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Interview MagForce: „Weltweite Umsätze in Milliardenhöhe“

06.11.2017, 11:14  |  14369   |   

Dr. Ben Lipps ist einer der erfolgreichsten Healthcare-Manager der Welt. Eine Investmentbank bezeichnete ihn einmal als „Steve Jobs der Medtech-Welt“. Quasi aus dem Nichts hat er den DAX-Konzern Fresenius Medical Care (FMC) mit aufgebaut, nachdem er Ende der 60iger Jahre die Dialyse-Methode mitentwickelt hatte. FMC hat er dann bis 2012 über 13 Jahre lang als CEO erfolgreich geleitet. Umso mehr war die Finanzwelt erstaunt, als er sich in 2013 nach nur 6 Monaten im Ruhestand als CEO der kleinen, börsennotierten Magforce AG (ISIN: DE000A0HGQF5) verpflichten lies und inzwischen selbst einer der größeren Aktionäre ist.

Neben Ben Lipps selbst hat MagForce weitere prominente Investoren. Lead Investor ist die Apeiron Investment Group von Christian Angermayer. Zudem sind die US-Technologielegende Peter Thiel, Lansdowne Partners, die britische Fondsgesellschaft M&G und der österreichische Immobilieninvestor Klemens Hallmann größere Aktionäre.

Berenberg erachtet im so genannten „Blue Sky Szenario“ ein Kursziel von 19,75 Euro als realistisch, falls Ben Lipps seine ehrgeizigen Pläne erfüllt. Darüber haben wir mit ihm gesprochen.

Dr. Lipps, das Jahr 2017 nähert sich seinem Ende. Wie zufrieden sind Sie mit den Fortschritten von MagForce?

Lipps: Ich bin in der Tat sehr zufrieden. Im August haben wir erfolgreich eine Finanzierungsvereinbarung mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) abgeschlossen, die es MagForce ermöglicht, im Laufe der nächsten drei Jahre bis zu 35 Millionen Euro für unsere Expansion in Europa abzurufen. Dank dieses umfangreichen Finanzierungsrahmens verfügen wir jahrelang über ausreichend Barmittel für unsere ehrgeizigen Ziele und werden für das Europageschäft keine weitere Kapitalerhöhung mehr benötigen. Darüber hinaus ist die Unterstützung durch die EIB und damit praktisch durch die Europäische Kommission eine stark vertrauensbildende Maßnahme bei den Patienten und führt zu einer noch rascheren Akzeptanz unserer NanoTherm™-Therapie. Das wird unser Geschäft in Europa antreiben und vor allem auch die automatische Erstattung für unsere Therapie durch die Krankenkassen beschleunigen.

Die Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden wie der EIB gestaltet sich oft sehr anstrengend …

Lipps: Ich würde sie eher „anspruchsvoll“ nennen. Wir sind sehr glücklich über die Kooperation und arbeiten sehr gerne mit den Profis bei der EIB zusammen. Schließlich vermitteln die umfangreichen Due Diligence-Prüfungen, welche die EIB im Vorfeld durchgeführt hat, unseren Aktionären ja auch Vertrauen. Im Ergebnis hat die EIB MagForce und unsere NanoTherm-Therapie als eines der vielversprechendsten Mittel im Kampf gegen den Krebs gewürdigt. Besonders hoch angerechnet hat man uns die Tatsache, dass die Nebenwirkungen unserer Behandlung wesentlich geringer sind als bei den derzeit angewandten Standardverfahren, sie dabei jedoch sehr effizient und wirksam bleibt.

Wie geht es 2018 mit Ihrem Europageschäft weiter?

Lipps: Innerhalb der nächsten Monate werden wir Standorte in Polen und Italien eröffnen, und wir erwarten die automatische Erstattung für unsere Therapie durch die Krankenkassen in Deutschland. Bereits jetzt übernehmen Krankenkassen die MagForce-Therapie auf Anfrage, da sie ja europaweit zugelassen ist, doch wird die Zahl der Patienten bei automatischer Rückerstattung natürlich sehr viel höher sein.

Sprechen wir über das US-Geschäft. Wollten Sie die US-Zulassung für die Abschlussstudie nicht bereits viel früher in diesem Jahr bekommen?

Lipps: Ja, das stimmt. Ich muss zugeben, dass sie sich gegenüber meiner ehrgeizigen Planung etwas verzögert hat. Aber ich bin immer noch sehr zuversichtlich, dass wir die Zulassung bis zum Ende dieses Jahrs erhalten werden. Das soll jetzt nicht wie eine faule Ausrede klingen, aber in der Medizinwelt sind ein paar Monate nicht von Bedeutung. Andere Medizintechnik-Unternehmen brauchen oft bis zu 10 Jahre um zu erreichen, was uns hoffentlich innerhalb von 3 Jahren gelingen wird.

Die Zulassung ist allerdings anfangs nur für die Studie; es handelt sich hierbei nicht um die endgültige Produktzulassung.

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