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Antwort auf Beitrag Nr.: 59.244.076 von Anubisra100 am 18.11.18 18:39:58
Zitat von Anubisra100: Noch ein trost zum Abschluss für Anleger die dick im minus sind aber hoffen können dass am Ende mit Gewinne rausgehen! Ein bekannter der auch gerne an der Börse spielt. schenkte im Frühjahr seiner Geliebte ein Ferrari 458 Cabrio für über 200.000euro!versichern sollte Sie es aber selber.die willige dralle blondine tat es auch .als Wochen später zu schnell in einer Kurve fuhr und der Ferrari ,nachdem ein Baum intensiv umarmte küsste so klein wie ein Fiat 500 war ,dachte mein bekannter sich nichts dabei weil ja vollkasko versichert war!leider hatte die dralle Blondine, die leider überlebte nur Haftpflicht abgeschlossen um zu sparen!so kann man 200.000 euro verbrennen da restwert kaum der Rede Wert war.hätte er die 200.000 in Bayer investiert könnte hoffen am Ende mehr zu BEKOMMEN!schönen Sonntag


Was ein hinrissiger Kommentar, der über viele Charaktereigenschaften vermuten lässt.

1. Wenn man etwas verschenkt, kann man nichts verlieren, weil es einem nicht mehr gehört.
2. Jemanden den Tod zu wünschen, weil er einen Fehler macht ist krank.
3. Börse ist nicht da um zu spielen. Wenn du es als Spiel ansiehst, würde ich dir raten eine Therapie zu machen.
4. Wenn man jemanden liebt, spielt Geld keine Rolle, es sei denn man ist oberflächlig oder Geldsüchtig.
Handelsblatt zum 04.06.2016
´n Abend,

ich stelle die Artikel aus dem morgigen HB mal hinein. Viel Spaß beim Lesen ;)

Gruß
OnlyForMoney

1)
Monsanto-Übernahme

Hochzeit auf dem Acker
Es ist das Endspiel in der Agrochemie: Bei der Übernahme von Monsanto geht es für Bayer-Chef Werner Baumann auch um das Überleben des eigenen Konzerns. Ein Blick hinter die Kulissen des größten Deals der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Von Bert Fröndhoff, Siegfried Hofmann und Sven Afhüppe

Daheim im ruhigen Krefeld zieht sich Werner Baumann gerne in die Garage seines Einfamilienhauses zurück. Er greift nach Holz, Säge, Bohrmaschine und Werkzeugkoffer und baut etwas. Das sei für ihn die beste Form der Entspannung, erzählt der Bayer-Chef. Nicht selten entsteht so ein komplettes Möbelstück. Doch Baumann träumt von mehr: "Ich kann mir vorstellen, auch ein ganzes Haus selber zu bauen."

Auch als Bayer-Chef ist Baumann Visionär. Für 62 Milliarden Dollar will er den US-Saatgutspezialisten Monsanto übernehmen und zum Weltmarktführer in der Agrochemie aufsteigen. Es wäre die größte Übernahme in der deutschen Nachkriegsgeschichte, ein Jahrhundertdeal. Selbst die "Hochzeit im Himmel" der Autohersteller Daimler und Chrysler fiel mit 43 Milliarden Euro deutlich kleiner aus. Doch die transatlantische Auto-Mesalliance taugt durchaus als Warnung. Denn auch die Übernahme des umstrittenen US-Konzerns Monsanto ist kein Selbstläufer. Es hagelt Kritik - von Bauernverbänden, von Nichtregierungsorganisationen und von Investoren.

In seiner Krefelder Garage ist Baumann in diesen Tagen nicht zu finden. Er jettet um die Welt, um den Milliarden-Deal zu erklären. Ende vergangener Woche war er in London, am Montag in Paris, Dienstag ging es weiter nach Boston und New York. Den großen institutionellen Investoren aus dem angelsächsischen Raum gehört annähernd die Hälfte der Bayer-Aktien.

Viele Investoren sind geschockt, die Flucht aus der Bayer-Aktie ist massiv: Zwölf Milliarden Euro Börsenwert hat Bayer seit dem 11. Mai verloren, als die ersten Gerüchte über die Offerte aufkamen. Noch vor vier Wochen war Bayer nach Marktkapitalisierung das wertvollste deutsche Unternehmen, heute rangiert der Konzern nur noch auf Platz vier, hinter SAP, Siemens und Telekom.

Wie aufgebracht manche Investoren sind, zeigt die Reaktion von John Bennett, Fondsmanager von Henderson Global Investors. Die Arbeit von Baumanns Vorgänger Marijn Dekkers sei in "Stücke gerissen worden", schimpft er. Solche Rückmeldungen bekommt Baumann immer wieder von enttäuschten Anlegern, die glaubten, ihr Geld in einen Pharmakonzern investiert zu haben und wenig begeistert sind von dem neuen Schwerpunkt in der Agrochemie.

Der Frust geht so weit, dass einige angelsächsische Fonds ihr Engagement infrage stellen, wie aus Finanzkreisen zu hören ist. Eine Umfrage des amerikanischen Brokerhauses Bernstein unter 45 Bayer-Investoren ergab: Nur sieben Prozent halten einen Monsanto-Kauf für den richtigen Schritt.

Baumann hält dagegen. Die Übernahme biete eine "attraktive Wachstumsperspektive", sagte er dem Handelsblatt und unterstrich: "Größe ist kein Wert an sich. Monsanto passt vom Geschäft her einfach perfekt zu Bayer." Noch hat seine Überzeugungsarbeit bei den Anlegern nicht gezündet: Der Aktienkurs verharrt seit Tagen bei 86 Euro.

In der Monsanto-Zentrale in St. Louis, tief im Mittleren Westen der USA, herrscht ebenfalls Funkstille. Nur ein kurzes Telefonat soll es zwischen Baumann und Monsanto-Chef Hugh Grant in den vergangenen Tagen gegeben haben.

"Der Kaufpreis, den wir angeboten haben, stellt einen attraktiven und sicheren Wert für die Aktionäre von Monsanto dar", sagte der Bayer-Chef dem Handelsblatt. Er geht davon aus, dass der geplante Milliarden-Deal "kein Sprint, sondern eher ein Marathon wird".

Das Ende dieses Langstreckenlaufs ist offen: ein Sieg, mit dem der neue Chef gleich nach Amtsantritt die Zukunft des Konzerns sichert, oder eine finanzielle und strategische Krise, aus der das Unternehmen schwer herauskommen wird.

Der 53-jährige Bäckersohn Werner Baumann aus Krefeld kennt die Risiken. Verärgerte Investoren sind längst nicht das einzige Problem für ihn.

Die deutsche Öffentlichkeit ist irritiert: Was will der angesehene Forschungskonzern mit Monsanto, dem vielleicht meistgehassten Unternehmen der Welt? Einer Firma, die als größter Produzent von gentechnisch veränderten Pflanzen und Sinnbild einer industrialisierten Landwirtschaft ständige Zielscheibe von Umweltaktivisten weltweit ist. Schon jetzt machen sie gegen den Deal mobil. Monsanto produziert auch das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, das weiterhin in Verdacht steht, krebserregend zu sein.

In den USA wird Baumann nicht wärmer empfangen. Die Bauern fürchten die Macht des neuen Agrochemieriesen. "Wir erleben eine Fusionsmanie unter den Saatgutherstellern, und Kleinbauern tragen die Kosten", sagt Chandler Goule von der amerikanischen National Farmers Union. Er sorgt sich, dass Bayer/Monsanto und das andere neue Agrarchemie-Schwergewicht Dow/Dupont künftig die Preise diktieren könnten.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Bayers Pläne die US-Politik erreichen und in den Wahlkampf gezogen werden. Noch haben die Kontrahenten um das US-Präsidentenamt das Thema nicht für sich entdeckt. Doch kommende Woche endet die Sitzungspause des Parlaments. Dann, glaubt Goule, werden die ersten Abgeordneten die Übernahmeschlacht aufgreifen. Schon jetzt wenden sich Farmer in den USA besorgt an ihre lokalen Repräsentanten. Darf Amerika seinen größten Saatgutproduzenten in europäische Hände geben?

Wer Baumann in diesen Tagen spricht, erlebt einen entschlossenen, aber auch nachdenklichen Manager. Einen, der weiß, dass schon ein kleiner Fehler die Übernahme gefährden kann. Für Baumann ist die Situation auch deshalb so heikel, weil er erst seit gut vier Wochen Vorstandschef von Bayer ist. Weil er nicht gleich zu Beginn seiner Amtszeit ein Debakel erleben will, hat er die Chancen und Risiken intensiv analysiert, immer wieder. Die angestrebte Transaktion sei das Ergebnis einer gründlichen Prüfung, hat er den Bayer-Mitarbeitern in einem internen Schreiben erklärt.

Der Bayer-Chef ist so überzeugt, dass er den Anteilseignern schon jetzt steigende Gewinne in Aussicht stellt. "Die Transaktion soll den Bayer-Aktionären bereits im ersten vollen Jahr nach der Übernahme einen positiven Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich bringen, im zweistelligen Prozentbereich danach", sagt er dem Handelsblatt. Ein mutiges Versprechen.

Wer verstehen will, warum Baumann all die Risiken für Bayer und für sich als junger CEO in Kauf nehmen will, der muss tief in den Konzern blicken, der sich gerade erst neu formierte und bald schon wieder zur Großbaustelle werden könnte.

Als Bayer am 20. Mai erstmals das Übernahmeangebot an Monsanto bestätigte, war nicht nur die Finanzwelt verblüfft. 62 Milliarden Dollar als erstes Angebot für den Saatgutkonzern - das hatte niemand dem gerade erst angetretenen Chef zugetraut. Denn der hatte Mitarbeiter und Öffentlichkeit zuvor auf eine weiterhin eher unspektakuläre Zukunft der Bayer AG eingestellt. Bei einem Dinner mit Journalisten im Bayer-Casino am 11. April sagte er noch: "Das Thema des Unternehmens ist Evolution statt Revolution. Erwarten Sie nicht, dass sich Bayer in eine andere Richtung entwickeln wird."

Gerade erst hat Bayer die Kunststofftochter Covestro abgestoßen und sich eine neue Konzernstruktur gegeben. Bayer präsentiert sich seit Jahresbeginn als Life-Science-Konzern, fokussiert auf Pharma- und Pflanzenschutz.

Der Umbau war ein Kraftakt, wie ihn Bayer zuletzt 2001 erlebte, umgesetzt binnen eineinhalb Jahren. "Ein Unternehmen unserer Größenordnung häutet sich nur alle zehn bis 15 Jahre", erläuterte Baumann, der langjährige Finanz- und Strategievorstand von Bayer, und signalisiert: Weiter so! Es bleibt, wie es ist.

Alles nur ein Bluff?

Hundert Meter neben dem Casino, an der Kaiser-Wilhelm-Allee in Leverkusen, brüten in der Konzernzentrale die Bayer-Experten für Fusionen und Übernahmen schon zu diesem Zeitpunkt längst über einem brisanten Konzept. Die Manager loten seit Monaten eine Offerte für den amerikanischen Saatgutspezialisten Monsanto aus.

Eine Woche später, am 18. April, kommt Monsanto-Chef Hugh Grant nach Leverkusen in die Bayer-Zentrale. Er weiß, dass Bayers Agrargeschäft und Monsanto gut zusammenpassen und würde die Bayer-Sparte gern selbst übernehmen. Doch das Gespräch verläuft anders, als der Amerikaner erwartet hatte. Er testet die Verkaufsbereitschaft von Bayer - doch die Leverkusener drehen den Spieß um. Drei Wochen später liegt die Übernahmeofferte auf dem Tisch des Amerikaners.
Die Konzerne belauern sich

Verhandlungen zwischen Monsanto und Bayer haben eine lange Geschichte. Bereits vor gut fünf Jahren habe der damalige Bayer-Chef Marijn Dekkers zusammen mit Aufsichtsratschef Werner Wenning einen Einstieg beim US-Konkurrenten geprüft, heißt es in Konzernkreisen. Auch Dekkers hatte da gerade erst als Vorstandsvorsitzender begonnen, schon damals hieß der Monsanto-Chef Hugh Grant. Doch Dekkers ließ die Finger von dem komplexen Milliardendeal. Dennoch sei der "strategische Dialog" nie abgebrochen, heißt es weiter.

Mit seinem Namensvetter aus dem Filmbusiness hat Monsanto-Chef Hugh Grant wenig gemeinsam. Der gebürtige Schotte ist nicht der charmante und feingliedrige Typ, er ist bullig und extrem selbstbewusst. Schließlich hat er Monsanto von einer Klitsche mit Pleitegefahr zum weltgrößten Anbieter von Saatgut gemacht. Die ewigen Angriffe gegen ihn und gegen den Konzern hält der bekennende Optimist aus. "Was wir machen, ist gut", sagt er stoisch.

Was ihn mehr sorgt, ist Monsantos Schwäche. Agrochemiekonzerne müssen die Landwirte künftig rundum versorgen können und brauchen dafür Größe, davon ist er überzeugt. Monsanto hat jede Menge Saatgut, doch es fehlen Pflanzenschutzmittel im Portfolio. Zum dritten Mal binnen vier Jahren klopft er im Frühjahr 2015 beim weltgrößten Pflanzenschutzanbieter Syngenta zwecks Übernahme an. 43 Milliarden Dollar bietet Monsanto für die Schweizer.

