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Die Zahl der Unterbeschäftigten wird im Juli 2017 auf 3.507.515 Personen beziffert - Beliebteste Beiträge



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Arbeitsmarkt soziale und politische Lage in Deutschland Juli 2017:

Es war einmal, ein Land mitten in Europa in dem lebten viele Menschen in einer von vielen Medien erzeugte wohlfühl Blase der herrschenden Nomenklatur sie waren davon überzeugt das es Ihnen gut geht und sie waren der Meinung die anderen müssten Eigenverantwortlich für sich sorgen, wenn jeder an sich selbst denkt ist auch an alle gedacht. Die herrschende Nomenklatur ließ sich von den „Qualitätsmedien“ für ihre „Erfolge“ feiern. So vermeldeten die „Qualitätsmedien“ die anhaltend gute Konjunktur und die hohe Beschäftigung und die Rekordzahl der offenen Stellen. Wahlkampf vor einer Bundestagswahl (die älteren unter uns werden sich noch an den letzten tatsächliche Wahlkampf zweier Gestaltungsmöglichkeiten im Wahljahr 2002 Stoiber/Schröder erinnern) ist nicht mehr notwendig seit der Reform Agenda 2010 sind ja eh alle einer Meinung und wer nicht dieser „Einheitsmeinung“ ist, ist extrem entweder links oder rechts. Die Demokratie in Deutschland ist schweigend verstorben.
Die Bundestagswahl ist nicht mehr als das falten eines Wahlzettels der für die herrschende Nomenklatur ohne Bedeutung bleibt ihr Wahlsieg ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Die Medien vermelden die anhaltend gute Konjunktur spült viel Geld in den Säckel des Staates in die Sozialkassen - auch in die Krankenversicherung. Wie erkenne ich die wahrhaftigen Informationen zur sozialen Lage in Deutschland? Die herrschenden Nomenklatur hat durch ihre Medien Dominanz eine imaginäre sozialpolitische Blase geschaffen (anhaltend gute Konjunktur hohe Beschäftigung früher hieß das Planübererfüllung) aber jede Blase platzt irgendwann auch Claqueure der herrschenden Nomenklatur haben einmal eine Frage die sie beschäftigt. Die Antwort auf eine Frage die jeden Claqueur der herrschenden Nomenklatur irgendwann beschäftigt findet er dann nicht in der imaginären sozialpolitischen Blase der Gleichklingenden Medien. Ich hoffe das ist dann der Zeitpunkt an dem jeder Claqueur der herrschenden Nomenklatur die Wahrheit in der Wirklichkeit der Realität erkennen kann. Die Hoffnung die ich habe ist der Humanismus und die Vernunft im Menschen.

Es gibt Gewinner der neoliberalen Politik des Niedriglohnsektors aber viel mehr Verlierer die nicht an der „anhaltend guten Konjunktur“ teilhaben. So sind die Löhne trotz gefühlter Rekordbeschäftigung erst wieder auf dem Niveau der Jahrdausendwende die Lohnzuwächse sind sehr gering. Was bei einer Rekordbeschäftigung sehr unlogisch erscheint. Ebenso steigt die Produktivität kaum an. Ein geteilter Arbeitsplatz bringt zwar zwei Personen in Beschäftigung aber der Lohn pro Person ist eben nur jeweils die Hälfte die Produktivität bleibt bestenfalls gleich.

Faktencheck Krankenversicherung.

612 Millionen Euro Plus - trotzdem sinken die Leistungen der…

Quelle: Focus online Sonntag, 25.06.2017, 10:29

Und die Zusatzbeträge der Versicherten in der Krankenversicherung?

Die Bundesregierung hat für 2017 eine Sonderzahlung von 1,5 …

Quelle: http://www.zusatzbeitrag-2017.de

Gesundheitskosten steigen immer mehr Höhere Zusatzbeiträge: …

Quelle: focus-online Freitag, 30.12.2016, 18:03

Ähm, wie war das? Die anhaltend gute Konjunktur und die hohe Beschäftigung spült viel Geld in die Sozialkassen?

