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ABFINDUNGSPHANTASIE BEI NEBENWERTEN !? - Beliebteste Beiträge



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Ich frage mich langsam ob meine Strategie der Nachbesserung noch Sin macht den man gewinnt fast nichts mehr. Zwar macht das suchen wo was passiert noch Spass eben der Jagd Instinkt aber ich habe schon ewig kaum noch eine Nachbesserung erhalten und wenn ich das Sdk Magazin lese bzw den Blog von Herr Rechtsanwalt Arendts so verliert man momentan fast nur. Ich denke viele Gerichte haben keine Lust bzw nicht wirklich die Kompetenz dazu. Vorallen Stuttgart und Hamburg sehe ich extrem negativ ich denke bei Wmf wird nicjts passieren
Zitat von Maack1: wenn das ganze einer macht hat das den vorteil das man sich ne menge zeit sparen kann. aber ich hab keine idee wie man das in der praxis umsetzen kann


Ich habe im grunde schon alle verfügbaren Daten gestern Abend in einer Nachtstunde in eine Excel-Tabelle eingepflegt. Die kann ich per Email Interessierten zukommen lassen. Bei Interesse kurze Boardmail schicken.Wer dann noch Ergänzungen hat, kann sie hinzufügen und mir zurücksenden. Grundsätzliche Verbesserungsvorschläge sind natürlich auch erwünscht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.652.025 von SquishyLady am 31.03.17 13:03:14
Beschwere Dich einfach bei Consors; ich habe vor 2 Tagen folgende email geschrieben:
Sehr geehrter Herr Gröning,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 27.3. und Ihr Angebot, diejenigen Aktien, die Consors in meinem Depot ohne aktuellen Kurswert führt, für mich "kostenlos auszubuchen". An Ihrem "Angebot" bin ich nicht interessiert.

Diese Aktion ist wieder ein Beispiel dafür, dass Consors zunehmend die Sicht der Kunden aus den Augen verliert und unüberlegt, voreilig handelt.

Wie Sie wissen, haben sich in der Vergangenheit einige Aktiengesellschaften zu einem Delisting entschlossen. Die Gründe dafür sind vielfälltig, manchmal ist das die Vorbereitung, um bei einem Squeeze Out die Bewertung zum Durchschnittskurs zu umgehen, manchmal, um überhaupt auf die notwendigen 90 oder 95 % zu kommen, manchmal wird als Grund auch die Markttransparenzrichtlinie angeführt. Auf jedem Fall können Sie nicht davon ausgehen, dass alle Positionen, die Consors ohne aktuellen Kurswert bewertet, "ungeliebte Gegenstände" sind und entsorgt werden sollen.

Zeitgleich (zufällig kamen beide Briefe am gleichen Tag bei mir an) mit Ihrem "Angebot", meine xxxxxx Aktien der IMW WPKNA0BVWY auszubuchen, habe ich ein Angebot der Firma erhalten, mit dem sie einen Rückkauf anbietet. Der Preis beträgt 7,90 (siehe Anlage), insgesamt also xxxxxxx EUR. Consors macht sich haftbar, wenn ein Kunde auf Ihre Information vertraut und Ihnen den Auftrag zur Ausbuchung erteilt.

Das gleiche gilt für andere von mir im Depot gehaltene Aktien (xxxxxxxxxxxx). Von den mir mitgeteilten 5 "unliebsamen Gegenständen" ist lediglich ein einziger eine Position, bei der ich ans Aufräumen denken könnte (xxxxxxxxxxxxx). Aber um Ihnen hier einen wirksamen Auftrag erteilen zu können, fehlen mir zunehmend Informationen, wie z.B. wie die Ausbuchung dann steuerlich verbucht wird. Im Moment können Sie m.W. bei einer Ausbuchung den Verlust nicht in den VVT einstellen - das mag sich aber durch jüngste Urteile einiger FG in Zukunft ändern. Auch aus diesem Grunde wäre es unverantwortlich, den Kunden jetzt zu einer Ausbuchung zu raten.

Nicht jeder Kunde ist so gut informiert wie ich. Manche Kunden vertrauen auf Consors und Ihre Mitteilung, dass ihre Aktien wertloser Schrott wären, der entsorgt werden müsse.

Bitte gehen Sie zukünftig sorgfälltiger damit um! Sie verspielen Ihren Ruf, verlässlicher Partner ihrer Kunden zu sein.

Ich ärgere mich zunehmend über gedankenlose, voreilige, unüberlegte Aktionen von Consors. In den letzten beiden Jahren häuften sich diese Vorfälle - insbesondere xxxxxxx. Bitte kehren Sie zur gewohnten Verlässlichkeit zurück!

Mit bestem Gruß
Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Das OLG Frankfurt widerspricht bei Didier dem LG Frankfurt, das keine Erhöhung der Abfindung von 94,50 Euro pro Aktie vorsah.

Der 3-Monatsdurchschnittskurs kann wegen der Marktenge nicht herangezogen werden. Außer dem LG Frankfurt hat das jeder so gesehen.

Es gab einen reinen Beherrschungsvertrag. Deshalb hat die HV jedes Jahr über die Höhe der Dividende entschieden. Festgelegt war aber ein Mindestbetrag, der nicht unterschritten werden durfte. Die Bestimmung des Unternehmenswerts durch Kapitalisierung des Mindestbetrags ist nicht zulässig, wie das das LG Frankfurt gemacht hat. Genau meine Meinung.

Dann gibt es noch paar Punkte.

So sieht das OLG Frankfurt keine Notwendigkeit für die Wachstumsthesaurierug in der Phase der ewigen Rente, da eh schon der Großteil des Gewinns thesauriert wird. Genau meine Meinung.

Der Vergleichsvorschlag liegt bei 110 Euro.
Matica Technologies steuert auf ein Delisting zu -- in Reaktion darauf ist die Aktie deutlich eingebrochen. Das kommt überraschend, da noch mit Vorlage der Q3/15-Zahlen (neuere gibt es nicht) eine IR-Charme-Offensive angekündigt wurde. Kurz zuvor wurde zu diesem Zweck ein IR-Berater angeheuert. Ungewöhnlich ist auch die Eigentümerstruktur, wo mit Katakana SA (43.8%, Beteiligungsvehikel des Matica-CEO) und HFX (41.8%, PE) zwei ähnlich große und anscheinend nicht miteinander in Beziehung stehende Aktionäre den Streubesitz (14.4%) dominieren und ein Delisting favorisieren. Ein Angebot an den Streubesitz ist anscheinend nicht geplant -- und mangels Notiz im geregelten Markt auch nicht geschuldet.

Die Aktie ist optisch sehr billig. Sie notiert nicht nur erheblich unter Buchwert, sondern auch bei einem geschätzt einstelligen 2016er KGV. Die Q3/15-Zahlen waren nach Angaben der Gesellschaft erheblich von negativen Einmaleffekten aus der "Reorganisation" des Konzerns geprägt, verbunden mit einem sehr optimistischen Ausblick auf 2016. Für 2015 wurde seinerzeit ein EBITDA zwischen 3.4 und 3.6 Mio EUR erwartet. Während unter "normalen" Bedingungen wohl 75% als Nachsteuergewinn hängen geblieben wären, dürften besagte Einmalaufwendungen den JÜ für 2015 unter 1 Mio EUR drücken. Für vergleichbare Firmen werden im Markt Preise von 10-14 x EBITDA gezahlt (so der CEO), an der Börse wird das Unternehmen aktuell mit ca. 13 Mio EUR bewertet, was einem (2015er) EBITDA-Multiple von knapp 4 entspräche.

Zum Vergleich: Die Evolis S.A. ist als börsennotierter Wettbewerber der Matica mit einem EBITDA-Multiple von deutlich mehr als 14 bewertet. Weitere unnotierte, aber dafür deutlich wichtigere Wettbewerber sind Datacard und HID (Tochter von Assa Abloy).

Eine im März 2015 auf der a.o. HV beschlossene und im Folgenden (Ende September 2015) durchgeführte Kapitalmaßnahme bestand darin, die im Besitz der beiden heutigen Hauptaktionäre stehende Holdinggesellschaft, die neben rd. 75% der Matica-Aktien auch produzierende Zulieferer der Matica besaß, im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung in die Matica einzubringen. Anschließend wurden die nunmehr "eigenen" Aktien der Matica eingezogen. Eine zu diesem Zweck durchgeführte Bewertung der AG ergab einen Aktienpreis von 2.23 EUR, der auch damals erheblich über dem Börsenkurs lag. Die indirekte Beteiligung der Hauptaktionäre stieg durch diese Maßnahme von 75% auf die heutigen 85.6%. In einer parallel angebotenen Barkapitalerhöhung wurden ökonomisch unsinnig noch rd. 61000 Aktien zu 2.23 EUR platziert.

Es ist kaum vorstellbar, dass sich die Bewertung des Unternehmens, die auch mit den vom CEO ventilierten EBITA-Multiples korrespondierte, in der Zwischenzeit verschlechtert haben sollte. Tatsächlich legen die IR-Aussagen bislang das Gegenteil nahe. Eine unmittelbare "Enteignung" im Rahmen einer Strukturmaßnahme (dazu wäre außerdem die erneute Bündelung der Anteile beider Hauptaktionäre erforderlich) halte ich daher für eher unwahrscheinlich.

Warum das Delisting? Gut möglich, dass Matica in naher Zukunft per Merger oder Erwerb gegen Aktien als "Konsolidierer" in der Branche auftritt. Entsprechende Ambitionen ließ der CEO im Q3-Call anklingen. Barmittel für nennenswerte Zukäufe sind nicht vorhanden, so dass allein Aktien als Emissionswährung in Frage kommen. Die aktuelle Bewertung ist dabei hinderlich; dem hülfe das Delisting ab. Möglich auch, dass die Firma im Zuge einer solchen Maßnahme börsenmäßig z.B. in die USA "umzieht", wo angemessenere Bewertungen zu erwarten wären.

Seit Ankündigung des Delistings wurden auf Xetra ca. 2% des Unternehmens umgesetzt, der Markt ist inzwischen aber wieder sehr illiquide.

Disclaimer: Ich habe in den vergangenen Tagen Matica-Aktien erworben.
Aus dem Kuriositätenkabinett. Ich frag mich, wie man sich als Richter so was ausdenken kann. Unglaublich! Insbesondere kann dann natürlich nicht nur die Vergütung, sondern auch gleich das Ergebnis verhandeln.

http://spruchverfahren.blogspot.de/

LG Stuttgart: Befangenheitsantrag gegen sachverständigen Prüfer unzulässig
LG Stuttgart, Beschluss vom 23. März 2017, Az. 31 O 1/15 KfH SpruchG (Spruchverfahren BuG Celesio AG)

Leitsatz der Redaktion:

Die §§ 406 Abs. 1, 42 ZPO finden auf den sachverständigen Prüfer keine Anwendung, da es sich bei diesem nicht um einen gerichtlichen Sachverständigen handelt. Ein sachverständiger Prüfer kann daher nicht wegen der Besorgnis der Befangenheit abgelehnt werden. Ein diesbezügliches Ablehnungsgesuch ist unzulässig.

