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SoftBank will Uber, aber nicht zu jedem Preis

28.11.2017, 10:38  |  4789   |   |   

SoftBank möchte Anteile des angeschlagenen Taxi-Unternehmens Uber den Gesellschaftern zu einem Sonderpreis abkaufen. Die Großbeteiligung kommt womöglich jedoch nur zustande, wenn der Abschlag von 30 Prozent akzeptiert wird.

Laut dem Nachrichtenportal Spiegel Online plant SoftBank mit seiner Großbeteiligung einen Anteil von 14 bis 17 Prozent an Uber. Bedingung: Es soll ein günstiger Preis ausgehandelt werden. So habe Softbank beim Angebot an bisherige Gesellschafter den Firmenwert von Uber bei lediglich 48 Milliarden Dollar angesetzt, berichten Bloomberg und die "New York Times" unter Berufung auf Insider.

Im Rahmen der Ankündigung eines möglichen IPOs von Uber im Jahr 2019 wurde der Fahrdienstvermittler mit 68 Mrd. Dollar bewertet. Es hieß im Oktober 2017, dass Wall Street Beobachter davon ausgehen, dass Uber bei einem Börsengang mehr als 100 Mrd. Dollar auf die Waage bringen könnte.

Zuletzt war Uber in die Schlagzeilen geraten, nachdem die Geschäftspraktiken des Unternehmens, Rechtsverstöße und das Auftreten des ehemaligen Uber-Chefs Travis Kalanick für Kritik sorgten. Der neue Uber-Chef Dara Khosrowshahi will daher das Unternehmen neu ausrichten und Uber fit für den Börsengang machen. Jedoch muss Kalanick erstmal die Wogen glätten. Immerhin hatte Uber ein Jahr lang einen Hackerangriff verschwiegen, bei dem Daten von 57 Millionen Nutzern und Fahrern erbeutet wurden. Die Daten waren nur 100.000 Dollar wert, denn soviel zahlte Uber den Angreifern für die Vernichtung der gestohlenen Informationen.

Der nun geplante Deal zwischen den Japanern und Uber besteht aus zwei Teilen: Für rund eine Milliarde Dollar sollen Anteile direkt beim Fahrdienst-Vermittler gekauft werden, und zwar zur bisherigen Spitzenbewertung, während sich die SoftBank den Rest bei den anderen Gesellschaftern zu dem niedrigeren Preis holen will, so Spiegel Online. Die Investition durch SoftBank käme Uber nicht ungelegen, denn das Unternehmen verzeichnet durch seine rasante Expansion noch immer hohe Verluste, so Spiegel Online. 

Laut dem Informationsportal Statista lag der Verlust bei Uber im vierten Quartal 2016 bei 991 Millionen US-Dollar. Im ersten und zweiten Quartal 2017 ging der Verlust auf 708 bzw. 645 Millionen Dollar zurück. Auf der anderen Seite betrug der Umsatz im Jahr 2016 rund 6,5 Milliarden Dollar. Im März 2017 war Uber das wertvollste digitale Start-up weltweit, so Statista. Etwas anders beurteilt die FAZ das Unternehmen, denn sie sagt, dass die Skandale, der Rechtsstreit mit dem Google-Schwesterunternehmen Waymo und das Uber-Verbot in vielen Städten nun auch im Unternehmenswert spürbar seien. Nur ganz so einfach ist es nicht, denn wenn den Gesellschaftern ihre Anteile zu einem niedrigen abgekauft werden sollen, während der andere Teil zur regulären Marktbewertung erworben wird, dann ist das lediglich ein legitimes Angebot.

Bislang ist unsicher, wann der IPO tatsächlich erfolgen wird und ob das Unternehmen dann 100 Mrd. Dollar auf die Waage bringt, ebenfalls. Im August 2017 wurde der Börsengang für die nächsten 18 bis 36 Monate angekündigt, so CNBC. Das Angebot von SoftBank könnte für einige Gesellschafter womöglich eine gute Gelegenheit sein, um aus dem riskanten Start-up auszusteigen.

 



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