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Coinbase: Das Herz des Bitcoinwahns

15.12.2017, 13:17  |  37132   |   |   

Der boomende Aktienmarkt der 1920er Jahre hatte die New York Stock Exchange. Die Tech-Blase der 1990er Jahre hatte die Nasdaq und der Markt der Kryptowährungen hat Coinbase. Innerhalb weniger Monate wurde die Plattform zum Marktführer für den Kauf und Verkauf von Bitcoin & Co.

Der Erfolg von Coinbase liegt vor allem darin begründet, weil die Plattform es dem Kunden am einfachsten macht Bitcoin & Co. zu kaufen, so die New York Times. Die Anzahl der Konten hat sich 2017 mehr als verdoppelt: von 5,5 Millionen im Januar auf 13,3 Millionen Ende November 2017. Laut der NYT meldeten sich im November 100.000 neue Kunden pro Tag an. Immer wieder kam es zu Systemüberlastungen, was zeigt, dass selbst der Marktführer der virtuellen Währungsindustrie noch in den Kinderschuhen steckt. Darüber hinaus sehen sich nicht nur die Kryptowährungen sondern auch die Handelsplattformen der Kritik von traditionellen Finanzunternehmen und staatlichen Aufsichtsbehörden ausgesetzt. 

Anfang Dezember ging die Website mehrfach Offline, weil der steigende Bitcoin-Kurs eine Welle von Transaktionen ausgelöst hatte, so die NYT. Innerhalb weniger Stunden war die Zahl der Besucher doppelt so hoch, wie an den vorherigen Spitzentagen und achtmal so hoch wie Juni, wie Coinbase berichtet. Aber auch andere Plattformen haben immer wieder Schwierigkeiten die Besucherspitzen zu moderieren. Nutzer erwarten jedoch, dass es wie an anderen Börsenplätzen keine Ausfallzeiten gibt. 

Auch bei Coinbase sieht man die jüngste Rallye der Kryptowährungen kritisch. Brian Armstrong, der Geschäftsführer von Coinbase, sagte gegenüber der NYT: "Vermutlich wird derzeit zu sehr auf den Preis geschaut wird. Anleger versuchen Geld zu machen" und weiter führte Armstrong aus: "Die Sache, die mich bei digitaler Währung begeistert ist, dass die Welt ein offenes Finanzsystem hätte." Armstrong ist mit Bitcoin mehrfach verbunden, denn im Jahr 2015 sollte er die Bitcoin-Technik dahingehend ändern, dass mehr Transaktionen abgewickelt werden können. Armstrong scheiterte jedoch. Der Basecoin-Chef sagte über Bitcoin, dass es ihm etwas das Herz gebrochen habe, so die NYT.

Coinbase konzentriert sich auf Bitcoin, Litecoin und Ether. Litecoin wurde von einem ehemaligen Mitarbeiter von Coinbase kreiert. Der neuere Ether, der im Ethereum-Netzwerk Zuhause ist, ist nach Bitcoin die zweitwichtigste virtuelle Währung. Laut der NYT unterscheidet sich Coinbase von anderen Unternehmen, da es als eines der ersten Unternehmen eine spezielle Lizenz für virtuelle Währungsunternehmen in New York erhielt, die BitLicense. Zuletzt war bekannt geworden, dass die US-Steuerbehörde an Coinbase herangetreten ist, weil vermutet wurde, dass die Nutzer ihre Transaktionen nicht dem Staat gemeldet hatten, siehe hier. Nachdem Coinbase sich gegen die Offenlegung der Identitäten gewährt hatte, konnte man sich in der vergangenen Woche darauf einigen, dass nur die Kunden genannt werden, die Transaktionen mit mehr als 20.000 Dollar getätigt haben, siehe hier.

Neben dem Brokerage-Service für Kleinanleger betreibt Coinbase auch das Portal GDAX. Coinbase wird in New York neue Büroräume beziehen, um effizienter Geschäfte an der Wall Street abzuwickeln. Das nächste große Thema sind virtuelle Währungen für Großkunden, so die NYT. Die Zahl der Mitarbeiter wird in allen Bereichen steigen - alleine im Kundensupport sollen bis zum Ende des ersten Quartals 2018 mehr als 400 Personen beschäftigt sein. Die meisten werden in einem Call Center in Texas sein, während das E-Mail Team bereits auf die Philippinen ausgelagert wurde.

 

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