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Pressemeldung: Union Investment: Marktberichte Oktober 2017
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Pressemeldung Union Investment: Marktberichte Oktober 2017

Nachrichtenquelle: Asset Standard
10.11.2017, 00:00  |  781   |   |   

Der Kursanstieg setzt sich bei den Aktien weiter fort. Bei den Renten reagiert die USA verhalten, im Euroraum hingegen freundliche Tendenz.

Aktienmärkte Beflügelt von starken Unternehmenszahlen und guten Konjunkturdaten setzte sich am US-Aktienmarkt der Kursanstieg weiter fort. Die Fortsetzung der lockeren Geldpolitik durch die EZB und der etwas schwächere Euro beflügelten europäische Aktienwerte.

Rentenmärkte Die Aussicht auf US-Steuerreformen und die Befürchtung einer im Rahmen zahlreich neu zu besetzender Stellen eher künftig restriktiveren US-Notenbank führten am US-Anleihemarkt zu leichten Verlusten. Im Euroraum wird die EZB ihr Anleiheankaufprogramm zwar ab Januar reduzieren, dieses aber womöglich noch sehr lange am Laufen halten. Zinserhöhungsfantasien wurde eine klare Absage erteilt. Die Märkte tendierten freundlich.

Die Aktienmärkte

Europa

Europäische Aktien weiter im Aufwind: Europas Aktienmärkte haben ihre Gewinnserie im Oktober fortgesetzt. Der EURO STOXX 50-Index legte 2,2 Prozent zu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index schloss 1,8 Prozent fester. Die im MSCI Europe Small and Mid Caps-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung verzeichneten ein Plus von 2,1 Prozent.

Dabei bewegte sich der EURO STOXX 50-Index in weiten Teilen des Monats ohne größere Schwankungen seitwärts. Erst zum Monatsende kam Bewegung in die Märkte, als die Europäische Zentralbank (EZB) bekanntgab, ihr Anleiheankaufprogramm vorerst fortzusetzen. Ab Januar 2018 werden die Notenbanker zwar nur noch Anleihen im Volumen von 30 anstelle von 60 Milliarden Euro kaufen. Dafür wird das Programm aber um neun Monate verlängert. Zudem behält sich die EZB vor, die Anleihekäufe über September 2018 hinaus zu verlängern oder gar wieder aufzustocken.

Spanische Aktien gerieten hingegen unter Druck. Die Regionalregierung Kataloniens hatte am 1. Oktober ein Referendum über die Unabhängigkeit der Autonomen Gemeinschaft abgehalten. Das Verfassungsgericht erklärte die Abstimmung jedoch für rechtswidrig. Als sich der Konflikt zwischen Zentral- und Regionalregierung zuspitzte, stimmte der spanische Senat schließlich mit parteiübergreifender Mehrheit für eine Absetzung der katalanischen Regierung. Der Leitindex IBEX 35 verlor in der ersten Oktober-Woche über vier Prozent an Wert, konnte sich im weiteren Monatsverlauf jedoch erholen. Auf Monatssicht stand sogar ein Kurszuwachs von 1,4 Prozent zu Buche.

Am deutschen Aktienmarkt kletterte der DAX-Index über die Marke von 13.000 Zählern – und damit auf ein neues Rekordhoch. Neben der Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik im Euroraum trieb vor allem der schwächere Euro die Kurse der exportorientierten deutschen Konzerne. Die Gemeinschaftswährung verlor in der Berichtsperiode gegenüber dem US-Dollar 1,4 Prozent an Wert.

Angesichts der robusten Konjunkturdynamik bei gleichzeitig moderatem Inflationsdruck bleibt das Umfeld für Aktienanlagen positiv. Geopolitische Risiken können jedoch für Schwankungen sorgen.

Deutschland

Freundliche Stimmung setzt sich fort: Die deutschen Aktienmärkte haben ihre Gewinne aus dem Vormonat ausgebaut. Der DAX-Index mit den größten Unternehmen des Landes verzeichnete im Oktober einen Zuwachs von 3,1 Prozent. Ähnlich positiv entwickelte sich der MDAX-Index mit Unternehmen mittlerer Marktkapitalisierung, der 2,5 Prozent fester schloss. Auch die im TecDAX-Index gelisteten Technologiefirmen legten 4,6 Prozent zu. Die im SDAX-Index geführten kleineren Gesellschaften des Landes gewannen 0,4 Prozent.

