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DAX-Crash – keine Gefahr für Investoren

Gastautor: Daniel Saurenz
24.11.2017, 07:00  |  364   |   |   

Ausblick_Symbol_SchweizDie Ruhe an den Märkten ist erstaunlich. Es gab keine Grafik, die auf der WOT mehr Aufsehen erregt hätte bei unseren Vorträgen als jene zu den Handelstagen 2017, an denen der MSCI World mehr oder weniger als 1 Prozent gewann oder verlor. Der Durchschnitt liegt bei jährlich 54 Tagen – 2017 waren es drei. In Worten – drei. Deshalb finden Sie hier Puts zur Absicherung Ihres Portfolios, exemplarisch noch einmal aufgeführt für DAXCY0VTT, S&P 500 – GD6DR1, Dow Jones GD482N und EuroStoxx 50 TD8TLF. Greifen Sie da zu, als Beimischung können wir das nur empfehlen ebenso wie den Inliner aus dem FavoritendepotUnser lieber Ex-Kollege Dennis hat mit Joachim Fels, den wir ebenfalls gut kennen, ein Interview geführt. Es ist lesenswert – hier. Er nimmt Stellung, ob es wirklich! keine Crash-Gefahr gibt und ob wir alle so happy sein sollten.

Welche anderen Perspektiven es bis 2021 gibt, zeigen wir Ihnen auf in einer Analyse von BMO Global Asset Management

Fünfjahresausblick 2018–2023

London, 21. November 2017 –Im Global Investment Forum, der Jahrespublikation von BMO Global Asset Management, fassen die Experten Einschätzungen ihrer internationalen führenden Investment- und Strategieexperten zusammen, die sich auch mit unabhängigen Spezialisten austauschen. Auf Basis dieser Analysen und Gespräche wollen sie Ereignisse und Entwicklungen in den nächsten fünf Jahren prognostizieren. Dabei berücksichtigen sie auch extreme Szenarios.

“Weil wir verschiedene denkbare Entwicklungen in den nächsten fünf Jahren sowie deren Chancen und Risiken durchspielen, können wir der Zukunft gelassener entgegensehen. In diesem Jahr halten wir drei mögliche Szenarios für denkbar:

  1. Alles beim Alten

Unser Hauptszenario (60% Wahrscheinlichkeit)

  1. Die Politik macht alles kaputt

Negatives Überraschungsszenario (30% Wahrscheinlichkeit)

  1. Die Politik macht alles richtig

Positives Überraschungsszenario (10% Wahrscheinlichkeit)

Unsere Szenarios sind Prognosen, die durch einschränkende oder zukunftsgerichtete Begriffe wie „könnte“, „sollte“, „dürfte“, „erwarten“, „planen“, „fortsetzen“ oder „meinen“, „Ausblick“, „Projektion“ oder „Schätzung“ gekennzeichnet sind. Sie sind keine Investmentberatung und keine Empfehlung, Anlageinstrumente zu kaufen. Sie sollten sich auf solche Ertragsangaben oder Aussagen nicht zu stark verlassen, weil sich die tatsächlichen Erträge und Ergebnisse aufgrund zahlreicher Risiken und Unsicherheitsfaktoren erheblich davon unterscheiden können.

Szenario 1: Alles beim Alten 

Unser Hauptszenario (60% Wahrscheinlichkeit)

Börse_Konjunktur_Schiff2Nach unserem Hauptszenario gehen in wir in diesem Jahr davon aus, dass die Weltwirtschaft weiter stabil wächst und die Inflation nur schwach steigt, obgleich die allmähliche Rückführung des Quantitative Easing und höhere Zinsen die Konjunktur etwas bremsen könnten. Geringer Inflationsdruck und die Flexibilität der Märkte lassen vermuten, dass sich die Geldpolitik nur zu einem leichten Gegenwind und nicht zu einem zerstörerischen Orkan entwickelt.

