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Was besagt der Goldpreis? Wie wird er berechnet?

Nachrichtenquelle: ETF Securities
27.11.2017, 10:23  |  1437   |   |   

Gold kostet seinen Preis

Wie andere Rohstoffe kann Gold zum Kassapreis oder unter Verwendung von Derivaten gehandelt werden, bei denen es sich an der Terminbörse hauptsächlich um Kontrakte und im Freiverkehr um Swaps oder Termingeschäfte handelt. Der Kassapreis (generell pro Unze, das heißt ca. 31 Gramm, notiert) gilt für Gold, das sofort oder spätestens nach Ablauf des zweitägigen Abrechnungszeitraums zur Lieferung bereitsteht.

Der Terminpreis hingegen ergibt sich aus dem Wert des Basiswerts, das heißt effektiv, dem Kassapreis, zuzüglich der Haltekosten (cost of carry), die sich aus Zinsen sowie Lager- und Versicherungskosten zusammensetzen. Die Lieferung des physischen Golds kommt bei Kleinanlegern und selbst bei institutionellen Anlegern wegen der Haltekosten nur selten vor.

Der Terminpreis wird anders als der Kassapreis heute für eine in der Zukunft liegende Lieferung festgelegt, die zum Beispiel in drei oder sechs Monaten erfolgt.

Da Anlegern meist Wertpapierkredite in Höhe von 5 Prozent des Gesamtwerts des Kontrakts zur Verfügung stehen, kann eine Anlage auf dem Terminmarkt Einnahmen und Liquiditätsvorteile mit sich bringen. Allerdings entsteht auf beiden Seiten des Geschäfts ein Kontrahentenrisiko, das von den Börsen im Rahmen des zentralen Clearings abgemildert wird.

Faktoren mit Einfluss auf den Goldpreis

Die Schwankungen des Goldpreises beruhen weniger auf der physischen Nachfrage- und Angebotssituation als vielmehr auf der Meinung, die sich die Anleger über die Inflation, die möglichen Zinsbewegungen, die geopolitischen Entwicklungen und die Stimmung auf dem breiteren Markt gebildet haben. Insbesondere wenn Inflation und Zinsen im Anstieg begriffen sind, tendiert auch der Goldpreis aufwärts, da Gold als Wertaufbewahrungsmittel und Inflationsschutz gilt. Im November 2017 hat es den Anschein, als ob wir uns genau an dieser Stelle befinden. Die Fed und die Bank of England haben den Pfad der geldpolitischen Straffung eingeschlagen, indem sie die Zinsen anheben, und die EZB verringert das Volumen ihrer monatlichen Anleihekäufe.

Der Goldpreis steigt möglicherweise aber auch dann, wenn sich die Stimmung auf dem Markt verschlechtert, sodass Gold, das in der Vergangenheit nicht mit anderen Vermögenswerten korrelierte, der Portfoliodiversifizierung dient. Wenn ferner die Welt etwas bedrohlicher, unruhiger oder gefährlicher wahrgenommen wird (siehe Nordkorea), ist Gold häufig der sichere Hafen, in dem man Zuflucht sucht.

Gold kann jedoch aufgrund der Währungsschwankungen des US-Dollar (Gold notiert allgemein in USD) an den verschiedenen Börsen zu unterschiedlichen Preisen gehandelt werden. Diese Währungsschwankungen können wie die Abwertung des Pfund Sterling nach dem Brexit durchaus erheblich sein und die Gesamtrendite wesentlich beeinflussen. Um das Risiko zu mindern, lässt sich das Währungsrisiko in der Lokalwährung des Anlegers absichern, was sich allerdings auf die Rentabilität auswirken könnte.

Schließlich können die regionalen Veränderungen des AngebotNachfrage-Gleichgewichts den Goldpreis je nach Börse unterschiedlich beeinflussen und Arbitrage-Möglichkeiten schaffen (Arbitrage ist der gleichzeitige Kauf und Verkauf eines Basiswerts oder von zwei verschiedenen Derivaten des Basiswerts, um eine Preisanomalie gewinnbringend zu nutzen). Beispiel: Ein erfahrener Anleger oder Händler, der bemerkt, dass der währungsbereinigte Goldpreis aufgrund der starken lokalen Nachfrage in Zürich höher ist als in London, kauft Gold in London, um es in Zürich zu verkaufen und einen kleinen Gewinn einzustreichen.

Funktionsweise der Goldmärkte und Goldbörsen

Bei Gold handelt es sich effektiv um einen rund um die Uhr gehandelten Anlagewert, für den mehrere Börsen auf der ganzen Welt Kurse stellen. Gold wird vorwiegend im Freiverkehr gehandelt. Das bedeutet, dass der Preis zwischen zwei Gegenparteien eines Händlernetzes direkt vereinbart wird und das Geschäft nicht über eine Börse läuft. Goldkontrakte und Goldoptionen können auch börslich gehandelt werden, wovon hauptsächlich die großen Investmenthäuser Gebrauch machen.

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