Grant verbeißt sich ein weiteres Mal an der Übernahme, scheitert am Widerstand der Schweizer. Doch eines hat er bewirkt: In der Agrochemiebranche, in der sich die sechs großen Anbieter stets belauern, ist die Tür für die nächste Runde an Übernahmen und Fusionen nun weit aufgestoßen. Jeder spricht mit jedem.

Monsanto aber bleibt auch beim nächsten Spielzug außen vor. Die US-Chemiekonzerne Dow Chemical und Dupont kündigen im Dezember ihre Fusion an und wollen aus ihren Agrochemiesparten einen neuen Weltmarktführer schaffen. Wenige Wochen später verkündet Syngenta den Verkauf an den chinesischen Staatskonzern Chemchina für rund 47 Milliarden Dollar.

Jetzt sind nur noch Monsanto, Bayer und BASF übrig. Im Bayer-Vorstand beschreibt man die neue Situation als "fragiles Marktgleichgewicht". Grant hat es schon länger auf den Leverkusener Konzern abgesehen. Immer wieder tauchen an der Börse Gerüchte auf, dass die Amerikaner die Bayer-Division Crop Science kaufen wollen.

In Leverkusen liegen die Grundzüge für einen Zusammenschluss mit Monsanto schon länger in der Schublade der M&A-Spezialisten. Die sechs großen Agrochemieanbieter weltweit kennen sich gut, forschen gemeinsam an Saatgut und neuen Pflanzenschutzmitteln oder vermarkten sogar gemeinsam Produkte. Die Idee einer noch tieferen Integration ist stets präsent.

Es ist ein verschlossener Kreis, in den so schnell kein neuer Wettbewerber eindringen kann. Denn die Entwicklung neuer Agrarprodukte ist teuer, die Zulassungsverfahren sind aufwendig und kosten viel Geld. Ein Geschäft, wie es sich der neue Bayer-Chef wünscht. "Wir investieren in profitable Märkte mit starkem Wachstum, in denen es hohe Eintrittsbarrieren gibt und in denen wir Größe aufbauen können", so beschrieb Baumann beim Amtsantritt seine Strategie.

Dass Bayer im Endspiel um die Marktmacht nicht verlieren will, hat der Konzern schon vorher klargemacht. Wenn sich die Branche auf nur noch vier statt sechs Großanbieter verkleinert, werde Bayer "auf jeden Fall dabei sein", sagte Liam Condon, Chef der Bayer-Division Crop Science, im Dezember dem Handelsblatt. Experten aus der Branche unterstreichen: Jetzt sei die wohl letzte Gelegenheit, sich extern groß zu verstärken.

Die Gelegenheit ist da, die Logik ist gegeben - doch das ist nicht die einzige Überlegung an der Firmenspitze von Bayer. Es wächst die Furcht, dass Monsanto sich mit einem Pharmahersteller zusammentun könnte, um die Leverkusener komplett zu übernehmen und anschließend aufzuspalten. "Diese Bedrohung ist ein realistisches Szenario", heißt es in Konzernkreisen. Bayer hat sich mit seiner jüngsten Neuordnung auch anfälliger für Übernahmen gemacht - die Kunststofftochter ist bereits ausgegliedert und an der Börse.

Am 22. Mai gibt der Aufsichtsrat grünes Licht für die Übernahmeofferte. Baumann weiß Aufsichtsratschef Werner Wenning hinter sich, der eng in alle wesentlichen Entscheidungen eingebunden ist. Baumanns Vorgänger Dekkers, so ist im Konzern zu hören, sei nicht gegen den Deal. Sein früher als geplant erfolgter Abtritt als Bayer-Chef machte aber den Weg frei: Baumann soll die größte Übernahme eines deutschen Konzerns von Beginn an alleine schultern.

Der neue Bayer-Chef schnürt ein Paket, das Stärke demonstrieren soll: 122 Dollar pro Monsanto-Aktie in bar. Dem Monsanto-Management lasse dies nur wenig Spielraum für weitere Manöver, kommentiert John Colley, Professor an der Warwick Business School und Spezialist für Unternehmensübernahmen. Eine Offerte komplett in bar und mit einem Aufschlag von mehr als 40 Prozent auf den Monsanto-Kurs vor der Ankündigung - dagegen kann Hugh Grant bei seinen Aktionären nur schwer argumentieren. Dass Monsanto das Angebot umgehend abgelehnt hat, gehört zum Spiel.

Der verblüffende Vorstoß von Bayer ist eine vielfache Wette: Darauf, dass die schwierige Integration eines komplexen US-Konzerns gelingt. Auf den Siegeszug der Gentechnik in der Ernährung. Auf das Vertrauen der Investoren in die Strategie. Auf die Kraft, aus dem Geschäft so viel herauszuholen, dass der Konzern finanziell stabil bleibt.

Hinter dem Deal steckt mehr als nur eine gute Gelegenheit. Der neue Bayer-Chef will die Kräfte im Konzern neu austarieren. Verdienen lässt sich im Pharmageschäft wie in der Agrochemie bestens. Doch zugleich steigen in beiden Industrien auch die Risiken. Und die will die die Bayer-Führung im Konzern besser verteilen.
Der Wert des Kreuzes

Wer mit dem Zug von Düsseldorf nach Köln fährt, kommt am Wahrzeichen von Leverkusen vorbei: dem 120 Meter hohen Bayer-Kreuz aus 1 710 Glühlampen, nachts weithin in der Region zu sehen. Das Kreuz ist das Markenzeichen des Konzerns, noch immer hängt es über vielen Apotheken als Werbung, es prangt auf bekannten Arzneien wie Aspirin und neuen Wachstumsbringern wie dem Gerinnungshemmer Xarelto. Bayer, Deutschlands größter Pharmakonzern, so kennt man die Leverkusener seit Jahrzehnten in aller Welt.

Vorstandschef Dekkers warb zwar intensiv für die integrierte Life-Science-Strategie, also Pharma und Pflanzenschutz. Doch für viele Beobachter schien ausgemacht, dass der Schwerpunkt weiter auf dem Geschäft mit Arzneien liegen würde. Die Pharmasparte war schließlich der große Gewinn- und Wachstumstreiber in der Ära Dekkers. Erfolgreiche Mittel wie Xarelto oder das Augenmittel Eylea lieferten hohe Gewinnmargen. Die Börse bejubelte den Erfolg. Zwischen 2011 und 2015 verdoppelte sich der Bayer-Kurs.

Die Investoren hätten in den vergangenen Jahren vor allem wegen des Pharmageschäfts in Bayer investiert, nicht wegen der Agrochemie, heißt es beim US-Brokerhaus Bernstein. Die Erwartung vieler Anleger war unterschwellig, aber spürbar: Längerfristig werde der Leverkusener Konzern letztlich den gleichen Weg wie Novartis, Sanofi oder Astra Zeneca gehen und zum reinrassigen Pharmakonzern mutieren.

Kein Wunder also, dass die Offerte für Monsanto für viele Investoren geradezu ein Schock ist. Nun marschiert der Konzern in eine ganz andere Richtung als erwartet. Die Gewichte werden sich dramatisch verschieben. Das Agrogeschäft wird im neuen Bayer-Konzern deutlich größer sein als Pharma und Consumer Health (verschreibungsfreie Mittel) und zum größten Teilbereich mit künftig etwa 50 Prozent Umsatzanteil anschwellen.

Nicht nur bei den Investoren, auch unter den Mitarbeitern in den beiden Gesundheitsdivisionen ist eine Furcht groß: Hat Bayer nach einem Monsanto-Deal überhaupt noch finanzielle Kraft, das Pharmageschäft weiterzuentwickeln? 41 Milliarden Euro Schulden lastet sich Bayer mit dem Deal auf. Konzernweite Sparprogramme drohen, wenn die Monsanto-Übernahme nicht schnell genug die erhofften Synergien bringt. Den Mitarbeitern hat Bayer-Chef Baumann zumindest versprochen, dass "wir keines unserer Geschäfte verkaufen müssen".

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat billigten die Monsanto-Offerte "nur mit einigen Bauchschmerzen". Der Bayer-Vorstand sicherte ihnen in einem Abkommen schriftlich zu: Rationalisierungsmaßnahmen zur Finanzierung der Akquisition werden in Deutschland nicht stattfinden.

Baumann will von Einschränkungen für die anderen Divisionen nichts wissen. "Wir werden alle unsere Geschäftsbereiche durch Investitionen und organisches Wachstum stärken - so zum Beispiel durch Investitionen in Forschung und Entwicklung wie auch in unsere Standorte", sagt er dem Handelsblatt. Aber Baumann weiß auch, dass der Spielraum für weitere Zukäufe beschränkt bleibt in den nächsten Jahren.

Das wäre nicht weiter bedenklich, wenn die Pharmasparte auch künftig der Selbstläufer bliebe, der sie in den vergangenen Jahren war. Doch daran zweifeln mittlerweile nicht nur Analysten - auch im Bayer-Management ist man sich der Gefahren durch Patentabläufe und Forschungsflops bewusst.
Schwächelt Pharma?

Das Herstellen von Arzneien ist wohl eines der risikoreichsten Vorhaben überhaupt. Es werden Milliardenbeträge in die Suche nach Wirkstoffen gesteckt, weitere Milliardenbeträge verschlingt die Entwicklung und Erprobung eines Stoffs bis zu seiner Zulassung. Bis zum Schluss kann das Projekt scheitern - und das Pharmaunternehmen mit leeren Händen dastehen.

Bayer hat in diesem Geschäft ein gutes Händchen bewiesen. Nach der Übernahme von Schering im Jahr 2006 füllte sich die Pipeline an aussichtsreichen neuen Wirkstoffen. Vorstandschef Dekkers intensivierte ab 2011 vor allem Marketing und Vertrieb im Pharmageschäft. Mit Erfolg: Die Sparte ist in den vergangenen vier Jahren um mehr als ein Drittel gewachsen, und damit deutlich stärker als die Branche.

Und noch immer brummt das Bayer-Pharmageschäft. Im ersten Quartal steigerte die Sparte ihren Umsatz währungsbereinigt um zwölf Prozent. Die Neuentwicklungen der letzten Jahre sorgen weiter für Schwung.

Doch schon jetzt ist absehbar: Für Bayer wird es sehr schwer, diesen Erfolg auch ins nächste Jahrzehnt zu tragen. Denn der Konzern steuert auf ein Problem zu, das in der Branche "Patent Cliff" genannt wird. Vom Jahr 2020 an verlieren die heutigen Wachstumstreiber wie Xarelto, Eylea und das Krebsmittel Nexavar ihren Patentschutz. Dann kommen Konkurrenten mit Kopien auf den Markt, die Preise purzeln und damit die Gewinne des Original-Herstellers.

Für Xarelto zeichnet sich schon jetzt stärkerer Wettbewerb durch das Konkurrenzprodukt Eliquis von Bristol-Myers und Pfizer ab, das wesentlich stärker zulegt. Im Markt für Bluter-Medikamente wird das umsatzstarke Bayer-Mittel Kogenate in den nächsten Jahren womöglich durch Neuentwicklungen von Firmen wie Biogen, Roche und Baxalta gebremst.

Der Blick der Branche richtet sich daher immer mehr darauf, ob Bayer attraktiven Nachschub aus den Labors liefern kann. Und dabei kann der Konzern noch nicht überzeugen.

Als Bayer im April den Analysten seine Pharmaforschung präsentierte, gab die Aktie anschließend um zwei Prozent nach. Die Investmentbank Credit Suisse monierte, dass der Konzern wichtige Projekte fallen gelassen habe und die Entwicklungspipeline ohnehin dünn sei. Bayer widersprach: Es sei normal, dass die Pipeline regelmäßig auf die aussichtreichsten Projekte fokussiert werde

Der Konzern stellt nun Projekte aus den frühen Forschungsphasen stärker heraus. Ob sie die aktuellen Blockbuster ersetzen können, ist heute nur schwer zu erkennen. Dazu kommt: In aussichtsreichen Therapiegebieten wie Rheuma, Multiple Sklerose, Diabetes oder neurologischen Erkrankungen ist Bayer forschungsmäßig praktisch nicht mehr vertreten. Auch in der Immuntherapie, dem vielversprechendsten Feld der Krebsforschung, hat Bayer kaum etwas zu bieten.

Viele Analysten sehen den Konzern daher vor der Herausforderung, dass er seine Pharmapipeline durch weitere Zukäufe und Allianzen stärken muss - und fürchten, dass er die dazu nötige Flexibilität mit dem riesigen Monsanto-Deal verliert. "Es wäre besser, wenn Bayer noch ein wenig Spielraum für ergänzende Akquisitionen im Pharmabereich behalten würde", sagt Markus Manns, Fondsmanager bei Union Investment.

