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Vorwurf DZ-Bank, Postbank und Hypovereinsbank: Illegale Geschäfte mit Online-Casinos?

08.11.2017, 10:44  |  6861   |   |   

Es steht der Vorwurf der Geldwäsche im Raum, denn die drei Banken werden im Zusammenhang mit den "Paradise Papers" zufolge verdächtigt, mit illegalen Internet-Casinos Geschäfte zu machen.

Gerstern berichtete die "Süddeutsche Zeitung" und der NDR davon, dass einige Geldhäuser wie die DZ-Bank, die Postbank und die Hypovereinsbank Geld für unerlaubte Glücksspielangebote entgegennehmen. Die Zahlungsabwicklung könne "nach hiesiger Einschätzung eine Straftat der Beihilfe zur Veranstaltung von unerlaubtem Glücksspiel" und den "Straftatbestand der Geldwäsche" erfüllen, zitierte die "SZ" das niedersächsische Innenministerium. Das Ministerium in Hannover ist bundesweit für die Aufsicht über derartige Zahlungsströme zuständig.

Die DZ-Bank äußerte laut Bericht, man wolle den Sachverhalt klären, während andere betroffene Banken laut der "SZ" zufolge angaben, sich zu konkreten Kundenbeziehungen nicht zu äußern - sich aber laut eigener Aussage stets an deutsches Recht halten.

Die Faktenlage wird am Beispiel der Hypovereinsbank deutlich, denn das Bankhaus nahm Zahlungen entgegen, die für das Casino Spin Palace bestimmt waren, so ARD. Die Zahlungen gingen zunächst auf das Konto des Dienstleisters PPRO Financial Ltd. und wurden von dort aus weiter an das Casino überwiesen. Ähnlich liefen die Zahlungsströme bei den anderen Geldinstitute. Das Netz aus Online-Casinos ohne Lizenz und Banken, die Ein- und Auszahlungen abwickeln, verstößt gegen das Gesetz, so ARD. Weiter heißt es: "Die Auszahlungen der Gewinne aus den illegalen Glücksspielen erfolgten zum Teil über Konten bei ausländischen Banken, etwa der niederländischen ABN Amro Bank oder der Erste Group Austria mit Sitz in Österreich."

Glückspiele sind in Deutschland streng reglementiert. Wer in Deutschland Zahlungsdienstleistungen im Zusammenhang mit illegalem Glückspiel anbietet, macht sich strafbar, so ntv. Das scheint renommierte deutsche Geldinstitute nicht abzuschrecken. Darüber hinaus schrieb ARD, dass die Tatsache das deutsche Banken an illegalem Glücksspiel mitverdienen den Aufssichtsbehörden bekannt sei, aber bislang weitgehend erfolgreich ignoriert wurde. 

Nach Informationen von NDR und "SZ" ist die Bundesfinanzmarktaufsicht Bafin seit Jahren über die Problematik informiert. Jedoch verweist die Bafin in diesem Zusammenhang auf die Länder, bei denen die Glücksspielaufsicht liege. Die Bankenaufsicht widerum warte seit Jahren auf eine Liste, auf der alle legalen Anbieter stehen, so ARD. Nur so könnten die Banken überhaupt unterscheiden, welche Geschäfte rechtlich zulässig seien und welche nicht. Besonders brisant ist nur, dass wohl das zuständige Innenministerium in Niedersachsen erklärte, dass man überhaupt nicht an einer solchen Liste arbeite. 

 



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