In der weiteren Begründung verweist das Gericht unter Bezug auf eine Parallelentscheidung in Sachen HOMAG darauf, dass der sachverständige Prüfer nicht vom Gericht auf Vergütungsbasis des JVEG beauftragt werde. Vielmehr komme ein Auftragsverhältnis zwischen dem sachverständigen Prüfer und den Gesellschaften zustande. Zwischen den Vertragsparteien könnten daher auch die Vertragsmodalitäten, insbesondere die Vergütung, verhandelt werden.

Anmerkung von RA Martin Arendts: Wenn der sachverständige Prüfer kein gerichtlicher Sachverständiger ist und er seine Vergütung mit der Antragsgegnerin aushandeln kann, bestehen erhebliche Bedenken, wenn das Gericht sich maßgeblich auf diesen stützt und keinen gerichtlichen Sachverständigen benennt.
Ich wollte mal Meinungen zu den aktuell recht zahlreichen und recht liquiden neuen Übernahmesituationen halten, was ihr warum favorisiert. Zur Diskussion möchte ich Osram, First Sensor, Axel Springer und die FinTech Group (bzw. Heliad/Finlab) stellen. Wo seht ihr aus Eurer Sicht die besten Chancen?

Meine Einschätzungen in Kurzform:

Osram: recht spekulativ wegen der erneuten Schwellenbedingung aber auch durchaus interessant, weil noch einmal ein Gegengebot der Heuschrecken kommen könnte. Zudem möchte man einen Beherrschungsvertrag abschließen. Bei der Schwelle könnte ich mir aber auch eine Reduktion auf 50% vorstellen. Die Andienungsquote könnte ich mir schon Richtung 70% vorstellen, weil die Fallhöhe für den Kurs recht hoch ist. Vielleicht ist es besser, hier erst dann einzusteigen, wenn abzusehen ist, dass das ÜA erfolgreich sein wird. Wenn hier ein Beherrschungsvertrag kommt, könnte die Ausgleichszahlung aufgrund der dann hohen Verbindlichkeiten von AMS durchaus attraktiv sein.

Bei First Sensor bin ich investiert. Hier deutet sehr vieles auf einen Beherrschungsvertrag hin. Nicht nur, dass er in den Angebotsunterlagen recht klar angedeutet wird, sondern auch das jetzige Kursverhalten spricht dafür. Der Bieter scheint die fehlenden Prozente für die 75% über die Börse einzukaufen. Man sollte aber im Blick haben, dass laut Angebotsunterlagen der Biter damit rechnet, dass die Freiagbe für das ÜA sich bis Sommer 2020 hinziehen könnte. Die fundamentale Bewertung der Aktie ist sicher auch nicht als billig einzustufen. Insofern würde auch hierbei ein Beherrschungsvertrag für ein deutlich verbessertes CRV sorgen.

Bei Axel Springer findet sich eine Konstellation vor, die ich so noch nicht kenne bzw. ich keine belastbaren Vorstellung haben, wie so ein Pool an unterschiedlichen Aktionären am Ende an einem Seil ziehen soll. Die optische Bewertung der Aktie auf Basis der Gewinne ist recht hoch, was die CF-Zahlen ein wenig relativen. Der Pool verfügt über nahezu 90% der Aktien. Fast täglich wird aber noch über die Börse zugekauft. Man hat einen Rückzug von der Börse angekündigt, ohne ihn zu konkretisieren. Für mich sieht die Situation spannend aus, da der Kurs nach unten recht gut gesichert scheint. KKR dürfte zudem auf einen SO schielen, weil man nach einer Komplettübernahme am besten Umbaumaßnahmen starten könnte.

Dann verbleibt noch die Fintech Group bzw. deren größeren Aktionäre Heliad und indirekt Finlab. Alles andere als ein ÜA würde mich nach den Ankündigungen überraschen. Ein Ausbleiben eines Angebots würde den Kurs natürlich massiv crashen. Rein fundamental wären Angebote jenseits der 30€ angemessen. Fragt sich nur, ob es im Fall der Fälle ein Angebot an den Streubesitz geben wird, denn die Fintech Group notiert nur im Freiverkehr. Ich halte die Wahrscheinlichkeit für ein Angebot an den Streubesitz für hoch. Aufgrund der Kursentwicklungen der beteiligten Parteien halte ich die Heliad bzw. FinLab-Aktie zum Traden für interessanter.
nun hat bei den Spruchverfahren auch der Tourismus Einzug gehalten. In der Hauptversammlung der Varta AG, in welcher das Delisting beschlossen worden ist, ist auch der Umzug der Varta AG nach Baden-Württemberg entschieden worden. Die Spruchverfahren sind beim Landgericht beantragt worden, das zum Zeitpunkt der Hauptversammlung für die Varta AG zuständig war und zwar in Hannover.

Zwischenzeitlich ist die Sitzverlegung im Handelsregister eingetragen worden. Nun hat die Antragsgegnerin beantragt, das Verfahren an das Landgericht Stuttgart zu verweisen. Insbesondere, da die Varta AG keine Geschäftstätigkeit mehr ausübt, besteht der Verdacht, daß die Sitzverlegung einzig erfolgt ist, weil man erwartet, daß das Landgericht Stuttgart weniger anlegerfreundlich entscheidet als das Landgericht Hannover. Da kann man nur hoffen, daß nicht andere Unternehmen dem Beispiel der Varta AG folgen.

Der Hauptaktionär der Varta AG, der das Delisting der Varta AG beschlossen hat, hat Beteiligungsgesellschaften der Varta AG „erworben“ zu einem negativen Kaufpreis von 12 Millionen €. Diese Transaktion sieht verdächtig aus und ist gerügt worden im Spruchverfahren. Die betreffenden Beteiligungsgesellschaften sind an ein Unternehmen aus der Firmengruppe des Hauptaktionärs mit Sitz in der Karibik „veräußert“ worden. Da kann man nur hoffen, daß die deutschen Gerichte zumindest eine Abwanderung der Spruchverfahren in die Karibik verhindern.
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.668.961 von cure am 22.10.13 08:33:41Hallo Cure,

ich habe in meiner mittlerweile doch schon fast 20 jährigen Börsenlaufbahn oft erleben müssen, dass sich schnell erwartete Prozesse in die Länge ziehen oder gar nicht eintrafen und dafür weniger erwartete Entwicklungen sich schnell einstellten. Ein gutes Beispiel ist Schuler. Die kartellrechtliche Freigabe erfolgte zu Jahresanfang und ich hätte Dir auf die gleiche Frage im Frühjahr geantwortet, dass ich als nächstes bei Schuler weitere Maßnahmen erwarte, nämlich den SO. Dafür ist die gefühlte Endlosspekulation auf Generali zum Abschluss gekommen. Das kann bei Sachsenmilch auch morgen passieren oder erst im nächsten Jahrzehnt, was unangenehm wäre, weil es keine Dividende gibt.

Ich glaube, dass in fünf Jahren etwa die Hälfte der genannten Unternehmen nicht mehr an der Börse sein werden. Da ich mir selber gut zutraue, Unternehmen zu identifizieren, die das Potenzial haben, gute Renditen zu erwirtschaften, aber ich nicht weiß, zu welchem Zeitpunkt dies eintreten wird, streue ich klassisch breit. Momentan halte ich 43 Titel, von denen sich 33 in verschiedenen Stadien der Übernahme befinden. Insofern bitte immer berücksichtigen, dass für denjenigen, der nur drei der unten stehenden Titel kauft, sich ein ganz anderes Chance-Risiko-Profil ergeben würde.

Einige der von mir genannten Unternehmen kenne ich gar nicht in Hinblick auf das Geschäftsmodell bzw. ich kenne hauptsächlich nur die Aktionärsstruktur, so dass sie deshalb auch in meiner Tabelle landen. Aufgrund der erst vor kurzem vermeldeten Stimmrechtsmitteilungen springt einem die IFA Hotel schon für schnelle Strukturmaßnahmen ins Auge. Das wäre insofern mein Favorit Nr. 1. Gleich dahinter warten für mich die Unternehmen Curanum, Primion und Norddeutsche Steingut. Bei Curanum deuten die grenzwertigen Maßnahmen von Korian mit der Sachkapitalerhöhung darauf hin, dass man mit Macht, irgendwie die 90%-Marke nehmen wollte. Bei Primion und Steingut scheiterten die Versuche über ein Übernahmeangebot von jeweils knapp 88% die SO-Schwellen zu erreichen. Hier kann ich mir vorstellen, dass man versuchen wird, über außerbörsliche Käufe die SO-Fähigkeit zu erreichen. Ob man bei Primion auf demgestiegenen Niveau noch so viel Kurspotenzial vorfindet, weiß ich nicht. Hier war der ideale Kaufpunkt vor einigen Monaten direkt nach Verkündung des erneuten Übernahmeangebots.

Selber kommt Edding meinen persönlichen Vorstellungen sehr nah, weil jederzeit ein SO möglich ist und als Wartezeitemtschädigung knapp 4% Dividende gezahlt wird. Das ist für mich so eine BuG-Aktie nur ohne BuG. Das größte Kurspotenzial könnte die Württembergische Leben haben. Offiziell wurde ja da die bis einschließlich 2009 gezahlte hohe Dividende wegen Ausbau der Eigenkapitalquoten ausgesetzt. Als schönen Nebeneffekt haben sich vermutlich einige Halter enttäuscht von der Aktie getrennt. Hier werde ich vermutlich zum Jahreswechsel investieren, wenn einige SO durch sind und die Daumen drücken, dass in den nächsten 5 Jahren Maßnahmen eingeleitet werden.

straßenköter
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.670.223 von straßenköter am 22.10.13 11:13:13Hallo straßenköter,

vielen Dank für deine interessanten und fundierten Ausführungen.

Ich selbst habe mich in den letzten Wochen aufgrund freiwerdenden Kapitals auch wieder intensiver mit Abfindungswerten befasst. Hier meine Einschätzung zu den von dir angesprochenen Werten:

- Generali Dtl.: Hier hatte ich nach der SO-Ankündigung auf eine höhere Barabfindung spekuliert. Leider hat es mir nur ca. 3% gebracht, aber besser als nichts. In der Spruchstelle ist sicher Spielraum drin, allerdings werde ich zukünftig tendenziell Abfindungswerte nach dem SO-HV-Beschluss verkaufen und weniger auf Nachbesserungen "wetten", da ich ein abfärben der Rechtsprechung der LG/OLG Stuttgart und Frankfurt auf andere Gerichte füchte.

- Norddeutsche Steingut: angesichts des nicht ganz so niedrigen KGVs und nur moderater Wachstumsfantasie würde eine Barabfindung meinen Schätzungen nach nicht über dem durchschn.Börsenkurs liegen. Allerdings eine absolute Substanzperle angesichts des KBV<1.

- Primion: schon sehr gut gelaufen, aber auch hier kann ich mir eine zeitnahe Komplettübernahme gut vorstellen.

- Württ.Leben: Vom Buchwert und KGV her sehr interessant, allerdings hochspekulativ! Wenn die Anleihenblase platzt, drohen hier durch die geringe EK-Quote (neg.Leverage) erhebliche Verluste. Ich hatte die Aktie auch schon 2005/2006, schon damals war sie ein Abfindungskandidat. Ähnliches warten wie bei Generali.