Ein Ende des Pharmabooms würde Bayer empfindlich treffen. Und dieses Szenario, so ist aus dem Konzern zu hören, sei ein Motiv für den Griff nach Monsanto. Eine Agrochemiesparte als unangefochtener Weltmarktführer könnte eine mögliche Schwäche im Arzneigeschäft abfedern.
High Tech für den Bauern

Dass die Agrochemie gar nicht so weit vom Pharmageschäft entfernt ist, unterstreicht Bayer seit Jahren. Aus Molekülen werden Wirkstoffe zusammengesetzt, die Menschen, Tieren und Pflanzen helfen sollen. Im Grunde mache man bei Bayer Crop Science Medikamente für Pflanzen, sagte Divisionschef Condon einmal über das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln.

Bei der Entwicklung von Saatgut kommt jede zur Verfügung stehende Technologie zum Einsatz: neue Kreuzungen, Biotech und die gentechnische Veränderung von Pflanzen. Das Ziel: Pflanzen, die mehr Ertrag bringen und weniger anfällig sind.

Gelingt Bayer die Übernahme von Monsanto, wären die Leverkusener auf einen Schlag in beiden Segmenten Weltmarktführer. Auf etwa 23 Milliarden Euro Umsatz käme die Crop-Science-Division, sie würde gut ein Viertel des globalen Marktes beherrscht und womöglich auf Jahrzehnte uneinholbar bleiben. Mit einem Forschungsbudget von 2,5 Milliarden Euro wären die Leverkusener weit voraus.

Mit Monsanto könnte Bayer die Landwirte weltweit in allen wichtigen Produktklassen rundum versorgen. Im Geschäft mit der Datenanalyse in der Landwirtschaft hätten beide eine aussichtsreiche Technologieplattform

All das soll die Gewinnspannen im Agrogeschäft weiter nach oben bringen: Schon heute liegen sie vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) bei rund 25 Prozent. Die Pharmasparte von Bayer kam im vergangenen Jahr auf rund 30 Prozent.

Auf dem Papier also ein gutes Geschäft. Doch die Risiken sind enorm.
Risiko Reputationsverlust

Bilanziell ist der Monsanto-Deal eine Herausforderung, die weit über das hinausgeht, was sich Bayer bisher an Akquisitionen geleistet hat. Der Konzern will den Kaufpreis von gut 55 Milliarden Euro zu einem Viertel über frisches Eigenkapital finanzieren. Das würde auf eine Kapitalerhöhung im Volumen von rund 15 Milliarden Euro hinauslaufen.

Auf Basis des aktuellen Kurses müsste Bayer fast 160 Millionen neue Aktien ausgeben - es wäre wohl die größte Kapitalerhöhung, die je ein deutscher Konzern angestoßen hätte. Sollte Bayer, wie von vielen erwartet, das Angebot noch aufstocken müssen, wird die das Volumen noch zunehmen. Das gilt auch für die Verschuldung. Sie steigt auf Basis des aktuellen Angebotes um 41 Milliarden auf etwa 57 Milliarden Euro.

Für die wertorientierte Konzernsteuerung bei Bayer ist nicht der Gewinn je Aktie der entscheidende Maßstab sondern der sogenannte Cashflow-Return on Investment. Etwas mehr als sieben Prozent Brutto-Cashflow-Rendite bezogen auf das eingesetzte Kapital fordert Bayer bisher für die eigene Agrosparte. Um diese Hürde im Falle Monsanto mit einer womöglich mehr als 60 Milliarden Euro teuren Monsanto-Übernahme zu überwinden, wird Bayer die Erträge des US-Konzerns um mindestens 50 Prozent steigern müssen.

Das heißt: Die Integration eines schwierigen US-Konzerns in die eigene Organisation müsste schnell und erfolgreich gelingen. Baumann vertraut dabei voll auf die Erfahrungen der Bayer-Manager in dieser Managementdisziplin. Er selbst hat sich bei der Integration von Schering die Sterne erworben, die ihm den Weg an die Bayer-Spitze ermöglichten.

Allgemein gilt bei solchen Deals: "Die Herausforderung liegt vor allem in der erfolgreichen Integration des übernommenen Unternehmens und der Anpassung der unterschiedlichen Kulturen", so Dirk Albersmeier, Co-Chef für Fusionen und Übernahmen von JP Morgan in Europa. Die kulturelle Zusammenführung gelinge deutschen Managern aber wegen ihrer verstärkten internationalen Erfahrung heute viel besser als noch vor Jahren.

Günstig sieht es mit Blick auf die Finanzierungskosten aus. Bayer kann sich im aktuellen Niedrigzinsumfeld vermutlich für weniger als zwei Prozent refinanzieren. Der Betriebsgewinn von Monsanto von zuletzt etwa 3,1 Milliarden Euro dürfte daher ausreichen, um die zusätzlichen Zinslasten von schätzungsweise 600 bis 800 Millionen Euro mühelos zu tragen.

Die womöglich größere Herausforderung könnte für Bayer nicht auf der betriebswirtschaftlichen Seite liegen. Darin kennt sich Baumann bestens aus. Doch dass er Bayers guten Ruf in der Welt bewahren kann, wenn er den wohl unbeliebtesten Konzern der Welt unter seine Fittiche nimmt, muss er noch beweisen.

Die Bayer-Manager mögen Monsanto als attraktiven Biotechkonzern sehen - in der Öffentlichkeit hat das amerikanische Unternehmen ein Image, das kaum zu unterbieten ist. Umweltverbände halten Monsantos Technik zur Entwicklung genmanipulierter Pflanzen für Teufelswerkzeug. Andere werfen dem Konzern vor, mit rüder Preispolitik und Knebelverträgen Kleinbauern, also die eigenen Kunden, zu drangsalieren.

Bayer droht ein Reputationsverlust. Bei Übernahmen würden die Folgen für eine Marke meist unterschätzt, beobachtet Torben Bo Hansen, Chef der Werbeagentur Philipp und Keuntje. "Vertrauen ist schnell zerrüttet", sagt er.

Doch es gibt auch andere Stimmen: Bayer verfüge über einen so guten Ruf, "dass der Konzern das miese Image der Monsanto-Geschäfte polieren könnte", sagt ein Berater aus der Agrochemie. Vorausgesetzt, der Name Monsanto verschwindet. Aber das ist ohnehin Teil der Bayer-Strategie - wovon Hugh Grant und seine Mannen wiederum kaum begeistert sein dürften.

Kartellrechtlich hat Bayer nicht viel Widerstand zu erwarten. Doch in der amerikanischen Politik werden bereits Stimmen laut, die Monsanto nicht in der Hand eines europäischen Konzerns sehen wollen.

Es geht um Stolz und nationale Autonomie der Amerikaner. "Wir werden feststellen, dass die Versorgung mit Nahrungsmitteln nicht mehr in unseren Händen liegt, wenn wir so weitermachen wie bisher", sagt der US-Farmer-Funktionär Goule. Die Tatsache, dass Ausländer immer größere Besitzanteile übernehmen, entwickele sich zu einem Problem.
Baumanns Herausforderung

Misstrauen bei den Investoren, Misstrauen bei den Mitarbeitern, Misstrauen bei den Amerikanern: Der neue Bayer-Chef wird in den kommenden Monaten vor allem sein kommunikatives Können beweisen müssen.

Dass er dabei einen langen Atem braucht, ist dem bekennenden Nicht-Sportler bewusst. In der Bayer-Führung rechnet man damit, dass alle regulatorischen Fragen erst im nächsten Jahr geklärt sein werden. Die Zeit schreckt Baumann nicht, eher die Sorge, dass der Milliarden-Deal scheitern könnte.

Ein Haus, das weiß Heimwerker Baumann, steht erst mit dem Richtfest wirklich sicher.


2)
Banken

Kurzfristige Finanzierung steht
Bayer-Chef Werner Baumann hat eine Sorge weniger. Seit Mittwoch dieser Woche steht die Finanzierung der geplanten Übernahme von Monsanto. Es geht um eine Brückenfinanzierung, wie die Experten es nennen. Fünf Banken stemmen das riesige Kreditvolumen von 60 Milliarden Euro, das nach Informationen aus Finanzkreisen bei Bedarf auf bis zu 75 Milliarden aufgestockt werden kann. Bayer gewinnt damit bis zu ein Jahr Zeit.

Den Banken kommt der Auftrag gerade recht, denn mit Brückenkrediten lässt sich gutes Geld in ertragsschwachen Zeiten verdienen. Fast alle Banken von Rang und Namen haben sich bei Bayer als Kreditgeber beworben. Dazu gehören die britische Barclays Bank, die französische Société Générale, aber auch chinesische und holländische Institute, heißt es in den Finanzkreisen.

Die Deutsche Bank allerdings war nicht dabei. Banker rätseln über die Gründe für den freiwilligen Verzicht. Ein Interessenkonflikt? Oder wollte Vorstandschef John Cryan die Bilanz schonen?

Am Ende teilen die Fusionsberater Bank of America Merrill Lynch und Credit Suisse sowie die Großbanken HSBC, Goldman Sachs und JP Morgan den Kredit unter sich zu gleichen Teilen auf, berichten Finanzkreise. Dafür kassieren die fünf Banken einen Zins von rund 0,5 Prozent für das erste Halbjahr. Dieser steigt, falls sich die Laufzeiten verlängern. Hoffnungen machen sich die Institute auch, wenn es darum geht, Aktien aus der nötigen Kapitalerhöhung bei Bayer und neue Anleihen zu platzieren. Zudem ist geplant, langfristige Kredite aufzunehmen, deren Volumen 20 Milliarden Euro betragen könnte, heißt es in den Kreisen.

Die größte Herausforderung für Bayer allerdings ist die geplante Kapitalerhöhung. Immerhin geht es um neue Aktien im Wert von bis zu 15 Milliarden Euro. Drei Milliarden Euro sollen aus Wandelanleihen stammen, die übrigen zwölf Milliarden Euro sollen bei Investoren platziert werden. Das wird nicht leicht angesichts des Kursverfalls von rund 15 Prozent seit Anfang Mai, warnen Banker. Kapitalerhöhungen in solcher Größenordnung hat es in Deutschland selten gegeben. Die letzte stammt von der Deutschen Bank. Im Mai 2014 holte sich das Institut rund acht Milliarden bei seinen Aktionären und nahm mit Katar auch noch einen Ankeraktionär auf. Das Modell Deutsche Bank wäre auch ein Modell für Bayer. Doch Staatsfonds sind angesichts schlechter Erfahrungen bei Investments wie Volkswagen nicht erpicht auf deutsche Assets.

Nachdem die Aktionäre zu Kasse gebeten wurden, bleiben mindestens 25 Milliarden Euro für Anleihen, die neben Krediten platziert werden müssen. Auch das wird nicht einfach. Die Ratingagentur Standard & Poor’s sieht die Übernahmepläne Bayers kritisch und prüft, ob die Kreditwürdigkeit darunter leidet. Ist das der Fall, dann würde die Bonitätsnote um zwei Stufen gesenkt, wie S&P schon erklärt hat. Bayer besäße nur mehr mittlere Kreditqualität. Der Weg bis zur spekulativen Anlage wäre nicht weit. Das allerdings würde die Finanzierung verteuern. Bayers Versprechen, den "Anleiheinvestoren ein sicheres und stabiles Investment" zu bieten, würde kaum zu halten sein. Verlassen kann sich Bayer aber auf EZB-Chef Mario Draghi. Sein Kaufprogramm für Unternehmensbonds erleichtert und verbilligt den Verkauf neuer Anleihen. Ein Zins von "gut einem Prozent erscheint nicht unrealistisch", meint deshalb ein Banker.

Fakt ist: Der Deal erfordert viel Geduld von Baumann. Auch kartellrechtliche Genehmigungen müssen eingeholt werden. Deswegen wird Monsanto bei einer Einigung eine Ausfallzahlung von den Leverkusenern fordern. Sie wird fällig, falls die Übernahme scheitert. Investmentbanker nennen das "Break-up Fee". Dass das keine leere Drohung ist, zeigte sich, als der Telekomriese AT&T den vereinbarten Kauf der T-Mobile USA von der Deutsche Telekom im Dezember 2012 wieder auflöste. Die Bonner kassierten satte drei Milliarden Dollar in bar, als der Kaufvertrag für nichtig erklärt wurde. So hoch wird die Strafe sicher nicht ausfallen, falls der Bayer-Deal platzt. Banker rechnen hier mit bis zu einer Milliarde Euro.

Konzerne wie BASF, die nach Informationen aus Finanzkreisen ebenfalls große Übernahmen in den USA durchspielen, beobachten die Transaktion genau. Kann die Börse eine zweistellige Kapitalerhöhung aufnehmen? Bleibt die Aktie stabil? Verkäufe von Fonds, die die Geschäftspolitik von Monsanto kritisch sehen, belasten den Kurs. Gerade Fondsgesellschaften, die auf nachhaltige Investments setzen, haben sich bereits von der Bayer-Aktie getrennt, berichten Finanzkreise. Tatsächlich sei angesichts des genmanipulierten Saatguts die Gefahr groß, dass die Aktie nach der Übernahme aus Nachhaltigkeitsindizes falle.