Über weite Strecken des Monats bewegten sich die Indizes am Frankfurter Parkett seitwärts. Erst zum Monatsende kam Bewegung in die Märkte, als die Europäische Zentralbank (EZB) bekanntgab, ihr Anleiheankaufprogramm vorerst fortzusetzen. Ab Januar 2018 werden die Notenbanker zwar nur noch Anleihen im Volumen von 30 anstelle von 60 Milliarden Euro kaufen. Dafür wird das Programm aber um mindestens neun Monate verlängert.

Abseits konjunktureller und (geld-)politischer Nachrichten bestimmten einzelne Unternehmensmeldungen das Marktgeschehen. Die Deutsche Bank legte im Rahmen der Quartalsberichterstattung ein überraschend gutes Ergebnis vor. Weil das Geldhaus seine Kosten erheblich senken konnte, fiel der Nettogewinn im dritten Quartal mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Im operativen Geschäft kommt die Deutsche Bank indes kaum vom Fleck: Die Umsätze gingen im dritten Quartal weiter zurück. Marktteilnehmer honorierten das gute Ergebnis deshalb nicht. Auf Monatssicht gaben die Papiere von Deutschlands größtem Geldhaus 4,2 Prozent nach.

Dem Mikrobatterien- und Energiespeicherhersteller Varta ist die Rückkehr an die Börse geglückt. Das Unternehmen war bis 2007 schon einmal börsennotiert. Der Börsengang brachte Varta über 230 Millionen Euro ein. Das Unternehmen will das Geld in den Ausbau der Produktion stecken. Ende Oktober notierten die Aktien mit 21,08 Euro rund 20 Prozent über dem Ausgabepreis.

Angesichts der robusten Konjunkturdynamik bei gleichzeitig moderatem Inflationsdruck bleibt das Umfeld für Aktienanlagen positiv. Geopolitische Risiken können jedoch für Schwankungen sorgen.

Osteuropa

Osteuropäische Aktienmärkte leicht positiv: Die Börsen in Osteuropa legten im Oktober leicht zu. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index gewann in Lokalwährung 0,5 Prozent. In US-Dollar verbuchte der Index ein Minus von 0,3 Prozent.

Während die Kurse der türkischen Aktienmärkte zur Mitte des Berichtszeitraums zunächst stark nachgegeben hatten, schlossen sie auf Monatssicht insgesamt im Plus. Der BIST-Index gewann 7,0 Prozent, teilweise begründet durch eine starke Währungsabwertung. Die Türkische Lira verlor gegen den US-Dollar im Oktober 6,8 Prozent. Die diplomatische Auseinandersetzung zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten hatte die türkischen Aktienmärkte sowie die Währung auf Talfahrt geschickt. Auslöser war die Festnahme eines türkischen Mitarbeiters des US-Konsulats in Istanbul. Daraufhin froren die US-Amerikaner die Visavergabe an türkische Bürger ein. Kurz darauf zog Ankara nach. Inzwischen hat sich die Lage aber wieder entspannt.

Die russische Wirtschaft erholt sich. Das bestätigten im Oktober zwei Institutionen: Die Weltbank konstatierte, dass die russische Konjunktur von der Makrostabilisierung sowie den nun wieder höheren Ölpreisen gestützt wird. Brent-Öl legte im Oktober 7,6 Prozent zu. Für dieses und nächstes Jahr gehen die Experten von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,7 Prozent aus. Auch der Internationale Währungsfonds hat die Prognose 2017 auf 1,8 Prozent und 2018 auf 1,6 Prozent angehoben. Trotz dieser guten Nachrichten schlossen die russischen Aktienmärkte im Minus. Der in Lokalwährung notierende MICEX-Index verlor 0,6 Prozent. Der auf US-Dollar lautende RTS-Index musste Einbußen in Höhe von 2,1 Prozent hinnehmen. Die Diskussionen über weitere Sanktionen seitens der USA belasteten Ende des Monats. Der Russische Rubel konnte hingegen gegen den US-Dollar 0,9 Prozent an Wert zulegen.