Faktencheck Rentenversicherung.

Rentenkasse mit 2,2 Milliarden Euro Minus

Quelle: www.handelsblatt.com 26.06.2017 11:14 Uhr

Wie jetzt? Die anhaltend gute Konjunktur und die hohe Beschäftigung spült viel Geld in die Sozialkassen?

Faktencheck Arbeitsmarkt

Abermals jubeln alle über die nach offiziellen Angaben des Pressediensts der BA historisch niedrigste Zahl der Arbeitslosen in D in einen Juli seit ….Jahren und über die anhaltend gute Konjunktur und die hohe Beschäftigung. Wir, die herrschende Nomenklatur, müssen dem Bürger sagen, wie viele Menschen als arbeitslos gezählt werden, dann tun wir so als gäbe es Vollbeschäftigung, und das Volk glaubt uns, weil es die Lage am Arbeitsmarkt nicht überblickt. Durch das halbstündliche Eintrichtern der immer gleichen „Informationen“ wird das Gefühl erzeugt, gut informiert zu sein. Bestimmte Sachverhalte und Zusammenhänge der Arbeitslosigkeit und des Arbeitsmarkt werden so „Nebulös“ oder gar „unsichtbar“, andere „Rekordbeschäftigung“ hervorgehoben und akzentuiert. Es entstehen bei den Bürgern Informationslücken. (Lückenpresse) Durch ständiges Wiederholen von erwünschten Inhalten der herrschenden Nomenklatur glaubt der Bürger schließlich an deren Wahrheitsgehalt – nach dem Motto steter Tropfen höhlt das Hirn. So kann es schon einmal passieren dass in den Talk Shows die Mär von der historisch niedrigsten Zahl der Arbeitslosen in Deutschland den Zuhörer unwidersprochen von den „Qualitätsmedien“ die ja den Begriff „Lügenpresse“ weit von sich weisen und ihre Seriosität betonen suggeriert wird. Ein Blick in die Geschichte zeigt Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik in de… Das die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland tatsächlich in den 1960er Jahren bei einer Zahl von rund 200.000 Personen historisch niedrig war. Womit wohl die „Qualitätsmedien“ und diverse Talk-Show Moderator*innen zumindest der sprachlichen Fehldeutung überführt sind. Hingegen alleine die offizielle Zahl der Arbeitslosen historisch immer noch sehr hoch ist, die Zahl der Unterbeschäftigung befindet sich nach wie vor auf historisch hohen Niveau.

Während dessen durch Jobzersplitterung immer mehr Beschäftigung im Teilzeitbereich entsteht. Die Löhne der im Niedriglohnsektor beschäftigten so gering sind das sie zusätzliche Grundsicherungsleistungen erhalten die Gewinne hoch und die Arbeitsbelastung extrem belastend ist und viele Menschen krank werden (Burnout). Die Schere zwischen Arm und Reich soweit offen ist wie niemals zuvor. Fast jeder dritte der rund 4,4 Millionen Menschen die Hartz IV ALG II Grundsicherungsleistung erhalten, können sich Dinge des täglichen Lebens nicht leisten. In Deutschland erhielten am Jahresende 2016 in der Summe aller Grundsicherungsleistungen ohne Asylleistungen 20,6 % der Bevölkerung Leistungen zur Grundsicherung sie sind von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Armut in Deutschland hat sich trotz oder vielleicht auch wegen der „Rekordbeschäftigung“ bei 15,4 % verfestigt. 19 Prozent oder 2,47 Millionen aller Kinder in Deutschland lebten Ende 2016 in Familien mit so wenig Geld, dass sie als arm oder armutsgefährdet gelten. Fast 1,8 Millionen Menschen in Deutschland müssen sich regelmäßig Lebensmittel bei den Tafeln abholen. Weniger für die Ärmsten Essen bei den Tafeln reicht schon lange nicht für alle. Das ist die Realität hinter der Erfolgsmeldung vom Arbeitsmarkt.

