen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.564.388 von Ville7 am 08.06.16 01:50:14
Zitat von Ville7: Dexamethasone

...

Wirksamkeiterhöhend? Ja oder Nein?



In der gegebenen Dosis eindeutig JA!

Im Übrigen ist die Bezeichnung als low dose irreführend (ich glaube, in der letzten Meldung oder im Poster war davon die Rede), in der "Mono"studie verwendet Morphosys die übliche DEX-Kombidosierung.

Aber, wie gesagt, die Mono-Daten sind eigentlich nicht von Belang. Es geht um die Wirkung der klinisch relevanten Kombi-Verabreichung ... um positive wie negative Synergieeffekte.

Vor allem sind weitere Studiendaten erforderlich, die bisherigen Kollektive sind viel zu klein.
@Ville

Ich habe noch schnell die große Unternehmenspräsentation zur ASCO-Konferenz durchgesehen. Dort ist alles richtig dargestellt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.567.943 von Joschka Schröder am 08.06.16 13:09:18
Zitat von Joschka Schröder: Ville, Du bist ja schlimmer als ich ;)

zu Deinem Beitrag 513:
Des Rätsels Lösung könnte in dem zusätzlichen Patienten liegen, der in der Graphik nicht aufgeführt ist (s. Fußnote der Abb. 4 im MOR202-Poster). Wenn es sich um einen DLBCL-Patienten handelt, verschiebt sich die mDoR in der Abb. entsprechend.
Ist aber ein guter Hinweis, da müßte man konkret noch einmal bei Morphosys nachfragen, ob es sich tatsächlich so verhält.

zu Deinem Beitrag 508:
Dexamethason ist deutlich potenter als Methlyprednisolon. Ich müßte noch einmal in der Äquivalenztabelle von Kaiser nachsehen, aber 4 mg Methylprednisolon sollten in etwa so potent sein wie 0,75 mg Dexamethason. Dies müssen wir bei einem Vergleich der Dara- und MOR202-Studien berücksichtigen. Ebenso natürlich die Zusammenstellung des Patientenkollektivs (Anzahl der Vorbehandlungen etc.) Hast Du einen Link zu den Kortikosteroiddaten der Siriusstudie? Ansonsten müßte ich selbst in den entsprechenden Datenbanken suchen.


zu 1. Es ist nicht möglich, dass es der fehlende Patient ist. Denn dieser hat erst nach 17 Monaten eine Response gehabt, die DoR müsste somit sehr kurz sein - unterhalb des 14 Monate Medians. Wenn er hinzugenommen worden wäre hätte das den aktuellen Median für DoR sogar auf 12-13 Monate gesenkt.

Wenn ein Patient in der Rechnung fehlt und den Median erhöhen soll, dann müsste er sich über dem jetzigen Median einsortieren und zwar so, dass bei dann 10 Patienten die Patienten an Pos. 5 und 6 im Schnitt die angebenen 20 Monate DoR haben.

Das ist aber mit nur einem fehlenden Patienten gar nicht möglich - egal was er für eine DoR hat.

Selbst wenn sie den Patienten mit der allerlängsten DoR nicht dargestellt hätten würde sich maximal folgendes DoR errechnen: Mittelwert aus aktueller Pos.5 (derzeitiger Median, neue Pos. 6 = 14 Monate) und aktueller Pos. 4 (dann Pos. 5 mit DoR hier ca. 20Monate) = ca. 17 Monate.

Ich habe daher eher das Gefühl, dass es sich hier um einen ganz peinlichen Fehler handelt und der mDoR wie früher kommuniziert bei 13,7 Monaten (abgelesen entspricht das meinen 14 Monaten). Und mit dem zusätzlichen late Responder sogar aktuell niedriger ist.