Ansonsten halte ich u.a. noch

- Augusta: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich TKH und Elliott einigen werden, vermute ich.

- Advanced Inflight: noch relativ preiswert zu haben, Mehrheitsaktionär hält mehr als 90%

- Matica Technologies: meine größte Depotposition und mein Favorit; KBV ca. 0,4, KGV 2013e von 10, Mehrheitsaktionär hat nun schon 66%

- Eifelhöhen-Klinik: steht erst ganz am Anfang einer Übernahme, wenn überhaupt (ARF Holding)

- Fortec: Auch hier ist es meines Erachtens nur eine Frage der Zeit, bis TRM ein neues Angebot vorlegt.

- MAN: meine zweitgrößte Depotposition; Dividendenrendite ist ok, notiert noch nah am Barabfindungspreis

Weiterhin viel Erfolg!
Eine erfreuliche Nachricht heute beim Lesen der Tageszeitung: Die Regierung plant offenbar eine Anlegerschutzregelung beim Delisting (meldet die FAZ in der Printausgabe, Nachricht ist aber online noch nirgends zu finden). Es soll wohl eine Abfindungspflicht bei Delisting gesetzlich gefordert werden - ein entsprechender Entwurf könne noch in die laufende Aktienrechtsnovelle 2014/15 eingebaut werden, die bereits in Kürze im Bundestag beraten wird.
Da die Nachricht noch niemand eingestellt hat:

Spruchverfahren zum Squeeze-out bei der AXA Konzern AG: LG Köln hebt Barabfindung auf EUR 177,58 je Stamm- und Vorzugsaktie an
von Rechtsanwalt Martin Arendts, M.B.L.-HSG

In dem seit 12 Jahren andauernden Spruchverfahren zum Ausschluss der Minderheitsgesellschafter bei der AXA Konzern AG hat das Landgericht Köln nunmehr mit Beschluss vom 12. Juli 2019 die Barabfindung auf EUR 177,58 je Stamm- und Vorzugsaktie angehoben. Dies entspricht einer Erhöhung um 22,73 % bezüglich des für eine Stammaktie gezahlten Betrags (EUR 144,69) bzw. einer Anhebung um 21,43 % hinsichtlich einer Vorzugsaktie (EUR 146,24). Der Nachbesserungsbetrag ist zu verzinsen, zunächst mit 2 %-Punkten über dem Basiszinssatz und ab dem 1. September 2009 mit 5 %-Punkten über dem Basiszinssatz.

Die gerichtlich bestellte Sachverständige, die NPP Niethammer, Posewang & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft (NPP), kam in ihrem Gutachten sogar zu deutlich höheren Werten als von der Hauptaktionärin zunächst angebotenen EUR 134,54 für jede Stamm- bzw. Vorzugsaktie (nachgebessert auf EUR 144,69 je Stammaktie und EUR 146,24 je Vorzugsaktie). Nach den Berechnungen von NPP beträgt die angemessene Barabfindung EUR 237,74 je Stammaktie und EUR 238,77 je Vorzugsaktie, siehe: https://spruchverfahren.blogspot.com/2016/07/spruchverfahren…

Eine Analyse der Entscheidungsgründe des LG Köln folgt.

Die Antragsgegnerin und die Antragsteller können gegen die erstinstanzliche Entscheidung Beschwerde einlegen.

LG Köln, Beschluss vom 12. Juli 2019, Az. 82 O 135/07
Obert u.a. ./. AXA (société anonyme à directoire et conseil de surveillance)
98 Antragsteller
gemeinsamer Vertreter: Rechtsanwalt Dr. Rainer Klocke, 50668 Köln
Verfahrensbevollmächtigte der Antragsgegnerin, AXA (société anonyme à directoire et conseil de surveillance): Rechtsanwälte Hengeler Mueller, 40213 Düsseldorf
Eingestellt von RA Martin Arendts um 13:15

Quelle:http://spruchverfahren.blogspot.com

Nach der im Anschluß erfolgten Veröffentlichung der Sparta AG könnten die Zinsen >50% der Nachzahlung ausmachen.:)
EF
Sitz:

DIGITAL IDENTIFICATION SOLUTIONS AG
Teckstraße 52
DE-73734 Esslingen


Zuständig ist das LG Stuttgart. Da lohnt sich die Arbeit nicht, für die freien Aktionäre einzutreten.
Es geht um den Kapitalisierungszinssatz, dessen Bestandteil der risikolose Basiszins ist. Hierfür ist maßgeblich der Tag der HV. Tag der HV bei SCA war der 17.5. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Basiszins 2,25%. Das Gutachten war älter und ging noch von 2,5% aus, daher die Anhebung. Die HVs Hymer etc. liegen vor dem 17.5. Daher kann man SCA nicht einfach übernehmen sondern muss den Basiszins nach Svensson zum Tag der jeweiligen HV ermitteln.
Hallo lieber straßenköter, schau doch mal auf Seite 3 vom Geschäftsbericht der der GBW 2012. Da geben die GBW Leute den Wert ihres Immobilienportfolios mit 2.469 Mio an und nach Abzug der Verbindlichkeiten den NAV mit 1.016 Mio bzw 18,61 Euro je Aktie.

Die beim Verkauf genannten 2,453 Mrd passen doch gut zum Wert des Portfolios, genau wie der genannte Wert von unter 18 Euro als Kaufpreis je Aktie, der dann ja etwa dem ausgewiesenen NAV entspricht. Aus der Transaktion mit Patrizia kann man schwerlich einen höheren Wert ableiten, ist ja auch irgendwie ein politisches Geschäft. Wahrscheinlich müsste ein Mehrerlös im Länderfinanzausgleich nach Bremen überwiesen werden? Aber die ebenfalls im Geschäftsbericht genannten etwa 1.250 Euro je qm Wohn- und Nutzfläche bei der Ermittlung des NAV lässt sicher noch Spielräume nach oben bei der Bewertung erkennen, zumal sich ein Viertel der Wohnungen in München und ein weiteres Viertel in Nürnberg, Erlangen und dem Münchner Umland befindet, also die Hälfte des Portfolios dürfte doch etwas oder deutlich wertvoller sein.

Beim Wertgutachten kann man sich sicher auf unter 22, vielleicht sogar unter 20 Euro armrechnen. Ob sich die Immobilienwerte letztlich in einem Spruchverfahren niederschlangemessen niederschlagen, ist letztlich die Frage. Vermutlich ja, aber erst zu einem Zeitpunkt, wenn die Diskussionen über den Verkauf von Landesvermögen unter Wert längst verstummt sind.
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.320.315 von straßenköter am 25.08.13 15:36:50Zu den Nachfragen Spruchverfahren Squeeze-out Linos AG:

Die Nachbesserung gilt für alle ausgeschiedenen Minderheitsaktionäre. Die aufgelaufenen Zinsen sind laut Vergleichstext in dem Erhöhungsbetrag erhalten. Hinsichtlich der verbliebenen vier Antragsteller, die sich nicht verglichen haben, hat das LG die Anträge zurückgewiesen.
Widerspruch!

Hamburg ist auch zu nennen.

Aber: es gilt nicht die Aussage, welche Gerichte lohnen, sondern es ist richtig und wichtig, welche Gerichte die Einwendungen der Antragsteller registrieren und diese auch Ernst nehmen. Dazu solltest Du zum Einen einen Antrag schreiben und zum Anderen aber auch dann der Ladung folgen und der Verhandlung beiwohnen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.420.049 von geckert am 10.09.13 15:58:14Grob zur Info, eben kurz aus dem Gedächtnis geschrieben:

Beru: LG Stuttgart. Erhöhung abgelehnt. Nun liegt es wohl beim OLG Stuttgart...

Epcos: LG München. Läuft noch

Ricardo: LG Hamburg. Erhöhung abgelehnt.

Jerini: LG Berlin. Läuft noch

Lindner: LG München(?). Läuft noch

Winkler+Dünnebier: LG Koblenz. Läuft noch

D+S Europe: LG Hamburg. Läuft noch

Kali Chemie: LG Hannover. Erhöhung abgelehnt.

Didier: LG Frankfurt/M. Erhöhung abgelehnt. Liegt nun beim OLG FFM
Die Problematik zum fehlenden 3-Monatsschnitt war mir noch gar nicht bewusst:

SdK zur Delisting-Entscheidung des BGH: Aktionäre unerwünscht!
http://spruchverfahren.blogspot.de/2013/11/sdk-zur-delisting…

Der Mist gefährdet meine gesamte Anlagestrategie.
Zitat von 525700: Es gibt noch ein paar mehr Gerichte, wo man eine Chance hat und wo man auch bei den Richtern das Gefühl hat, dass einem zugehört wird.


Naja, wenn man sich schon lange mit Abfindungskandidaten beschäftigt, muss man aber auch feststellen, dass die entsprechenden Aktien heute überwiegend mit ganz anderen Bewertungen von der Börse genommen werden als noch vor einigen Jahren. Es handelt sich bei der Abfindungsspekulation einfach um keinen Nischenmarkt mehr, sondern um ein Marktsegment, dass von professionellen Spekulanten und einem erhöhten Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit gekennzeichnet ist.

Gerade die professionellen Spekulanten sind m. E. aber auch dafür verantwortlich, dass die Abfindungsspekulation in den letzten Jahren ein zunehmend negatives Image in der Öffentlichkeit bekommen hat. Dass daraus dann ein Trend wird, dem sich dann auch die Judikative irgendwann anschließt, ist für mich nicht so sehr verwunderlich.

Für die Kleinspekulaten verbleibt in dieser Situation auf der Habenseite, dass die Abfindungskandidaten durch das Auftreten der Profis in diesem Markt heute schon vor dem Squeeze-Out deutlich höher gehandelt werden als früher. Wer schon vor dem Hype dabei ist, hat dann immer noch seine Freude daran.
Solchen Anträgen (Aufnahme der Macrotron-Regelung in die Satzung)sollte man unbedingt zustimmen und nicht sein Stimmrecht verfallen lassen. Eine 75 %-Mehrheit dürfte, wenn es einen Großaktionär gibt, allerdings illusorisch sein.

Im Grunde genommen könnte sich ein Unternehmen durcj eine solche Regelung positiv von anderen abheben.


GK SOFTWARE AG
Schöneck/Vogtl.
ISIN DE 0007571424
Wertpapierkennnummer 757142
Ergänzung der Tagesordnung zur ordentlichen Hauptversammlung der GK SOFTWARE AG
am 18. Juni 2014 aufgrund Minderheitsverlangens

Durch Bekanntmachung im elektronischen Bundesanzeiger vom 9. Mai 2014 wurde die ordentliche Hauptversammlung der GK SOFTWARE AG für Mittwoch, den 18. Juni 2014, um 14:00 Uhr im IFA Hotel, Hohe Reuth 5 (Raum Aschberg) in 08261 Schöneck, einberufen.