Die Wirtschaft dürfte weiter stabil wachsen

  • Ein wichtiges Argument für unser recht optimistisches Hauptszenario ist die Erholung Europas. Wir gehen davon aus, dass Europa in puncto Wachstum im internationalen Vergleich vom Nachzügler zur Nummer eins wird. Ein mehrjähriges Wachstum über dem Potenzialwachstum ist möglich, ohne dass es zu erheblichen Knappheiten am Arbeitsmarkt kommt. In den USA ist das anders: Hier hat selbst das moderate Wachstum zu einem starken Rückgang der Arbeitslosigkeit geführt.
  • Ohne Großbritannien wird sich in der Europäischen Union (EU) möglicherweise einiges ändern. Nach dem Brexit könnte die EU die Integration stärker vorantreiben, aber wegen des zunehmenden Populismus wird es vermutlich größere Hürden für mehr Migration aus Nicht-EU-Ländern geben.
  • Die Emerging Markets dürften sich weiter erholen. Ihr Wachstum könnte sich beschleunigen.
  • China kann eine harte Landung vermeiden, aber das Wachstum wird sich in den nächsten Jahren bei 5% einpendeln.
  • Japan kämpft erfolgreich gegen Deflation und Demografie.

Es gibt weiterhin politische Veränderungen und Unsicherheit, sodass die Staats- und Regierungschefs weltweit auf Wählerwünsche eingehen und sehr genau auf die möglichen Folgen unerwarteter Entwicklungen achten. Sie setzen Reformen um und streben Verbesserungen der Corporate Governance, der Steuern und des Welthandels an.

Es besteht das Risiko von demografischen Problemen, weil die Babyboomer in Rente gehen. Dem steht aber die Weiterentwicklung der Robotik und der künstlichen Intelligenz gegenüber, die dies zum Teil ausgleicht. Japan dürfte zum Vorbild werden. Das Land ist technologiefreundlich und ermutigt Frauen zur Rückkehr in die Arbeitswelt.

Im Unternehmenssektor gewinnen Monopole an Einfluss. Angesichts der guten Konjunktur bei vermutlich weiterhin niedrigen Zinsen, geringen Unternehmenssteuern und schwachen Gewerkschaften sorgt das für gute Gewinnaussichten.

IAA_MiniBMWWir erwarten Veränderungen im Energiesektor. Die Zahl der Elektroautos dürfte steigen, und es werden Batterien zur zentralen Stromspeicherung entwickelt. Hinzu kommt die immer geringere Abhängigkeit der USA vom Öl aus dem Nahen Osten. Dadurch verändern sich die geopolitischen Risiken. Sie betreffen einzelne Länder und nicht mehr die ganze Welt.

Protektionismus wird vermutlich eine Gefahr bleiben. Weltweit betonen Politiker die „nationalen“ Interessen. Ungeachtet der scharfen Rhetorik halten wir dies aber eher für Säbelrasseln und erwarten keine Eskalation.

Politische Risiken könnten zu Problemen im pazifischen Raum führen. Trotz der Unsicherheiten halten wir eine Katastrophe aber für sehr unwahrscheinlich. Wir gehen davon aus, dass man diplomatische Lösungen sucht, statt in den Krieg zu ziehen.

Man fürchtet zwar eine von den USA ausgehende Rezession, aber wir halten das Risiko weder für hoch noch für aktuell. In anderen Ländern, in denen es weniger Kapazitätsengpässe gibt, ist das Rezessionsrisiko noch geringer.

Auswirkungen für Investoren

Angesichts der weiterhin guten Weltkonjunktur und nach wie vor hohen Gewinnmargen dürften sich risikobehaftete Asset-Klassen in diesem Szenario gut entwickeln. Die allmähliche Straffung der Geldpolitik ist ein, wenn auch kleines, Problem, das die Gesamterträge bremsen dürfte. Staatsanleihen werden sich vermutlich unterdurchschnittlich entwickeln. Und weil mit einer Spreadausweitung zu rechnen ist, dürfte es Unternehmensanleihen noch schlechter ergehen.”

Im nächsten Beitrag werfen wir einen Blick auf die Szenarien zwei und drei.

Quelle: BMO, eigene Recherche

 

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