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Kreise Steinhoff-AR-Chef verhandelt mit Banken über Stillhalteabkommen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
11.12.2017, 10:11  |  1378   |   |   

AMSTERDAM/JOHANNESBURG (dpa-AFX) - Der Aufsichtsratschef des kriselnden Möbelhändlers Steinhoff , Christo Wiese, verhandelt offenbar mit Banken über ein Stillhalteabkommen bei einem Milliardendarlehen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag über Berufung auf informierte Personen. Dabei handelt es sich um einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro. Wiese hatte im vergangenen Jahr 628 Millionen Aktien als Sicherheit hinterlegt, um sich bei den Banken Citigroup , HSBC und Nomura Geld für die Übernahme des US-Matrazenherstellers Mattress zu leihen.

Das Stillhalteabkommen soll zum Ziel haben, dass die Banken die Aktien nicht verkaufen. Wie es weiter hieß, prüfen die Geldinstitute derzeit, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses abzuwarten. Eine Vereinbarung über ein Stillhalteabkommen könnte noch in dieser Woche erzielt werden. Die Aktien, die vergangene Woche binnen weniger Tage um fast 90 Prozent eingebrochen waren, konnten sich am Montagvormittag etwas erholen und lagen knapp 20 Prozent im Plus.

Sonntagabend hatte Steinhoff seine Geldgeber um Geduld und eine weitere Unterstützung vor dem angesetzten Treffen am 19. Dezember gebeten. Zudem hat der Konzern sich Berater unter anderem für das Liquiditätsmanagement und die Gespräche mit seinen Kreditgebern an Bord geholt. Dabei handelt es sich um die Investmentbank Moelis und die Management- und Strategieberatungsfirma AlixPartners.

Das Hauptaugenmerk liege gegenwärtig darauf, die Geschäfte des Steinhoff-Konzerns mit Liquidität zu versorgen und am Laufen zu halten, hieß es in der Mitteilung vom Sonntag. Die anhaltende Unterstützung aller Geldgeber sei dafür nötig, um eine Stabilisierung der Finanzlage zu erreichen. Eine Agenda für das Treffen am 19. Dezember werde noch im Vorfeld veröffentlicht. Am Freitag hatte der Möbelhändler, zu dem unter anderem der deutsche Discounter Poco gehört, erklärt, das Geschäft laufe derzeit von den Turbulenzen unbeeinträchtigt.

Banken und andere Kreditgeber stehen bei Steinhoff mit Milliarden im Risiko. Nach den letzten verfügbaren Daten aus dem Halbjahresbericht per Ende März liegen die langfristigen Verbindlichkeiten bei 12,1 Milliarden und die kurzfristigen Schulden bei rund 5,9 Milliarden Euro. Die Veröffentlichung der Zahlen des Ende September abgelaufenen Geschäftsjahres hatte Steinhoff bis auf Weiteres verschoben.

Das Unternehmen, das in Johannesburg und Frankfurt gelistet ist, hat in der vergangenen Woche innerhalb weniger Tage einen Großteil seines Börsenwertes verloren, nachdem wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ermittelt wird und der Chef Markus Jooste gehen musste. Die Ratingagentur Moody's hatte die Kreditwürdigkeit von Steinhoff nach den jüngsten Turbulenzen auf Ramsch abgestuft./nas/men/she

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