Die Risiken für Bayer sind also enorm. Und auch die Übernahmepläne anderer Konzerne haben nur dann eine Chance, wenn Bayer-Chef Baumann erfolgreich ist. Robert Landgraf


3)
AgroChemie

Kampf gegen den Hunger
Es gibt einen schlichten Grund für die Attraktivität des globalen Agro-Business: Die Menschheit wächst. Bis 2050 könnten fast zehn Milliarden Menschen die Erde bevölkern - davon die meisten in der Mittelschicht. Wenn sich immer mehr Menschen mit viel Fleisch und hochverarbeiteter Nahrung ernähren wollen, müsste die Agrarproduktion in den kommenden 34 Jahren um ein Drittel steigen. Gleichzeitig aber gehen durch Misswirtschaft und Erosion Agrarflächen auf dem Globus verloren.

Monsanto-Chef Hugh Grant gibt bereits den Retter der Menschheit: Die Kritiker der Gentechnik könnten sich Bio-Essen leisten, während viele Menschen vor allem in Entwicklungsländern an Hunger leiden. Doch 2050 würden zwei Milliarden Menschen mehr auf der Erde leben. "Die sollen ohne Biotechnik ernährt werden? Das glaube ich nicht", sagt Grant. Einen Beweis für diesen Glaubenssatz bleibt er allerdings bislang schuldig. Denn Fakt ist: Es wird schon jetzt ein Drittel mehr Lebensmittel erzeugt als benötigt. Die aktuelle Überproduktion bei Milch ist nur ein Beispiel dafür. Hunger herrscht trotzdem.

Das zeigt: Hunger ist keine Ressourcen-, sondern eine Verteilungsfrage. Mangelernährung ist nicht in erster Linie ein Problem fehlender Nahrungsmittel, sondern fehlender Kaufkraft der Ärmsten - von akuten Katastrophen abgesehen. Das zeigt sich daran, dass der Kampf gegen den Hunger heute in Regionen geführt werden muss, die eigentlich fruchtbar sind. Die meisten Menschen hungern im bevölkerungsreichen Südostasien, außerdem in Afrika südlich der Sahara. Die meisten dieser Hungernden leben auf dem Land. In der Regel bauen sie nicht allein für den Eigenbedarf an. Viele tropische Kleinbauern bieten Rohstoffe wie Kakao, Baumwolle und Kaffee an, die auf dem Weltmarkt hochbegehrt sind. Dennoch reicht ihre individuelle Ernte häufig nicht, um mit dem eingenommenen Geld ihre Familien zu ernähren.

Den Bauern mangelt es nicht an High Tech von Bayer oder Monsanto. Das zeigen Unterstützungsprogramme, die Stiftungen, Hilfsorganisationen und Konzerne wie Nestlé auflegen: Kleinere Millionenbeträge können das Leben vieler Tausend Kleinbauern entscheidend verbessern. Denn die häufig ungebildeten Kleinbauern können ihre Erträge mit ganz einfachen Mitteln steigern: geeignete Pflanzabstände, regelmäßige, sachgerechte Düngung, möglicherweise neue Pflanzen. Die Potenziale für Erntesteigerungen sind hier wegen der geringen Basis viel höher als in den industrialisierten Agrarländern.

Außerdem fehlt vielen Kleinbauern in abgelegenen Gegenden ein ausreichender Marktzugang: Rohstoffe vergammeln auf dem Weg zum Markt, Kleinbauern werden von Zwischenhändlern betrogen, Transportkosten sind wegen schlechter Infrastruktur unverhältnismäßig hoch. Gegen den echten Hunger hilft der Weg aus der monetären Armut - sei es als fachkundig arbeitender Bauer oder als Industriearbeiter. Daher geht es etwa der Uno-Organisation FAO bei der Bekämpfung des globalen Hungers, der bis 2025 beseitigt sein soll, weniger um die Ausweitung globaler Erntemengen als um Hilfen für eine verarmte Landbevölkerung in extrem unterentwickelten ländlichen Regionen.

Doch das große Wirtschaftspotenzial für die Agrochemie liegt nicht bei diesen armen Bauern, sondern dort, wo finanzkräftige Landwirte investieren können. Die riesigen Anbauflächen im Mittleren Westen der USA sind attraktiv, ebenso die ausgedehnten landwirtschaftlichen Flächen in Argentinien und die subventionierte EU-Landwirtschaft. Was dort wächst, trägt häufig nur indirekt zur Welternährung bei. Bei Mais und Soja geht es in der Regel um Tierfutter oder um Rohstoff für Bioenergie. Der süße Mais landet in den USA als Sirup zudem in Softdrinks wie Coca-Cola, die in Europa mit Zucker gesüßt werden. Ernährungsphysiologisch sind das eher unnütze Kalorien.

Der andere Teil, der nicht als Biokraftstoff verfeuert wird, endet als Fleisch auf den Tellern. Unter Effizienzgesichtspunkten ist das eine schlechte Nutzung der Biomasse: Je Hektar Anbaufläche können deutlich weniger Menschen von Fleisch ernährt werden als von Nutzpflanzen. Das Fleisch erreicht die globalen Mittelschichten vor allem in Amerika, Europa, Nahost und Ostasien - nicht die Hungerleider, die es sich nicht leisten können. Industrielle Landwirtschaft nutzt eher den globalen Mittelschichten und ermöglicht es, wachsende Mittelschichten an Fleisch- und Milchkonsum teilhaben zu lassen. Dabei entwickelt sie neue Formen wie Aquakulturen für Fische und neuartige Gewächshäuser - und die Gentechnik.

Unverzichtbar ist diese Entwicklung nicht: Denkbar ist auch, dass bei gleichbleibender Produktivität und steigender Nachfrage schlichtweg der Preis für Fleisch auf dem Weltmarkt deutlich steigt und die globalen Mittelschichten wieder weniger landintensive tierische Produkte verzehren. Zudem könnten bislang für Bioenergie genutzte oder stillgelegte Flächen reaktiviert werden. Satt würden auch so alle - wenn die Verteilung stimmt.


4)
Monsanto UND DIE GENTECHNIK

Prächtige Gewinne, mieser Ruf
Was in den Forschungslabors von Monsanto geschieht, bringt Agrarmanager ins Schwärmen und Umweltschützer in Wallung. In St. Louis im Bundesstaat Missouri, tief im Mittleren Westen der USA, züchten Experten neue Pflanzen. Sie kreuzen alte Sorten, aber sie greifen auch direkt in ihr Erbgut ein. Gentechnisch verändertes Saatgut soll die Landwirtschaft ertragreicher machen. Damit lassen sich hohe Preise bei den Farmern erzielen. Im Gegenzug erntet man den Hass der Gegner grüner Gentechnik.

Für Monsanto ist die Forschung der heilige Gral. Mit jährlich 1,5 Milliarden Dollar gibt die Firma rund zehn Prozent des Umsatzes dafür aus. Die Erfolge zahlen sich bis heute aus. Mit Hilfe der Gentechnik hat Monsanto High-Tech-Saatgut entwickelt: Die Feldfrüchte brauchen weniger Wasser, bringen mehr Vitamine oder Stärke oder produzieren selbst Wirkstoffe gegen Schädlinge. Das Saatgut wird vor allem für Mais, Sojabohnen und Baumwolle verwendet, aber auch für Reis oder Kartoffeln.

Für Umweltaktivisten ist das genetisch veränderte Saatgut Teufelswerk. Sie fürchten sich vor einem "Superkraut", das gegen alle Chemikalien resistent sei. Auch kursieren Geschichten, genetisch veränderte Pflanzen würden Allergien auslösen oder Krebs verursachen. Unter dem Verdacht, Krebs auszulösen, steht auch das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, das von Monsanto produziert wird. Nach hitziger Diskussion hat die EU das Mittel gerade erst für weitere zwei Jahre zugelassen - dann soll die Krebsgefahr endlich geklärt sein.

Obwohl auch Bayer, Dupont oder Syngenta gentechnisch verändertes Saatgut herstellen, wurde Monsanto zum weltweiten Symbol für GMO und zum Lieblingsfeind der Gegner. "Wir wurden zum De-facto-Prellbock", sagte Monsanto-Chef Hugh Grant. Diese Rolle könnte bald auf Bayer zukommen, wenn die Übernahme des US-Konzerns gelingt. Die Leverkusener setzen darauf, mit einer anderen Art der Geschäftspolitik und Kommunikation der grünen Gentechnik zu mehr Akzeptanz zu verhelfen. In Europa, da sind sich die Marktexperten sicher, dürfte dies auf absehbare Zeit kaum gelingen. Die Ablehnung der Gentechnik in der Ernährung ist zu massiv. In China ist der Einsatz nicht erlaubt. Genveränderte Pflanzen werden vor allem in den USA, Brasilien und Argentinien angebaut.

Monsanto ist aber nicht nur im GMO-Geschäft aktiv. Ein wichtiger Geschäftsbereich ist das traditionelle Kreuzen von Pflanzen. Eines der ersten Produkte von Monsanto war in den 1990er-Jahren die Flavr-Savr-Tomate, die früher geerntet werden konnte. Allerdings litt der Geschmack, weswegen der Konzern jetzt ironischerweise eine Tomate anbietet, die länger an der Rebe bleibt und dadurch einen vollen "Kleingartengeschmack" bekommt. Im Portfolio sind wunderliche Verkaufsschlager wie Ever Mild, eine Zwiebel, die keine Tränen verursacht, oder Bellafina, eine golfballgroße Paprika.

Für Grant und viele seiner Mitarbeiter ist die Kritik an Monsanto unverständlich. Statt für ihre "coole Wissenschaft" im Kampf gegen den Welthunger anerkannt zu werden, stünden sie am Pranger. Ihre Reaktion war viele Jahre lang die gleiche: "Hochmut und Naivität", wie Grant selbst sagte. Für ihn und seine Wissenschaftler war der Konsument eine "abstrakte Größe", Geschäfte wurden mit Landwirten gemacht. Und die laufen bis heute gut. Auch wenn derzeit die Umsätze zurückgehen, weil die Getreidepreise niedrig sind. Im jüngsten Quartal setzte das Unternehmen 4,5 Milliarden Dollar um und verdiente knapp 1,1 Milliarden Dollar. Die finanziellen Erfolge hatten aber auch eine Kehrseite: Der Konzern nahm die Kritik erst nicht ernst. Ein Fehler, wie Grant eingesteht. Das Unternehmen ließ sich von anderen definieren, statt selbst in die Offensive zu gehen. "Das gilt für alle Agrarunternehmen und vor allem für Monsanto: Wir müssen besser erklären, woher die Lebensmittel stammen." Monsanto zahlt bis heute die Rechnung. Die Firma gehört mit zu den unbeliebtesten in den USA. Einmal im Jahr begehen Aktivisten in der ganzen Welt einen "Marsch auf Monsanto". Thomas Jahn, Bert Fröndhoff
Der Postillion bringt es genial auf den Punkt:

http://www.der-postillon.com/2016/09/bayer-monsanto.html?utm…

Rekord-Fusion: Imperium übernimmt Mordor für 66 Milliarden Dollar




Freundliche Grüße
supernova :)
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.184.294 von Almas am 11.07.18 09:36:44
Genau das habe ich erwartet
erst verkaufen die den Mistladen an die doofen Deutschen und dann Klagen die wie die geisteskranken gegen den Hersteller von Glyphosat.

Es ist unglaublich. Man sollte zu diesen Irren in den USA auf ganzer Linie jeglichen Handel in beide Richtungen mit 500 % Zoll belegen. Dann können die Amis ausschließlich von ihrem eigenen Müll leben.

Was haben die einfältigen Bayermanager eigentlich erwartet.
Ich möcht ja nicht sagen, daß ich es Bayer vergönne.
Oder doch, für diese furchtbare Dummheit, sich ohne Not um teures Geld (+Verschuldung+Verwässerung) diesen vorhersehbaren Schadenersatzkrüppel Monsanto um den Hals zu hängen.
Schon lange nicht mehr so viel Unwissen und Laien Gelaber auf so wenig Seiten gelesen.
Das Glyphosat Patent ist längst abgelaufen es gibt über 60 Produzenten, die meisten aus China.

Bayer/Monsanto hat längst Nachfolgeprodukte in der Pipeline, die sie aber nicht verkaufen können, weil Glyphosat viel zu billig ist und es niemand kaufen würde. Bayer würde nach einem Verbot mit ihrem neuen Totalherbizid auf den markt drängen und sich dumm und dämlich verdienen.

Ausserdem habt ihr anscheinend keine Ahnung vom US Justiz System. Das ist ein Urteil von Geschworenen. Da Joe der Plumber und Nancy die Kosmetikerin über etwas wissenschaftliches entschieden. Das Urteil wird weiter gezogen und dann von Experten die Wissenschaftler sind beurteilt. Die Studien die es seit 40 Jahren gibt sind klar.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung, das kanadische Gesundheitsministerium, ein gemeinsames Expertenpanel der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie zahlreiche weitere nationale und internationale Aufsichtsbehörden sind zum Ergebnis gekommen, dass von Glyphosat in Nahrungsmitteln kein Krebsrisiko ausgehe.
Die IRAC die Glyphosat als möglicher weise Krebserregend einstuft, macht das auch bei rotem Fleisch, Wurst, Pommes und man Friseur als Beruf hat.
Es lauert noch mehr Unheil bei Monsato. Dicamba!
Lest euch mal ein zu diesem Thema bei den US-Agrar und Farmseiten.

Ach ja; Bayer ist einer der größten Hersteller der ärgsten Bienenkiller (Neonikotinoide).

Werden in immer mehr Ländern eingeschränkt und verboten.

