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Krisenstimmung Steht Chinas Finanzsystem bald vor dem Kollaps?

22.11.2017, 15:10  |  8939   |   |   

In der vergangenen Woche brachte die Zentralbank der Volksrepublik China gut 122,4 Milliarden US-Dollar innerhalb von fünf Tagen in Umlauf. Seit Jahren pumpt China frisches Geld in sein System, damit die Marktstimmung hält. Damit bewegt sich die zweitgrößte Volkswirtschaft auf einem schmalen Grad zwischen wachsendem Schuldenberg und Erfüllung der Wachstumsziele.

Am Montag und Dienstag dieser Woche führte die Zentralbank der Volksrepublik China erneut rund 4,5 Milliarden US-Dollar dem Markt zu, so CNBC. Die Geldmenge wurde am Mittwoch nicht weiter ausgedehnt. Diese Pause könnte ein Indiz für eine sich stabilisierende Marktstimmung sein, so CNBC. Unklar ist, ob sie nur von kurzer Dauer sein wird.

Das frische Geld kommt durch Finanztransaktionen auf den Markt, denn die Zentralbank kauft Wertpapiere von Geschäftsbanken mit der Vereinbarung, sie in Zukunft zu einem höheren Preis wieder zurückzukaufen. Sogenannte Repos sind in der Finanzwelt nichts ungewöhnliches. Erst in diesem Jahr hatte die chinesische Notenbank ihren Kurs dahingehend gestrafft, dass sie die Zinsen auf einige kurzfristige Repos um 0,1 Prozentpunkt erhöhte, so die FAZ. Somit sind Papiere mit siebentägiger Laufzeit mit 2,35 Prozent verzinst. In Zukunft könnte die Zentralbank auch andere Maßnahmen ergreifen, so Ken Cheung von der Mizuho Bank.  

Die vorsichtig fomulierten Vermutungen über eine drohende Finanzkrise wurden vor kurzem von hochrangigen Beamten aus Peking untermauert, denn sie sehen das Schuldenniveau auf einem kritischen Niveau. Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Schulden vervierfacht. Der scheidende Notenbankchef Zhou Xiaochuan meint über die Regierung: "Peking müsse endlich damit beginnen, sich gegen den irrationalen Optimismus im Land zu rüsten", so Die Presse. Chinas Finanzsystem sei heute anfälliger für Schocks, so Xiaochuan. Daher plädiert er für eine stärkere Regulierung des Finanzsektors.

Mit der Liquidität in China kann es durchaus schief gehen, denn auch wenn die meisten Investoren glauben, dass die Regulierungsbehörden in China für Sicherheit sorgen, gibt es genügend externe Risikofaktoren, so CNBC. Vor allem der schnelle Anstieg der Geldmenge, während die Devisenreserve fast statisch bleiben, sei ein Risiko. Die Höhe der Devisenreserven ist festgelegt, während die Fremdwährungsreserven massiv geschrumpft sind - innerhalb von fünf Jahren von 40 Prozent auf zehn Prozent. Dabei sind die Fremdwährungsbestände ein wichtiges Element, um die eigene Währung zu stützen, so Victor Shi, Professor an der UC San Diego, gegenüber CNBC. Ein drittes großes Thema ist die Kapitalflucht. Der Kauf ausländischer Konkurrenten darf nicht mehr als zehn Milliarden Dollar kosten, sonst lehnt Peking den Geldtransfer ab. Dies scheint jedoch nicht in Stein gemeißelt zu sein, denn der HNA-Konzern hatte in den vergangenen Monaten mehr als 40 Milliarden Dollar in Unternehmen im Ausland investiert, so die SZ.  

 

 

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Kommentare

Die Fremdwährungen sind auch wegen einer vernünftigen Umwandlung in Gold geschrumpft.
Bei einem fallenden Dollarkurs war das eine zukunftsorientierte Entscheidung.
China baut seine Seidenstraße Projekte zügig aus, nicht nur Richtung Europa und Afrika, auch in Richtung Kambodscha bis nach Singapur.
Manche führen nicht endenwollende Kriege, China dagegen, verbindet die Welt.

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