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GNG im Interview Nachhaltig investieren ohne Renditeeinbußen - Seite 2

14.11.2017, 14:33  |  3313   |   |   


Kölsch: Aktuell tragen 38 Fonds das Siegel. Dieses Jahr haben sich jedoch erheblich mehr Fondsgesellschaften und Fonds für unseren Qualitätsstandard beworben. Mehr wissen wir am 29. November. Dann vergeben wir im Rahmen einer Preisverleihung die begehrte Auszeichnung.

 

Investitionen in Atomkraft sowie Waffen und Rüstung sind tabu. Außerdem müssen Fonds dafür Sorge tragen, dass weltweit anerkannte Arbeits- und Menschenrechte in den investierten Unternehmen und deren Zulieferer umgesetzt werden, Umweltschutz respektiert wird und Maßnahmen gegen Korruption ergriffen sind.

 

Nachhaltige Geldanalgen weisen angeblich keine schlechtere Performance als konventionelle Investments auf. Der Jahresbericht 2016 des über 800 Milliarden Euro schweren norwegischen Staatsfonds, der mit Ausschlusskriterien arbeitet, widerlegt diese These teilweise. Glauben Sie, dass Anleger nicht bereit sind geringe Performance-Einbußen für eine ethisch korrekte Wertanlage in Kauf zu nehmen? Kunden von Bio- oder Fairtrade-Produkten sind ja auch bereit einen höheren Preis zu zahlen.

 

Kölsch: Nein, das stimmt so nicht. In einer Performanceanalyse des von Ihnen angeführten Staatsfonds werden die einzelnen Nachhaltigkeitsstrategien genauer untersucht. Und dabei zeigt sich, da haben Sie recht, dass sich gerade die Anwendung einer Vielzahl von Ausschlusskriterien leicht negativ auf die Gesamtperformance auswirkte. Konkret kostete der Ausschluss von Tabakunternehmen im untersuchten 10-Jahres-Zeitraum 1,16 Prozent Rendite. Andererseits trugen Umweltaspekte 0,78 Prozent positiv zur Rendite bei. Es gibt also innerhalb Nachhaltiger Geldanlagen Licht und Schatten. Es zeigt sich, dass pauschale Ausschlüsse tendenziell Geld kosten, eine positive Selektion nach ESG-Kriterien jedoch zur Überrendite führt.

 

Was Ihr Vergleich zur Lebensmittelbrache angeht, so ist dieser genau ein Grund, wieso Nachhaltige Geldanlagen immer noch ein Nieschendasein fristen. In der Praxis ist es nämlich eben genau nicht so, dass Anleger Renditeeinbußen hinnehmen müssen. Außerdem werden Nachhaltige Fonds auch nicht teurer angeboten. Im Grunde bietet der Markt Anlegern hier eine Anomalie, die es laut Theorie nicht geben dürfte: Der Kunde bekommt ein in Sachen „Rendite-Risiko“ mit konventionellen Fonds völlig vergleichbares Produkt, hat jedoch ein kostenfreies Zusatzelement mit einer wie auch immer gestalteten Nachhaltigkeit obendrauf, ein sog. „free lunch“.

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