Bayer und Monsato woll(t)en mittel Gesaaten und Stoffen wie Glyphosat die Nahrungsmittelherstellung der Welt so weit wie möglich kontrollieren. Und damdurch den gößtmöglichen Profit erzielen.
Glücklicherweise klappt das wohl nicht.

Trennt euch ganz schnell von Bayer Aktien, auch mit Verlust.
Besser für Gewissen und Geldbeutel.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.472.431 von kaktus7 am 17.08.18 12:51:09Sorry da ging was schief

Hier nochmals meine Antwort ohne in deinem Zitat.

Nein ich Arbeite nicht bei Bayer. Aber ich bin Chemie und Pharmatechnologe. Darum sträubt es mir die Nackenhaare wenn ich so viel Unwissen ins so wenig Posts lese.
Was ist eigentlich Euer beruflicher Background?

Mir käme es nicht in den Sinn so zu tun als ob ich etwas von Baustatik oder Informatik verstehen würde. Aber hier haben welche das Gefühl sie verstehen was von Chemie und Toxikologie.
Ein Erklärung wäre, dass hier der Dunning-Krüger Effekt voll durchschlägt.

Ein Börsen Forum sollte durch Zahlen und Fakten leben und nicht mit Fake News und Ideologie vollgespamt werden.
12.000 Stellen sollen gestrichen werden. Klar, irgendwo müssen die 60 versenkten Monsanto Milliarden wieder reingeholt werden.

Baumann weiß wie man sich Freunde macht und Sympathien gewinnt.
Roundup
Das Verfahren ist im Schlussgang. Die Jury wird instruiert und muss die Frage beantworten, ob Monsanto über Risiken hinwegtäuschte und wenn ja, den Schadensersatz beziffern (punitive damages).

Die Entschädigung für Mr. Hardeman startet bei ca. 200'000 US$ (im wesentlichen mediz. Kosten /past economic loss) ergänzend kommen non-econonmic losses (past/future) hinzu. Der letzte Posten ist nicht so klar bezifferbar, weil es um Schmerzensgeld resp. Verlust/Einschränkung von Tätigkeiten, gesellschaftliche Kontakte geht.
live Berichterstattung https://twitter.com/doratki?lang=de

Jenny Moore (Klägeranwältin) verweist nochmals auf den Kaufpreis den Bayer gezahlt hat, resp. die typ. Erlöse von Roundup (ca. 210 Mio US$) und Monsanto keinen Cent für einen korrekten Warnhinweis ausgeben hat. Die CEO Abfindung (32Mio$) hat sie noch nicht erwähnt - aber kann noch kommen.
Das ganze soll wahrscheinlich der Jury zur Justierung des Stadensersatzes dienen.

Die Abschlussvoten beider Parteien folgen. Die Klägerpartei bringt die berühmte Mäusestudie ("magic tumor") in der ein EPA Gremium (nicht EPA!) Glyphosat 1985 etwa gleich einstufte wie IARC 2015.
Wie die Rückstufung als unbedenklich 1990 erfolgte ist eine interessante Story.
https://www.lexblog.com/2018/12/12/mouse-study-thats-no-big-…
Ein Ami , ein Russe , ein Brite besaufen sich. " und wer zahlt die Rechnung ??? " - Na der Deutsche - wie immer 💝 "
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.559.893 von hedgehog48 am 14.05.19 00:45:18Die Höhe des von der Jury festgelegten Schadensersatzes ist natürlich zunächst mal ein absoluter Schocker und wird morgen vermutlich erst einmal zu kräftigen Abschlägen führen.

Allerdings kann bei dieser Entscheidung von due process keine Rede mehr sein.
Die ratio von compensatory zu punitive damages liegt für die beiden Kläger bei 35 und 29 und damit weit über Werten, die im amerikanischen Rechtssystem noch als akzeptabel angesehen werden.

Das wird natürlich im weiteren Verlauf massiv reduziert werden. Im Johnson-Prozess wurden die punitive damages vom Superior Court von ursprünglich 250 Mio auf 39 Mio reduziert; aus einer ratio von 6:1 wurde 1:1.

Trotzdem ist das Urteil natürlich ein weiterer massiver Rückschlag für Bayer, weil trotz gegenteiliger EPA-Einschätzung wieder klar auf Karzinogenität von Roundup entschieden wurde. Der einheitliche Ausgang dieser Prozesse wird Bayer über kurz oder lang zwingen, sich auf Vergleichsverhandlungen einzulassen und entsprechend hohe Rückstellungen zu bilden.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.595.294 von clownfisch am 18.05.19 12:46:34
Zitat von clownfisch: panikmache?
wenn man hochgradiges gift auf seine lebensmittel schüttet?

Wander nach Grönland aus, die brauchen dort kein Glyphosat.
Du hast dann deine Ruhe - und wir hier auch. :rolleyes:
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.667.260 von rheinlandfuchs am 27.05.19 00:29:08Junge, ich mach mir hier echte Sorgen um unser Land. Unwissenschaftliche Grünenpolemik erzeugt Gegendruck. Jugendlichen grüne Märchen zu erzählen und über Transgender und Frauenstrickkurse Wähler zu gewinnen, kann’s nicht sein. Inzwischen bekommen LKWs Oberleitung. Im 18 Jahrhundert wurde die Bahn erfunden. Was geht in diesen Land ab?
Sie werden sich verschlucken
kein mensch will das gen-manipulierte Zeug essen.
Da sind so viele klagen im Raum gegen Monsanto.
Echt, Bayer kauf irgend was anderes, nur nicht diesen Mist

Nur durch Druck der US-Regierung wird überhaupt was in der EU verhökert.

Das ist dann geschichte, wenn Deutsche der Chef sind.
oder denkt einer Merkel boxt da irgendwas durch ?
dazu hat sie gar nicht die Macht.
sobald Bayer dort Chef wird, kommt es zur Sammelklagen -'Explosion

Das wollte ich sehen, das ein deutscher Konzern so rigoros gegen
die US-Bauern oder Kanadier den Monsanto - Klagesturm weiterhin
besteiten kann, Die gehn baden auf ganzer Linie
warum lädt man sich ohne not riesige probleme ins boot als solider konzern?


1. hat bayer nichts aus lipobay skandal in usa gelernt?
2. hat bayer nichts aus daimler/chrysler fusion gelernt?
3. hat bayer nichts aus VW abgas-skandal gelernt?

ich könnte die aufzähluing beliebig fortsetzen, immer, wenn ein deutsches unternehmen mit den USA zu tun hat, kommen meist milliardensummen an klagekosten auf das unternehmen zu und gerade mit monsanto schaufelt man sich das boot voll mit problemen, dank genveränderten lebensmitteln, umweltgiften wie glyphosat und lauter solchen sachen


das könnte bayer schneller wieder an den rand einer existenzbedrohenden krise bringen, als gedacht


ein vorstand, der drei wochen im amt ist und in den paar tagen schon alle seine erstaussagen diametral gebrochen hat, hat für mich ab sofort keinerlei vertrauen mehr

monsanto übernahme halte ich für persönlich absoluten wahnsinn
Noch ein Grund, den Deal abzulehnen. Andererseits soll man die Bosse doch mal haftbar dafür machen, was sie in den verschiedenen Entwicklungsländern alles angerichtet haben. Dann sind sie ihre 120Mio auch schnell wieder los.
Monsanto übernimmt man nicht, die drückt man mit eigenen, besseren Produkten an die Wand.
Logik-Fehler
Monsantos Gewinn beruht ja darauf , das er jeden Bauer verklagt, der Saatgut aufhebt,
(Nachbau) ,
kommt dann Bayer mit der Streicheltour , dann brechen doch diese Gewinne weg.

Ebenso viele klagen hängen im Raum, weil die Bauern, die das Zeug nicht wollen durch die
Luft konterminiert werden (Samenflug)

Kein Mensch will gen-Manipuliertes Zeug essen,
Geschwulste bei Ratten, die das Zeug gefüttert bekamen. (google das mal)
durch das Wegbleiben der Schädlinge aussterben der Vögel und dadurch vermehrung
von Insekten, die gar nicht auf dem Plan waren.
da wurden schon ganze Häfen geschlossen, weil Monsanto-Zeug gefunden wurde.
..und das willst du weltweit verbreiten ? wo noch gar nicht im ansatz
die Auswirkungen langfristig klar sind ??

Ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, das vor einem US-Gericht Bayer
da so gegen US-Bauern vergehen kann wie monsanto.
ein deutsche AG ist ein gefundenes Fressen für die US-Justiz.
Monsanto hat das Geld rein gebracht, dann wird Bayer so richtig gemolken
werden durch Zahlungen.
Der Bayer-Chef ist so naiv, da ist selbst ein Politiker noch realer
Hallo,

ich halte Aktien von Bayer AG, sowohl privat als auch in einigen meiner Wikifolios.

Rein charttechnisch gesehen gibt es im direkten Vergleich zum DAX bei der Bayer Aktie
auf Sicht von 2 Wochen eine ganz klare relative Stärke.
Per heute wurde der überkaufte Bereich ganz knapp durchstoßen und daher besteht
die Möglichkeit, dass es nun zu einer beschleunigten Aufwärtsbewegung bei Bayer kommen kann.
(ohne Brexit-Abstimmung und ohne politische Ereignisse)

Fundamental gesehen gibt es wohl 2 Möglichkeiten für Bayer:
1) Sie bekommen Monsanto nicht - ergo dürfte der Aktienkurs schnell in die Höhe schießen.

2) Sie bekommen Monsanto, zahlen natürlich einen hohen Preis und das hat die Börse bereits einkalkuliert. Neben dem Image von Monsanto hat diese Aktie aber ein Marktmacht, die sich gewaschen hat. Ausserdem ist der Bereich gentechnisch veränderte Pflanzen ähnlich stark reglementiert wie der Pharmasektor. Man kann also Jahre vorher potentielle Konkurrenz am Horizont erkennen.
Resumee:
Aus kurzfristiger Sicht der Börse und der Bayer-Aktionäre wäre es gut, der Deal mit Monsanto würde platzen. Aus strategischer und langfristiger Sicht ist die Kombi aus Bayer plus Monsanto tatsächlich eine Marktmacht, an der kaum jemand vorbei kommt ... wäre also durchaus sinnvoll, ungeachtet des hohen Preises für Monsanto.

Gruß
Antwort auf Beitrag Nr.: 53.284.728 von _Mitglied_ am 15.09.16 21:47:49Habe mich gerade von meinen Bayer-Aktien verabschiedet nach 26 Jahren!!!! Abgesehen vom schlechten Gefühl, will ich damit auch "moralisch" nichts mehr zu tun haben. Sollte der Deal platzen, steige ich vielleicht wieder ein.
Antwort auf Beitrag Nr.: 11.478.023 von HSM am 29.11.03 18:49:08
Die Bayer-Aktie ist immer noch ein Verkauf


Die Bayer-Aktie ist nach einem Allzeithoch bei 146,45 Euro im Frühjahr 2015 stark zurückgekommen und befindet sich in einem sich beschleunigenden Abwärtstrend. Seit Ende 2015 lässt sich ein Abwärtstrendkanal identifizieren, in dem sich Bärenflaggen bilden, die unter hohem Volumen nach unten aufgelöst werden. Dies hängt mit den Meldungen zur Monsanto-Übernahme zusammen. Da sich dieses Verhalten der Aktie fortsetzt, nach Erreichen der Trendoberseite die Bärenflagge zu brechen, ergibt sich aufgrund des jüngsten Verkaufsignals ein Abwärtspotenzial von über 20%. Was Kurse unter 80 Euro bedeutete. Die Aktie ist für mich bis zum Bilden eines höheren Hochs über der psychologisch signifikanten 100-Euro-Marke eine Verkaufsposition. Die Indikatoren stützen das bärische Bild. Die 200-Tagelinie fällt, verläuft oberhalb des Kurses und zeigt somit den Abwärtstrend an.

MfG
DerStrohmann
www.chartpro.de
...die Zeit wird noch kommen wo die Amerikaner sich gewisse Strafen für den BayerKonzern einfallen lassen, ..erst VW dann Deutsche Bank...davor war der Lypobay-SKandal nur eine Kleinigkeit zum einstieg bei 10 Euro eine tolle Chance..gewesen....

mfg
Antwort auf Beitrag Nr.: 53.293.176 von DerStrohmann am 17.09.16 02:16:19Meine volle Zustimmung!

