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Unternehmen Achtung, die Zombies sind unter uns - Seite 2

Gastautor: Markus Richert
18.12.2017, 12:43  |  4226   |   |   

Dabei ist das Phänomen der Zombiefirmen nicht neu. Vor zwanzig Jahren war Japan stark betroffen. Fast jedes dritte japanische Unternehmen galt ab Mitte der 90er-Jahre als solch ein Zombie. Welche Folgen die „Zombie Firmen“ für den Rest der Wirtschaft hatten, analysierte die Forschung damals zunächst abstrakt in einem theoretischen Modell. Dort, so stellen sie fest, verzerren Zombies in einer Wirtschaftskrise den Wettbewerb zwischen Unternehmen. Das verlängerte die Krise unnötig. Weil unproduktive Firmen nicht aus dem Markt ausschieden und diese gleichzeitig andere Unternehmen vom Markteintritt abschreckten, war das Produktivitätswachstum in der Modellwirtschaft geringer.

Genau dieses Muster beobachteten die Wissenschaftler auch im Japan der 90er-Jahre. In den Branchen, in denen besonders viele Untote Firmen herumirrten, entstanden und verschwanden deutlich weniger Jobs als in weniger stark betroffenen Sektoren. Auch das Produktivitätswachstum in Zombie-verseuchten Branchen war deutlich schlechter.

Gesunde Unternehmen, die mit Untoten konkurrieren mussten, investierten erheblich weniger - je nach Branche fielen die Investitionen der Unternehmen laut Studie um 20 bis 40 Prozent geringer aus. Manche Kritiker der derzeitigen EZB Politik spannen den Bogen jedoch noch wesentlich weiter und beschränken ihn nicht nur auf Unternehmen. So mancher Staat ist in ihren Augen auch schon hoffnungslos zombiefiziert und wird nur durch das niedrige Zinsniveau der Zentralbank künstlich am Leben gehalten.

Als Lösungsansatz empfehlen die Ökonomen der OECD eine entschlossene Bereinigung der Volkswirtschaften von Untoten-Unternehmen. Schonungslos und radikal müssen Zombie-Firmen stillgelegt werden. Ein nicht einfaches Unterfangen, gerade in Hinblick auf die fragile Situation vieler Banken in Südeuropa.

Alleine in den Bilanzen von Italiens Banken türmen sich Kredite in Höhe von rund 360 Milliarden Euro, bei denen Kunden Probleme mit der Rückzahlung haben. Das entspricht einem Drittel der gesamten faulen Darlehen in der Eurozone. Eine einzelne unkontrollierte Insolvenz einer Bank, kann dort eine ganze Lawine an Bankenpleiten lostreten. Keine guten Aussichten für die Stabilität der Europäischen Banken.

Noch schlimmer für die Menschheit würde es allerdings ausschauen, wenn ein Zombie-Virus Wirklichkeit wird. Studenten der University of Leicester simulierten den hypothetischen Ausbruch eines Zombie-Virus mithilfe des SIR-Modells (Susceptible Infected Recovered), mit dem man die Ausbreitung einer Krankheit in Bevölkerungsgruppen prognostizieren kann. Die angehenden Physiker und Astronomen errechneten in ihrer Studie, dass in einer dichtbesiedelten Gegend schon ein infizierter Mensch ausreichen würde, um nach nur 20 Tagen eine Epidemie auszulösen. Dann würde es aber rasant gehen.

Eine Pandemie, also eine kontinentübergreifende Ansteckungswelle, würde wenige Tage später wüten. Nach 100 Tagen würde es weltweit nur noch wenige Überlebende geben, insbesondere auf abgelegenen Inseln. Rund 190 Millionen hungrige Untote würden sie jagen. Die anderen Zombies wären schon gestorben, haben sie doch nur eine Lebenserwartung von etwa 20 Tagen, bis sie verhungern. Es besteht aber Anlass zur Hoffnung, dass die Quote für südeuropäische Banken besser ausfällt.

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Disclaimer

Unternehmen Achtung, die Zombies sind unter uns - Seite 2 Sie sind der Schrecken jedes Horrorfilms und jeder Halloweenparty. Zombies, lebende Tote, die mit halb verwesten Gesichtern willenlos über die Erde wandeln. Bereits aus der Frühgeschichte gibt es Hinweise darauf, dass die Menschen glaubten und fürchteten, die Toten könnten zurückkehren und möglicherweise den Lebenden Leid antun. In den letzten Jahrzehnten spielten Zombies vor allem auf der Leinwand und in TV-Serien eine erfolgreiche Rolle und die Zuschauer in Angst und Schrecken versetzt. In der letzten Woche alarmierte die OECD die Öffentlichkeit mit einer neuen Studie zu Zombie-Unternehmen in Europa.