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Aktien Party auf dem Pulverfass

Gastautor: Frank Fischer
07.11.2017, 07:33  |  7724   |   |   


An der Börse erleben Aktionäre seit Monaten die beste aller Welten: Die Kurse steigen und steigen, egal, wie sehr und oft US-Präsident Donald Trump seine westlichen Verbündeten brüskiert, mit Embargos oder dem Regime in Nordkorea gar mit einem atomaren Erstschlag droht. Insgesamt kann man sagen, dass die Anleger bezüglich politischer Fragen sowie der Erkenntnis, dass 7er Jahre – also Jahre die mit einer 7 enden – selten bis nie gut enden, längst einer optimistischen Einstellung gewichen ist: solange Notenbanken ihren expansiven Kurs fortsetzen und solange das globale Wachstum derart stark ist, sind Kursrücksetzer im Dow Jones, S&P 500 oder auch im DAX nur kurze Ereignisse und sollten stetig zum Nachkauf („Buy the dip“) genutzt werden. Dabei gibt es Aktienindizes, wie etwa den japanischen Nikkei 225, welcher im Moment gar keine Rücksetzer kennt und im abgelaufenen Monat nur an einem einzigen Tag unter seinem Vortagesniveau notierte. An allen anderen Handelstagen ging es nur bergauf. Das ist schon fast erschreckend. Und in den USA und Europa notiert die Volatilität seit Monaten auf Rekordtiefs.

Gefährliche Mentalität

Grund genug für uns diese unvorsichtige und fast schon gefährliche Mentalität zu hinterfragen. Schließlich ist die Börse am Ende niemals eine Einbahnstraße und Phasen von umgreifender Leichtfertigkeit werden in der Regel schneller beendet, als es vielen der Marktteilnehmer bewusst ist. Fakt ist: Die globale Aufschwung-Phase läuft nun bereits seit Februar 2016, wobei bezogen auf den S&P 500 die letzte 5 Prozent-Korrektur bereits deutlich über 300 Handelstage zurück liegt. Solche Werte sind extrem selten und zeigen mit Blick auf die niedrigen Volatilitätslevel und die Positionierung der Anleger auf eine Fortsetzung dieser durch sogenannte „short-vola“-Strategien getriebene Phase, dass es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis es zu einer scharfen Korrektur inklusive Short-Squeeze der Volatilitätsprodukte kommen sollte.

Bis zur Korrektur ist es nur eine Frage der Zeit

Den Zeitpunkt dieser Korrektur mag niemand mit Sicherheit genau bestimmen können, jedoch ist das drohende Szenario für uns ein Argument dafür, erste Anpassungen an den Investitionsquoten vorzunehmen, sodass wir die Cash-Quote im Oktober in steigende Märkte hinein und im Zuge der gut laufenden Berichtssaison auf 30 Prozent angehoben haben. Selbst wenn die günstige Saisonalität der nächsten Monate sowie die angekündigte Steuerreform in den USA zu einer Fortsetzung der Party führen sollten, so sind wir bereits dabei, uns für den Tag und den Kater nach der Party in Form des Jahres 2018 vorzubereiten. Das gilt sowohl für unser Mandat Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, wie auch den PRIMA – Globale Werte.

Wachstumsimpulse laufen aus

Wir erwarten ein Auslaufen des globalen Wachstumsimpulses aus 2016/2017 sowie eine stetig weniger expansive Geldpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks. Eine erfolgreiche Implementierung der Steuerreform in den USA dürfte zudem einen Aufwärtsdruck bei den Zinsen erzeugen, da die Konjunktur bereits in einem fortgesetzten Stadium des Zyklus ist und die Steuersenkung zudem zu guten Teilen schuldenfinanziert sein dürfte. Dies sollte bei steigenden Zinsen insbesondere in den USA ein Problem in Bezug auf die Unternehmensbewertungen darstellen. Gepaart mit der sehr zuversichtlichen Sentiment-Lage ist dies eine potentiell gefährliche Mischung. 

Bezogen auf die Währung erwarten wir in den nächsten Monaten zunächst eine Konsolidierung bzw. Korrektur des Euro-Dollar nach der beachtlichen Rally seit Jahresbeginn. Auch wenn wir längerfristig davon ausgehen, dass sich der Euro-Dollar in Richtung seiner Kaufkraftparität im Bereich 1,25-1,30 erholen sollte, so dürften die aktuelle Diskussion um Spanien (Katalonien) und Italien (Neuwahlen Anfang 2018) zunächst ein Pause der Bewegung bedeuten. Das hat in den letzten Wochen bereits deutlich positiv den europäischen Märkten geholfen, weshalb wir auch weiterhin von einer relativen Stärke des europäischen gegenüber des US-amerikanischen Marktes ausgehen. Deshalb halten wir auch an unseren Langzeitinvestments wie Novo Nordisk, Sixt, METRO oder WashTec fest. Hiermit fühlen wir uns auch in schwieriger werdenden Zeiten gut aufgehoben.

 

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