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Im Juli 2017 hat jeder zehnte Haushalt in Deutschland Leistungen zur Grundsicherung für
Arbeitsuchende bezogen (10,1 Prozent). 9,4 Prozent der in Deutschland lebenden Personen bis zur Regelaltersgrenze waren hilfebedürftig – und 8,1 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter.

Auch im Juli 2017 hat jeder zehnte Haushalt in Deutschland Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen (10,1 Prozent). 9,4 Prozent der in Deutschland lebenden Personen bis zur Regelaltersgrenze waren hilfebedürftig – und 8,1 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter. Im Juli 2017 waren beachtliche 6.854.319 Personen Leistungsempfänger von Leistungen im Bereich SGBII/SGBIII das entspricht nach wie vor einer Hilfequote von 8,1 % erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Im Juli 2017 lebten in 3.289.000 Bedarfsgemeinschaften 6.126.000 Regelleistungsberechtigte. Knapp drei Viertel von ihnen waren erwerbsfähig (4.409.000) und 1.717.000 zählten als nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte Die Zahl der Unterbeschäftigten, wird für Juli 2017 auf 3.507.515
Personen 7,7 % beziffert
. Hingegen die Zahl der Arbeitslosen ist im Sinne des § 16 SGB III im Juli 2017 laut Statistik des BA Pressedienst auf ein „Juli Rekordtief “ von 2.527.645 arbeitslosen Personen beziffert wird.. Allerdings gibt es auch 871.896 Personen (vorläufig und hochgerechnet) in der Teilnehme an Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik.
Der Bestand gemeldeter Arbeitsstelle wird im BA Bericht auf 750.346 beziffert BA-X 238

In der Stellenbörse der BA habe ich vor kurzem ein Stellenangebot gelesen in dem eine Zeit und Leiharbeitsfirma im üblichen Muster 150 offene Stellen im IT Support männlich/weiblich in Großstädten angeboten hat. Bis jetzt waren die Stellenangebote von Zeit und Leiharbeitsfirma Bürokauffrau/Bürokaufmann oder Lagerarbeiter auf 20 oder 30 beschränkt. Wenn ich diese imaginären Stellenangebote lese die sich natürlich in den verschieden Jobbörsen und bei unterschiedlichen Zeit und Leiharbeitsfirma multiplizieren, denke ich immer an die Romane, in denen alles alltäglich beginnt, dann aber immer fantastischer und unwahrscheinlicher wird, bis sich gegen Ende des Buches utopisches mit der Wirklichkeit vermischt. Ich warte schon auf die erste Stellenanzeige in der Jobbörse in der eine einzige Zeit und Leiharbeitsfirma 1000 offene Stellen beziffert. Diese Stellen gibt es aber ob diese durch die Zeit und Leiharbeitsfirma zu besetzen sind ist zumindest fraglich.



Leistungsempfänger SGB II ohne Bezieher von Asylleistungen

Im Juli 2017 erhalten 6.854.319
Im Juni 2017 erhalten 6.822.362
Im Mai 2017 erhalten 6.824.875
Im April 2017 erhalten 6.873.442
Im März 2017 erhalten 6.907.966
Im Februar erhalten 6.926.753
Im Januar 2017 erhalten 6.877.926
im Dezember 2016waren es 6.714.797
im November 2016 waren es 6.617.051

Leistungsempfänger *2) Leistungen im Bereich SGBII/SGBIII das entspricht für Juli 201 einer Hilfequote von 8,1 % erwerbsfähige Leistungsberechtigte.

(Quelle aller Zahlen BA Bericht Juli 2017auf den Seiten
3.4 Bedarfsgemeinschaften und Regelleistungsberechtigte Seite 26
3.7 Hilfequoten Seite 27

32 * Vgl. zur Ermittlung der Hilfequoten:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Grun….

* § 235 Sozialgesetzbuch Sechstes Buch
1.1 Eckwerte des Arbeitsmarktes Seite 58

https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/20…

Faktencheck:

Rekordbeschäftigung?