Auch die ungarischen Börsen legten zu. Der BUX-Index gewann 6,2 Prozent. In Tschechien schlossen die Aktienbörsen 2,0 Prozent (PX-Index) ebenfalls im Plus. Hier stand die Parlamentswahl im Mittelpunkt.

Während geopolitische Risiken belasten können, stellt sich das konjunkturelle Umfeld in vielen osteuropäischen Märkten als robust dar.

USA

US-Börsen setzen Gewinnserie fort: Die Börsen in den USA haben im Oktober erneut Kursgewinne erzielt. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 4,3 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index verbesserte sich um 2,2 Prozent. Vor allem starke Unternehmensdaten beflügelten die Kurse. Im Zuge der Berichterstattung zum dritten Quartal hatten bis Ende Oktober 354 Unternehmen aus dem S&P 500-Index ihre Zahlen vorgelegt, davon konnten 78 Prozent die Erwartungen hinsichtlich der Gewinne übertreffen. Mit Blick auf die Umsätze schlugen 67 Prozent die Prognosen der Analysten.

Einmal mehr überzeugten Namen aus dem Bereich Informationstechnologie die Investoren. Aktien des Sektors legten im Schnitt um 7,7 Prozent zu. So konnte der US-Internethändler Amazon dank der jährlichen Rabattschlacht „Prime Day“ und des boomenden Cloud-Geschäfts seine Umsätze im dritten Quartal kräftig steigern: Die Erlöse kletterten um 34 Prozent auf 43,7 Milliarden US-Dollar. Die Anleger reagierten mit Käufen auf das Zahlenwerk. Nachbörslich stieg die Aktie um fast acht Prozent an, im Berichtszeitraum summierte sich das Plus auf gut 14 Prozent. Auch die anderen großen Namen der IT-Industrie verbesserten sich überdurchschnittlich stark: Papiere der Google-Mutter Alphabet stiegen um sechs Prozent, Apple-Titel kletterten ungeachtet der jüngsten Lieferschwierigkeiten beim iPhone X um 9,7 Prozent.

Schwer getroffen wurde die Aktie des Sportartikelherstellers Under Armour. Der Nike-Konkurrent musste nach schwachen Zahlen seine Prognose deutlich senken. Der Umsatz reduzierte sich um rund fünf Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, der Gewinn brach von 128 auf 54 Millionen US-Dollar ein. Viele Investoren verloren in der Folge offenbar den Glauben an den Titel. Unter dem Strich verlor der Kurs fast 25 Prozent an Wert.

Angesichts der positiven konjunkturellen Dynamik erwarten wir ein positives Umfeld für die Aktienmärkte. Belastungen könnten von geopolitischen Risiken ausgehen.

Fernost

Börsen der asiatischen Schwellenländer wieder im Aufwind: Nachdem sich die Börsen der asiatischen Schwellenländer im September seitwärts bewegt hatten, setzte der seit Jahresanfang zu beobachtende dynamische Aufwärtstrend im Berichtszeitraum wieder ein. Der MSCI Far East ex Japan-Index verteuerte sich im Oktober um 3,9 Prozent in lokaler Währung ( 4,4 Prozent in US-Dollar). Im internationalen Vergleich stellte dies eine überdurchschnittliche Entwicklung dar, da sich der MSCI World-Index in lokaler Währung um 2,5 Prozent verteuerte.

Das Ausbleiben einer weiteren Eskalation in der Nordkorea-Krise in Verbindung mit einer anhaltend robusten Konjunkturentwicklung auf globaler Ebene im Allgemeinen und in der regional dominierenden Volkswirtschaft China im Besonderen wirkten unterstützend für die asiatischen Aktienmärkte. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt expandierte im dritten Quartal 2017 um 6,8 Prozent im Jahresvergleich und konnte somit an die hohe Wachstumsdynamik von 6,9 Prozent im ersten Halbjahr anschließen. Als erfreulich erwies sich zuletzt auch die Entwicklung der chinesischen Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion, die im September um 10,3 Prozent (nach 10,1 Prozent im August) bzw. um 6,6 Prozent (nach 6,0 Prozent im August) im Jahresvergleich zulegten.