Anfrage bei MOR läuft.

zu 2. Ich kann dich leider mit Fach-Infos am Wenigsten versorgen - komme nur an freie Texte und die geben meist nicht die Tiefe wieder. Habe keine Zugänge zu kostenpflichtigen Arzt- oder Wissenschaftsportalen. Ich denke da hast du den perfekten Zugang. :)
Beachtet mal den Threadtitel und verlegt doch bitte die Diskussion in den normalen Thread, im Interesse aller
http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1205075-2601-2610…
Antwort auf Beitrag Nr.: 53.408.469 von Ville7 am 04.10.16 20:39:00
Zitat von Ville7: 2. Bietet jnj eine klare wechselstrategie an mit NAVIGATE um die stelara "ausscheider" gleich auf guselkumab zu "navigieren" -sofern NAVIGATE erfolgreich ist



Ein wesentlicher Grund, wieso J&J quasi gezwungen ist, Guselkumab gegen Stelara zu testen, liegt darin, dass sowohl Risankizumab als auch Brodalumab und Secukinumab in head-to-head-Studien Stelara deutlich geschlagen haben. Sobald die Gusel-Stelara-Vergleichstudie vorliegt, werden Quervergleiche weitere Informationen darüber liefern, wie in etwa Guselkumab im Konkurrenzkampf positioniert sein wird. Fakt ist, dass der Wettbewerb im Psoriasismarkt sehr hart werden wird, wozu u.a. auch die von StefanR erwähnten Umstände beitragen werden.
Antwort auf Beitrag Nr.: 53.820.384 von Milestones am 03.12.16 01:24:19Von Seiten Morphosys heißt es immer das Novartis bestimmt was sie melden dürfen, es ist auch kaum vorstellbar das von den nicht bekannten Projeketen bis jetzt keines eine weitere Phase erreicht haben soll wie auf der Hompage angegeben.

Infos über den AK findet man eine Menge nur aus welcher Quelle er stammt habe ich nicht gefunden.
Ich finde die recherche nach solchen Dingen aber viel interessanter als das ständige gejammer über den Kurs zu lesen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 53.838.053 von RichyBerlin am 06.12.16 17:40:44Nein, das ist ein ganz gewöhnlicher windows-Path
c: = Laufwerk
Users = Nutzer-Directory
ekki = Nutzername




Jetzt zum Fachlichen:

Die MOR208-Daten sind wirklich gut.

DoR in der Indikation r/r DLBCL 20,1 Monate (zum Vergleich: Venetoclax packt bei ähnlichem Patientenkollektiv gerade mal 3,3 Monate!), zwei ausgezeichnete, aussagekräftige Biomarker (CD16 und NK), gutes Ansprechen Retuximab-refraktärer Patienten, die allgemeinen Ansprechraten waren bereits bekannt.


Die MOR202-Wirkungsdaten haben sich weiter verbessert, in der POM/DEX-Kombi mit 91 % ORR, das ist ein unerwarteter Spitzenwert. Daratumumab bei ähnlich vorbehandeltem Patientenkollektiv mit 71 %. Negativ weiterhin das Nebenwirkungsprofil (Grad 3 und höher).
Auch wenn es für ein endgültiges Urteil natürlich zu früh ist, so kann man zum jetzigen Zeitpunkt schon feststellen, dass sich die Entscheidung, MOR202 alleine weiterzuentwickeln, als richtig erwiesen hat. Bzgl. MOR202 war ich, das muss ich klar zugeben, zu skeptisch.


Insgesamt eine sehr positive Entwicklung!
Die vorgestellten Daten sind insgesamt überzeugend. MOR208 wird es zur Zulassung schaffen und seinen Platz finden. Es geht mir allerdings ähnlich wie ville: Mir ist überhaupt nicht klar, wie man sich positionieren will und was das an Umsatzpotential mit sich bringt. Grundsätzlich sind alle Indikationen denkbar, in denen CD20-Antikörper eingesetzt werden. Allerdings bräuchte man dann viel mehr Studien und vermutlich auch Head-to-head-Vergleiche, um sich möglicherweise als eine Art "besseres Rituximab" zu postionieren. Wenn man über die Nische hinaus will, geht das aber definitiv nicht ohne einen starken Partner.