Bayer wird sich mit dem maßlos überteuerten Giftmischer-Zukauf mörderisch übernehmen - die Big-Player in USA werden Bayer nach der anschließenden Aufdeckung der Monsanto-Kellerleichen anschließend gnadenlos zerpflücken und somit wird Bayer auf immer ein Verkauf sein und auch bleiben! :kiss:
Yess, ich möchte bloss wissen was da bei Bayer für ein insider hin und her geschiebe von millionen in manager taschen von statten ging....allein seit letzte woche hatt die aktie 6 euro verloren ...ich denke das war nur der anfang
Jürgen schremp ehemals mercedesManager hatt es sich mit crysler gewaltig verscherzt ,genau wie bmw mit rover...manche lernen nicht dazu ..und anschließend steht die große entlassung von vielen tausend kleinen arbeitern ...das ist turbokapitalismus... hauptsache paar wenige machen sich die taschen voll

mfg
....der Vergleich hinckt zwar..aber auch das römische Reich ist an seiner größe zerbrochen
Noch in 2017 wird der zukünftige globale Giftmischerkonzern Bayer wohl wieder unter die 50€ rauschen! ;-)
bei bayer gibt es eben zwei zeitrechnungen: vor und nach lipobay. in zukunft wird man noch eine dimension hinzufuegen: vor und nach monsanto.
Sich eines der umstrittensten Unternehmen der Welt für einen Wahnsinnspreis einverleiben zu wollen ist schon eine fragwürdige Idee an sich. Sollten nun die US-Kartellbehörden noch mehr Zugeständnisse verlangen, dann wäre alles andere als ein Abblasen des Deals durch Bayer meiner Meinung nach massiv zum Schaden der eigenen Aktionäre.

Gut laufende Sparten wie Covestro hat man ohne Not losgeschlagen, nur um sich in dieses seltsame Abenteuer zu stürzen. Sehr schade um diese einstige deutsche Vorzeigefirma.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.049.215 von Ebro am 23.06.18 00:18:45Die Klagewelle in den USA rollt an - Monsanto war dann wohl ein Eigentor mit Ansage: Bayer hat einfach nichts aus Lipobay gelernt. Mal schauen was von Bayer übrig bleibt wenn die amerikanischen Richter fertig sind. :laugh:
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.437.184 von nicolani am 13.08.18 17:59:04Wenn das man alles so einfach wäre.
Auf der fruchtbaren Nordhalbkugel mit Bevölkerungsrückgang und Flächenversiegelung wird jeden Tag wertvollstes Ackerland vernichtet und zwar unwiderruflich ohne Skrupel wird Bauland ausgewiesen und Straßen gebaut für die dannn noch Ausgleichfläche für die Natur geschaffen werden muss. Also noch mehr fruchtbarer Boden für Ernährung geht verloren.

Auf der Südhalbkugel ist ein extremeres Bild.
Explosionsartiger Bevölkerungsanstieg und Fächenfrass für die Infrastruktur .
Die Leute haben schlicht Hunger müssen den Wald roden ob sie wolllen oder nicht. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig ! Erst roden , dann Vieh bis die Wurzeln im Boden von den Bäumen verrottet sind.
Wenn es dann pflugfähig ist werden Kulturpflanzen angebaut.
Ich würde auch als erstes Soja nehmen. Das ist für mich sowieso die Wunderpflanze schlechthin.
Als Leguminose bringt sie ihren Dünger selber mit. Als Ölfrucht kann man Sie erstmal gut auspressen und Supereinfach tolles Öl gewinnen. Der Rest ist ein prima Lieferant für höchste Eiweissqualität in Der menschlichen und tierischen Ernährung.
Die Idee, Soja genetisch so zuverändern das es Glyphosatresistent wurde, war genial !
Absolut einfach in der Anwendung und zugleich schonend im Vergleich zu allen anderen Methoden.
Deshalb und nur deshalb hatte Monsanto diesen Erfolg.
Gestern im Handelsblatt die Konzerne mit den höchsten Ausgaben für Lobbyismus in den USA, AT&T, Alphabet und Boeing sind die Top 3, Bayer auf Platz 6 mit 12,7 MioEuro. Davon 8 Mio Pharma, 3,7 Mio Landwirtschaft (Monsanto) und 1 Mio Chemie-Sparte.

Die EU außerdem jetzt mit sprunghaft steigendem Gen-Soja Import.

Man kann statt der Panikmache auch annehmen, dass das alles letzten Endes ganz im Sinne von Bayer ausgeht. Diese Verschwörungstheorien, US Justiz mach Bayer platt, sind sicher populär, aber Bayer ist einer der Top Konzerne, was die Lobbyarbeit in den USA anbelangt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.244.076 von Anubisra100 am 18.11.18 18:39:58
Zitat von Anubisra100: Noch ein trost zum Abschluss für Anleger die dick im minus sind aber hoffen können dass am Ende mit Gewinne rausgehen! Ein bekannter der auch gerne an der Börse spielt. schenkte im Frühjahr seiner Geliebte ein Ferrari 458 Cabrio für über 200.000euro!versichern sollte Sie es aber selber.die willige dralle blondine tat es auch .als Wochen später zu schnell in einer Kurve fuhr und der Ferrari ,nachdem ein Baum intensiv umarmte küsste so klein wie ein Fiat 500 war ,dachte mein bekannter sich nichts dabei weil ja vollkasko versichert war!leider hatte die dralle Blondine, die leider überlebte nur Haftpflicht abgeschlossen um zu sparen!so kann man 200.000 euro verbrennen da restwert kaum der Rede Wert war.hätte er die 200.000 in Bayer investiert könnte hoffen am Ende mehr zu BEKOMMEN!schönen Sonntag


mit sowenig Gehirn, sollte man auch von Aktien die Finger lassen.:laugh:
Portfoliocheck: Ken Fisher kehrt Europa und Bayer den Rücken. Und Buffett...
Starinvestor Ken Fisher stockt im 3.Quartal bei Rohstoffaktien auf und verkauft Buffetts Berkshire Hathaway. Aus Europa verabschiedet er sich, so von Roche, Daimler und... Bayer.
http://www.intelligent-investieren.net/2018/11/portfoliochec…
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.353.094 von Briglina am 03.12.18 18:45:09Arte und FAZ sind keine seriösen Quellen
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.367.914 von Briglina am 05.12.18 11:32:42Sind Sie bei Greenpace oder den Grünen angestellt ?
Ich bin Landwirt und Bayer Aktionär.
Ich lasse mein Geschäft und Vermögen ungern von Ideologen ohne Sachkenntnis kaputtmachen.
Ich habe praktische Erfahrung mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln , die sie nicht mal mit Namen kennen. Ich weiß was sie bewirken und was sie nicht bewirken. Ihre Vermutungen , die sie mit Links unterlegen , sind nichts anderes als Okkult. Es ist immer schwieriger zu beweisen , dass etwas nicht ist , als etwas was ist.
Sie sprechen die Gefühlsebene an , was Sie schon mit der Wortwahl " Gift " beweisen , ich halte mich an rationale Fakten .
Glyphosat hat eine LD50 bei der Maus von 10000 mg /kg
Kochsalz hat eine LD50 bei der Maus von 4000 mg / kg .

Kochsalz ist giftiger als Glyphosat !

Und Sie wollen eine Gefährlichkeit einer Konzentration postulieren , der nahe der Nachweisgrenze liegt ?
Oder un eine etwas ältere Diskussion aufzuwärmen : Um die tagliche Höchstmenge von Glyphosat aufzunehmen, hätte man bei den im letzten Jahr auffälligen Bieren ( nicht die Breite des Angebots ) pro Tag 1000 l Bier trinken müssen.
Das ist keine Wissenschaft , das ist Pseudoreligion !
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.378.750 von hakiri am 06.12.18 13:28:24
Zitat von hakiri: Ein bischen mehr Sachverstand täte Dir auch gut . Glyphosat ist ein Totalherbizid , das die meisten Pflanzen zum Absterben bringt. Also wird kein Mensch Deinen Salat mit Glyphosat besprühen !


Ich dachte da mehr an Wein aus Kalifornien, wo besonders verschwenderisch mit Pestiziden umgegangen wird.
Etwa 21kg Pestizide, fast alles Fungizide werden durchschnittlich pro Hektar Rebfläche aufgebracht, d.h. umgerechnet 1 Teelöffel pro Flasche erzeugten Wein.

In allen Weinen aus Kalifornien wurde Glyphosat nachgewiesen.
Warum sollte sich ein europäischer Konsument diesen Dreck in den Hals kippen und die Bayer-Monsanto Aktie somit beflügeln durch erhöhten Umsatz ?

Bayer Aktien können sich von mir aus verdoppeln, so etwas kommt mir nicht mehr ins Depot. Mit einer Unternehmensphilosophie die darauf gründet Giftumsatz zu expandieren und schön zu reden will ich nichts mehr zu tun haben.

Manche Aktionäre gehen auch über Leichen....wenn der Profit stimmt.
Schöner Link, danke. Nur passen die Ausführungen dort 0,0 zu dem täglichen Gebashe von Ihnen.

Zusammenfassend:

"While Bayer may seem appealing to the longer term investor, we believe the road is paved with risks. The 2022 story is dependent on management delivering some lofty synergy and growth targets, and ongoing litigation could result in outsized liabilities for investors. We don't think the risk-reward is favorable at these levels and remain on hold."


Das entspricht übrigens genau meiner Einschätzung mit dem Unterschied, dass ich davon ausgehe, dass Bayer die tollen Zielvorgaben auf jeden Fall verfehlen wird und dass das selbst auf dem nun schon sehr niedrigen Niveau noch NICHT eingepreist ist.
nunja, im Zweifel für den Angelagten. Ich arbeite im Chemikalienhandel und wir handeln auch viele Produkte, die recht ungesund sind. Für jedes Produkt gibt es ein Sicherheitsdatenblatt, wo der Umgang mit diesen expliziet festgelegt wird und auch die Art der Schutzausrüstung, welche einzusetzen ist. Diese gibt es natüürlich auch für z.B. das Roundup UltraMax, wie wir es in DE auch kaufen konnten.

Zitat aus dem deutschen SDB Stand 2015

SB001 Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen.

SB110 - Die Richtlinie für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz "Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln" des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist zu beachten.

SE110/SE120 - Dicht abschließende Schutzbrille tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel sowie bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.

SF245-01 Behandelte Flächen/Kulturen erst nach dem Abtrocknen des Spritzbelages wieder betreten.

Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten.

SS110/SS120 - Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel sowie bei Ausbringung / Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.

SS2101/SS2202 - Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel sowie bei der Ausbringung / Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.

SS422 - Kopfbedeckung aus festem Stoff mit breiter Krempe tragen bei der Ausbringung / Handhabung des anwendungsfertigen Mittels in Raumkulturen.

SS610 - Gummischürze tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.

ST1203 - Partikelfiltrierende Halbmaske FFP2 oder Halbmaske mit Partikelfilter P2 (Kennfarbe: weiß) gemäß BVL-Richtlinie für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz, in der jeweils geltenden Fassung, tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.

Wenn man alles dies einhält, schaut man aus wie ein Mitarbeiter von der Kampfmittelbeseitigung.
Und wie traurig schaut wohl die Realität aus? Ich übertreibe mal etwas...... Der Hobbygärtner mit Latzhose und freien Oberkörper, Sandalen ohne Socken, keine Atemschutzmaske und auch keine Schutzbrille, eher wohl eine Sonnenbrille, Kippe im Mund und als Kopfbedeckung ein Stirnband von seinem Lieblingsbierhersteller.......

Allerdings kann man ihm fast Vorwurf machen, der er sich der Gefahren nicht voll bewusst ist.
Nicht umsonst steht und stand das Zeug im Handel im Giftschrank. Die Inverkehrbringung wird in DE mit der ChemVerbotsV geregelt. Bei Abgabe muss der Inverkehrbringer Personal mit Sachkunde nach §11 einsetzen. (speziell geschultes Peronal mit Prüfung) Dieses ist in der Pflicht, den Käufer auf alle Risiken hinzuweisen und ihm auch das Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung zu stellen.

In der Realität kommt dann ein Verkäufer, der gerade irgendwo ein Regal auffüllt und den Schlüssel zum Giftschrank hat, auf Verlangen des Kunden angedackelt, schließt auf, drückt dem Käufer das Produkt in die Hand und weg isser wieder. Kennt ihr ja sicher alle in der Form.

Hier kann man eigentlich dem Hersteller gar nichts vorwerfern, der Fehler liegt beim Inverkehrbringer und beim Anwender.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.149.541 von Anubisra100 am 20.03.19 11:32:26Melde mich mal kurz hier, obwohl ich nichts mit Bayer am Hut habe.
In der Familie gab es zwar Aktien, die wir allerdings nach Bekanntgabe des Monsanto - Deals sofort verkauft haben.
Nun bekommt Bayer endlich die Quittung für den groben Unfug, Monsanto gekauft zu haben.
Die Geschäftsgebaren einer Monsanto waren hinlänglich bekannt.
Wer in solch ein menschen- und umweltverachtendes Unternehmen investiert ist selber Schuld.
Es kommt eben doch alles ans Licht und das ist auch gut so.

gruß
h.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.174.432 von rheinlandfuchs am 22.03.19 17:52:29Wahre Worte!

Bin nicht investiert aber Bayer sollte die Dividende auf unter 1€ kürzen und kräftig investieren.
Es läuft operativ nirgendwo rund außer bei der Tiermedizin und das juckt keinen.
Die Pipeline ist schwach und die anderen Segmente rosten gefühlt weg.

