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Steuersegen Reiche Amis wollen auf Trumps Steuergeschenk verzichten

13.11.2017, 11:38  |  8768   |   |   

Laut der Washington Post vom 12. November 2017 werden diese Woche mehr als 400 Millionäre und Milliardäre einen Brief an den Kongress senden, in dem sie sich gegen eine Reduzierung der Steuern für Reiche aussprechen. 

Zu den Unterzeichnern gehören Doktoren, Rechtsanwälte, Unternehmer und leitende Angestellte, denn sie sind der Meinung, dass eine Steuerreduzierung der falsche Schritt sei. In dem Brief wird der Kongress dazu aufgefordert keine Steuern zu reduzieren, denn damit würde die Ungleichheit verschlimmert werden. Vielmehr fordert der Brief eine Erhöhung der Steuern für Reiche, so die Washington Post. 

Der Brief wurde von Responsible Wealth - einer liberaten Organisation, welche u. a. das Bürgerforum Voices for Progress unterstützt - verfasst. Zu den mehr als 400 Unterzeichnern gehören die Gründer der US-Eiscreme-Firma Ben & Jerry`s Ben Cohen und Jerry Greenfield, die Modedesignerin Eileen Fisher, der Investor George Soros und der Philanthrop Steven Rockefeller - Sohn von Nelson Rockefeller. Die meisten Unterstützer kommen aus Kalifornien, New York und Massachusetts. Robert Reich, ein Anhänger von Bernie Sanders, gehört zu den Fürsprechern der Petition. 

Auch der ehemalige Geschäftsführer von American Airlines, Bob Crandall, gehört zu den Unterstützer der Initiative und sagte "Ich halte die Steuersenkungen für absurd" und fügte hinzu, dass es sehr widersprüchlich sei, wenn die Republikaner auf der einen Seite sagen, dass man es sich nicht leisten könne Geld auszugeben, aber sie gleichzeitig reichen Menschen einen großen Steuerfreibetrag geben möchten, so die Washington Post. Ferner sagte Crandall über sich, dass wenn er noch mehr Einkommen hätte, dann würde er es nicht investieren sondern sparen.

Die Reduzierung der Steuerlast für Unternehmen und Privatpersonen gehört zu den wichtigsten Themen der Trump-Politik. Bis zum Ende des Jahres wollte man mit diesem Thema ein ganzes Stück weiter sein. Die Einkommenssteuer für Paare, die mehr als eine Million Dollar pro Jahr verdienen, könnte von 39,6 auf 38,5 Prozent reduziert werden. In der Theorie sollen die Steuerersparnisse mehr Investitionen und Unternehmensgründungen anregen und somit der US-Wirtschaft neue Impulse geben. Gary Cohn, oberster Wirtschaftsberater der Trump-Regierung sagte gegenüber CNBC: "Alles in unserem System soll Investitionen fördern." 

Die Unterzeichner der Petition sind anderer Meinung und argumentieren, dass Unternehmen bereits Rekordgewinne verzeichnen und die reichen Bürger nicht noch mehr Geld benötigen, so die Washington Post. Vielmehr wünschen sie sich, dass der Staat in Bildung, Forschung und Straßenbau investiert, damit alle Bürger etwas von der guten Wirtschaftslage haben.

Für Responsible Wealth geht es vor allem um die Immobiliensteuer bei Erbschaften. Diese wird nur auf Immobilien erhoben die mehr als 5,49 Millionen Dollar Wert sind (bei Paaren 11 Millionen Dollar). Der Senat möchte den Freibetrag pro Person auf 11 Millionen Dollar erhöhen. Aktuell zahlen rund 5.000 Familien pro Jahr diese Steuer. Wird der Freibetrag auf 11 Millionen Dollar erhöht, wie es der Senat vorsieht, dann wären nur noch 1.800 Familien von der Steuer betroffen, so die Washington Post. Alleine mit der Abschaffung der Steuer würden dem Staat Steuereinnahmen von 269 Milliarden Dollar in den nächsten 10 Jahren entgehen, so die Berechnung von Responsible Wealth. 

Quelle:

Heather Long, More than 400 millionaires tell Congress: Don´t cut our taxes, The Washington Post, 12. November 2017.

     



3 Kommentare

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Kommentare

Ich sehe in dieser Botschaft Hoffnung:

Hoffnung, das wir doch noch die Kurve kriegen.
Hoffnung darauf, dass es neben Leuten, wie diesem Präsidenten auch noch Menschen mit einem
klaren Blick, mit Vernunft und Verstand gibt, die die Zeichen der Zeit offensichtlich erkennen.

Mit dieser Steuerpolitik spaltet man ein/das Volk endgültig.
Das Verhältnis zwischen armen und reichen Menschen wird immer prekärer und birgt
DIE größte explosive Sprengkraft für den globalen Frieden.

Solche Politik ist Mitschuld an den Asylströmen von Wirtschaftsflüchtlingen, Kinderarmut, Hunger,
Tot, Terror u. Vertreibung - kurz an vielen Übeln dieser Erde.

Unser Finanzsystem ist aktuell auf dem Niveau eines heroinabhängigen Junkies, kurz vor dem Exodus.
Zur Zeit boomt die Weltwirtschaft noch, aber beim nächsten globalen Crash wird sich der Straßenmob
erheben und gegen die oberen 10.000 aufbegehren.
Dies haben anscheinend einige wenige erkannt und fürchten sich davor.

Politiker weltweit hängen am Klüngel der Firmen/Lobbyisten/Banken und sind leider zu selten
in der Lage für das Volk zu entscheiden. (z.B. Glyphosat, Globale Finanztransaktionssteuer ,u.s.w.…….)
wobei - das bei Trump eher was anderes sein muss, der kommt mir manchmal vor wie der
böse Joker in Batman :):);)

Ob es irgendjemanden frei stünde, was er mit seinem Geld macht z.B. Stiftungen zu gründen
oder sonst was, ist hier überhaupt nicht von Belang.

S.
Also wenn ich den Müll mit den Stiftungen immer lese, ja die super Stiftungen in den USA wie zum Beispiel auch Facebook sie behalten alle Entscheidungen nur sie zahlen auch keine Steuern mehr und geben dann ganz grosszügig 20 oder 50 Millionen an Spendengeldern nur sagt hier niemand etwas davon das sie so 1 bis 5 Milliarden an Steuern gespart haben was den Staat fehlt und die geben es auch nur denen sie es wollen !
Also gute Beispiele sind das ganz sicher nicht, eher würde ich da schon von Parasiten der Gesellschaft sprechen Sie tun alles um ja nicht wie alle anderen Arbeiter ihre Steuer zu zahlen und dann lassen di sich noch auf grosse Anlässen feiern wie verlogen die doch alle sein können.
Diesen Reichen stünde es doch frei, ihre ersparten Steuern dort zu spenden, wo es am Nötigsten wäre! Man sehe sich Bill Gates an, der große Teile seine Vermögens in Stiftungen hat!

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