Was MOR202 betrifft, bin ich nach wie vor etwas skeptisch, obwohl die Daten gut sind. Aber irgendwie muss man sich ja gegen die anderen CD38-Antikörper positionieren. Mit Celgene und deren Marktmacht hätte das eine interessante Sache werden können. Mir ist immer weniger klar, warum die sich zurückgezogen haben. Ich kann mir mittlerweile schon vorstellen, dass man die P3 alleine machen will. Es war ja schon mal angekündigt, dass 2017 eine P2/3 beginnen soll (Link Seite 13).
https://www.morphosys.de/sites/default/files/presentations/1… Es muss ja insgesamt schon schnell gehen, wenn man noch was reißen will. Lieber wäre es mir allemal, wenn man das nicht alleine macht.

Fakt ist: CD38 + Lenalidomid oder CD38 + Pomalidomid, jeweils + Dex, könnte eine Art Standard werden. Allerdings ist man nirgendwo der erste.

Vorerst ist das der Maßstab (Dara + Lenalidomid+Dex)
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1607751

Sanofi macht die analoge Studie mit Pomalidomid, das hatte ville schon mal verlinkt
http://www.businesswire.com/news/home/20161205006021/en/Sano…

Ich bin gespannt, wie die P2/3 mit MOR202 konzipiert wird.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass das Sentiment für Morphosys sich gerade zum Positiven ändert und man vielleicht wieder eher die Chancen als die Risken sieht. Die Eigenpipeline sieht für mich jedenfalls alles andere als schlecht aus. Ich würde mir wünschen, dass man 2017/2018 starke Partner für MOR 208 und MOR 202 findet. Das könnte den Kurs ordentlich beflüglen.
Mir ist immer noch rätselhaft, wieso Novartis die Entwicklung des von Morphosys konstruierten anti-sclorostin-Antikörpers BPS804 eingestellt (bzw. für eine Nischenindikation auslizensiert) hat, wo doch die präklinischen Ergebnisse so hervorragend waren und auch in den ersten klinischen Untersuchungen (Einmalgabe) bestätigt worden sind.

Heute hatte ich endlich Gelegenheit, in der Novartis-Datenbank die Ergebnisse der Phase II-Studie mit BPS804 in der Indikation Osteoporose durchzusehen. Tatsächlich, auch hier finden sich in jeder Hinsicht absolut überzeugende Ergebnisse und keinerlei Nebenwirkungen, die Anlaß zur Besorgnis gäben. Ich bin so frei, die allgemein verständliche Zusammenfassung der Datenanalyse wörtlich wiederzugeben (hoffentlich schlägt jetzt nicht wieder der w:o-Löschalgorithmus zu ... Novartis hat die Daten freigegeben!):

This study was designed as a small, exploratory dosing regimen study and showed that BPS804 is well tolerated and effective in increasing bone mineral density in postmenopausal women with low bone mineral density. The short duration weekly dosing regimen showed a more rapid onset and greater increase in lumbar spine bone mineral density then the monthly and quarterly treatment. The study also showed that BPS804 is associated with rapid and substantial increases in serum levels of bone formation biomarkers and decreased serum levels of a bone resorption marker. It was also demonstrated that the target capture, measured as total sclerostin serum concentration, occurred with BPS804 dosing, an observation consistent with previous clinical studies. In sum, these results suggest that BPS804 has potential as a therapy for patients with a number of conditions involving low bone mass, such as for example postmenopausal osteoporosis.


Ich bin auf das anti-sclerostin-Thema am vergangenen Wochenende gestoßen, als bekannt wurde, dass während der P3-Evenity-Studie unter dem von Amgen und UCB entwickelten Konkurrenzantikörper romosozumab gehäuft kardiovaskuläre Probleme aufgetreten sind, die (zumindest) zu einer Verzögerung der Zulassung führen werden. Novartis´Datenanalyse entnehme ich, dass unter BPS804 keine derartigen Nebenwirkungen beobachtet worden sind. Um so bedauerlicher ist es, dass die klinische Entwicklung des BPS804 von Novartis nicht weiter fortgeführt worden ist.
Top-Ergebnisse aus der Phase IIb-Psoriasis-Studie mit Bimekizumab (anti-IL-17A/IL-17F):

PASI90 nach 12 Wochen bis zu 79 %
PASI100 nach 12 Wochen bis zu 60 %

Das hat meines Wissens bislang noch kein Präparat geschafft, auch nicht Guselkumab.


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