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ETF Securities Research – Rohstoffe Fünf Möglichkeiten, wie Schwellenmärkte Rohstoffen Auftrieb verleihen können

Nachrichtenquelle: ETF Securities
26.10.2017, 09:01  |  1145   |   |   

Nach der mehrjährigen Misere legen die Schwellenmärkte angesichts des verbesserten Wirtschaftsumfelds und der entsprechenden Aktienrally allmählich wieder zu. Der MSCI Emerging Market Index ist seit Jahresanfang um fast 30 Prozent gestiegen. Rohstoffe hinken aber noch hinterher. In Anbetracht ihrer engen Beziehungen zu den aufstrebenden Volkswirtschaften erhalten Rohstoffe unter Umständen starken Rückenwind, wenn sich auf den Schwellenmärkten die Kehrtwende vollzieht.

Möglichkeit 1: Hohe Korrelation mit Rohstoffen

Die Schwellenmärkte sind für die globalen Rohstoffe eine bedeutende Nachfrage- und Angebotsquelle. Da Rohstoffe eine zentrale Rolle in deren Volkswirtschaften spielen, hängt ihre Entwicklung von zahlreichen makroökonomischen Faktoren ab, die auch für die Schwellenmarktaktien bestimmend sind, so unter anderem das Wachstum, das verarbeitende Gewerbe, die industrielle Produktion, die Inflation und die Verbraucherausgaben.

Im Laufe der vergangenen 27 Jahre betrug die Korrelation des Bloomberg Commodity Index mit dem MSCI Emerging Market Index 39 Prozent (1.1.91–22.9.17). Im letzten Jahrzehnt festigte sich diese Beziehung sogar auf 57 Prozent. Die am engsten an die industrielle Aktivität gekoppelten Rohstoffesektoren, Industriemetalle (61 Prozent) und Energie (44 Prozent), korrelierten auch am stärksten mit Schwellenmarktaktien.

Rohstoffe schnitten seit Jahreanfang schlechter ab als Schwellenmarktaktien, da der Marktausblick von Bedenken über ein Überangebot eingetrübt wurde. Da aber der Angebotsrückgang im Zuge der Produktionsdisziplin und der geringeren Investitionen anhält, bessert sich auch das Marktgleichgewicht. Dies kann dazu führen, dass die Rohstoffpreise gegenüber Schwellenmarktaktien aufholen.

Möglichkeit 2: Anlegerinteresse nimmt zu

Die Stimmung der Anleger hat sich gegenüber den Schwellenmärkten erheblich aufgehellt, da ihre relativen Renditen attraktiv und die Bewertungen im Vergleich zu den Industrieländern und anderen Anlageklassen günstig sind. Außerdem vollzieht sich seit Mitte 2015 bei den Nettoabflüssen der Schwellenmarktfonds eine Kehrtwende. Laut Investment Company Institute flossen seit Anfang 2017 9 Mrd. USD in globale Schwellenmarktaktienfonds. Auch bei Schwellenmarktanleihe- und Lokalwährungsfonds zeigt der Trend aufwärts.

Dass das neue Anlegerinteresse an den Schwellenmärkten auch die Zuflüsse in Rohstofffonds und Rohstoffwerte ankurbelt, ist durchaus möglich. Derzeit sind Rohstoffe eine günstige Alternative zu Schwellenmarktanlagen, obwohl das Faktorexposure Faktoren vergleichbar und die Korrelation nach wie vor hoch ist. Anleger, die Rohstoffen weitgehend untergewichtet haben, könnten daher über Schwellenmarktaktien hinaus auch Rohstoffe als Schwellenmarktanlagen in Betracht ziehen, sodass deren Preise unterstützt sind.

Möglichkeit 3: Schwellenmarktwährungen werten auf und belasten das Rohstoffangebot

Auch wenn das Preisumfeld bei Rohstoffen aus historischer Sicht unverändert schwach ausfällt, war die resultierende Abwertung der Schwellenmarktwährungen in den letzten Jahren für viele Rohstoffländer in den Schwellenmärkten die letzte Rettung. Die schwächeren Lokalwährungen trugen zur Senkung der Produktionsgesamtkosten bei und machten die Produktion trotz der niedrigeren Rohstoffpreise rentabel.

Die extreme Abwertung der rohstoffgehebelten Schwellenmarktwährungen kehrt sich jedoch aufgrund des schwächeren US-Dollar, der Nachfrage nach höher verzinslichen Schwellenmarktwerten und der Erholung des Wachstums in den Schwellenmärkten allmählich um. Nachdem die Währungen der großen Rohstoffprozenten Russland, Brasilien und Südafrika zwischenzeitlich fast 60 Prozent an Wert verloren, werteten sie seither wieder um 26 Prozent, 27 Prozent beziehungsweise 17 Prozent auf.

Bei vielen Rohstoffen liegen die Produktionskosten im Schnitt weiterhin über den Marktpreisen. Damit sinkt die Rentabilität der Produzenten auf der ganzen Welt, die ihre Kosten senken, um ihre Gewinnmargen zu retten. Sollten die Schwellenmarktwährungen weiter aufwerten, wäre der Produktionsrückgang ein Segen für den Ausblick der Rohstoffpreise.

 

Möglichkeit 4: Infrastrukturinvestitionen nehmen zu

Die globalen Infrastrukturinvestitionen werden in den kommenden Jahren steigen, was die Nachfrage nach Rohstoffen weiter erhöhen sollte. Ein großer Teil der globalen Infrastrukturausgaben wird wohl auf die Schwellenmärkte entfallen, vor allem auf China und Indien.

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