In diesem freundlichen Kapitalmarktumfeld wiesen die Aktienmärkte nahezu aller asiatischen Schwellenländer positive Kurstrends auf. Zu den klaren Gewinnern zählten die Börsenplätze in Indien (BSE Sensex-Index: 6,2 Prozent), Südkorea (KOSPI-Index: 5,4 Prozent) und Singapur (Straits Times-Index: 4,8 Prozent). Die Aktienmärkte in China verzeichneten im regionalen Kontext unterdurchschnittliche Wertzuwächse (Shanghai Composite-Index: 1,3 Prozent, Hang Seng-Index in Hongkong: 2,5 Prozent).

Die makroökonomischen Rahmenbedingungen auf globaler Ebene und innerhalb Asiens erweisen sich weiterhin als äußerst robust. Allerdings sollte die Machterweiterung des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping auf dem Volkskongress mittelfristig zu einer Fortsetzung der schrittweisen Reformbemühungen und könnte möglicherweise zu einer Verlangsamung der immer noch hohen Wachstumsdynamik in China führen.

Japan

Anhaltender Höhenflug an japanischer Börse: Der seit Anfang September zu beobachtende Höhenflug am japanischen Aktienmarkt hat sich in den vergangenen Wochen fortgesetzt. Der NIKKEI 225-Index verzeichnete im Oktober ein Kursplus von 8,1 Prozent und durchbrach zum Monatsende erstmals wieder seit Mitte der 90er Jahre die Marke von 22.000 Punkten. Auch der Topix-Index als marktbreites japanisches Börsenbarometer legte im Berichtszeitraum um 5,5 Prozent zu. Im internationalen Kontext stellt dies eine deutlich überdurchschnittliche Wertentwicklung dar, da sich der MSCI World Index im Oktober in lokaler Währung um 2,5 Prozent verteuerte.

Die Börse in Tokio profitierte nach wie vor von dem robusten Konjunkturumfeld auf globaler Ebene. Die japanischen Exporte stiegen im September erneut spürbar um 14,1 Prozent im Jahresvergleich und der von der Bank of Japan vierteljährlich veröffentlichte Tankan-Bericht zeigte für die japanischen Großkonzerne im Verarbeitenden Gewerbe eine weitere deutliche Stimmungsverbesserung im dritten Quartal an. Als kapitalmarktfreundlich erwies sich auch der Wahlsieg der liberaldemokratischen Partei von Ministerpräsident Shinzo Abe. Eine Fortsetzung der expansiven Fiskal- und Geldpolitik seiner Regierung - auch bekannt als „Abenomics“ - sollte sich positiv auf japanische Aktien auswirken.

Unter den Börsenschwergewichten zählte der Chemiekonzern Shin-Etsu Chemical ( 18,4 Prozent) ebenso wie die Industrieunternehmen Fanuc ( 15,7 Prozent) und Komatsu ( 15,5 Prozent) zu den Gewinnern. Im Gegensatz hierzu blieben die Aktienkurse der Automobilhersteller Nissan Motors (-1,4 Prozent) und Subaru (-4,2 Prozent) zurück. Grund war die Aufdeckung mangelhafter Sicherheitskontrollen im Produktionsprozess beider KFZ-Produzenten. Deutlich unter Druck geriet die Notierung von Kobe Steel (-26,1 Prozent), nachdem bekannt wurde, dass der Stahlkonzern jahrelang die Produktdaten seiner weltweiten Lieferungen gefälscht hatte.

Ein freundliches Konjunkturumfeld, positive Gewinnrevisionen und eine im internationalen Vergleich attraktive Bewertung sprechen weiterhin für den japanischen Aktienmarkt. Geopolitische Risiken könnten kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgen.

Weltweit

Globale Aktien weiter im Aufwind: Die globalen Aktienmärkte haben im Oktober die Kursgewinne aus dem Vormonat ausgebaut. Der MSCI World Index legte in lokaler Währung 2,5 Prozent zu. In den USA kletterte der Dow Jones Industrial Average um 4,3 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index verbesserte sich um 2,2 Prozent. Vor allem starke Unternehmensdaten beflügelten die Kurse. Im Zuge der Berichterstattung zum dritten Quartal hatten bis Ende Oktober 354 Unternehmen aus dem S&P 500-Index ihre Zahlen vorgelegt, davon konnten 78 Prozent die Erwartungen hinsichtlich der Gewinne übertreffen. Mit Blick auf die Umsätze schlugen 67 Prozent die Prognosen der Analysten. Einmal mehr überzeugten Namen aus dem Bereich Informationstechnologie die Investoren. Aktien des Sektors legten im Schnitt um 7,7 Prozent zu.

