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moneymeets-Exklusiv-Interview DJE Manager Michael Schorpp: "Die Luft wird immer dünner"

Gastautor: Dieter Fromm
26.10.2017, 17:34  |  952   |   |   

Das Zinstief trifft vor allem Anleger, die ihr Geld kurzfristig anlegen möchten. Der Geldmarkt ist praktisch tot. Eine Alternative zu Tages- und Festgeld sind kurzlaufende Anleihen. In dieses Segment investiert Michael Schorpp, Manager des Vier-Sterne-Fonds DJE – Intercash. Mit Unternehmensanleihen und Fremdwährungspapieren erwirtschaftet er kontinuierlich positive Erträge. Der Fonds erzielte in den vergangenen drei Jahren ein Plus von 1,5 Prozent pro Jahr.


Schorpp konnte trotz des andauernden Zinstiefs kontinuierlich positive Renditen erwirtschaften.  (© DJE Kapital AG)

Herr Schorpp, heute hat die Europäische Zentralbank beschlossen, das Anleihekaufprogramm bis 2018 beizubehalten, aber das monatliche Volumen zu halbieren.

Michael Schorpp: Es entspricht unseren Erwartungen, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm bis ins Jahr 2018 hinein fortsetzen wird. Mittelfristig möchte die EZB zur Normalität zurückkehren und die Kaufprogramme beenden. Die Frage ist, ob sie sich das erlauben kann. Die strukturellen Probleme in Südeuropa und die Arbeitslosenquote sind nach wie vor ein Problem. Unsere Meinung: Die EZB wird das Anleiherückkaufprogramm behutsam auslaufen lassen, um drohende Negativeffekte auf die Konjunktur so gering wie möglich zu halten. Sie folgt damit zeitverzögert der US-Notenbank FED, die ja bereits erklärt hat, dass sie ihre aufgeblähte Bilanz langsam abbauen wird. Bis Ende des Jahres verkauft sie pro Monat Anleihen im Wert von zehn Milliarden Dollar, 2018 soll die monatliche Summe auf 50 Milliarden US-Dollar steigen.

Ist Ihr Fonds davon betroffen, wenn das Rückkaufprogramm tatsächlich ausläuft und auch die EZB Anleihen wieder verkauft?

Schorpp: Wir haben nur wenige Titel im Portfolio, die die EZB ankauft. Auf Einzeltitelebene spielt das bei uns also keine große Rolle. Aber klar ist, dass die EZB in der jüngsten Vergangenheit eine zentrale Rolle als Käufer von Anleihen spielt und zum Teil auch private Investoren verdrängt hat. Schließlich hat sie jeden Monat Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro gekauft. Damit kommt mehr Angebot auf den Markt. Je mehr Papiere auf den Markt sind, die die EZB nicht ankauft, desto mehr wird das Effekte auf die Preise haben.

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