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Träge, teuer, volatil Bitcoin doch nicht Geld der Zukunft?

29.11.2017, 11:12  |  8055   |   |   

Bitcoin ist als digitales Bezahlsystem ungeeignet. Laut der Bundesbank erfüllt die Kryptowährung keine der drei Geldfunktionen. Außerdem ist sie sehr volatil und Transaktionen sind sehr langsam und teuer. Nur virtuelle Währungen, die auf Wertstabilität ausgelegt sind, werden sich langfristig als digitales Zahlungsmittel durchsetzen.

Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, hat es auf den Punkt gebracht: „Bitcoin ist kein Geld, sondern ein Spekulationsobjekt“. Bisher erfülle Bitcoin keine der drei essenziellen Geldfunktionen – Zahlungs-, Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit. Und je höher der Kurs steigt, umso unwahrscheinlicher wird es, dass sich Bitcoin als Alternativwährung auf breiter Front durchsetzt (siehe hier).

Momentan beträgt die durchschnittliche Gebühr pro Bitcoin-Transaktion rund 4 US-Dollar, so BitInfoCharts. Es dauert zudem circa 10 Minuten bis eine Transaktion bestätigt wird, so der Business Insider. Die stetig steigenden Transaktionsgebühren und die langsame Transaktionsgeschwindigkeit sind weitere Gründe, warum Bitcoin als Peer-to-Peer-Bezahlsystem versagt.

Die Entwicklung der durchschnittlichen Bitcoin-Transaktionsgebühren zeigt das folgende Chart von BitInfoCharts:

Quelle: bitinfocharts.com/comparison/bitcoin-median_transaction_fee.html

Es gibt schon heute digitale Bezahlsysteme, die schneller als Bitcoin sind. Auch die Gebühren der bestehenden Zahlungssysteme sind mit denen von Bitcoin vergleichbar. Das Visa-Zahlungssystem ist deutlich schneller: Es bearbeitet durchschnittlich 2.000 Transaktionen pro Sekunde. Die Gebühren für Visa-Kreditkartenzahlungen variieren zwischen 0,2 und fünf Prozent, so der Business Insider. Auch PayPal ist deutlich schneller als Bitcoin: Innerhalb weniger Sekunden kann man Geld weltweit versenden. Bezahlen ist immer kostenlos, nur der Geldempfang ist kostenpflichtig. Der Zahlungsempfang kostet innerhalb der EU für Privatpersonen 1,9 Prozent plus 0,35€ pro Transaktion. Für Händler zwischen 1,5 und 1,7 Prozent plus 0,35€ pro Transaktion.

Es gibt jedoch auch virtuelle Währungen, die sich besser als Zahlungsmittel anbieten. Bitcoin Red ist eine von vielen Community-basierten Kryptowährungen, die auf dem ERC20-Standard von Ethereum basieren. Die durchschnittliche Transaktionszeit von Bitcoin Red beträgt 24 Sekunden und die Transaktionsgebühr liegt zwischen 0,20 und 0,50 Dollar, so BTCRED. Da die Obergenze der verfügbaren digitalen Münzen von Bitcoin Red bei 21 Millionen liegt, ist die Kryptowährung, wie auch Bitcoin, deflationär.

Nur Kryptowährungen, die auf Wertstabilität ausgelegt sind, werden sich als digitales Zahlungsmittel langfristig durchsetzen. Basecoin könnte eine solche virtuelle Währung werden. Die geplante Kryptowährung hat im Gegensatz zu Bitcoin keine fest programmierte Obergrenze. Der Wechselkurs der neuen Kryptowährung soll zudem fest an den US-Dollar geknüpft werden, was die Wertstabilität erhöht. In einem Szenario indem der Basecoin-Kurs unter einen Dollar fällt, würden digitale Münzen aus dem Verkehr gezogen. Steigt der Wert der digitalen Währung über einen US-Dollar, würden weitere digitale Münzen in Umlauf gebracht werden. Die genaue Funktionsweise von Basecoin ist in dem Whitepaper "Basecoin A Robust, Price-Stable Cryptocurrency with an Algorithmic Central Bank" beschrieben.

Quellen:
Business Insider: „Analysten: Warum Bitcoin als Bezahlmethode versagt“
ifo Schnelldienst 22/2017: „Kryptowährung Bitcoin: Währungswettbewerb oder Spekulationsobjekt: Welche Konsequenzen sind für das aktuelle Geldsystem zu erwarten?“
paypal.com/
getbasecoin.com/
bitcoinred.io

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