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Steinhoff muss Jahresabschluss 2016 neu aufstellen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
13.12.2017, 22:18  |  2443   |   |   

KAPSTADT/AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der Bilanzskandal beim Möbelhersteller Steinhoff weitet sich aus. Bei der Überprüfung der Finanzkennzahlen für 2017 habe sich gezeigt, dass die gleichen problematischen Bilanzthemen schon 2016 relevant gewesen seien, erklärte der Konzern am Mittwochabend. Deshalb werde der Jahresabschluss 2016 nun neu aufgestellt.

Laut Steinhoff geht es um die "Richtigkeit und Werthaltigkeit" bestimmter Vermögenswerte im Europa-Geschäft. Details nannte das Unternehmen nicht. Steinhoff ist der Mutterkonzern des Möbelhändlers Poco, wobei sich dieser nach eigener Aussage nicht von den Turbulenzen betroffen sieht.

Der Steinhoff-Konzern mit niederländischer Rechtsform und operativem Sitz in Südafrika befindet sich seit Anfang Dezember in einer Krise, nachdem wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ermittelt wird und der Chef Markus Jooste gehen musste. Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von Steinhoff auf Ramsch abgestuft.

In der Folge brach der Aktienkurs des in Frankfurt und Johannesburg notierten Unternehmens in der Spitze um 90 Prozent ein. Eine zwischenzeitliche gewisse Erholung wurde durch die neuesten Nachrichten wieder zunichte gemacht: Nachbörslich rutschte der Kurs auf der Handelsplattform Tradegate um 8 Prozent unter den Xetra-Schluss auf 0,60 Euro. Im Tief hatten Steinhoff-Papiere in der Vorwoche allerdings nur noch 0,35 Euro gekostet./das/jkr

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Kommentare

Solche Bilanzbetrügereien laufen meist schon viele Jahre, bevor die Bombe platzt. Dass die nur den Jahresabschluss 2016 wieder aufschnüren, heißt eben nicht, dass der 2015er OK war!

Die werden also jetzt die Bilanzposten zum Bilanzstichtag neu bewerten und die Differenzen zur ursprünglichen Bewertung abschreiben. Dann wird sich ein mehr oder minder großer Teil der Aktiva in Luft auflösen.

Das Eigenkapital berechnet sich ja aus der Differenz der Aktiva zu den vorhandenen Schulden. Wenn also z. B. Aktiva von 1000 vorhanden sind und Schulden i.H.v. 800 da sind, dann ist das Eigenkapital 200. Wenn nun von den 1000 Aktiva 300 abgeschrieben werden müssen, dann bleiben -100 übrig. Das nennt sich dann negatives Eigenkapital. So schnell geht das dann mitunter...

Apropos mitunter. Ich hoffe, dass hier nicht allzu viele mit dem Unternehmen mit untergehen.

Das operative Geschäft wird denke ich mal stück für stück verkauft werden. IKEA wird sich aber wahrscheinlich nicht die Hände an Poco schmutzig machen. Wenn, dann kaufen die ein paar Hallen und nehmen die besten Mitarbeiter. Mehr nicht. Und die Hallen sind meist viel zu klein für IKEA.

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