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Post will mehr Porto und weniger Regulierung

Gastautor: w:o Gastbeitrag
21.11.2017, 08:32  |  825   |   |   

Die Deutsche Post ruft nach einer Lockerung der Vorschriften für die Sechs-Tage-Zustellung ihrer Briefe. „Wer es möchte, dem werden wir weiterhin jeden Werktag seine Briefe zu Hause zustellen. Aber wenn Kunden es anders haben wollen, dann sollte auch die Politik nachdenklich werden“, sagte Post-Vorstand Jürgen Gerdes der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Dienstagsausgabe).

In einem umstrittenen Pilotversuch testet die Post seit geraumer Zeit, wie andere Zustellmodelle bei den Kunden ankommen. Wenig Verständnis zeigte Gerdes für die strenge Deckelung des Briefportos. „Die Leute geben im Durchschnitt weniger als 2 Euro im Monat für Briefmarken aus. Da ist die Portohöhe für die  Kunden nicht wirklich kritisch. Und mit 70 Cent liegen wir in Deutschland immer noch deutlich unter dem europäischen Durchschnitt“, sagte er. Das Porto ist noch bis Ende kommenden Jahres festgeschrieben.
 
Gerdes kündigte in der F.A.Z. eine neue Variante des digitalen E-Postbriefes an, der bei Privatleuten bisher nur ein Schattendasein fristet. „Das ist nicht so gekommen wie wir es uns damals vorgestellt haben.  Die meisten Privatkunden bevorzugen eben immer noch den Papierbrief, den sie zuverlässig und pünktlich jeden Tag in ihren Briefkästen finden“. In Zukunft soll es deshalb für die Teilnehmer am E-Post-System beides geben: den physischen Brief und den digitalen Zwilling im elektronischen Postfach. Im Paketgeschäft steuert die Post unterdessen auf neue Mengenrekorde zu. „An Spitzentagen rechnen wir mit 8,5 Millionen Päckchen und Paketen am Tag“, sagt Gerdes mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft.

Dieser Beitrag erschien am 21.11.2017 in der FAZ.

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Kommentare

Die Post soll mal das Leistungsniveau wieder anheben. Bei uns wird für Privatkunden nur noch an fünf statt an sechs Tagen die Briefpost zugestellt. Zudem ist die Zustellung lange nicht mehr so zuverlässig wie vor ein paar Jahren. Es kommt immer öfter vor, das Briefe nicht binnen eines Tages zugestellt werden oder im Ausnahmefall sogar abhanden kommen. Das es vorher bei der Post nie gegeben. Hierzu passt auch, dass man nun bei jeder Frankierung am Schalter gefragt wird ob es wichtig sei, dass der Brief am nächsten Tag anäme. Ja heißt Einschreiben. Hier wurde - und soll nun auch wieder - der Preis trotz sinkender Leistung erhöht werden.

Im Gegenzug werden die Portokosten für Geschäftskunden auf ein Minimum reduziert, indem die Post als INFOPOST gelabelt wird. Dort liegt dann das Porto inklusive Druck und Kuvertieren noch deutlich unter 70 Eurocent.

Ich habe oft überlegt die Aktie zu kaufen, weil ich grundsätzlich ein Freund von Versorgern/ Infrastrukturlern bin. Aber das was die Post hier seit Jahren macht wird er irgendwann böse auf die Füße fallen. Und dann wird's das neue und unzuverlässige Billig-Personal wieder durch gute Leute zu ersetzen. Aber das will in der Post-Zentrale niemand hören - alles Einzelfälle. Im Postschalter vor Ort sind auch die Probleme mit den neuen Paketzustellern bekannt. Da werden die Benachrichtigungskarten (wenn man nicht anwesend war) nicht - wie zu erwarten wäre - im Briefkasten eingeworfen sondern am nächsten Tag per Post zugestellt. Das man kein Einzelfall war verraten einem bei Abholungen die langen Schlangen am Schalter und die passenden Gesichter der Mitarbeiter dort. Die sind mit so ungeplanten Lastspitzen auch nicht glücklich.

Was ich sagen will: Die Postaktie performte ordentlich und tat das auch schon vor ein paar Jahren. Die Gründung der Regionalgesellschaften (z. B.) ist zuviel des Guten - gut für's kurzfristige Ergebnis aber mMn schädlich für die Qualität und damit für die Marke. Sowas zahlt sich nicht direkt aus - sondern erst wenn ein ernstzunehmender Wettbewerber auf den Markt kommt. Derzeit sind das auch nur Luschen. Ich habe meine Zweifel ob die Post dann in der Lage ist kurzfristig zu reagieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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