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Überraschung Social Trading: Höhere Gewinne dank Schwarmintelligenz und kollektivem Wissen?

10.11.2017, 07:48  |  2378   |   

Social Trading führt laut einer Studie zu überdurchschnittlich hohen Renditen bei erhöhtem Tail Risk. Wie unterscheiden sich Social-Trading Plattformen und Social Trading-Communities und worauf sollte man achten? Wallstreet:online gibt Antworten.

Social Trading führt zu überdurchschnittlich hohen Renditen. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Dr. Stephan Paul, Inhaber des Lehrstuhls für Finanzierung und Kreditwirtschaft der Uni Bochum. Allerdings ist Social Trading, wie jede andere Geldanlage auch, mit Risiken verbunden. Besonders das sogenannte Tail Risk, also das Risiko, dass ein Wertpapier mehr als drei Standardabweichungen von seinem Durchschnittswert aufweist, ist erhöht. Social Trading Investments sind daher recht volatil, dafür „bieten [sie] Zugang zu Hedge-Fonds-ähnlichen Renditen“, so die Studie von Prof. Dr. Paul.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Ansätzen des Social Tradings: Die Social Trading-Community und die Social-Trading Plattform. Häufig gibt es aber auch Mischformen.

Bei Social Trading-Communities steht der Wissens- und Erfahrungsaustausch an erster Stelle. Privatanleger veröffentlichen ihre Meinungen zu Wertpapieren oder ihr ganzes Portfolio in sozialen Netzwerken. Das kollektive Wissen steht dann der gesamten Social Trading-Community zur Verfügung. Individuelle Anleger profitieren so vom Wissen der Masse und können ihre eigene Anlagestrategie von ihm ableiten. Statt sich auf einen konventionellen Anlageberater zu verlassen, nutzen Social Trader letztlich das kollektive Wissen und die Schwarmintelligenz sozialer Netzwerke.

Social-Trading Plattformen funktionieren oftmals anders als Social Trading-Communities. Hier gibt es  „Follower“ und „Top-Trader“. Als sogenannter „Follower“ können Sie dann die Anlagestrategie anderer erfolgreicher Mitglieder, der „Top-Trader“, kopieren. Man spricht dann auch vom Copy-Trading.

Der vielleicht größte Vorteil des Social Trading ist, dass Anleger von Schwarmintelligenz und kollektivem Wissen profitieren können. Schwarmintelligenz oder kollektive Intelligenz bedeutet, dass Individuen unabhängig von einander Informationen sammeln, diese aber gemeinsam auswerten und so zu einer besseren Lösung kommen, als eine einzelne Person. Ein Beispiel für Schwarmintelligenz ist Wikipedia: Der Artikel zur Nuklearkatastrophe von Fukushima war bereits zwei Stunden nach Bekanntwerden des Unglücks hochaktuell und hervorragend recherchiert. 9 Tage nach dem Unglück hatten bereits über 300 Autoren an dem Artikel mitgeschrieben und der Text wurde von führenden Fachexperten als sehr gut und ausgewogen bewertet, so eine Studie des Journal of the Learning Sciences.

Social Trading-Plattformen bieten zudem noch weitere Vorteile. Über den CFD-Handel (Contracts for Difference) ist es beispielsweise möglich Bruchstücke einer Aktie zu erwerben. Außerdem fallen bei Social Trading-Plattformen oftmals die Kosten und Gebühren im Vergleich zum konventionellen Vermögensverwaltung geringer aus. Dem gegenüber stehen höhere Risiken: Durch die beim Social Trading öfter gehandelten Hebelprodukte, können schneller Verluste generiert werden. Auch sollte man genau hinschauen, welcher Social Trading-Plattformen man sein Geld anvertraut.

Das Verbraucherportal DeineFinanzen.de bietet eine Übersicht über die besten Social Trading-Plattformen. Wichtige Aspekte, wie Regulierung, Mindesteinsatz, Verbraucherbewertung und ab welchem Betrag ein Konto eröffnet werden kann, können so schnell und einfach verglichen werden.

Fazit: Social Trading-Communities und Social Trading-Plattformen eröffnen risikobewussten Anlegern neue Möglichkeiten. Sowohl Anfänger als auch Profis können von der Schwarmintelligenz und dem kollektiven Wissen von Social Trading-Communities profitieren.

Quellen:
Doering, Philipp and Neumann, Sascha and Paul, Stephan: A Primer on Social Trading Networks – Institutional Aspects and Empirical Evidence (May 5, 2015).
Fokus: "Social Trader erreichen höhere Gewinne"
wissensdialoge.de: „Schwarmintelligenz: Laien schreiben hochwertigen Text zu Fukushima“



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