Mit dem Monsanto Deal ist der faire Wert unter 45€. Im Augenblick ist die Aktie immer noch extrem teuer. Denke vielen werden sich freuen wenn sie in 2 Monaten auf den Chart schauen und noch bei über 55€ verkaufen konnten.
@oekoliberal

dein zitat: "Dass es die Mehrheit der Bahnkunden gut findet, wenn der künftig dem Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG angehören sollte, bezweifle ich doch sehr ..."

weißt du warum der herr minister in den ar der dt.bahn berufen wurde und zukünftig viele,viele tausende euro für 4 ar-sitzungen pro jahr kassiert?

weil die deutsche bahn der mit abstand größte käufer von roundup in der brd ist!!!!!!!!!!!
die kaufen hundert tausende liter im jahr von dem zeug,um die bahngleise von unkraut zu befreien!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
die kippen aberwitzige mengen in die gleisbetten , egal ob es durch naturschutzgebiete oder dichtbesiedeltes gebiet geht....und alles landet im grundwasser!!!!!

habe mal ein interview mit einem bahn-manager gelesen,der meinte, "ohne roundup wüßten sie gar nicht,wie sie die gleis-betten sauber halten sollten"....!!!!

und jetzt sitzt der herr minister halt im aufsichtsrat der bahn. der größte befürworter von roundup!!!!!!

sozusagen eine win-win-win-situation...)))))))))

und da schließt sich der kreis halt wieder zwischen wirtschaft und politik.

so ist unsere saubere welt halt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.183.487 von Magnificient am 24.03.19 17:15:52Du vergleichst FPÖ und AfD mit der NSDAP, die Millionen von Menschen umgebracht haben? Mit den größten Verbrechern in der Menschenheitsgeschichte vergleichst du demokratische Parteien, die eine andere Meinung vertreten als die des linksgrünen Mainstreams? Schäm dich! Du weißt nicht, wovon du redest!
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.200.751 von Briglina am 26.03.19 18:26:27Die Verteidigung argumentiert von 1975 -2012 hat die Behörde EPA keine Kanzerogenität festgestellt über alle politische Adminstrationen hinweg. Noch war ein Warnhinweis erforderlich.
Monsanto Angestellte nützen das Produkt täglich und stehen für die Sicherheit des Produktes.
Bezüglich der Anschuldigung , Monsanto hätte keine Kanzerogenitätstest des Produktes Roundup resp. des Beistoffes an Mäusen durchgeführt, erwähnt Mr. Stekloff , dass der Beistoff die Mäuse töten würde resp. die Resultate fehlerbehaftet wären. (im Produkt ist dieser Beistoff verdünnt!).

Die nächste Runde geht über die manipulative Einflussnahme Monsantos auf die akademische Welt (ghostwriting vs. editing). Hier bewende ich es einmal.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.216.770 von Anubisra100 am 28.03.19 10:37:27Wo nimmst Du da Deinen Optimismus her? Alles was mit Krebs zusammenhängt, wird heute sehr intensiv und kritisch diskutiert. Wieso hat sich Bayer ohne Not, so eine Chaotische Aktiengesellschaft eingekauft. Es doch vorher schon viel geschrieben worden über Monsanto. Es gibt auch ein interessantes Buch, dass diese Thematik schon vor Jahren unter die Lupe genommen hat. Wir Deutsche haben es ja am eigenen Leib mit Roundup erlebt. Mein Nachbar hat das Grundstück gespritzt, an einem Tag alles kaputt und mein Grundstück hat sehr gelitten. Ist ja noch schlimmer wie früher E 605 von Bayer. So kann man die Erde nicht positiv stimmen. Bayer wird noch bis unter 40 gehen, dann könnte man überlegen eventuell eine Position zu kaufen. Die tausende Klagen werden demnächst auf Bayer kommen. Da werden och Milliarden an Schadensersatzzahlungen kommen, die den Gewinn schmälern.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.447.377 von TurboTrader3000 am 29.04.19 13:35:49
Zitat von TurboTrader3000:
Zitat von WernaWillsWissen: ...

... mich erinnert das nur an China! Die haben mit der Ein-Kindpolitik ein chronisch verarmtes und am Hungertuch nagendes Volk in einen Industriestaat verwandelt. Das ging witzigerweise auch ganz ohne GEN-Saatgut und Glyphosat-Dusche von Monsanto! Bayer braucht kein einziges Land auf der Welt um sich zu ernähren - genau im Gegenteil!

Wer sich an die strengen Regeln in China nicht hält, der kommt in ein Lager oder wird mit einem Genickschuss rasch eliminiert. Es herrscht ja auch eine rege Nachfrage nach Spenderorganen, weshalb die Hinrichtungen in China immer noch ein hohes Niveau haben.

Also bevor Du nochmal die Klappe groß aufmachst, dann überlege das nächst Mal, wenn Du Produkte aus China kaufst, unter welchem menschenverachtendem Regim die dort produziert wurden.

www


Sterilisation erinnert Sie nur an China? Dann sollten Sie Ihr Wissen diesbezüglich wohl noch ein wenig vertiefen.

Oh, ja die Industrialisierung Chinas war sehr witzig...:keks:

Ja, ein Unternehmen isst nicht. Gut das wir darüber geredet haben.

Ich hatte nirgends geschrieben ich würde Produkte aus China kaufen? Wie kommen Sie darauf mir das zu unterstellen?


Man kann das Debakel von Bayer auch philosophisch sehen:

Der Baumann dachte, dass die Welt sich explosionsartig weiter so vermehren wird, damit er dann alle mit GEN-Gift-Saatgut krank füttern kann und die lebenslangen Leidenden Menschen wieder mit den Produkten seiner Medizinsparte (Krebsmittel usw.) versorgt. Wieviele Millionen Menschen sterben jetzt schon an Glyphosat und Co?

Also rein philosophisch betrachtet wäre dann der Baumann des Menschen „Heil“ oder „Unheil“?

Un ja, die freiwillige Sterilisation der Industriestaaten seit der Einführung der Pille zeigt voll die Wirkung, dazu kommt der Verzicht auf Kinder zu Gunsten von Freiheit, Karriere oder höherem Lebensstandard. Das ist der wahre Grund für unseren Wohlstand!

Und ja Du ungebildeter Koffer: die Chinesen haben es nur zum Aufstieg der zweitgrößten Volkswirtschaft nach den USA geschafft, weil sie durch „Formale“ Zwangssterilisation (per Gesetz) die endlosen Hungersnöte beendet haben. Die Afrikaner müssen auch einen solchen Weg gehen - oder versinken in unendlichen Elend!

Und jetzt komm nicht wieder mit Deinem kindlichen Vergleich zu Eurer Führergeschichte.

Wir reden hier nämlich von Sozialwissenschaft und Volkswirtschaft und beides sind anerkannte Wissenschaften und empirisch bewiesen. Und Bayer ist dazu sicher nicht die Lösung - sonder eher so etwas wie Brandbeschleuniger.

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Dieser Beitrag wurde von CloudMOD moderiert. Grund: bitte das Threadthema beachten, bleiben Sie bitte sachlich
kursziel bayer auf die nächsten 6 wochen: 40 euro!!!!!!

wenn der gesamte markt erstmal absackt, kackt bayer 2-fach ab!

wappnet euch!


nur meine meinung.

