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DAX-Chartanalyse: Rekordserie im DAX erst einmal beendet

DAX-Chartanalyse Rekordserie im DAX erst einmal beendet

Gastautor: Andreas Mueller
12.11.2017, 12:28  |  7805   |   |   

Um 2,6 Prozent gab der DAX in dieser Woche nach und schaffte damit wieder Einstiegsmöglichkeiten für alle Anleger, die nicht direkt auf einem Allzeithoch zugreifen wollten. Ob dies nun schon wieder Kaufkurse sind, muss die Chartlage zeigen und letztlich bestätigen.

Es war sicherlich eine Frage der Zeit, denn die Börse ist keine Einbahnstraße. Immer wieder neue Allzeithochs sprachen in den vergangenen Wochen für die Stärke des Trends, doch nun gab es zumindest eine Zwischenpause. Oder vielleicht doch mehr? Darauf wird hier gleich eingegangen, nach einer kurzen Schilderung der Wochenereignisse.

 

Schüchtern begonnen und stark nachgelassen

 

Die Handelswoche begann sehr unspektaktulär. Während sich der DAX schon vorher an die 13.500 herangekämpft hatte, verweilte er nun in recht nahem Abstand an und auch immer wieder kurz über dieser Marke. Viel Bewegung gab es leider nicht, insgesamt bewegte sich der Montag in einer Spanne von nur 40 Punkten! Da nahm man als Trader jede Berührung mit einer Linie gleich als ein "dickes Signal" wahr :-)

So geschehen an diesem Beispiel - zuerst auf der Oberseite auf den Ausbruch warten, der nicht erfolgte:

oder die untere Linie als Unterstützung betrachten:

Rückenwind gab es von der Wall Street. Hier war der Dow Jones "weiter in der Spur" wie hier dargestellt:

 

Diesen Schwung nahm der DAX am Dienstag dann noch einmal auf und eröffnete über 13.500 Punkten. Mit 13.525 wurde dann auch ein neues Allzeithoch erreicht. Nicht viel höher als in der Vorwoche, aber ein neues Allzeithoch. Von diesem Niveau aus kippte jedoch die Stimmung dann und der DAX litt unter der Zahlenflut. Denn auf dem Niveau waren weitere charttechnische Impulse Mangelware, so dass der Blick auf die Quartalszahlen der Unternehmen gelenkt werden musste. Diese waren durchaus gemischt.

Ein Ergebnisrückgang lastete bei BMW auf dem Ergebnis und drückte den Kurs. Volkswagen nahm auch keine volle Fahrt auf und verlor in dieser Woche 4 Prozent, da der Abgasskandal noch immer auf dem Unternehmen lastet. Die Branche hat zudem hohe Investitionen beim Thema Elektromobilität zu stemmen.

Nachwehen gab es auch noch bei der Commerzbank. Wegen der umstrittenen Dividendengeschäfte wurden in dieser Woche einige Geschäftsräume in Frankfurt durchsucht und verunsicherten die Aktionäre. Profiteuer war hingegen im Bankensektor die Deutsche Bank, welche Wochengewinner mit 6 Prozent Gewinn war.

Ein weiterer Gewinner nach Vorlage der Quartalszahlen war die Deutsche Telekom. Hier stieg der Cashflow um 12 Prozent auf 5,5 Milliarden an und die EBITDA-Prognose wurde schon das zweite Mal dieses Jahr angehoben.

Ein Großteil der Zahlen kam erst am Donnerstag und legte sich wie eine "Kette" um den DAX und zog ihn schließlich nach unten. Mit einem Minus von 1,5 Prozent und einer Spanne von 226 Punkten war dies auch der volatilste Tag der Woche.

Die Nachwehen am Freitag sorgten noch einmal für ein neues Wochentief, auf dem sich der DAX dann auch mit rund 13.120 Punkten ins Wochenende rettete. Es blieben ein Wochenminus von 2,6 Prozent und einige Fragezeichen über den weiteren Verlauf zurück.

 

Die neue Woche mit Blick auf die Entscheidungszone

 

Die gute Nachricht vorweg: Trotz der Aufschiebung der US-Steuerpläne von Donald Trump und der damit verbundenen Unsicherheit an der Wall Street, waren die Kursverluste dort nicht so stark. Der Nasdaq schloss sogar die Handelswoche mit einem Miniplus ab. Dies mag Hoffnung geben, dass hier keine Trends gebrochen, sondern nur eine Pause eingelegt wurde.

Doch schauen wir direkt auf das Chartbid des XETRA-DAX. Dabei fällt sofort auf, dass wir das GAP aus der Vorwochenanalyse (Rückblick)

nun komplett geschlossen haben:

Soweit funktionierte die Ableitung aus der Charttechnik als Zielvorgabe für das Trading also. Wir stehen nun im breiter gefassten Stundenchart vom Blickpunkt auf einen ganzen Monat noch etwas über dem Hoch von Mitte Oktober. Dieser Bereich von 13.09x Punkten bis hin zu den Tageshochs um 13.06x Punkten kann man als Ziel der aktuellen Bewegung und Unterstützungniveau festmachen:

Es waren quasi die "Brückentage" zwischen der Überwindung von 13.000 Punkten und dem Sprung über 13.100 Punkte. In den historischen Kursen habe ich dies wie folgt eingekreist:

 

Wenn dieser Bereich fallen sollte, gehe ich von starken Abgaben aus und einem schnellen Bruch der 13.000 Punkte. Denn dann wäre der Abwärtstrend ab dem neuen Allzeithoch die dominante Linie im Chartbild. Ein direkter Rutsch zur 12.930 - 12.950 ist dann in meinen Augen wahrscheinlich und sähe so aus:

 

Entspannung bietet ein Abprall an der Unterstützung und natürlich eine schnelle Eroberung der roten Trendlinie mit Kursen über 13.200 Punkten:

 

Somit macht sich mein Wochenausblick an diesen beiden Bereich fest. Dort werde ich auch entsprechend aktiv und berichte im Austausch mit anderen Tradern in den Tages-Trading-Chancen darüber. Nehmen Sie gerne teil!

 

Terminlich sind das Bruttoinlandsprodukt der EU am Montag um 11 Uhr, die Verbraucherpreise der USA am Mittwochnachmittag und ebenfalls Verbraucherpreise in der EU am Donnerstag wichtig. Weitere Quartalszahlen folgen ebenso. Man hofft, dass sie nicht so einen Kurssturz wie bei Snapchat in der Vorwoche gesehen (die Redaktion berichtete hier) auslösen.

 

Wenn Sie über meinen Wochenausblick zukünftig direkt per Erscheinen per E-Mail informiert werden wollen, dann abonnieren Sie mich hier: Autor abonnieren 0

 

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

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