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Wirtschaftsweise warnt vor systemischen Risiken des Bitcoin

Gastautor: w:o Gastbeitrag
11.12.2017, 09:34  |  1282   |   |   

Berlin/Frankfurt. Kurz vor der Einführung offizieller Bitcoin-Finanzmarktprodukte hat die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel vor den potenziellen Risiken der Internetwährung gewarnt. Wenn sie aus einer Nische in die etablierte Finanzwelt vordringe, berge das besondere Gefahren: „Die Preisentwicklung der Bitcoins erinnert an die großen Blasen der Wirtschaftsgeschichte, zum Beispiel an die Tulpenkrise. Solange die Spekulationen mit Eigenkapital finanziert sind, verlieren die Investoren im Falle eines Crashs zwar viel Geld, die Ansteckungsgefahren dürften aber begrenzt sein“, sagte Schnabel der WELT AM SONNTAG. Problematischer werde es, wenn die Vermögenswerte auf Kredit gekauft würden, was bei Bitcoins zunehmend der Fall zu sein scheine. „Dann könnte ein Preisverfall das gesamte Finanzsystem in Mitleidenschaft ziehen.“
 
Sorge bereitet ihr vor allem, dass der Bitcoin-Markt noch weitgehend unreguliert ist. „Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es aufgrund von operationellen Risiken, zum Beispiel einem Systemausfall, oder Unregelmäßigkeiten zu einem Crash kommt“, sagte die Bonner Wirtschaftswissenschaftlerin, die seit 2014 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angehört. Die Einführung von Futures auf den Bitcoin dürfte die Spekulationen weiter anheizen. „Angesichts der großen Unsicherheit über mögliche Preisschwankungen können sich im Bereich des Clearings erhebliche Gegenparteirisiken aufbauen“, warnte Schnabel.
 
Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt gehandelt. Dadurch können sich Käufer und Verkäufer gegen Preisschwankungen absichern. Es sind aber auch Spekulationen auf Kursentwicklungen möglich – und damit auch auf einen Wertverfall. Risiken entstehen dann, wenn eine der beiden Parteien das Geschäft nicht erfüllen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Versprechen nicht eingelöst werden kann, ist umso größer, je stärker der Preis des zugrundeliegenden Produkts schwankt. Wenn ein Termingeschäft platzt, löst das nicht selten einen gefährlichen Dominoeffekt aus.
 
Wie schwierig es für die Finanzaufsicht ist, solche Gefahren rechtzeitig zu erkennen und einzudämmen, macht der Hype um den Bitcoin besonders deutlich. „Es ist für die Aufsicht kaum möglich, Risiken für die Finanzstabilität immer rechtzeitig zu erkennen. Denn diese sind ja häufig mit Innovationen im Finanzbereich verbunden, deren Auswirkungen zunächst nur schwer zu verstehen sind“, erklärte Schnabel.
 
In dieser Woche hatten sich die Aufseher weltweit auf ein verschärftes Regelwerk für Banken geeinigt. Basel III soll das Finanzsystem in Zukunft noch sicherer und krisenfester machen. Doch die Bemühungen um mehr Stabilität werden durch die rasante Entwicklung auf den Finanzmärkten, insbesondere durch die Einführung neuer Produkte wie etwa Futures auf den Bitcoin, konterkariert. Aus Sicht der Wirtschaftsweisen muss eine Reaktion auf dieses Problem bei den Banken als Schaltzentrale des Finanzsystems ansetzen. „Gut kapitalisierte Banken sind generell widerstandsfähiger, auch gegenüber Schocks aus solchen Finanzinnovationen“, sagte Schnabel.

Dieser Beitrag erschien in der Welt am Sonntag am 10.12.2017.

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Kommentare

Das System Bitloin ist so ausgelegt, dass max. 21,8 Mio Coin geschürft werden können. Wenn wir den Kurs von 15 TEURO ansetzen sind das 327 MRD Euro. Im Wissen dass das lediglich 327 MRD Goodwill sind und niemals im Leben erwirtschaftet oder bezahlt wurden, ist auch ein Zusammenbruch auf Null Euro höchstens der Verlust der materiellen Kosten: Hier Rechenkapazität und Energieaufwand. Und mit den Tulpenzwiebel zu vergleichen halte ich für gewagt: Damlas wie auch bei der dot.com Blase hat jede Hausfrau mit dem Zeugs gehandelt! Bitcoin ist erst die erste "Dot.com Aktie", erst wenn viele andere Kryptowährungen folgen, wie in den Jahren 1996 bis 2000, und auch leicht für alle handelbar werden, wird die Blase platzen! Davor jedoch werden die Energieversorger und Hardwareproduzenten auf ihre Kosten kommen! Crash nicht vor dem Jahre 2020!!
Zitat vonunnerfrangge: Werden Sie etwa unruhig Frollein?Der Bitcoin und die anderen Aasfresser erfüllen doch nur ihre biologische Pflicht!Sie reissen die alten und schwachen in den Notenbankherden und verhindern so dass sich auch diese,eher degenerierten,fortpflanzen.Dass das den Draghis,Yellens,Kurodas,Carneys usw. nicht gefällt ist klar.Es gilt daher wieder:Konkurrenz belebt das Geschäft und verhindert hoffentlich noch grössere "Sauereien"als bisher schon geschehen!


Echt geil. Den Bankengöttern geht der Arsch so richtig auf Grundeis :)

Da gibt es gerade ziemlich viele die sich Gedanken über ihre Zukunft machen und die sieht eben nicht mehr so rosarot wie bisher aus.

Ich bin auch schon in Bitcoins !!! Besitze seit einem Jahr 0,02 BTC ! Wird verkauft wenn wir bei 1 Million stehen :laugh::laugh::D
Werden Sie etwa unruhig Frollein?Der Bitcoin und die anderen Aasfresser erfüllen doch nur ihre biologische Pflicht!Sie reissen die alten und schwachen in den Notenbankherden und verhindern so dass sich auch diese,eher degenerierten,fortpflanzen.Dass das den Draghis,Yellens,Kurodas,Carneys usw. nicht gefällt ist klar.Es gilt daher wieder:Konkurrenz belebt das Geschäft und verhindert hoffentlich noch grössere "Sauereien"als bisher schon geschehen!

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