clownfisch
Mit Terminator-Saatgut zur Kontrolle der Völker


Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit sind einige gigantische Konzerne gemeinsam mit der Regierung der USA daran, die weltweite Kontrolle über sämtliches Saatgut zu erlangen. Es ist gentechnisch so verändert, daß es vor der Wiederaussaat „Selbstmord“ begeht. Ihr Ziel hatte Henry Kissinger schon auf den Punkt gebracht: „Kontrolliere die Nahrungsmittel, und du kontrollierst das Volk.“ Tun Sie so, als wäre das, was Sie gleich lesen werden, ein Krimi, denn sonst glauben Sie es vielleicht nicht. Ein Konzern, der Agrarpestizide und -herbizide herstellt und Saatgut für die wichtigsten Getreidearten verkauft, ließ verlauten, daß er einen kleinen, sozusagen unbekannten Saatguthersteller in Mississippi aufkaufen wolle: die Firma Delta & Pine Land aus Scott im US-Bundesstaat Mississippi. Die Massenmedien nahmen keine Notiz von diesem Ereignis. Durch diese Übernahme erhält jedoch der weltgrößte Hersteller von genetisch veränderten Organismen (GVO), der Monsanto-Konzern aus St. Louis, Missouri, die weltweiten Patentrechte für die sogenannte ‚Terminator‘-Saatgut-Technologie. Terminator Saatgut, das nach nur einer Ernte Selbstmord begeht, wird „Terminator“ genannt – wie die Filmfigur, die fröhlich ausgelassen tötet. Um die Bedeutung dieser Fusion verstehen zu können, müssen wir etwa vierzig oder mehr Jahre auf die Anfänge des ‚Agrobusiness‘ zurückblicken. Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts beschlossen zwei Professoren der Harvard Business School (von denen einer zuvor ein hoher Beamter des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums gewesen war), die weltweite Nahrungsmittelproduktion zu revolutionieren. Nach außen hin war es ihr Ziel, die Landwirtschaftserträge zu steigern. Das Geschäft des Nahrungsmittel- und Ballaststoffanbaus sollte ebenso effizient werden wie die Herstellung von Automobilen oder Rundfunkempfängern. Die beiden Professoren hießen Ray Goldberg und John Davis. Sie prägten den Begriff ‚Agrobusiness‘ als Umschreibung für ihre stille Revolution. Ihr Argument war es, daß die Landwirtschaft, die den jahreszeitlichen Wachstumszyklen unterworfen ist, zu sehr auf den Kleinbauern ausgerichtet sei. Der Kleinbauer war das ‚schwache Glied‘ in ihrer Kette. Wenn er keinen Mais oder Weizen anbauen kann, hält er Milchkühe, Hühner und ein paar Schweine und verkauft seine Erzeugnisse auf dem Dorfmarkt. Wir nennen ihn den Familienbauer. Kochende Frösche: Die schleichende Agrobusiness-Revolution Angefangen haben sie mit den Zitrusfarmern in Florida und dem Orangensaft-Hersteller Sunkist. Langsam begannen Goldberg und Davis, das Gesicht der amerikanischen Landwirtschaft zu verändern. Dann kamen die Hühner. Anstelle von einigen wenigen Hühnern mit freiem Auslauf, die ihr Futter im Freien aufpickten, führten Perdue Farms und später Tyson Farms aus Arkansas die Methoden von Davis und Goldberg ein. Damit wurde die Geflügelzucht industrialisiert. Wie bei einer Autoherstellung am Förderband wurden auf Betriebsanalysen basierende Methoden eingeführt. Die Schlüsselzahl war die Massenproduktion von Tonnen von Hühnerfleisch pro Stunde. Auf den sogenannten Fabrikfarmen wurden die Fütterung, Impfung und Schlachtung mechanisiert. Es wurden Zehntausende, manchmal Hunderttausende von Kleinvögeln in Käfigen zusammengepfercht, wo sie niemals das Tageslicht erblickten. Sie wurden mit Antibiotika vollgepumpt, weil sie dadurch schneller wuchsen. Zeit war Geld. Schritt um Schritt breitete sich das Agrobusiness über die ganze amerikanische Landwirtschaft aus. Die Energiekrise der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab der ‚Kostenreduktion‘ nochmals einen großen Auftrieb. Landwirte mußten Kredite aufnehmen, um überleben zu können, was Hunderttausenden von ihnen nicht gelang. Dann nahm die ‚Wirtschaftlichkeit durch Massenproduktion‘ die Überhand. Riesige Weidelandbetriebe wie die Firmen Iowa Beef Processors, Cargill Beef und andere schlossen sich Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts in den USA zu einem Rindfleisch-Kartell zusammen. Es war Präsident Lincoln gewesen, der während der 60er Jahre des 19. Jh. das amerikanische Landwirtschaftsministerium gegründet hatte, um die Interessen von Familienlandwirten zu schützen. Nun war eben dieses Ministerium zu einem politischen Amt der großen Agrobusiness-Konzerne umgewandelt worden. Als ihre Schulden anstiegen, wurden die Landwirte langsam gezwungen, ihre Arbeitskraft auf vertraglicher Basis an die neuen Agrobusiness-Konzerne wie Tyson Foods oder Cargill Beef zu vergeben. Das traditionelle Gesicht des landwirtschaftlichen Amerikas wandelte sich radikal. Anfang der 90er Jahre führte eine Reihe von Fusionen und Übernahmen in den USA zu einem Kartell. Über 80 Prozent der 35 Millionen Viehschlachtungen pro Jahr waren nun in den Händen von vier Großkonzernen. Genau das gleiche galt für die meisten anderen Nahrungsmittelbereiche. Diese Umwandlung war für die neuen, gigantischen Agrobusiness-Konzerne sehr rentabel. Das Einkommen der Familienlandwirte stürzte in sich zusammen, da sie bis zum Ende des 20. Jahrhunderts die Kontrolle über ihren Markt vollständig an die Agrobusiness-Giganten abgeben mußten. Der durchschnittliche Jahresgewinn auf dem Aktienkapital stieg im industriellen Nahrungsmittelverarbeitungssektor von 13 Prozent im Jahr 1993 auf 23 Prozent im Jahr 1999. Hunderttausende von unabhängigen Familienlandwirten wurden durch die Ausbreitung des Agrobusiness und der dazugehörenden Großbetriebe aus dem Geschäft gedrängt. Es war ihnen unmöglich, dem Wettbewerb standzuhalten. Die traditionelle Landwirtschaft war arbeitsintensiv, wohingegen die Fabriklandwirtschaft kapitalintensiv war. Die Landwirte, denen es gelang, Geld für Tierhaltesysteme aufzunehmen, stellten bald schon fest, daß die geringen Ersparnisse der Arbeitskosten nicht genügten, um die steigenden Einrichtungs-, Energie-, Käfighaltungs- und Medikamentenkosten zu decken. Die Zunahme der Fabriklandwirtschaft führte zu einer Abnahme des Einkommens, das unabhängige Landwirte durch ihre Tierhaltung erzielen konnten; Tausende wurden aus dem Geschäft gedrängt. Zwischen 1979 und 1998 nahm die Zahl der Landwirte in den USA um 300’000 ab. Ende der 90er Jahre beschrieb ein Bericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums, welche enormen Sozialkosten mit der Zerstörung der amerikanischen Familienfarm durch das Agrobusiness verbunden waren und wie die wirtschaftliche Basis von ganzen Landwirtschaftsgemeinschaften zusammenbrach. Orte, deren wirtschaftliche Grundlage die Landwirtschaft bildete, wurden zu Geisterstädten. Das Landwirtschaftsministerium ließ diesen Bericht verschwinden. In den 80er und 90er Jahren verließen Landwirte in Scharen ihr Familienland; das Agrobusiness füllte die Lücke schnell. In von der Landwirtschaftsdepression betroffenen Gegenden versuchten Gemeinden oft verzweifelt, Arbeitsplätze anzuziehen und boten den neuen Agrobusiness-Giganten attraktive Zugeständnisse, Steuervorteile und andere Anreize, damit sie ihre industriellen Landwirtschaftbetriebe in der Region ansiedelten. Damit sollten neue Arbeitsplätze geschaffen und wirtschaftliches Wachstum erzielt werden. Das Hauptwachstum fand, aufgrund der gewaltigen Tieranhäufungen, beim Tierkot statt – tierische Abfallprodukte in unvorstellbaren Mengen fielen an. Dieser Prozeß wurde von finanzstarken politischen Lobbygruppen unterstützt, um jahrzehntealte Gesetze zu Fall zu bringen, welche solche Monopole in der Nahrungsmittelproduktion verboten. Parallel dazu gab es beim Saatgut ähnliche Tendenzen. Ohne Saatgut kann heute kein Landwirt Feldfrüchte wie Weizen, Mais, Sojabohnen, Raps oder Reis anbauen. Die Kontrolle der weltweiten Versorgung mit Saatgut ist zum Ziel der machtvollen elitären Interessensgruppen geworden, die hinter den marktbeherrschenden Machtkonzentrationen im Agrobusiness in den USA und in der EU stehen. Im wesentlichen kontrollieren weltweit drei oder vier Getreidekonzerne (die alle in den USA ansässig sind) den überwältigenden Anteil an Saatgut für Sojabohnen, Weizen und andere Nahrungsmittel. Cargill, Bunge, ADM und, bis vor kurzem, Continental Grain bestimmten den Welthandelspreis für Saatgut. Die Personen der obersten Unternehmensleitung wechselten von der Industrie in die Regierung, um die Gesetzgebung zu kontrollieren und im amerikanischen Landwirtschaftsministerium sowie in wichtigen EU-Landwirtschaftsministerien die Politik zu beeinflussen. Es gab jedoch eine klaffende Lücke in der vollständigen Kartellisierung und Kontrolle der Nahrungsmittel als globales Wirtschaftsgut, nämlich die Tatsache, daß Landwirte imstande waren, einen Teil ihrer eigenen Ernte als Saatgut für die nächste Aussaat einzusetzen, ohne den großen Saatgutherstellern wie Pioneer HiBred, Syngenta oder Monsanto jährliche Lizenzgebühren entrichten zu müssen. Das fehlende Stück im Agrobusiness-Puzzle war die Vervollkommnung von patentiertem Saatgut. Dessen Zweck war es, nach nur einer Ernte Selbstmord zu begehen, um den Landwirt zu zwingen, jährlich eine Gebühr zu entrichten oder seinen Ernteertrag gänzlich zu verlieren. Solches Saatgut wird unter dem Namen GURT (Genetic Use Restriction Technologies – Technologien zur Einschränkung durch Genmanipulation) gehandelt. Der verbreitete Name für diese genmanipulierten Samen ist Terminator, zu Ehren der Hollywood-Filmfigur, die in fröhlicher Ausgelassenheit tötet. Wie ein altes chinesisches Sprichwort sagt: „Wenn du einen Frosch kochen willst, mußt du ihn zuerst in einen Topf mit kaltem Wasser setzen. Während der Frosch dann in seliger Genügsamkeit dasitzt, kannst du das Wasser ganz, ganz langsam zum Kochen bringen, bis es für den Frosch zu spät ist, hinauszuspringen.“ Ganz ähnlich ist es mit der Kartellisierung der weltweiten Nahrungsmittelversorgung. Die Landwirtschaft erfuhr in den letzten vier Jahrzehnten eine grundlegende Wandlung von einem stabilen, gesunden Familienunternehmen hin zu gigantischen weltumspannenden Industrieunternehmungen, deren Nahrungsmittelerzeugnisse zunehmend vergiftet sind und deren Nährwert immer zweifelhafter wird. B egon nen hat alles in den Vereinigten Staaten und in Kanada und hat sich dann auch auf die EU-Länder ausgebreitet – dank des enormen politischen Drucks, den Washington auf die Europäische Kommission ausgeübt hat. Nun bezeichnet der Erwerb des Terminator-Patentes durch Monsanto den Anfang einer nichts Gutes verheißenden neuen Phase in der globalen Monopolisierung unserer Nahrungsmittelversorgung. Terminator: das fehlende Glied Die Monsanto Corporation aus St. Louis, Missouri, ist der weltgrößte Hersteller von genmanipuliertem Saatgut und dazugehörenden Agrochemikalien. Deren Entscheidung, die Firma Delta & Pine Land zu übernehmen, wurde jetzt gefällt, um das fehlende Glied zu ergänzen und damit die totale Kontrolle der weltweiten Saatgutversorgung für die Nahrung von Mensch und Tier durch eine winzige Elite von Privatkonzernen sicherzustellen. Wenn die Menschen nicht aufwachen und das Offensichtliche sehen, dauert es vielleicht noch ein Jahrzehnt, bis die vollständige Kontrolle über die weltweite Nahrungsmittelversorgung in den Händen von vielleicht drei oder vier gigantischen Privatkonzernen liegt, die allesamt enge Verbindungen zur Kriegsmaschinerie des amerikanischen Verteidigungsministeriums haben. Dadurch bekämen sie eine Macht über das menschliche Leben, die zuvor niemand hatte, nicht einmal die machtgierigsten Eliten. Am schockierendsten ist die Tatsache, daß die Terminator-Technologiepatente von Delta & Pine Land gemeinsam mit der Regierung der USA und dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium entwickelt wurden. Letzteres arbeitete seit 1983 mit Delta & Pine Land zusammen, um die Terminator-Technologie durch die Genmanipulation von Saatgut zu vervollkommnen. Doch was genau ist die Terminator-Technologie, und warum ist sie so gefährlich? Den meisten von uns ist es egal, woher der Mais in der Kellogg’s Corn Flakes-Schachtel oder der Schnellkochreis in der Schachtel von Uncle Ben’s herkommt, wenn wir im Supermarkt einkaufen gehen; alles entspringt aber einem Samenkorn. Ein Landwirt kann die Samen seiner Ernte des Vorjahres nehmen und sie wieder aussäen, um die nächste Ernte zu erzeugen. Samen können aber auch für jede Aussaat neu gekauft werden, und zwar bei den Firmen, die ihr Saatgut kommerziell vertreiben. Das Aufkommen von kommerziell patentiertem GVO-Saatgut Anfang der 90er Jahre ermöglichte Firmen wie Montanto, DuPont oder Dow Chemicals einen Wechsel vom Lieferanten für agrochemische Herbizide und Pestizide wie Roundup hin zu patentiertem genmanipuliertem Saatgut wie Mais, Reis, Sojabohnen oder Weizen zum Anbau auf landwirtschaftlichen Betrieben. Einen großen Aufschrei gab es – zurecht – deswegen, weil diese patentierten ‚Suizid-Samen‘ eine Bedrohung für die mittellosen Bauern in Entwicklungsländern wie Indien oder Brasilien darstellen, die normalerweise ihr eigenes Saatgut für die nächste Aussaat zurückbehalten. Terminator-Saatgut stellt im wesentlichen eine Bedrohung für die Lebensmittelversorgung in Europa, Nordamerika, Japan und in allen Ländern dar, in welchen Monsanto und dessen Elitekartell von GVO-Agrobusinessfirmen in den Markt eintritt. ‚Terminator‘-Pflanzen sind genmanipuliert, damit sie sterile Samen hervorbringen. Durch das Einführen von ‚Unterstützer‘- und ‚Markierungs‘-Genen und Gen-Schaltern ist es möglich, die Sterilität der Ernte dadurch ein- oder auszuschalten, daß die Pflanze auf der Molekularebene mit Chemikalien behandelt wird. Das Saatgut kann geerntet werden, jedoch kann es ohne wiederholte Anwendung eines chemischen Induktors nicht als Ausgangsmaterial für die nächste Aussaat verwendet werden.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.645.453 von xnasenmann am 23.05.19 23:35:41Da ich schon meine Jahre habe, kann ich bestätigen, dass sie selbstgezüchtet nicht anders schmecken als irgendwelche Nostalgiker immer reden. Es gab früher sicher bessere Tomaten, welche aber sehr schnell faulten. Aber auch nicht nur besser schmeckende. Erdbeeren gabs auch bessere, es gab aber auch schlechtere und Himbeeren schmecken je nach Sonnenstandort gut. Damals nur einmal im Jahr; klein mit garantierten Maden! Wie bei allen muss man die Sorte kennen. Bei Erdbeeren gibt es auch unertragreichere besser schmeckende, wird man nie auf den Markt finden. Aber die Pflanzen gibts schon zu kaufen. Bei all den ganzen Gedöns, kennen die meisten noch nicht mal ihre Kartoffelsorte, aber die Tiefkühlpizza-Marke. Mit Sicherheit schmecken selbst angebaute Sachen besser, man bestimmt den Erntezeitpunkt und die Pflanzen bekommen ungefiltertes Licht. Nicht durch Netz oder Folie. Die meisten verdienen soviel Geld, dass noch nicht mal das Äpfelpflücken lohnt, sie gehen in Laden und kaufen sich für 1,50Kilo unverschorfte Äpfel. Das ist doch die Realität. Und von Sorten verstehen die meisten nix. Aber solch kleine Ökoterroristen stellen sich bestimmt mit der Hacke aufs Land. Nein...sie verdienen nur an ihren Spitzen und Positionen...Sektengleich...ohne Bezug zur Realität.
Ökologisch? Gas, Kohle ist Out? Hier merkt man die völlige Verblendung. Auch ich würde gerne grün handeln. Das Bevölkerungswachstum bedingt aber nur eine Richtung, daran werde ich profitieren. Völlige Ökospinnerei. Egal wo die Richtung hingeht. Es wird immer erst mal sehr viel Energie benötigt. Und die nächsten X Jahre gibts da keine Lösung. Entweder produzieren wir es oder die Chinesen. Der Hut ist doch alt. Jedes neu z.B. produzierte Auto verbraucht viel Energie. Wer meint, dass die Stahlöfen mit Sonne oder Biomethanol laufen, der ist doch voll gegen die Wand gelaufen. Auch wenn deine Investmentbanker die Worte, gerade richtig erkannt, uncool finden, kannst du dir ja mal die Ökobilanz von Biodiesel z.B. anschauen. Bedenken muss du, dass hinter diesen Bio eine Menge Landwirtschaft betrieben wird. Das heißt die selben Schreihälse die Bayer nicht mögen, wollen Energien welche Bayer erst durch Science Crop erst möglich macht. Spielen Bayer sogar in die Hände. Hier schmilzt keiner Stahl, Bauxid oder Kupfer mit Sonnenenergie. Auch Monokristalines Silizium der Solarzelle wir nicht in Brennpunkt einer Lupe gezüchtet. Die Solarzellen verblassen schneller und erneuerten sich bisher schneller als die Energiebilanz stimmte. Wir befinden uns nur in einer permanenten Umwälzung. Diese bedingt Energieverbrauch, Mehrwertsteuer und wieder gewollte Meinungsumzüchtung zur nächsten Erneuerung. Wenn man wirklich woanders hinwill braucht man Intelligenz und wiederstrebendes Marktverhalten. Wieviele Akkulösungen werden inzwischen, als Kleingeräte, alle zwei Jahre erneuert. Ohne Ihre Energie in der Produktion eingespielt zu haben. Wer hat in diesen Treat schon mal selbst was repariert, sowas hat man früher gemacht. Da stimmte die Bilanz. Auf jeden Festival laufen Generatoren mit dreifacher Überkapazität und es werden tragbare Wegwerfakkuboxen getragen und der Fernseher wird wieder größer und die Playsie brummt. Heißt du bist nicht allein, der es nicht versteht, aber Energie kommt aus der Steckdose; und mit den 5% Haushaltsstrom CO2 Zertifiziert, lässt sich der Rest der Infrastruktur nicht produzieren. Lange lange lange nicht.
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