Auch in Europa stiegen die Kurse: Der EURO STOXX 50-Index legte 2,2 Prozent zu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index schloss 1,8 Prozent fester. Dabei bewegte sich der EURO STOXX 50-Index in weiten Teilen des Monats ohne größere Schwankungen seitwärts. Erst zum Monatsende kam Bewegung in die Märkte, als die Europäische Zentralbank (EZB) bekanntgab, ihr Anleiheankaufprogramm vorerst fortzusetzen. Ab Januar 2018 werden die Notenbanker zwar nur noch Anleihen im Volumen von 30 anstelle von 60 Milliarden Euro kaufen. Dafür wird das Programm aber um neun Monate verlängert. Zudem behält sich die EZB vor, die Anleihekäufe über September 2018 hinaus zu verlängern oder gar wieder aufzustocken.

In Japan hat sich der Höhenflug ebenfalls fortgesetzt: NIKKEI 225-Index verzeichnete im Oktober ein Kursplus von 8,1 Prozent und durchbrach zum Monatsende erstmals seit der Asienkrise die Marke von 22.000 Punkten. An den Börsen der Schwellenländer kletterten die Kurse, gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in lokaler Währung, um 3,8 Prozent.

Vor dem Hintergrund der politischen Unsicherheit gehen wir für die kommenden Wochen weiterhin von schwankungsanfälligen Börsen aus. Unterstützend wirken die positiven konjunkturellen Trends in Europa, den USA und zahlreichen Schwellenländern.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Freundliche Entwicklung – Peripherieanleihen besonders gefragt: Der europäische Rentenmarkt blickt auf einen überaus freundlichen Monat zurück. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, gewannen europäische Staatsanleihen im Oktober 1,1 Prozent an Wert. Wieder einmal wurde ein großer Unterschied zwischen Peripherieanleihen und Papieren aus den Kernstaaten deutlich. Anleihen aus Südeuropa legten im Schnitt doppelt so stark zu. Mit Blick auf spanische Titel mag das verwundern, schließlich bestimmten Nachrichten über die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region Katalonien die Medien. Zum Monatsende wurde die Regionalregierung schließlich entmachtet und Neuwahlen angesetzt. Den Umfragen zufolge dürften die Befürworter einer autonomen Region dann ihre Mehrheit verlieren. Gute Nachrichten kamen aus Italien. Dort wurde die neue Wahlrechtsreform nach dem Abgeordnetenhaus nun auch vom Senat gebilligt. Mit der Reform sollen stabilere Verhältnisse geschaffen werden. Das neue Wahlrecht ist eine Mischung aus Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht. In Italien muss spätestens im Mai 2018 gewählt werden. Protest kam vor allem von der 5-Sterne-Bewegung. Die eurokritische Partei vereint in den aktuellen Umfragen den größten Stimmenanteil auf sich und wäre klarer Verlierer der längst überfälligen Reform.

Besonders marktbewegend war jedoch die Sitzung der Europäischen Zentralbank. Wie erwartet reduzieren die Währungshüter demnächst ihre Anleihekäufe. Ab Januar werden monatlich nur noch 30 Milliarden Euro statt wie bisher 60 Milliarden Euro erworben. Gleichzeitig wurde das Programm jedoch bis September nächsten Jahres verlängert und möglichen Zinserhöhungsfantasien eine klare Absage erteilt. Die Unterstützung der EZB bleibt also, wenn auch in reduzierter Form, erhalten und wurde deshalb sehr positiv aufgenommen. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen sank auf 0,36 Prozent. Laufzeitkongruente Papiere aus Spanien unterschritten die Marke von 1,5 Prozent.

