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Marktkommentar: Carlos von Hardenberg (Franklin Templeton): Strukturelle Wachstumstreiber der Schwellenländer
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Marktkommentar Carlos von Hardenberg (Franklin Templeton): Strukturelle Wachstumstreiber der Schwellenländer

Nachrichtenquelle: Asset Standard
29.11.2017, 00:00  |  704   |   |   

Carlos von Hardenberg glaubt, dass Aktien aus Schwellenländern noch erhebliches Potenzial bergen – auch abseits vom Rohstoffsektor.

Schon seit längerem vertreten Carlos von Hardenberg und seine Kollegen die Meinung, dass sich die Schwellenländer verändert haben – sie sind inzwischen kein reines Rohstoff-Thema mehr. Alte Wirtschaftsmodelle befinden sich in vielen Fällen im Umbruch und eröffnen spannende neue Anlagemöglichkeiten. Hier erklärt Carlos von Hardenberg, wie die sich wandelnde Verbraucherdynamik in den Schwellenländern die Nachfrage nach neuen und innovativen Gütern und Dienstleistungen vorangetrieben hat.

Wir haben einige weit verbreitete Missverständnisse in Bezug auf Schwellenmärkte aufgedeckt, die dazu führen könnten, dass vereinzelte Anleger Chancen in dieser dynamischen Anlageklasse verpassen. Eines davon ist, dass sich die hier gebotenen Anlagemöglichkeiten in erster Linie auf Rohstoffe beziehen. Eine kürzlich von Franklin Templeton gesponserte Umfrage unter Anlegern in Großbritannien bestätigt dies – auch wenn der Mythos ein wenig zu verblassen scheint.[1]

Zerstörung des reinen Rohstoff-Mythos

Etwa die Hälfte der Teilnehmer der Franklin Templeton-Umfrage verband Schwellenländer mit traditionellen Industrien wie Rohstoffen (56 %) und dem verarbeitenden Gewerbe (50 %), während 42% von ihnen diese Länder mit Informationstechnologie in Verbindung brachten.[2]

Es scheinen zwar weiterhin Missverständnisse zu bestehen, die Realität ist jedoch, dass viele Schwellenländer ihr Tätigkeitsspektrum deutlich ausgeweitet haben. Daher freuen wir uns, dass Anleger dies allmählich zur Kenntnis nehmen. Schwellenländer sind nicht mehr eindimensional. Wir beobachten die Entwicklung einer völlig neuen Generation innovativer Unternehmen in Schwellenländern. Dies diversifiziert nicht nur die Volkswirtschaften dieser Länder, sondern auch die Chancen, die sich für Anleger eröffnen.

Gleichzeitig ist die Mittelschicht in den Schwellenländern auf dem Vormarsch. Die gestiegene Kaufkraft der Verbraucher hat lokale Unternehmen dazu veranlasst, auf die Nachfrage nach neueren Arten von Gütern und Dienstleistungen einzugehen. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend das Wachstum und die Innovation in den Schwellenländern weiter bestimmen wird.

So ist Technologie inzwischen zu einem der größten Sektoren im MSCI Emerging Markets Index geworden, wie die nachfolgenden Grafiken zeigen.[3]


Der Technologiesektor als Ganzes hat unser Leben grundlegend verändert. 1982 wurde etwa das Patent für den weltweit ersten kommerziellen CD-Player in den USA erworben, und jede CD wurde für ca. 14 USD verkauft. Heute können Nutzer dank Cloud-Technologie für eine geringere Summe auf Millionen von Musiktiteln zugreifen – und das, ohne eine physische Schallplatte oder CD zu benötigen.

Darüber hinaus wird inzwischen fast die Hälfte der Patentanmeldungen weltweit in Schwellenländern registriert, wie die nachfolgenden Diagramme zeigen – Technologie hat die Schwellenländer innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums verändert.


Schwellenländer haben Raum, um zu wachsen und sich weiterzuentwickeln

Wir sind davon überzeugt, dass viele Unternehmen aus den Schwellenländern Spielraum haben, um schneller zu wachsen als viele Unternehmen in den Industrieländern. Diese Schwellenmarktunternehmen bedienen nicht nur eine dynamische inländische Verbraucherbasis, sondern erobern auch einen immer größeren Anteil an den weltweiten Exporten.

Aus unserer Sicht sind die Investitionen in den Technologiesektor der Schwellenländer bislang unzulänglich. Wir sehen Wert in vielen Bereichen, etwa bei E-Commerce-Unternehmen in Mittelamerika, bei Komponentenentwicklern in Taiwan und Südkorea sowie im Digital Banking-Sektor in Südafrika und Asien.

Vielen Technologieunternehmen in Schwellenländern ist es gelungen, sehr schnell zu wachsen, wobei mit einem relativ hohen Marktanteil stets auch ein Wettbewerbsvorteil verbunden ist. Wir gehen davon aus, dass sich dieses Wachstum noch eine ganze Weile fortsetzen könnte.

Für uns ist Technologie eine spannende Branche, die wir genau im Auge behalten. Was die Nachfrage nach diesen Arten von Gütern und Dienstleistungen jedoch wirklich ankurbelt, ist die Veränderung der demografischen Gegebenheiten in den Schwellenländern.

Asiens wachsende, dynamische Verbraucherbasis

Aus unserer Sicht ist Asien heute nach wie vor eine der weltweit spannendsten Regionen im Schwellenmarktuniversum.

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