Auf Verlangen der Aktionärin Scherzer & Co. Aktiengesellschaft, Köln, Deutschland, vertreten durch die Vorstände Dr. Georg Issels und Hans Peter Neuroth, die nachgewiesen hat, dass sie Anteile hält, die den zwanzigsten Teil des Grundkapitals übersteigen, wird gemäß §§ 122 Abs. 2, 124 Abs. 1 Satz 2 AktG die Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung vom 18. Juni 2014 um die folgenden Tagesordnungspunkte ergänzt:

Tagesordnungspunkt 8 –
1.

Beschlussfassung über die Änderung der Satzung der GK SOFTWARE AG

Die Aktionärin Scherzer & Co. Aktiengesellschaft (vertreten durch die Vorstände Dr. Georg Issels und Hans Peter Neuroth) schlägt vor,

§ 4 der Satzung der Gesellschaft wird um folgenden Absatz (7) ergänzt:


„Die Aktien der Gesellschaft sind börsennotiert i.S.d. § 3 Abs. 2 AktG.“

Tagesordnungspunkt 9 –
2.

Beschlussfassung über die Änderung der Satzung der GK SOFTWARE AG

Die Aktionärin Scherzer & Co. Aktiengesellschaft (vertreten durch die Vorstände Dr. Georg Issels und Hans Peter Neuroth) schlägt vor,

§ 4 der Satzung der Gesellschaft wird um folgenden Absatz (8) ergänzt:


„Die Börsennotierung kann aufgrund eines Antrags der Gesellschaft nur dann beendet werden, wenn den Aktionären ein Abfindungsangebot nach den Grundsätzen der „Macrotron“-Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 25. November 2002, II ZR 133/01, BGHZ 153, 47) gemacht wird. Die Abfindungshöhe kann gerichtlich durch das Prozessgericht am Sitz der Gesellschaft aufgrund eines Antrages eines jeden Aktionärs auf die Angemessenheit überprüft werden. Die Änderung dieser Satzungsregel setzt nach § 179 Abs. 2 S. 3 AktG voraus, dass den Aktionären ein Abfindungsangebot nach S. 1-2 gemacht wird.“

Zur Begründung dieses Ergänzungsantrages hat die Aktionärin Scherzer & Co. Aktiengesellschaft (vertreten durch die Vorstände Dr. Georg Issels und Hans Peter Neuroth) Folgendes mitgeteilt:

In seiner sog. „Frosta“-Entscheidung hat der Bundesgerichtshof seine sog. „Macrotron“-Rechtsprechung (Urteil vom 25. November 2002, II ZR 133/01 , BGHZ 153, 47) aufgegeben und die Auffassung vertreten, dass entgegen der „Macrotron“-Rechtsprechung der Widerruf der Zulassung einer Aktie zum Handel im regulierten Markt auf Veranlassung der AG weder eines Hauptversammlungsbeschlusses noch eines Abfindungsangebots über den Kauf der Aktien der Minderheitsaktionäre bedürfe, sondern gewissermaßen jederzeit durch den Vorstand ohne Einhaltung dieser Voraussetzungen beantragt werden könne (BGH, Urteil vom 8. Oktober 2013, II ZB 26/12, BGH AG 2013, 877 ff.). Der nach Maßgabe dieser Entscheidung jederzeit mögliche Rückzug vom Handel im regulierten Markt birgt für Aktionäre mehrere Gefahren. So nimmt oder verschlechtert der Rückzug von der Börse den Aktionären die sonst grundsätzlich jederzeit mögliche einfache Veräußerbarkeit ihres Investments. Zudem fallen die an eine Börsennotierung im regulierten Markt geknüpften gesetzlichen Veröffentlichungspflichten insb. nach dem WpHG und WpÜG und damit die gesetzliche Gewähr dafür weg, dass die Aktionäre umgehend über wesentliche Entwicklungen bei der AG informiert werden. Zudem entfallen aufgrund eines Delisting zahlreiche aktien-, kapitalmarkt- und bilanzrechtliche Vorschriften, die zum Schutz der AG (z.B. in Hinblick auf Verjährungsfristen für die Haftung von Verwaltungsmitgliedern) und ihrer Aktionäre an die Börsennotierung anknüpfen. Ferner kann ein Delisting wirtschaftlich zum Wegfall oder jedenfalls zur Einschränkung der Verpfändbarkeit der Aktien führen, da Kreditgeber häufig nur börsennotierte Aktien als Pfand akzeptieren (dürfen). Es liegt daher im Interesse der Aktionäre, aber auch der Aktiengesellschaft, Sicherheit darüber zu erhalten, dass die Aktien der AG auch in Zukunft im regulierten Markt börsennotiert bleiben und die Börsennotierung nicht ohne Einbindung der Hauptversammlung wegfallen kann.

Die Aktionäre haben es in der Hand, durch Änderung der Satzung verbindlich zu regeln, dass die Aktien dauerhaft im regulierten Markt börsennotiert sein sollen, so dass die Gefahr eines plötzlichen, ohne Einbindung der Aktionäre initiierten Börsenrückzugs nicht mehr besteht; das Mittel dazu ist die hiermit vorgeschlagene Verankerung der Börsennotierung in der Satzung.

Zudem soll durch Satzungsänderung sichergestellt werden, dass der Rückzug von der Notierung im regulierten Markt nur zulässig ist, wenn entsprechend der „Macrotron“-Rechtsprechung die Aktiengesellschaft oder der Großaktionär ein Pflichtangebot über den Kauf der Aktien der Minderheitsaktionäre unterbreitet. Unsere Gesellschaft ist der Auffassung, dass – wie es in der „Macrotron“-Entscheidung heißt – ein adäquater Schutz der Minderheit beim regulären Delisting nur dann gewährleistet ist, wenn der Inhalt des Pflichtangebotes die Erstattung des vollen Wertes des Aktieneigentums ist und die Minderheitsaktionäre diesen Umstand in einem gerichtlichen Verfahren überprüfen lassen können.

Die mit diesem Verlangen verfolgten Handlungsmöglichkeiten des Aktionariats zur Sicherung der Börsennotierung sind aktienrechtlich anerkannt. Das folgt schon daraus, dass der Bundesgerichtshof seine „Macrotron“-Rechtsprechung auf der Basis des geltenden Aktiengesetzes entwickelt hat und z.B. auch das Bundesverfassungsgericht keine Zweifel an der Zulässigkeit der Rechtsprechung geäußert hat (Urteil vom 11. Juli 2012 – 1 BvR 3142/07, 1 BvR 1569/08 –, BVerfGE 132, 99). Das Instrumentarium der Satzungsänderung zur Sicherung der Börsennotierung ist im aktienrechtlichen Schrifttum anerkannt (Heidel/Lochner in Heidel, Aktienrecht, Vor §§ 327 a ff. AktG Rn. 18; Habersack in Emmerich/Habersack, Aktien- und GmbH-Konzernrecht, Vor § 311 Rn. 38, Fn. 187; Schockenhoff, ZIP 2013, 2429, 2434; Arnold ZIP 2005, 1573, 1576). Denn gesetzliche Regelungen des Aktiengesetzes stehen dem nicht entgegen (§ 23 Abs. 5 S. 2 AktG).
1.

Gemäß § 122 Abs. 2 AktG können Aktionäre, deren Anteile zusammen den zwanzigsten Teil des Grundkapitals oder den anteiligen Betrag von 500.000 € erreichen, verlangen, dass Gegenstände als Punkte der Tagesordnung einer Hauptversammlung bekannt gemacht werden. Das Verlangen ist an den Vorstand zu richten.
2.

Unsere erforderliche Beteiligung besteht, wie Ihnen durch Bankbestätigungen nachgewiesen wird.
3.

Zweck und Gründe des Verlangens auf Ergänzung der Tagesordnung folgen aus den oben in Zusammenhang mit der Tagesordnung dargestellten Gründen. Eine bestehende Börsennotierung ist ein schützenswertes Gut. Die Beendigung der Börsennotiz greift u.E. ganz grundlegend in die rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen der (Minderheits-)Aktionäre ein. Die Vorschriften von Börsengesetz und Börsenordnungen genügen nicht dem Schutz der Vermögensinteressen der Aktionäre, die ihre Beteiligung regelmäßig unter Geltung der „Macrotron“-Rechtsprechung eingegangen sind. Nach der Aufgabe der „Macrotron“-Rechtsprechung durch den BGH ist der gebotene Schutz – d.h. Hauptversammlungsbeschluss nebst Abfindungsangebot – im Wege der Satzungsänderung festzuschreiben.
4.

Wir fordern den Vorstand und den Aufsichtsrat auf, unsere Beschlussvorschläge zu unterstützen. Denn diese sind gerade auch im Interesse der Gesellschaft.



Schöneck, im Mai 2014

Der Vorstand
KDH Spruchverfahren könnte interessant werden. Aus dem manager-magazin:
STREIT UM BARABFINDUNG
Elliott fordert von Vodafone für Kabel Deutschland gewaltigen Zuschlag
Von Astrid Maier

Statt der vom Mobilfunkkonzern angebotenen 84,53 Euro Barabfindung je Aktie fordert Elliott vor Gericht zwischen 225 und 275 Euro je Papier. Das berichtet das manager magazin in seiner am Freitag (18. Juli) erscheinenden Ausgabe und beruft sich dabei auf Brancheninsider.
Die Forderung ergibt sich aus dem Bewertungsgutachten, das Rödl & Partner, der von Elliott beauftragte Wirtschaftsprüfer, in München eingereicht hat. Setzt sich der als unnachgiebiger Argentinien-Gläubiger bekannt gewordene Fonds durch, könnte das Vodafone zusätzlich mindestens etwa drei Milliarden Euro kosten, schreibt das manager magazin weiter. Elliott hält 13,5 Prozent an KDG. Eine Gerichtssprecherin bestätigte, dass das Spruchverfahren in München eingeleitet sei, wollte sich aber weiter nicht dazu äußern. Elliott und Rödl & Partner wollten zum Thema keine Stellung nehmen.
Landgericht Stuttgart (!) sagt, mit überzeugender Begründung, laufende Spruchverfahren in Delisting Angelegenheiten bleiben auch nach der Frosts Rechtsprechung des BGH zulässig. Dass ich das noch erleben darf, eine Entscheidung des LG Stuttgart zugunsten der Minderheitsaktionäre.
Antwort auf Beitrag Nr.: 48.772.250 von Schokoladenpudding am 14.01.15 12:36:53Das ist im Grunde nicht verwunderlich. Das liegt doch am Verfahren. Der Parteigutachter wird von der Gegenseite beauftragt und bezahlt. Da kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Minderheitsaktionäre nichts heraus.

Die Prüfer werden von der Gegenseite dem Gericht vorgeschlagen, das dann einen auswählt. Auch die werden von der Gegenseite bezahlt. Wenn die sich für die Minderheitsaktionäre ins Zeug legen würden, würden die keine Aufträge bei weiteren Bewertungen bekommen. Damit ist das Ergebnis absehbar.

Es handelt sich um eine regelrechte Enteignungsindustrie und, wer da die "beste Dienstleistung", also den niedrigsten Gesamtpreis bietet, bekommt den Auftrag. Es ist doch schon verwunderlich, dass mit jeder IDW-Änderung die Unternehmenspreise sinken. IDW S1 steht ja in gewichtigen Punkten in Widerspruch zu Lehre und Forschung.

