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EU-Kommission prüft IKEA: Keine Steuergeschenke mehr unter dem Weihnachtsbaum?

18.12.2017, 15:18  |  3154   |   |   

Die EU-Kommission nimmt jetzt das schwedische Möbelhaus Ikea wegen unzulässiger Steuerpraktiken unter die Lupe. Konkret geht es um zwei Abkommen mit dem niederländischen Staat, die der Franchise-Tochter von Ikea „einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Unternehmen“ ermöglicht haben könnte. EU-Wettbewerbshüter vermuten einen Verstoß gegen EU-Regeln zu Staatsbeihilfen.

Die EU-Kommission verfügt über Erfahrungen auf diesem Gebiet, denn bereits 2015 erklärte sie Steuerdeals der Niederlande mit Starbucks sowie von Luxemburg mit dem Autobauer Fiat Chrysler für illegal und verlangte Steuernachzahlungen. Ein weiterer Fall betrifft Apple, denn wegen Steuerabsprachen zwischen Irland mit dem US-Computerkonzern muss Dublin 13 Milliarden Euro von dem iPhone-Hersteller zurückfordern.

Ikea hatte in den 80er-Jahren sein Geschäftsmodell auf Franchising umgestellt. Die Betreiber der Möbelhäuser müssen dabei drei Prozent ihres Umsatzes an Inter Ikea Systems in den Niederlanden abführen. Die Inter-Ikea Holding hält die Markenrechte an Ikea und befindet sich wie der Ikea-Konzern im Besitz einer Stiftung. Obwohl Ikea 1943 in Schweden gegründet wurde, hat die Muttergesellschaft ihren Sitz in den Niederlanden. Die EU-Kommission entwirrte nun ein kompliziertes Geflecht von Ikea-Firmen, zwischen denen Gewinne verschoben wurden, so die FAZ. Laut der Behörde wurden weniger oder keine Steuern gezahlt. Ikea wies mögliche illegale Steuervorteile in den Niederlanden am Montag zurück.

Im vergangenen Geschäftsjahr, dass bei IKEA im August 2017 endete, betrug der Umsatz 36,3 Milliarden Euro. Laut der NYT hat Idea aufgrund der Unternehmensstruktur zwischen 2009 und 2014 rund eine Milliarde Euro an Steuern vermeiden können - so geht es aus einem Bericht vom Februar 2016 hervor. 

„Alle Unternehmen, ob groß oder klein, multinational oder nicht, sollten ihren fairen Anteil an Steuern zahlen“, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. „Die Mitgliedstaaten können nicht dafür sorgen, dass ausgewählte Unternehmen weniger Steuern zahlen, indem sie ihnen erlauben, ihre Gewinne künstlich woandershin zu verlagern.“ Nach Schätzungen der Kommission verlieren EU-Staaten durch Steuervermeidung von Großkonzernen bisher jährlich 50 bis 70 Milliarden Euro.

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