Die guten Konjunkturdaten sprechen nach vorn gerichtet für weiter steigende Renditen. Der Anstieg dürfte aber moderat ausfallen, da die Unterstützung der Notenbank erhalten bleibt und Zinserhöhungen nicht vor 2019 gesehen werden.

Euro-Outs

Tschechien und Türkei unter Druck: Europäische Anleihen außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes tendierten im Oktober uneinheitlich. Kursgewinne gab es in Schweden, Ungarn und der Schweiz. In Norwegen, Russland und Großbritannien trat der Markt hingegen weitgehend auf der Stelle. In Großbritannien wurde vor allem über eine mögliche bevorstehende Zinserhöhung der Bank of England diskutiert. Die britische Wirtschaft wächst kaum und auch das Lohnwachstum stagniert. Eigentlich kein Umfeld für eine restriktive Geldpolitik, doch die Inflationsrate ist inzwischen auf drei Prozent gestiegen. Ein schwieriges Unterfangen für die Notenbanker, die Anfang November darüber beraten.

Kursverluste und damit höhere Renditen gab es vor allem in Tschechien und der Türkei. In Tschechien gewann Andrej Babis erwartungsgemäß die Parlamentswahlen. Der eurokritische Milliardär versprach viel und wendete sich insbesondere an alle Unzufriedenen in seinem Land. Er verspricht ein anderes Tschechien und mehr Wohlstand, ohne aber ein konkretes Programm zu haben. Man kann ihn durchaus als Trump des Ostens bezeichnen, mit dem Unterschied, dass der Konzernlenker schon Teil der letzten Regierung war. Er weiß, wie wichtig politische Stabilität für Unternehmen ist. Nun muss er sich aber zunächst nach einem Regierungspartner umschauen. Da derzeit jedoch gegen eine seiner 250 Firmen wegen Missbrauch von EU-Geldern ermittelt wird, wollen die demokratischen Parteien nicht mit ihm zusammenarbeiten.

In der Türkei ging es mit den Renditen deutlich aufwärts. Einerseits führen der Kurdenkonflikt, die Kriege in den Nachbarländern Syrien und Irak sowie die politischen Spannungen mit der westlichen Welt zu Verunsicherung. Andererseits wächst die Wirtschaft stark. Im dritten Quartal erwartet der Wirtschaftsminister einen Zuwachs von mehr als neun Prozent. Möglich wurde dies durch umfangreiche Investitionen des Staates, allen voran in Infrastrukturprojekte. Die Investitionen und Bürgschaften erhöhen allerdings zeitgleich die Verschuldung und treiben die Inflation in die Höhe. Im September stiegen die Verbraucherpreise um 11,2 Prozent.

USA

Personalkarussell bei der Fed dreht sich munter: Am US-Rentenmarkt wirkte das Vorhaben der US-Regierung bezüglich einer Reform des Steuersystems im Oktober noch nach. Marktteilnehmer erhoffen sich hiervon einen Stimulus für die US-Wirtschaft und zeigten sich daher zurückhaltend gegenüber US-Schatzanweisungen. Als belastend erwies sich auch eine Reihe von guten Konjunkturnachrichten, die über den Erwartungen ausfielen und auch ohne die Steuerpläne für mehr Dynamik in der US-Wirtschaft sprechen. In der Spitze näherte sich die Rendite für zehnjährige Papiere der Marke von 2,5 Prozent.

Für größere Schwankungen sorgten zudem immer wieder Gerüchte um die Besetzung der offenen Posten bei der US-Notenbank. Die Favoritenrolle auf den zukünftigen Vorsitz wechselte mitunter täglich. Die Federal Reserve steht 2018 vor einem personellen Umbruch. Zum einen rotieren turnusmäßig die stimmberechtigten regionalen Notenbankchefs. Zum anderen gibt es derzeit im Board of Governors der Federal Reserve aktuell eine ganze Reihe von Vakanzen. Zusätzlich dazu endet am 3. Februar 2018 die Amtszeit von Janet Yellen als Fed-Vorsitzende. Sie muss das Gremium zwar formal bis Ende Januar 2024 nicht verlassen. Bislang war es allerdings die Norm, dass Kandidaten bei einer (zu erwartenden) Nicht-Wiederernennung zum Vorsitzenden auch als einfaches Mitglied zurücktraten. Zuletzt hatte Jerome Powell die Nase vorn. Er ist in jedem Fall der Kandidat, der für Kontinuität in der Ausrichtung der Notenbank spricht. Eine Entscheidung wird Anfang November erwartet.

Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verloren US-Schatzanweisungen im September leicht an Wert und gaben 0,1 Prozent ab. Damit schnitten sie wesentlich schlechter ab als Anleihen aus dem Euroraum. Zwar fielen dort die Konjunkturdaten ähnlich gut aus, perspektivisch wird die Unterstützung der Europäischen Notenbank dort jedoch noch länger anhalten. In den USA ist hingegen bereits im Dezember mit dem nächsten Zinsschritt zu rechnen. Nach vorn gerichtet gehen wir deshalb - und aufgrund der guten konjunkturellen Lage - von weiter leicht steigenden Renditen aus.

Weltweit

Anleihen aus Europa gefragt: Am US-Rentenmarkt wirkte das Vorhaben der US-Regierung bezüglich einer Reform des Steuersystems im Oktober noch nach. Marktteilnehmer erhoffen sich hiervon einen Stimulus für die US-Wirtschaft und zeigten sich daher zurückhaltend. Als belastend erwies sich auch die guten Konjunkturnachrichten. In der Spitze näherte sich die Rendite für zehnjährige Papiere der Marke von 2,5 Prozent. Für größere Schwankungen sorgten zudem immer wieder Gerüchte um die Besetzung der offenen Posten bei der US-Notenbank. Die Federal Reserve steht 2018 vor einem personellen Umbruch. Zum einen rotieren turnusmäßig die stimmberechtigten regionalen Notenbankchefs. Zum anderen gibt es derzeit im Board of Governors der Federal Reserve aktuell eine ganze Reihe von Vakanzen. Zuletzt hatte Jerome Powell im Rennen um den Vorsitz die Nase vorn. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verloren US-Schatzanweisungen im September leicht an Wert und gaben 0,1 Prozent ab.

Der europäische Rentenmarkt blickt hingegen auf einen überaus freundlichen Monat zurück. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, gewannen europäische Staatsanleihen im Oktober 1,1 Prozent an Wert. Anleihen aus Südeuropa legten im Schnitt doppelt so stark zu. Nachrichten bezüglich der Unabhängigkeits-bestrebungen Kataloniens belasteten nicht. Gute Nachrichten kamen zudem aus Italien. Dort wurde die neue Wahlrechtsreform nach dem Abgeordnetenhaus nun auch vom Senat gebilligt. Besonders marktbewegend war jedoch die Sitzung der EZB. Wie erwartet reduzieren die Währungshüter demnächst ihre Anleihekäufe. Ab Januar werden monatlich nur noch 30 statt wie bisher 60 Milliarden Euro erworben. Gleichzeitig wurde das Programm jedoch bis September nächsten Jahres verlängert und möglichen Zinserhöhungsfantasien eine klare Absage erteilt. Die Unterstützung der EZB bleibt also, wenn auch in reduzierter Form, erhalten und wurde deshalb sehr positiv aufgenommen.

Europäische Unternehmensanleihen waren ebenfalls gut nachgefragt und legten 1,1 Prozent zu. Anleihen aus den Schwellenländern litten unter einem stärkeren US-Dollar und legten nur 0,4 Prozent zu. Nach vorn gerichtet erwarten wir leicht steigende Renditen.

Unternehmensanleihen

Markt legt zum Monatsende hin deutlich zu: Nach zunächst eher verhaltenem Verlauf gingen europäische Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade zum Monatsende mit Zugewinnen aus dem Handel. Nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank kam es am Gesamtmarkt (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) zum Monatsende hin dann zu einem deutlichen Aufwärtsschub. Dieser schloss Ende Oktober mit Plus 1,1 Prozent auf einem Jahreshöchststand. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) engten sich nochmals deutlich von 50 auf 40 Basispunkte ein. Spanische Unternehmensanleihen zeigten sich nur vorübergehend von den dortigen politischen Ereignissen tangiert.