Im Grunde weiß jeder, auch das Gericht, dass diese Veranstaltungen eine Farce sind. Wer es nicht glaubt, sollte einfach mal an einer mündlichen Verhandlung teilnehmen. Da wird man sehen, dass die Prüfer Fragen nicht beantworten oder einen ziemlichen Unsinn von sich geben. Das interessiert den Richter aber gar nicht. Der will, wenn es geht, nur das ursprüngliche Ergebnis festklopfen. Dann hat er am wenigsten Arbeit. Der Prüfer gilt als Sachverständiger. Wenn der die einzelnen Punkte aus der Bewertung ohne Zweifel als alternativlos bezeichnet, dann ist das Ergebnis vorprogrammiert. Hier wurde vom Gericht noch ein Gutachten eingeholt und dann die Gutachter in der Verhanlung befragt. Das ändert aber nichts an den vorigen Aussagen.

Jetzt zum konkreten Fall. Die Gutachter waren Alfter und Wagner von Stüttgen und Haeb. Dem Alfter sah man an, dass er sich bei der Befragung nicht wohl fühlte. In der Pause wurde der vom Wagner vor dem Gerichtsaal instruiert, er müsse jetzt aber überzeugend auftreten und die Bewertungsergebnisse als quasi alternativlos darstellen. Er solle sich auf gar keinen Fall auf alternative Sichtweisen einlassen.

Natürlich weiß hier jeder, dass der Unternehmenswert von Epcos ein ganzes Stück höher lag.
SpruchZ Nr. /2015 erschienen
Die neue Ausgabe von Spruchverfahren aktuell (SpruchZ) enthält einen Beitrag zur (überhöhten) Marktrisikoprämie und die ANZAG-Entscheidung des LG Ffm.

http://spruchverfahren.blogspot.de/2015/02/spruchverfahren-a…
Antwort auf Beitrag Nr.: 49.446.608 von gutdrauf9 am 28.03.15 15:21:14Man sollte das Thema Unternehmenswert laut Gutachten unter Marktkapitalisierung mit den Vorgaben des IDW zur Marktrisikoprämie vergleichen. Die wurde vor gut 2 Jahren von 4,5 auf 5,5 % erhöht, weil angeblich wegen der Unsicherheiten die Anleger höhere Renditen fordern würden als früher. Das heißt aber auch, dass Aktien verglichen mit früher niedrig bewertet sind. Eine Unternehmen dessen Unternehmenswert momentan unter der Marktkapitalisierung liegt, ist verglichen mit anderen Unternehmen momentan überbewert.

Hier sollte man sich doch die Frage stellen, warum eigentlich nicht die nach IDW unterbewerteten Unternehmen, sondern oft überbewertete Unternehmen übernommen werden. Der gesunde Menschenverstand sagt doch, dass das nicht stimmen kann.

Inzwischen dürfte die Risikoprämie bei Aktien über der Rendite von Junkbonds liegen, ein weiters Indiz, dass da in den Bewertungen was faul ist.
Der Gesetzesvorschlag zum Delisting ist ja noch größerer Murks als ich gedacht hatte. Im Grunde ist ja keine Lösung fast noch besser als die angedachte. Das ist schon irre. Ich habe mich gestern per e-mail bei den Münchener Bundestagsabgeordneten sowie dem Finanzausschuss inklusive Stellvertretern beschwert.

Es sollten sich andere Interessiert auch bei ihren Volksvertretern beschweren. Vorlagetexte gibt es einige, aus denen man was zusammenbauen kann. Ich habe mir einen eigenen Text gebastelt.

Am 31.08.2015 legte die Große Koalition einen Änderungsantrag zum Gesetzentwurf "zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie ‐ Änderungsrichtlinie“ ‐ BT ‐ Drucksachen 18/5010, 18/5272 – vor. Bereits am 07.09. 2015 fand die öffentliche Anhörung im Finanzausschuss des Bundestages statt. Die Resonanz war ziemlich verheerend, da mit den angedachten Regelungen zum regulären Delisting das Ziel einer Regelung – mehr Anlegerschutz – völlig aus den Augen verloren wurde. Wenn diese Mogelpackung Gesetz werden würde, dann könnte man gleich alles beim Alten belassen. Tatsächlich wird die jetzige ungeregelte Lage auch noch verschlimmert, Dazu muss bei einer Übernahme nur mit einem Delisting gedroht werden.

2002 war der BGH in der sog. „Macrotron“-Entscheidung davon ausgegangen, dass das reguläre Delisting sowohl eines Hauptversammlungsbeschlusses als auch eines (in einem Spruchverfahren überprüfbaren) Pflichtangebots der AG oder des Hauptaktionärs an die Minderheitsaktionäre bedürfe. Denn das Delisting bedeute eine erhebliche Beeinträchtigung der Verkehrsfähigkeit der Aktien und damit einen Eingriff in das Aktieneigentum (Urteil vom 25. 11. 2002 - II ZR 133/01). Beispiele von negativen Kursreaktionen infolge von Delistings gab es zuhauf. Die neue Regelung war pragmatisch, führte nicht zu einer nennenswerten Verzögerung des Rückzugs von der Börse, denn die erforderliche Beschlussmehrheit in der Hauptversammlung war meist gesichert. Ein Spruchverfahren konnte erst nach dem erfolgten Delisting eingeleitet werden. Die Regelung schütze somit die Interessen der Minderheitsaktionäre, die ihre Aktien zu einem angemessenen Preis veräußern. Ein betroffener Anleger konnte die Angemessenheit in einem Spruchverfahren überprüfen lassen. Delistings waren in den Jahren 2002 bis 2013 selten, ca. 1 Fall pro Jahr. Das Thema war also recht unbedeutend und sinnvoll gelöst.

Im Jahr 2013 vollzog der BGH dann eine Kehrtwende und hat mit dem sogenannten FRoSTA-Beschluss seine Rechtsprechung geändert (BGH, Beschl. v. 08.10.2013, Az. II ZB 26/12). Das bedeutete, dass kein Hauptversammlungsbeschluss mehr nötig war und dass kein Übernahmeangebot mehr unterbreitet werden musste. Der BGH begründete seine Kehrtwende unter anderem mit einer empirischen Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Ein Börsenruckzug war demnach selten und ein Kursrückgang nach Ankündigung des Börsenrückzugs konnte angeblich nicht nachgewiesen werden. Damit sollte es den Anlegern möglich sein, ihre Aktien in einer angemessenen Zeit über die Börse zu verkaufen.

Die Studie hat allerdings einen völlig offensichtlichen Fehler, der dem BGH auch vorgetragen wurde. Sie beobachtet das Verhalten in der Vergangenheit, allerdings das nur den Zeitraum, als die Macrotron-Entscheidung für die Durchführung eines Delistings noch maßgebend war. Die Aktionäre hatten einen Anspruch auf Abfindung, der zu dem Ertragswert auch die Höhe des Börsenkurses umfasste, nebst gerichtlichem Rechtsschutz hatte. Bei Wegfall dieser Absicherung waren somit ganz andere Ergebnisse zu erwarten. Die Kurse fielen wieder nach Ankündigung eines Delistings wie es schon vor der Macrotron-Entscheidung der Fall. Die Gründe sind klar. Die wenigsten Anleger sind bereit, Aktien zu halten, die nicht mehr handelbar sind. Die Regularien bei Aktienfonds sehen zumeist vor, dass nur ein kleiner Teil des Fondsvernögens in nicht börsennotierten Wertpapieren angelegt sein darf. Die Fonds müssen in der Regel also sogar verkaufen. Das weiß natürlich ein potentieller Käufer, der versuchen wird dies auszunutzen.

Da Mehrheitsaktionäre Minderheitsaktionäre stark unter Druck setzen konnten, war auch zu erwarten, dass die neue Regelung ausgenutzt wird. Seit dem Schwenk des BGH vor 2 Jahren dürften ca. 50 Börsenrückzuge durchgeführt worden sein, für die die geplante gesetzliche Regelung eh zu spät kommt.

Von einem Delisting werden in Zukunft fast immer Unternehmen betroffen sein, die bereits einen Mehrheitsaktionär haben bzw. bei denen ein erfolgreiches Übernahmeangebot erfolgt ist. Letzteres heißt aber nur, dass danach der Bieter mindestens 30 % der Anteile hält. Der Gesetzesvorschlag erhöht das Drohpotential eines Hauptaktionärs, der daran interessiert sein wird, die Rendite zu maximieren. Ein Delisting wird ein Schritt zu einem Squeeze Out sein. Folglich wird ein Hauptaktionär auf dein Delisting hinwirken, insbesondere dann, wenn er den Minderheitsaktionären kein angemessenes Kaufangebot machen muss. Laut den Vorschlägen der Koalition müsste lediglich ein Mindestpreis gezahlt werden, der sich an den Börsenkursen orientiert. Ein Delisting ist unwichtig für die Unternehmenspolitik. Damit kann der Hauptaktionär auf einen für ihn möglichst günstigen Zeitpunkt für ein Delisting hinwirken, d.h., er wird versuchen, einen möglichst geringen Mindestpreis anbieten zu müssen. Zudem können die Aktienkurse im Vorfeld eines Delistings vom Hauptaktionär maßgeblich beeinflusst werden. Die Folge wird sein, dass Fonds und andere Aktionäre aus pragmatischen Gründen andienen werden, auch wenn sie das Angebot für unangemessen halten werden. Die Alternative ist ja, dass es nach dem Delisting praktisch unmöglich sein wird, einen Käufer zu einem angemessenen Preis zu finden. Damit sind auch die Auswirkungen auf Übernahmeangebote ersichtlich. Es könnten in Zukunft Übernahmen gelingen, obwohl fast alle Aktionäre das Angebot für unangemessen halten und damit prinzipiell ablehnen sollten. Das wird im Vorschlag der Koalition völlig übersehen.

Anleger, die ein Übernahmeangebot nicht annehmen, sind auch schutzbedürftig. Nach einem Delisting ist der Anlegerschutz de facto aufgehoben. Es gelten dann z.B. weder die Regelungen aus dem Wertpapierhandelsgesetz noch aus dem Wertpapierübernahmegesetz. Es ist reichlich grotesk, dass Bieter diese Regeln außer Kraft setzen können sollen, in dem ein Mindestpreis geboten wird. Wenn der Bieter zu diesem Preis kaufen will, so ist ihm ein Kauf über die Börse zuzumuten. Dann wird zumindest der Anlegerschutz nicht ausgehebelt.

Im Wertpapierübernahmegesetz wird schon an einer Stelle erklärt, wann ein Übernahmepreis angemessen sein könnte. Es handelt sich um die Regelung zum übernahmerechtlichen Squeeze Out in §39a. Wenn „genügend“ Aktionäre das Angebot angenommen haben, dann gilt das Angebot als angemessen. Mit Vermutungen ist das so eine Sache. Ob die richtig oder falsch sind, ergibt zumeist eine Prüfung, die hier gar nicht vorgesehen ist. Es gibt hier durchaus berechtigte Zweifel, ob diese Regelung einen Anleger schützt. Jedenfalls werden dem Bieter zu diesem Preis auch die Aktien übertragen, für die das Angebot nicht angenommen wurde. Von einem Börsenrückzug im Sinne des Delisting sind die Anleger dann nicht mehr betroffen.