Als erwerbstätig gilt, wer mindestens eine Stunde in der Woche arbeitet.

Ist es Ihnen aufgefallen trotz immer neuer „Rekordzahlen“ – gibt es seit langer Zeit kaum Veränderung im Bereich der Hilfequoten. Warum wird das in der Lückenpresse nicht stärker thematisiert? Also es bleibt entgegen aller Jubelmeldungen bei den Hilfequoten alles so wie in den letzten Monaten/Jahren und auch im Vergleich zum Vorjahr ist keine signifikante Veränderung zu erkennen.

In dieser Definition ist das die Wahrheit allerdings nur wenn diese Definition so mit berichtet wird. Natürlich wird durch die Wahrhaftigkeit des Berichts das gewünschte positive emotionale Gefühl nicht an die Hörer und Leser transportiert, Denn wer nur mindestens eine Stunde in der Woche arbeitet ist im Allgemeinbefinden eben nicht in ausreichender Beschäftigung. Nur die lückenhafte Berichterstattung - es gibt Rekordbeschäftigung - transportiert das gewünschte Wohlbefinden an den Leser und Hörer.

Wirklichkeit und Wahrheit sind längst eine Frage von Gestaltung und Machbarkeit geworden. Wirklichkeit und Wahrheit quillt nicht mehr aus Erfahrung und Wahrhaftigkeit, sondern wird zur Projektion, letztlich sogar zur Suggestion.

Damit sind die Medien-mächtigen längst bei:
Wir gestalten die Wirklichkeit.
Wir schaffen die Wirklichkeit.
Wir erschaffen die Wirklichkeit.
Wir schaffen die Wirklichkeit nach unserer Doktrin

So gesehen ist die Zensur das kleinere Übel.
PR-tauglich formuliert sind wir bei: Wahrheit ist machbar, Herr Nachbar!

Was ist Wahrheit? (Pontius Pilatus)

Erstellt von Sybilla am 01.08.17 --- 11 Uhr 00
In Bezug, eine Buchempfehlung zum Thema:

Statistiken erwecken den Eindruck von Objektivität und Exaktheit, dabei lässt sich mit ihnen alles und zugleich das Gegenteil beweisen. Die Autoren decken auf, wie wir täglich von Führungskräften aus Wirtschaft und Politik hintergangen und manipuliert werden, wie Grafiken verfälscht, Stichproben vorsortiert, relative und absolute Zahlen gegeneinander ausgespielt und Ursache und Wirkung vertauscht werden. Ein Buch für alle, die sich nichts mehr vormachen lassen – verständlich, pointiert und unterhaltsam.

„Die Zahlentrickser“ – oder wie der Statistikprofessor Gerd Bosbach Lobbyisten und Andere beim Produzieren von „Fake-News“ erwischt hat

Der Behördenchef und Bataillonskommandeur Weise

Besonders gelungen sind etwa die Ausführungen zum Arbeitsmarkt, neben der Demografie eines der Steckenpferde von Gerd Bosbach. Dass die offiziellen Arbeitslosenzahlen künstlich runtergerechnet werden, ist ja schon längst kein Geheimnis mehr. Weniger bekannt dürfte vielen aber die Rolle des früheren BA-Chefs Frank-Jürgen Weise sein. Dieser ist laut Bosbach nicht nur für das Schönfärben der Arbeitslosenzahlen verantwortlich, sondern hatte auch beim Herbeireden des Fachkräftemangels seine Finger im Spiel. Unter anderem prognostizierte er für die deutsche Wirtschaft eine Arbeitskräftelücke von sechs Millionen bis sieben Millionen Personen, was sich im Nachhinein als komplett haltlos herausstellte.

