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Netflix hat neue Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
29.10.2017, 09:31  |  1316   |   |   

Netflix (WKN:552484) besorgt sich wieder frisches Geld. Der Streaming-Anbieter holt dieses Mal 1,6 Milliarden Dollar rein, und die Papiere wurden an dem Tag unterschrieben, als auch der Plan zur weiteren Verschuldung verkündet wurde.

Ein paar Zahlen

So sieht Netflix’ Schulden-Portfolio heute aus:

Ausgestellt Betrag Satz fällig
Oktober 2017 1,6 Milliarden 4,875 % 2028
Mai 2017 1,5 Milliarden 3,625 % 2027
Oktober 2016 1 Milliarde 4,375 % 2026
Februar 2015 700 Millionen 5,5 % 2022
Februar 2015 800 Millionen 5,875 % 2025
Februar 2014 400 Millionen 5,75 % 2024
Februar 2013 500 Millionen 5,375 nflx% 2021

Quelle: Netflix.

Die Runde vom Mai 2017 ist eher ungewöhnlich, weil sie durch europäische Banken gegangen ist und in Euro bezahlt wurde. Mit der Zeit variiert diese Anleihe, dazu kommen Fluktuationen im Umrechnungskurs Dollar-Euro, und dieser Effekt hat sich im Q3 auf die Einnahmen in Höhe von 0,09 US-Cent pro Aktie ausgewirkt. Der Rest der Verbindlichkeiten des Unternehmens, auch die neue Verbindlichkeit, haben nichts mit Umrechnungskursen zu tun, und der Marktwert bleibt stabil.

Die neuen Anleihen bedeuten, dass das langfristige Schuldenlevel von Netflix bei 33 % liegt, bei fast 6,5 Milliarden Dollar. Damit ist das frei verfügbare Cash auf das Doppelte nach oben geschnellt, rauf auf etwa 3,3 Milliarden. Das Unternehmen kann also quasi 1,6 Milliarden Dollar an den Verlauf beider Linien rechnen:

Warum überhaupt noch mehr Verbindlichkeiten?

Es ist kein Geheimnis, dass Netflix mehr und mehr Geld braucht, um die ambitionierten Ziele für eigene Inhalte starten zu können. Das Unternehmen berichtet derzeit positive Einnahmen, aber darin sind nicht die hohen Kosten verrechnet, die nötig sind, um eigene Serien und Filme zu erstellen. Das sind Zahlen, die direkt gegen den Cashflow gerechnet werden, und Netflix hat in den letzten vier Quartalen 2,1 Milliarden Dollar verbrannt.

Der Vorstand hat dabei klargemacht, dass das die nächsten Jahren so weitergehen würde. Im Wortlaut zum Q3-Bericht: “Obwohl wir die operativen Einnahmen erhöhen konnten, müssen wir im Bereich Original Content erst einmal in Vorleistung gehen, bevor Kunden den Content sehen können. Dieses Investment unsererseits macht sich dann mit zunehmender Zuschauerschaft bezahlt.”

Und es bestehen keine Zweifel darüber, welche Kapitalmärkte Netflix am liebsten anzapft:

„Wir erwarten, dass die Verbindlichkeiten durch Anleihen uns günstiger zu stehen kommen werden als der Eigenkapitalkostensatz“, heißt es weiter im Bericht.

Anders gesagt: Netflix geht lieber über Anleihen als weitere Aktien auszuschütten. Bei Aktien, die recht volatil sind, ist aktienbasierte Equity recht teuer, und das gilt auf alle Fälle für Netflix, dessen Aktienwert in den vergangenen 52 Wochen 54 % gestiegen ist und sich in drei Jahren fast verdreifacht hat. Somit sind Anleihen günstiger, um an neues Kapital zu kommen. Und der Plan ist noch besser, wenn man bedenkt, dass man Steuervorteile daraus ziehen kann, wenn es um Zinszahlungen geht.

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