Im Grunde will die Bundesregierung diese Regelung mit dem Gesetzentwurf weiter ausdehnen und zwar in dem Sinn, dass ein Übernahmepreis schon angemessen ist, wenn die Übernahme erfolgreich ist. Auf diesen „angemessenen“ Preis zielt die Ausnahmeregelung der Bundesregierung für das Delisting, welches einem Übernahmeangebot folgt, ab. Eine Übernahme ist aber unter Umständen schon dann erfolgreich, wenn der Bieter mit den angedienten Aktien die Kontrollmehrheit von 30 % erreicht. Dazu reicht im Extremfall der Erwerb einer einzigen Aktie. So kann ganz sicher nicht die Angemessenheit eines Angebots angenommen werden. Das wäre völlig absurd. § 3 (2) Aktiengesetz wäre wie folgt zu ergänzen: „Stellt das Unternehmen einen Antrag auf Widerruf der Börsenzulassung, so gelten §§ 191 ff. UmwG sinngemäß.“

Wenn der Anlegerschutz wieder auf das Niveau vor der Macrotron-Entscheidung, die sich über 10 Jahre bewährt hatte, gebracht werden soll, so wäre das ziemlich einfach machbar. § 3 (2) Aktiengesetz wäre wie folgt zu ergänzen: „Stellt das Unternehmen einen Antrag auf Widerruf der Börsenzulassung, so gelten §§ 191 ff. UmwG sinngemäß.“ Das sind keine komplizierten Änderungen, man muss sie nur wollen.

Es dürfte jetzt schon zahlreiche Anleger geben, die börsennotierte Aktien gekauft haben, die sie praktisch nicht mehr veräußern können, da sie an keiner Börse mehr gehandelt werden. Der durchschnittliche Anleger bekommt ein Delisting doch nur dann mit, wenn er alle Meldungen des Unternehmens verfolgt. Das ist nicht die Regel. Er wird zudem weder vom Unternehmen noch von der depotführenden Bank benachrichtigt. Viele Anleger dürften ein Delisting erst nach dem Vollzug bemerken, z.B. beim Lesen des Depotauszugs am Jahresende, wo dann der Kurs 0 auftaucht, oder bei einem angedachten Verkauf, der dann gar nicht möglich ist. Auf diese Anleger haben es unseriöse Anbieter abgesehen, die Kaufangebote im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichen, die von den Banken an die Depotinhaber weitergeleitet werden müssen. Dabei wird so gut wie immer erheblich weniger als der letzte Börsenkurs geboten. Es wird genügend Aktionäre geben, die solche Angebote annehmen, da sie anderweitig keine Käufer finden. So von allen Seiten hereingelegt, dürften die jegliches Interesse an weiteren Wertpapierkäufen verloren haben.

Bitte wirken Sie auf eine gesetzliche Lösung beim Delisting hin, die tatsächlich den Anlegerschutz stärkt. Der jetzige Vorschlag der Bundesregierung löst das Problem überhaupt nicht. Mit der Ausnahmeregelung wird auch noch das völlige Gegenteil des angedachten Ziels bewirkt.

Mit freundlichen Grüßen
Weltklasse Entertainment bei IMW. Die Börse HH hat den Handel wieder eingestellt. Da hat es wohl jemanden nicht gepasst, dass es neben dem Übernahmeangebot die attraktivere Lösung über die Börse gegeben hat und die Stücke dann in die falschen Hände geraten könnten. Pech für die, meine Hände hatten schon zugegriffen. Hätte gerne noch weiter gefischt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.377.832 von Andrija am 06.12.18 12:13:19
Spruchverfahren AXA Konzern
In dem Spruchverfahren zum Squeeze-out bei der AXA Konzern AG hat die sachverständige Prüferin, die NPP GmbH, eine auf den 15. Juni 2018 datierte, recht umfangreiche (124 Seiten + Anhang) "Ergänzende Stellungnahme" vorgelegt. Zu dieser konnten die Beteiligten bis November Stellung nehmen. Eine erstinstanzliche Entscheidung dürfte daher frühestens nächstes Jahr ergehen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 61.313.119 von arendts am 21.08.19 22:02:03
comdirect finanzblog award: Jetzt für SpruchZ - Spruchverfahren Recht & Praxis abstimmen!
Wer sich für Spruchverfahren interessiert, kann uns bei der Wahl des comdirect finanzblog awards unterstützen.

Neben zahlreichen anderen interessanten Blogs steht auch unser Blog zur Wahl. Über Ihre Stimme freuen wir uns.

https://community.comdirect.de/t5/Finanzblog-Award/Das-Votin…
Die 90% Schwelle benötigst Du beim so genannten ver­schmel­zungs­spe­zi­fi­schen Squee­ze Out. Diese Art von Squeeze Out stellt eine zusätzliche relative neue Möglichkeit des Ausschlusses von Minderheitsaktionären dar. Da werden also Unternehmen miteinander verschmolzen, was beim klassischen Squeeze Out nicht der Fall. Hier benötigt man nach wie 95%.
Zitat von bieraktionaer2: Hallo zusammen,

mal eine Frage...

Gibt es irgendwo eine Übersicht über Squeeze-Out-Deals, Spruchverfahren, etc.
Irgendeine Statistik, irgendwelche Daten, etc.?

Oder muß ich mir das selbst zusammensuchen? ;-)

Vielen Dank schonmal...



Die einzige Seite mit einem Grobüberblick, die ich kenne, kannst Du über folgenden Link aufrufen:

http://www.vzfk.de/spruchverfahren/laufende-spruchverfahren/…

Allerdings lässt die Aktualität zu wünschen übrig und auch der Informationswert ist beschränkt, da es keine Angaben zu bestehenden Abfindungsangeboten oder Garantiedividenden gibt. Zumindest kannst Du aber entnehmen, wo es Klageverfahren gibt, wobei auch hier zu sagen ist, dass eine Vielzahl der Unternehmen bereits von der Börse genommen worden sind.
Die Abfindung für ehemalige Contitech Aktionäre (Phoenix Aktionäre) WKN A0DN1L (603100) für Beherrschungsvertrag und Squeeze-out wird vergleichsweise um 3,50 plus Zinsen von 24,83 auf 28,33 erhöht.

(Die Erhöhung des Ausgleichs von brutto / netto 2,13/1,87 auf 2,39/2,10 ist nur der Form halber, da keine Ausgleichszahlungen fällig wurden.)

Die Zahlung soll mit Valuta 30.07.2012 erfolgen.

Siehe auch hier:
http://www.conti-online.com/generator/www/com/de/continental…
http://www.conti-online.com/generator/www/com/en/continental…
Das war gestern eine denkwürdige Veranstaltung vor dem LG München I in Sachen Spruchverfahren Süd-Chemie. Basisizinssatz von den Bewertungsprüfern nach oben manipuliert, Marktrisikoprämie zu hoch angesetzt (weil ausschließlich auf das aritmetische Mittel abgestellt worden war). Wachstumszuschlag mit 1% zu niedrig angesetzt, weil erhebliche Umsätze im Ausland erzielt werden. Daneben die Prognose des Vorstandes ohne nachhaltige Begründung nach unten gesetzt und hierdurch die Abfindung >20% nach unten manipuliert. Das kann teuer werden für Clariant.
SdK kritisiert den zunehmenden Trend, Nachbesserungsansprüche von
Aktionären nicht auszuzahlen



Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. weist auf einen
verhängnisvollen Trend zum Nachteil von Anlegern bei Abfindungsvorgängen
hin, die im Rahmen von Spruchverfahren überprüft und zu
Nachbesserungsansprüchen der betroffenen Aktionäre führen.

Nicht nur, dass Großaktionäre bei Abfindungs- und Umtauschvorgängen die zu
leistende Abfindungszahlung bzw. das Umtauschverhältnis zum Nachteil des
Streubesitzes zu niedrig ansetzen - nun versuchen sie offenbar, die von den
Gerichten im Rahmen eines Spruchverfahrens festgelegte
Nachbesserungszahlung an die betroffenen Streubesitzaktionäre zu umgehen.

Abfindungsvorgänge (z.B. im Rahmen eines Squeeze outs) werden auf Antrag
betroffener Anleger, u.a. der SdK, regelmäßig vor Gericht im Rahmen eines
Spruchverfahrens überprüft. Kommt das zuständige Gericht zu dem Ergebnis,
dass die Abfindungszahlung zu gering ausgefallen ist, erlässt es einen
Beschluss, wonach der Hauptaktionär den betroffenen Aktionären eine zu
verzinsende Nachzahlung auf den ursprünglichen Abfindungspreis zu bezahlen
hat. Üblicherweise ist zum Erhalt dieser Nachzahlung kein Zutun der
Aktionäre erforderlich. Der Beschluss wird samt Abwicklungshinweisen zum
Erhalt der Nachbesserung im Bundesanzeiger (www.bundesanzeiger.de)
veröffentlicht und der Hauptaktionär weist die Depotbanken über die
Clearingstelle an, die Nachbesserung direkt an die Aktionäre
auszubezahlen.

Offenbar setzen sich diesbezüglich zwei Vorgehensweisen der Großaktionäre
als Trend durch, die in ihrer Kombination für den Anleger verheerende
Folgen haben. Zum einen bringen die Großaktionäre den oben beschriebenen
Automatismus über die Clearingstelle nicht mehr in Gang und veröffentlichen
zum anderen trotz gesetzlicher Verpflichtung den Gerichtsbeschluss nicht
mehr im Bundesanzeiger. Anleger erhalten somit die Nachbesserungsansprüche
nicht mehr automatisch gutgeschrieben und erfahren mangels Veröffentlichung
nicht von dem gerichtlich festgesetzten Nachzahlungsanspruch, dem dann die
Verjährung droht.

Die SdK verurteilt diese Praxis, in der sich Großaktionäre auf Kosten der
Anleger in Form der nicht ausbezahlten Nachbesserungsansprüche bereichern.
Gleichzeitig ruft sie den Gesetzgeber auf, die Veröffentlichungspflicht auf
die beschließenden Spruchgerichte zu verlagern und eine gesetzliche
Verpflichtung der Depotbanken einzurichten, entsprechende
Nachzahlungsansprüche ihrer Depotkunden (gegen Kostenerstattung durch den
Nachzahlungspflichtigen) bei den Nachzahlungspflichtigen automatisch
einzufordern.

Aktuell ruft die SdK vom Squeeze out betroffene ehemalige Aktionäre der
Mainzer Aktien-Bierbrauerei AG und der HVB Real Estate Holding AG auf, die
ganz oder teilweise unter den oben beschriebenen Trend fallen, sich
hinsichtlich bestehender Nachzahlungsansprüche an die Hauptaktionäre der
Gesellschaften zu wenden. Gleiches gilt für ehemalige Aktionäre der
HamaTech AG, die 2009 auf die Singulus Technologies AG verschmolzen wurde.
Auch hier besteht seit Juli 2012 ein Anspruch auf Nachzahlung einer
Barkomponente auf die verschmolzenen Aktien. SdK Mitglieder können sich zum
Erhalt weiterer Informationen zu diesen drei Fällen per E-Mail an
info@sdk.org wenden.