Bosbach fällt in diesem Zusammenhang ein hartes Urteil:

„Das Ergebnis einer theoretischen Modellrechnung zu veröffentlichen, ist an sich keine Lüge. Zur Lüge wurde die Weise-Zahl als Weise und seine publizistischen Unterstützer diese Zahl ohne die zugrundeliegenden Annahmen als realistische Prognose für die deutsche Zukunft veröffentlichten und dazu benutzten, eine politische Droh- und Druckkulisse aufzubauen.“
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch Weises Biografie. Dieser war vor seiner Zeit bei der BA bei der Bundeswehr zum Bataillonskommandeur der Reserve aufgestiegen und obendrein Manager in mehreren Industrieunternehmen. Spätestens aber seit seiner Berufung an die Spitze des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge galt er als „Merkels Allzweckwaffe“.

Hierzu schreibt Bosbach:

„Und ich möchte aus meinen Erfahrungen in Bundesbehörden und Ministerien ergänzen: Menschen, die die Wünsche der Führungsspitze und Regierenden erfüllen, ohne dass diese ausgesprochen werden müssen, werden sehr gerne in Leitungspositionen gebracht. Und dazu dürften 12 Jahre Anpassung und Unterordnung in der Armee sehr hilfreich sein.“ :eek::eek:


Quelle:http://www.nachdenkseiten.de/?p=40451

https://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Zahlentrickser/Gerd…
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.432.764 von Sybilla am 01.08.17 11:04:16Hallo Sybilla, in Ergänzung zu deinem Post ein Interview mit Heinz-Josef Bontrup der deine Zusammenfassung voll bestätigt!

Veröffentlicht am 31.07.2017

Prof. Heinz-Josef Bontrup ist der Muhammad Ali der deutschen Wirtschaftswissenschaftler.

Er provoziert den Gegner noch während dieser in seiner Ecke sitzt, um ihn dann mit ein paar gut platzierten Argumenten auf die Matte zu schicken.

Wer Bontrup mal live an der Westfälischen Hochschule erlebt hat, muss zugeben, dass sich der Profi für Arbeitsökonomie vor allem für den lohnabhängigen Arbeiter in den Ring wirft.

Bontrup ist stocksauer und dafür gibt es einen Grund. Er rechnet Merkel & Co. seit Jahren vor, dass echte Vollbeschäftigung in Deutschland möglich wäre und, dass dabei alle Seiten gewinnen können.


ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG: Das Jobwunder – ein entzauberter Popanz
Immer mehr Erwerbstätige, immer weniger Arbeitslose, so lauten die Eckdaten einer Arbeitsmarktentwicklung, die gerne als Jobwunder bezeichnet wird. Wer sich nicht von den nackten Zahlen blenden lässt und stattdessen die qualitativen Aspekte in den Blick nimmt, kommt schnell zu glanzlosen, ja ernüchternden Ergebnissen.

Erlebt Deutschland gerade ein Jobwunder? Die Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder wartet mit zunächst beeindruckenden Zahlen auf: Seit 2006 ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland durchgängig gestiegen. Nachdem 2007 erstmals die 40 Millionen-Grenze überschritten worden ist, wurde 2016 mit rund 43,6 Mio. Erwerbstätigen der höchste Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Damit waren etwa 4,8 Millionen mehr Personen erwerbstätig als im Jahr 1991.

Parallel dazu geht die Arbeitslosigkeit seit 2005 nahezu stetig zurück. 2016 ist die Zahl der Arbeitslosen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf 2,69 Mio. im Jahresdurchschnitt gesunken. 2005 hatte die BA noch 4,86 Millionen gezählt. Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) sank damit von 11,7 Prozent im Jahr 2005 auf 6,1 Prozent im Jahr 2016. Die Mängel der offiziellen Statistik tun hier nichts zur Sache, denn der Trend sinkender Arbeitslosenzahlen ist hier wie bei den Alternativberechnungen eindeutig.