Am Markt bestehende Befürchtungen, die EZB könnte im Rahmen des Tapering den Ankauf von Unternehmensanleihen schon bald zur Gänze einstellen, bestätigten sich nicht. Die Zentralbank wird, wie auch von uns erwartet, ab Januar die monatlichen Ankäufe von 60 auf 30 Milliarden Euro halbieren, diese jedoch zunächst bis September 2018 fortführen. Zu einzelnen Anleiheklassen wurden jedoch keine detaillierten Angaben gemacht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die EZB auch im Unternehmensanleihesegment weiter ankaufen wird. Diese Einschätzung spiegelte sich in der freundlichen Marktentwicklung nach der EZB-Sitzung dann auch deutlich wider.

Im Oktober stach vor allen die Entwicklung der Hybridanleihen deutlich heraus. Entsprechende Papiere aus dem Industriesektor legten auf Indexebene (BofA Merrill Lynch ENSU-Index) deutlich um 2,6 Prozent zu. Die Spreads engten sich von 208 auf 165 Basispunkte ein. Finanztitel mit Nachrangstatus (BofA Merrill Lynch EBSU-Index) legten um 1,7 Prozent zu, die Spreads dort fielen um 20 auf 122 Basispunkte. Letztlich waren in allem Untersegmenten auf Indexbasis Jahreshöchststände respektive Tiefstände bei den Risikoprämien zu beobachten. Im Bereich der hochverzinslichen Titel (High Yield) zogen die Spreads zuletzt jedoch aufgrund einer Indexumstellung wieder etwas an. Am Primärmarkt blieben die Neuemissionen weiterhin für die Anleger zumeist teuer.

Die Bewertung des Gesamtmarktes scheint mittlerweile sehr hoch, dieser dürfte vorerst jedoch weiterhin gut von der EZB unterstützt bleiben.

Emerging Markets

Anhaltender Wachstumstrend: Staatsanleihen aus den Schwellenländern setzten im Oktober ihre seit Monaten andauernde Aufwärtsbewegung fort. Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) gewannen die in US-Dollar und Euro notierenden Papiere 0,4 Prozent. Die Risikoprämien schlossen leicht enger bei 284 Basispunkten. Einfluss auf die Kurse hatte die Entwicklung von Anleiherenditen und Währung in den Vereinigten Staaten. Getrieben von neuen Steuerplänen der Trump-Regierung legte die Verzinsung von US-Staatspapieren mit zehnjähriger Laufzeit um fünf Basispunkte auf 2,38 Prozent zu. Der US-Dollar wertete gegenüber Schwellenländer-Devisen teils kräftig auf.

Zentralbank-Nachrichten aus den USA und der Eurozone belasteten ebenfalls die Anleihen der aufstrebenden Volkswirtschaften. So trieben Spekulationen um die Nachfolge von Fed-Chefin Janet Yellen die US-Renditen in die Höhe: Von den gehandelten Kandidaten wird überwiegend eine straffere Geldpolitik erwartet. Höhere Zinsen in den USA machen Schwellenländer-Investments relativ gesehen unattraktiver. Einen ähnlichen Effekt hatte die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, ihr Anleiheankaufprogramm ab Januar 2018 weiter zu drosseln. Zum Monatsende gewannen aber positive Signale die Oberhand: Der Ölpreis (Brent) legte im Monatsverlauf über sieben Prozent zu und übersprang dabei erstmals seit Juli 2015 wieder die 60-US-Dollar-Marke.

Die Aktivitäten am Primärmarkt blieben unvermindert hoch. Unter anderem platzierten Jordanien, Abu Dhabi, Ungarn und Ecuador neue Papiere. Im Fokus stand zudem die Neuemission Chinas. Das erste Mal seit 2004 nahm der Staat Geld am Kapitalmarkt auf. Die Platzierung war mit einem Volumen von zwei Milliarden US-Dollar – im Verhältnis zu den Gesamtfinanzen des Staates – relativ klein und hatte vor allem Raritätswert. Dennoch war die Nachfrage nach den teuer gepreisten und ohne Rating daherkommenden Anleihen immens.

Nach vorne gerichtet dämpfen die global straffere Geldpolitik und die teils hohe Bewertung die Aussichten für Schwellenländer-Anlagen leicht. Unterstützung kommt hingegen weiterhin von anhaltenden Mittelzuflüssen und steigenden Rohstoffpreisen.

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