München, den 7.1.2013
Antwort auf Beitrag Nr.: 44.038.818 von sparfuchs123 am 18.01.13 18:26:01Der gemeinsame Vertreter der außenstehenden Aktionäre ist in diesem Verfahren Herr Rechtsanwalt Markus Jaeckel.

Im Verfahren vor dem LG Stuttgart (32 O 12/08 KfH AktG) wurde durch Beschluss vom 02.09.2009 beim gerichtlich bestellten sachverständigen Gutachter Rölfs RP AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein schriftliches Gutachten in Auftrag gegeben, welches nun, datierend vom 12.12.2012, den Parteien zur Stellungnahme bis zum 15.04.2013 vorliegt.

Nach diesem Gutachten hat sich unter Berücksichtigung der laut Beweisbeschluss relevanten Erträge der EUWAX deren Unternehmenswert auf den Stichtag 29.06.2007 bezogen (= Tag der HV mit Beschlussfassung über den gegenständlichen BGAV) jedenfalls erhöht, was im Ergebnis - vorbehaltlich der noch ausstehenden Entscheidung des Gerichts - mit einer höheren Ausgleichszahlung und einer höheren Barabfindung einhergehen würde.
Antwort auf Beitrag Nr.: 44.092.828 von muschelsucher am 01.02.13 14:54:48Hoffe doch das ihr Spezis alle Hebel in Bewegung setzt um die gekauften zwei RA zu stoppen
Zitat von sparfuchs123: möglicherweise kommt bei der Digital Identification Solutions AG mittelfristig Abfindungsfantasie auf:

http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1119225-311-320/d…


Das ist ja eine richtige interessante Übernahmestory, weil der derzeitige Unternehmenswert zu großen Anteilen durch Cash unterlegt ist und das Unternehmen proftabel arbeitet. Die Spielchen von Matica sind natürlich eine Katastrophe und machen die Sache schwierig zu kalkulieren. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Sachkapitalerhöhung ist sicher gegeben.



Nachfolgend das Posting 320 von "Swiftnick", das die Geschehnisse um DISO gut zusammenfasst:

...ich habe einmal versucht (bei Fehldarstellungen bitte anmerken) die nicht unkomplizierte Sondersituation der DISO in Worte zu fassen, hier das Ergebnis:

Spezialwert/Sondersituation der Digital Identification Solution (kurz DISO, WKN A0JELZ)

Unternehmensbeschreibung siehe: http://www.digital-identification.com/page/view/key/company-…

Bewertung: Die aktuelle Marktkapitalisierung von ca. 9 Mio. € ist mit aktuell ca. 6 Mio. € Cash + einem 33,6% Anteil an der Matica Systems bereits komplett abgesichert.
Bedeutet: Die Firma mit einem Jahresumsatz von ca. 30 Mio.€ und positiven Earnings gibt es quasi umsonst!

Sondersituation Übernahme/Squeeze Out:
Erkennbares Ziel des italienischen Mehrheitsgesellschafters Matica ist die vollständige Übernahme der DISO. Nachdem zunächst ein 25,1 % -iger Anteil der Brockhaus Private Equity vergleichsweise teuer (geschätzt 4-5 €/Share) erkauft wurde, wurde der weitere Anteilserwerb mit allen bekannten Tricks vorangetrieben. Zunächst erfolgte eine Sacheinbringung eigener Anteile (33,6%). Das zugrunde liegende Bewertungsgutachten war natürlich mehr als schöngerechnet. Die ausgegebenen ca. 1 Mio. Aktien wurden mit 8 Mio. bzw. einem Kurs von 8,-€ pro Anteil bewertet. Gegen diese „Sacheinbringung“ gab es ein Sonderprüfungsantrag auf der vorletzten HV vom ehemaligen Vorstand Gerd Schäfer gegen dessen Ablehnung in diesen Tagen ein Klageverfahren vor dem Landgericht Stuttgart eröffnet wird. Hier steht jetzt Matica in der Beweislast.
Dennoch ist der eingebrachte Anteil natürlich mehr als den Nennwert wert, von mir geschätzt mind. 2 – 3 Mio.

Auf derselben vorletzten HV wollten die Italiener wiederum eine Ermächtigung für weitere Sacheinbringungen nach Schema F durchsetzen, sind allerdings an der Sperrminorität der „Schäfer-Gruppe“ knapp gescheitert.

Der nächste Schritt zur Anteilsaufstockung wurde mit einer operativ unnötigen Bar-KE inszeniert. Im Verhältnis 2:3 wurden bei Kursen um 5€ Anteile knapp über dem Nennwert zu 1,05€ ausgegeben und der Kurs dadurch natürlich brutal runtergeprügelt. Seit dieser KE hält Matica nun offiziell 66% (ohne mögliche Strohmänner, die sich aus dem Überbezug bedient haben könnten).
Zur unlängst stattgefunden a.o. HV wurde erneut versucht einen Sach-KE Vorschlag durchzubringen. Wiederum konnte die Schäfer-Gruppe mit ca. 27% das Vorgehen vereiteln.

Die Mehrheitsverhältnisse spiegeln gleichwohl noch das Bild vor der Bar-KE wieder, inwiefern sich die Position der Italiener für einen dritten Anlauf verbessert hat, vermag ich nicht zu sagen. In jedem Fall können sie es sich wohl kaum leisten einem größeren Käufer, als eine Art „weißer Ritter“, deutlich zu entgegnen. Aber das wäre jetzt wohl zu viel der Spekulation.
Vielmehr meine ich das einem erneuten Beschlussbegehren zur diesjährigen HV das sicher auch dann noch laufende Klageverfahren entgegen steht.

Nun zum Hintergrund der Matica: Die Firma wird von der Xenon Private Equity (mit luxemburgischen Hintergrundgeflecht) kontrolliert. Diese haben im letzten Jahr erst 10 Mio. in die Firma gesteckt. http://www.nortonrose.com/news/70746/norton-rose-advises-ita…
Von Private Equitys weiß man, dass diese eher einen überschaubaren Zeithorizont ihrer Investments bevorzugen. Da der DISO-Anteil das wesentliche Asset der Matica (auch bilanziell) ausmacht, ergo kaum vorstellbar, dass die Übernahme-Strategie des „Austrocknens“ ausgiebig erprobt wird.
Auch der erkennbare Imageschaden der DISO ggü. den Geschäftspartnern aus den fortlaufenden Querelen und Prozessen kann nicht im Interesse der Xenon sein. Ziel der Matica/DISO Verschmelzung ist schließlich das Entstehen eines bedeutenden europäischen Players in einem hochinteressanten Geschäftsfeld.

Aus dem vorgenannten Kontext gehe ich aktuell eher davon aus, dass recht zeitnah (auch ob des aktuell optisch fein darstellbaren Aufschlages zum Tageskurs bzw. GD) eine erste ÜN-Offerte ausgesprochen wird. Dieser Schritt hätte u.U. auch den Vorteil deutlich über die 75% zu kommen um ggf. die Mehrheitsverhältnisse für künftige HV-Beschlüsse zu sichern und man zudem auch Stücke über den Durst hätte, um den Kurs flach zu halten.

Je nach Fortgang könnte es dann entweder via Sach KE weitergehen oder, wenn zeitlich oder rechtlich aufgrund der Sonderprüfungsumstände nicht möglich, eine Einigung mit den restlichen freien Aktionären angestrebt werden. Hier kann ich mir nicht vorstellen, dass Gerd Schäfer ohne deutlichen Aufpreis abgibt, denn in einem alternativen Squeeze Out Verfahren zählt dann ohnehin der wahre Wert der DISO.

Mein Fazit: hochinteressante Übernahmespekulation mit einem, aufgrund des Unternehmenswertes, eingebauten Airbag für Anleger die bereit sind nötigenfalls auch 12-36 Monate zu halten. Die Performancechance von weit über 100% sollte gleichwohl die Wartezeit süß entschädigen.
Squeeze Out TA Triumph-Adler AG: LG Nürnberg-Fürth erhöht Abfindung von 1,90 auf 2,13 Euro
ich mach keinen SO mehr wenn Stuttgart zuständig ist, bringt einfach nix, wird ja alles abgebügelt

siehe Beru

und auch bei der Allianz Leben habe ich so langsam zweifel das da noch was kommt
Am Freitag lief das Übernahmeangebot für Primion aus. Zwei Werktage danach hat Azkoyen immer noch kein Ergebnis vermeldet. Ist das noch mit dem WpÜG konform, wo eine "unverzügliche" Mitteilung verlangt wird? Immerhin hatte einen Tag vor Ablauf der Frist Azkoyen Zugriff auf etwa 89,1%, kämpfte also mit der 90% Marke.
Terex Material Handling & Port Solutions AG: Terex Industrial Holding AG stellt Squeeze-out-Verlangen


Terex Material Handling & Port Solutions AG / Schlagwort(e): Squeeze-Out

24.07.2013 / 17:46



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Terex Industrial Holding AG stellt Squeeze-out-Verlangen

Die Terex Industrial Holding AG, Düsseldorf, hat dem Vorstand der Terex Material Handling & Port Solutions AG, Düsseldorf, heute das Verlangen gemäß § 327a AktG übermittelt, die Hauptversammlung der Terex Material Handling & Port Solutions AG über die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die Terex Industrial Holding AG als Hauptaktionär gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung beschließen zu lassen (sogenannter Squeeze-out). Der erforderliche Beschluss über den Squeeze-out soll in einer außerordentlichen Hauptversammlung der Terex Material Handling & Port Solutions AG gefasst werden, die voraussichtlich noch in diesem Jahr stattfinden wird.

Gemäß den vorgelegten Unterlagen hält die Terex Industrial Holding AG einen Anteil von mehr als 95% am Grundkapital der Terex Material Handling & Port Solutions AG und ist damit Hauptaktionärin der Gesellschaft im Sinne von § 327a Absatz 1 Satz 1 AktG.

Düsseldorf, 24. Juli 2013

Terex Material Handling & Port Solutions AG

Der Vorstand

Über Terex Material Handling & Port Solutions

Mit Demag Industriekranen und Krankomponenten ist Terex Corporation einer der weltweit führenden Anbieter von Krantechnologie. Die Kernkompetenzen des Geschäftsbereichs Terex Material Handling bestehen in der Entwicklung, Konstruktion und Herstellung technisch anspruchsvoller Krane, Hebezeuge und Komponenten sowie der Erbringung von Serviceleistungen für diese Produkte. Der Geschäftsbereich produziert in 16 Ländern auf fünf Kontinenten. Durch die Präsenz in über 60 Ländern werden Kunden in mehr als 100 Ländern erreicht.

