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IPO Mit Mynaric ins Weltall

30.10.2017, 09:00  |  12618   |   

Die Mynaric AG, Spezialist für innovative Laser-basierte Kommunikationsnetzwerke in der Luft und im Weltall, feiert heute Erstnotiz an der Frankfurter Wertpapierbörse. Die 506.000 neuen Aktien (inklusive Greenshoe) wurden zu 54 Euro ausgegeben, sodass der Firma 27,3 Millionen Euro zufließen. Altaktionäre haben keine Aktien abgegeben. Der IPO war vielfach überzeichnet - Privatanleger sind bei der Zuteilung kaum zum Zug gekommen. Wir haben mit CEO Dr. Wolfram Peschko gesprochen, ob sich ein Einstieg noch lohnt.

Herr Peschko, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Börsengang.

Vielen Dank. Wir sind sehr stolz, dass wir das erste deutsche „New Space“-IPO sind, und dass uns die Anleger so deutlich ihr Vertrauen ausgedrückt haben. Jetzt gilt es, die in uns gesteckten Erwartungen zu erfüllen.

In wenigen Sätzen bitte: Was macht Mynaric?

Mynaric entwickelt zukunftsweisende Lasertechnologien zum Aufbau von globalen Kommunikationsnetzwerken in der Luft und im Weltall. Zu unseren Produkten für die kabellose Datenübertragung gehören Bodenstationen und Laserterminals, die es unseren Kunden ermöglichen, umfangreiche Datenmengen mit einer hohen Geschwindigkeit von aktuell bis zu 10 Gigabit pro Sekunde kabellos über lange Strecken zu übermitteln.

Zum Thema Erwartungen: Gemäß Pressestimmen schätzt Ihre Emissionsbank Hauck und Aufhäuser, dass Sie 2020 bereits dreistellige Millionenbeträge umsetzen. Sind die Zahlen nicht etwas aus der Luft gegriffen, um beim Thema zu bleiben?

Überhaupt nicht. Diese Prognosen kommen ja nicht von ungefähr. Die meisten unserer Kunden haben bisher erst einmal zwei bis drei Testgeräte abgenommen, aber zum Teil schon umfassende Rahmenverträge unterschrieben. Wenn diese Kunden ihre eigenen Expansionspläne erfolgreich umsetzen, benötigen sie jeweils zwingend drei- bis teilweise vierstellige Stückzahlen. Wenn unsere Kunden erfolgreich sind, werden auch wir erfolgreich sein.

Erklären sie uns bitte nochmal, wozu Kunden ihre Produkte eigentlich brauchen.

Vereinfacht gesagt arbeiten momentan weltweit verschiedene Firmen daran, sich ihr eigenes Internet über den Wolken aufzubauen. Der Grund liegt auf der Hand: Weltweit wächst der Bedarf nach schneller und vor allem allgegenwärtiger Anbindung an das Internet. Aktuell basieren Datennetzwerke wie das Internet größtenteils auf Glasfaserkabeln im Boden, die schon heute an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Und jetzt denken Sie mal an neue Themen wie Virtual- und Augmented Reality, die die Datenmengen explodieren lassen werden. Zudem haben viele Regionen wie zum Beispiel schnell wachsende Entwicklungsländer überhaupt kein Glasfasernetz. Firmen wie Google, Facebook, SpaceX und OneWeb, aber auch einige andere, nicht so bekannte Unternehmen arbeiten daran, durch den Einsatz von Satelliten, Drohnen, Höhenplattformen etc. eigene Datennetzwerke in der Luft und im Weltraum aufzubauen. Aber diese Objekte müssen irgendwie verbunden werden. Aufgrund der hohen Entfernungen zwischen diesen fliegenden Plattformen und der hohen benötigten Datenraten eignet sich dafür im Prinzip nur Laser. Die Schwierigkeit: Diese Objekte bewegen sich, und das teilweise schnell. Wir sehen uns als global führend in der Kommerzialisierung der Laserkommunikation zur Verbindung sich schnell bewegender Objekte.

Und es sind übrigens nicht nur die großen Technologiekonzerne die unsere Produkte brauchen. Viele große Firmen, aber auch Staaten wollen sich eigene Netzwerke aufbauen, beispielsweise um vor Spionage geschützt zu sein.

Wofür soll der Emissionserlös verwendet werden?

Der Emissionserlös soll vorrangig für den geplanten Aufbau einer Serienproduktion verwendet werden. Darüber hinaus sollen die Mittel für die weitere Entwicklung der Laserterminals für die Raumfahrt sowie für die allgemeine Weiterentwicklung der Leistungsfähigkeit unserer Produkte und die weitere Internationalisierung verwendet werden.

Wo sehen Sie die Mynaric in fünf Jahren?

Wir haben durchaus den Anspruch, ein globales Unicorn zu werden, also die Schallmauer von 1 Milliarde Marktkapitalisierung zu durchbrechen.

Wertpapier
Mynaric


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