Immer mehr Jobs und immer weniger Arbeitslose, so lautet die allseits verkündete Botschaft. Das hört sich doch wunderbar an, und es scheint, als eilte der Arbeitsmarkt derzeit von Rekord zu Rekord - auf dem Papier zumindest, denn was davon bei den Beschäftigten ankommt, diese Frage können die beiden immer wieder als Beleg für ein angebliches Jobwunder angeführten Kennziffern alleine nicht beantworten. Dazu muss man schon etwas tiefer in die Materie eindringen. (...)

https://www.miese-jobs.de/chroniken/30-06-17/
Der Mythos von der Kostenexplosion im Gesundheitswesen
Regelmäßig ist in den Medien und der Politik von einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen die Rede, welche zu erhöhten Beitragssätzen führe und somit über die Steigerung der Lohnnebenkosten auch noch Arbeitsplätze gefährde. Bereits zahlreiche Gesundheitsreformen wurden verabschiedet, mit dem Ziel die Kosten zu senken oder zumindest den Kostenanstieg zu begrenzen und es wird weiter über immer neue Reformen nachgedacht.

Tatsächlich steigen die Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankversicherungen (GKV) seit Jahren kaum noch und sind überhaupt seit Mitte der 70er Jahre nicht stärker gestiegen als das nominale BIP. Von einer Kostenexplosion kann daher nicht einmal ansatzweise die Rede sein.




Leider wird sowas nie in den neoliberal beherrschten Medien kommuniziert.

ÖKONOMIE UND ETHOS IM GESUNDHEITSWESEN
Die Mär der Kostenexplosion

Die Behauptung, das deutsche Gesundheitswesen sei nicht mehr bezahlbar,
wird inzwischen von Vielen als gegeben akzeptiert. Das ist aber nicht richtig,
wie nachfolgender ökonomischer und gesundheitspolitischer Diskurs darlegt.


http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/170724-die-maer-der-…
Bizarrer Streit in der Ökonomenzunft – von Laien, Professoren, Weisen und Zwergen
Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen auch Zwerge lange Schatten und wenn ökonomischer Sachverstand Mangelware ist, können auch schon einmal aus wirtschaftswissenschaftlichen Zwergen Wirtschaftsweise werden. Wie tief die Sonne der Kultur in den deutschen Wissenschaften heutzutage tatsächlich steht, zeigt eine absurde Replik, mit der die vier neoliberalen Mitglieder des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – umgangssprachlich die „Wirtschaftsweisen“ – auf einen Artikel des fünften Sachverständigen reagieren. Peter Bofinger hatte nämlich in der FAS die Unfehlbarkeit freier Märkte angezweifelt und eine aktivere Industriepolitik des Staates angeregt. Das war für die obersten Hüter des Neoliberalismus zu viel und es überrascht nicht, dass sie Kritik an Bofingers Gedanken übten. Überraschend ist jedoch die Schärfe und die Niveaulosigkeit der Replik. Von Jens Berger.

Peter Bofinger dürfte den meisten NachDenkSeiten-Lesern bekannt sein. Seit langem begleiten wir den Ökonomen, der auf Empfehlung der Gewerkschaften in den Sachverständigenrat der Bundesregierung eingezogen ist, kritisch-konstruktiv. Bofinger schrieb auch das Vorwort zu unserem Jahrbuch 2011/2012 und gilt als einiger der wenigen bekannten deutschen Ökonomen, die sich dem neoliberalen Dogma verweigern. Damit ist er im Sachverständigenrat schon beinahe ein Exot. Drei der „fünf Weisen“ werden nämlich von der Bundesregierung nominiert, ein Weiser wird von Arbeitgebern vorgeschlagen und der fünfte Weise, aktuell Peter Bofinger, von den Gewerkschaften. Bofinger gegenüber sitzen mit Christoph M. Schmidt, Lars Feld, Isabel Schnabel und Volker Wieland vier ausgemachte Anhänger marktliberaler Ideen, die damit leider sogar repräsentativ für den Zustand der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland sind. (...)

http://www.nachdenkseiten.de/?p=39711#more-39711
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.624.514 von borazon am 30.08.17 03:15:22
Zitat von borazon: In einer normalen Wirtschaft würden sich "Unterbeschäftigte"
eine bezahlte Arbeit suchen.