Über Terex

Die Terex Corporation ist ein diversifiziert aufgestellter, global tätiger Hersteller des Maschinen- und Anlagenbaus. Kernaufgabe der Terex Corporation ist die Bereitstellung zuverlässiger, kundenorientierter Lösungen für zahlreiche Anwendungsbereiche wie z.B. Bau und Infrastruktur, Schifffahrt- und Transportunternehmen, die Gesteinsindustrie, Raffinerien, Energieversorger, kommunale Dienstleister und Fertigungsbetriebe. Terex berichtet in fünf verschiedenen Unternehmenssegmenten: Aerial Work Platforms, Construction, Cranes, Material Handling & Port Solutions und Materials Processing. Terex Financial Services bietet breite Unterstützung bei der Anschaffung von Terex-Maschinen. Auf unseren Webseiten: www.demagcranes.de und www.terex.com erhalten Sie weitere Informationen.

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Ende der Corporate News
DVB Bank ist ja auch so ein potentieller Squeeze Out-Kandidat. Da werden gerade mit engen Spread große Pakete herumgeschoben. Nach zwei Paketen zu 250T€ gab es jetzt noch einen Umsatz mit 1,2 Mio Euro!
Die Norddeutsche Steingut hat klamm und heimlich heute das Angebot an die freien Aktionäre veröffentlicht:
http://www.steuler-fliesen.com/Angebot-Norddeutsche/Steuler-…

Ich weiß gar nicht, warum die für die Erstellung des Angebots 6 Wochen benötigt haben. Man bietet 10,06 Euro an und weist explizit darauf hin, dass die Basis der 3-Monatsdurchschnittskurs ist und keine Unternehmensbewertung zur Festlegung des Angebotspreises statt gefunden hat.

Aktionärsstruktur: Der Pool um Steuler hält 87% der Aktien
Buchwert Nordd. Steingut: 16 Euro
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.364.111 von daPietro am 01.09.13 10:55:05ausser stuttgart lohnen alle

frankfurt fängt in letzter zeit auch an die meinung von stuttgart zu vertreten
Nein, das mußt Du Dir schon alles individuell selbst gestalten. Ich benötige pro Antrag zwischen 30 und 40 Stunden incl. dem Lesen der Gutachten. So etwas muß gut überdacht und ausgestaltet werden, denn sonst wird es teuer, sehr teuer für Dich, wenn Du eine Unzulässigkeit oder Abweisung vom Gericht bekommst.
Die Messlatte hat schon eine gewisse Höhe.
Zu ergänzen ist hinsichtlich des "Überspringens der Zulässigkeitshürde" dass auch zu diesem Punkt erhebliche Unterschiede in der Rechtsprechung existieren, je nach Gerichtsort.

So haben insbesondere in den letzten Jahren das LG und KG (= OLG) Berlin in einzelnen Fällen (z.B. KG, Beschl. v. 26.07.2012; 2 W 44/12 SpruchG) eine Unzulässigkeit eizelner Anträge angenommen, weil dort lediglich pauschale und formelhafte Einwendungen vorgetragen worden wären (Stichwort: "Anforderung an konkrete Bewertungsrüge"). Diesen - auch aus meiner Sicht - überspitzten Anforderungen der Berliner Richter an den Begründungsaufwand hat bspw. das LG München I (5. Kammer für Handelssachen) eine deutliche Absage erteilt. Dem ist zuzustimmen.

Natürlich versuchen jetzt zunehmend die jeweiligen Antragsgegner in Spruchverfahren, welche ja eh stets von einer überschaubaren Gruppe von Kanzleien vertreten werde, unter Bezugnahme auf diese - aus meiner Sicht unhaltbare - Rechtsprechung des LG/KG Berlin einzelne Antragsteller mit dem "Argument" der unzureichenden Begrundung des Antrags aus dem Verfahren "rauszuschießen". Soweit ersichtlich hat dieses Vorgehen bislang keinen fruchtbaren Boden gefunden.

Aber eine gewisse Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Bewertungsgutachtens/Prüfungsberichts (zumindest zu einzelnen Punkten) ist für den Antragsteller (bzw. seinen Anwalt) tatsächlich unerlässlich.
Aus dem Bundesanzeiger:

F.X. Meiller Beteiligungs-GmbH
München
Bekanntmachung eines gerichtlichen Vergleichs im Spruchverfahren „Rathgeber AG“
Beschluss des Landgerichts München I vom 01.10.2013, Az.: 5 HK O 21451/12
Präambel:

Die Hauptversammlung der Rathgeber AG vom 19.6.2012 fasste den Beschluss, die Aktien der Minderheitsaktionäre auf die Hauptaktionärin F.X. Meiller Beteiligungs-GmbH gegen eine Barabfindung in Höhe von € 1.385,-- je Stückaktie zu übertragen. Der Beschluss wurde am 31.7.2012 in das Handelsregister eingetragen. Zwischen diesen beiden Gesellschaften besteht seit 2003 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag

Insgesamt 14 Antragsteller – unter anderem Prof. Dr. Ekkehard Wenger, Fritz Bäßler, Dipl. Jur. Markus Jaeckel, Anton Bichlmeier, Norbert Kind, Milaco GmbH, CIA Consulting Investment Asset Management GmbH, SCI AG, Vereinsbrauerei zu Zwickau AG i.L., Metropol Vermögensverwaltungs- und Grundstücks-GmbH und Actienbrauerei Gohlis AG i.L. – haben ein Spruchverfahren beim Landgericht München I zur Festsetzung einer angemessenen Barabfindung eingeleitet. Zur Begründung berufen sie sich vor allem darauf, die Planansätze seien gerade in Bezug auf die angenommenen Mieten und Mietsteigerungen deutlich zu niedrig, die Kosten für die Errichtung eines Gebäudes sowie den Finanzierungszins mit 3,25 % dagegen überhöht. In der Ewigen Rente müsse es gerade bei den Instandhaltungsaufwendungen zu Korrekturen zugunsten der Aktionäre kommen. Der Liquidationswert sei angesichts der Baulandpreise, stiller Reserven und der Situation am Münchner Immobilienmarkt deutlich höher anzusetzen. Über die Kapitalisierung der Ausgleichszahlung komme es angesichts eines fehlerhaft ermittelten Kapitalisierungszinssatzes zu einer deutlich höheren Abfindung.

Die Antragsgegnerin hält den in der Hauptversammlung festgesetzten Abfindungsbetrag je Aktie für angemessen. Die Planung der Mietzinsentwicklung wie auch der Kosten entspreche den Gegebenheiten in Moosach und berücksichtige die Vorgaben der Landeshauptstadt München über sozial gebundenen Wohnungsbau auf dem Areal. Über den Liquidationswert könne angesichts der sachverständigen Begutachtung des Grundstückswerts im Vorfeld der Hauptversammlung eine höhere Abfindung nicht erreicht werden. Der Kapitalisierungszinssatz sei sachgerecht in Anwendung kapitalmarktorientierter Modelle ermittelt worden.

Auf Vorschlag des Gerichts schließen die Beteiligten unter Aufrechthaltung ihrer jeweiligen unterschiedlichen Rechtsauffassungen zur Angemessenheit der Barabfindung folgenden
Vergleich:
I.
1.

Die gezahlte Barabfindung von € 1.385,-- je Stückaktie wird auf € 1.708,-- je Aktie erhöht. Der Erhöhungsbetrag von € 323,-- ist seit dem Tag der Hauptversammlung, also ab dem 19.6.2012, mit jährlich 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz zu verzinsen.
2.

Die sich aus Ziffer I. 1. ergebenden Zahlungsverpflichtungen sind unverzüglich und unaufgefordert durch die Antragsgegnerin zu erfüllen. Bereits geleistete Zahlungen sind anzurechnen.
3.

Die Erfüllung aller sich aus den vorstehenden Regelungen ergebenden Nachzahlungsverpflichtungen ist für die ehemaligen Aktionäre der Rathgeber AG kosten-, provisions- und spesenfrei.
II.

Dieser Vergleich wird mit seiner Feststellung durch Beschluss gemäß § 11 Abs. 4 Satz 2 SpruchG wirksam. Mit der Feststellung ist das gerichtliche Spruchverfahren beendet. Der gemeinsame Vertreter stimmt dem Vergleich zu und verzichtet auf das Recht zur Fortführung des Verfahrens gemäß § 6 Abs. 3 SpruchG.
III.

Dieser Vergleich wirkt für alle ehemaligen außenstehenden Aktionäre der Rathgeber AG. Er stellt insoweit einen echten Vertrag zugunsten Dritter dar (§§ 328 ff. BGB).
IV.

[…]
V.
1.

Mit der Erfüllung dieses Vergleichs sind alle Ansprüche der Antragsteller und der ehemaligen Aktionäre sowie des gemeinsamen Vertreters der ehemaligen Aktionäre, gleich welcher Art und gleich welchen Rechtsgrunds im Zusammenhang mit dem Spruchverfahren sowie etwaige Ansprüche nach § 327 b Abs. 2 2. Hs. AktG, erledigt und abgegolten.
2.

Dieser Vergleich enthält sämtliche Abreden der Beteiligten, die zur Beilegung des Spruchverfahrens getroffen wurden. Weitere Absprachen wurden nicht getroffen. Soweit solche noch zu treffen wären, bedürfen sie der Schriftform. Die Antragsgegnerin versichert, dass im Zusammenhang mit diesem Vergleich den Antragstellern und/oder ehemaligen Aktionären der Rathgeber AG keine Sondervorteile gewährt, zugesagt, oder in Aussicht gestellt worden sind.
3.

Sollte eine Bestimmung dieses Vergleichs unwirksam sein oder werden, wird dadurch die Gültigkeit seiner übrigen Bestimmungen nicht berührt. Statt der unwirksamen Bestimmung gilt die gesetzlich zulässige Regelung, die dem in der unwirksamen Bestimmung zum Ausdruck kommenden Sinn und Zweck wirtschaftlich am Nächsten kommt.
4.

Gerichtsstand für etwaige Streitigkeiten aus diesem Vergleich ist München.
VI.

Die Antragsgegnerin verpflichtet sich, diesen Vergleich auf ihre Kosten seinem wesentlichen Inhalt nach unverzüglich in der nächst erreichbaren Ausgabe des elektronischen Bundesanzeigers, einem börsentäglich erscheinenden Börsenpflichtblatt (nicht jedoch in dem Druckerzeugnis „Frankfurter Allgemeine Zeitung“) sowie der Internetplattform „SmallCapIdeas“ (www.sci-ag.de) bekannt zu machen.
II.

Der Geschäftswert wird auf € 200.000,-- festgesetzt.
III.

Der Termin zur Verkündung einer Entscheidung vom 30.12.2013 wird aufgehoben.
Gründe:
1.

Die Entscheidung über die Feststellung des Vergleichsinhalts hat ihre Grundlage in § 11 Abs.4 SpruchG.
2.

Der Geschäftswert und der Gegenstandswert des Vergleichs waren aufgrund von § 15 Abs. 1 Satz 2 2. Hs. SpruchG festzusetzen.
3.

Da das Spruchverfahren durch den Vergleich beendet ist, konnte der Termin zur Verkündung einer Entscheidung aufgehoben werden.

Dr. Krenek, VorsRi LG



im Oktober 2013

F.X. Meiller Beteiligungs-GmbH

Die Geschäftsführung


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