Doch wenn man/frau/*ding in Schland 2017 vom Staat alles reingeschoben bekommt,
muß man/frau/*ding offen sichtbar keine Beschäftigung annehmen.

Staatsknete --> Unterbeschäftigung

Über Vollbeschäftigung würdet ihr eh nur als "Sklaverei" jammern.
;) :eek:


Das war auch mein Gedanke. Niemand hindert die Leute daran sich eine Arbeit zu suchen! :eek:

Dann müsste man auch keine Polnischen, Rumänischen oder Bulgarischen Fremdarbeiter ins Land holen! Oder ist Spargelstechen, Fleisch zerlegen oder Eisen biegen unter der Würde des Hartzers?

Aber klar, vor der Playstation mit Staatsknete lässt es sich aushalten....:mad:
Leiharbeiter meist weniger als neun Monate beschäftigt
Die große Mehrheit der Leiharbeiter in Deutschland ist weniger als neun Monate in einem Betrieb beschäftigt, so die Auskunft der Bundesregierung. Sie bezieht sich dabei auf Zahlen von 2015. Demnach endete bei 54 Prozent aller Leiharbeiter das Arbeitsverhältnis nach spätestens drei Monaten und für 77 Prozent nach spätestens neun Monaten. Die Zahl der Leiharbeitnehmer ist seit 2005 deutlich gestiegen: von 460 000 auf 716 000 im Jahr 2015. […]

Fast jeder zweite neu eingestellte Arbeitnehmer hat im vergangenen Jahr nur eine befristete Stelle bekommen. Das betraf 45 Prozent der 3,4 Millionen Neueinstellungen 2016. Auszubildende und Minijobber sind bei den Zahlen, die auf eine Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg zurückgehen, nicht mitgerechnet. (...)

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1065592.leiharbeite…


dazu: Jobwunder dank prekärer Arbeit

Die 40 Stundenwoche war einmal: Mehr als jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland arbeitet nicht in einem traditionellen Arbeitsverhältnis. Der Anteil der sogenannten atypisch Beschäftigten ist innerhalb von 20 Jahren von 15 auf 20,7 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKEN hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Gemeint sind damit befristete oder Teilzeitjobs, geringfügig Beschäftigte und Zeitarbeitnehmer. Die Zahlen der Regierungsantwort stammen vom Statistischen Bundesamt und sind von diesem bereits veröffentlicht. (...)

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1065564.jobwunder-d…

dazu auch: 2,1 Millionen Beschäftigte arbeiten auf Abruf

Sieben Prozent der über 30 Millionen abhängig Beschäftigten in Deutschland arbeiten inzwischen mindestens an einem Tag im Monat nicht nach festen Arbeitszeiten, sondern nur auf Abruf. Die Flexibilisierung betrifft vor allem niedrig qualifizierte Beschäftigte.
Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Bei der sogenannten „Arbeit auf Abruf“ schließen Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen Vertrag über eine Tätigkeit mit flexiblen Einsatzzeiten. Es wird eine Mindestarbeitszeit festgelegt, die aber je nach Arbeitsanfall auch überschritten werden kann.
Dem Papier zufolge arbeiten in der Industrie vier Prozent aller Beschäftigten auf Abruf, im öffentlichen Dienst sechs Prozent. Im Dienstleistungssektor und im Handwerk liegt der Anteil bei acht Prozent. Arbeit auf Abruf betrifft demnach 13 Prozent der niedrig qualifizierten Beschäftigten, aber nur fünf Prozent der Hochqualifizierten. (…)

Oft sind Krankenpfleger, Verkaufspersonal und Servicepersonal in der Gastronomie auf Abruf beschäftigt. „Ein mit 13 Prozent auffällig hoher Anteil der teilzeitbeschäftigten Männer gibt an, auf Abruf zu arbeiten“, heißt es in der Regierungsantwort. (...)

http://www.rp-online.de/politik/flexibilisierung-21-millione…


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