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Yves Longchamp (ETHENEA): Unter guten Bedingungen in das Jahr 2018

Nachrichtenquelle: Asset Standard
20.12.2017, 00:00  |  1855   |   |   

Dies war in mehrfacher Hinsicht ein gutes Jahr. Die Wirtschaftsdaten waren insgesamt besser als erwartet, denn das globale Wachstum hat sich beschleunigt, die Arbeitslosigkeit ging schneller zurück, und die Verbraucherpreise haben die gefährliche Deflationszone verlassen, ohne in die ebenso riskante Inflationszone zu geraten. Diese Entwicklungen haben sich positiv auf die Finanzmärkte ausgewirkt. Wir haben nun die Situation, dass einerseits die Aktienmärkte auf einem sehr hohen Niveau liegen und sich die Spreads von Unternehmensanleihen in einem engen Rahmen bewegen, während andererseits langfristige Renditen und Währungen weitgehend stabil geblieben sind. Gleichzeitig ist die Volatilität an allen Standards gemessen gering. Insofern startet die Weltwirtschaft unter guten Rahmenbedingungen ins Jahr 2018.

Abbildung 1 fasst diese positive Dynamik zusammen. Die erste Linie zeigt, wie sich die Wachstumserwartungen für die Eurozone über das Jahr verbessert haben. Vor genau einem Jahr, im Dezember 2016, lag die Prognose für das Wachstum der Eurozone bei 1,4 % für 2017 und bei 1,5 % für 2018 – man vergleiche das mit den aktuellen Zahlen von 2,3 % und 2,0 %. Als Maßstab haben wir die tatsächlichen Zahlen für Wachstum, Inflation und Arbeitslosigkeit im Jahr 2016 hinzugenommen sowie Informationen für weitere Wirtschaftsregionen. Allgemein gesprochen, erkennen wir positive Korrekturen der Prognosen aufgrund höherer Wachstums- und geringerer Arbeitslosenzahlen. Die Inflationsprognosen wurden in einigen Ländern hingegen nach unten korrigiert.


Grafik 1: Korrektur der Prognosen

Abbildung 1: Korrektur der Prognosen

Diese Statistik skizziert ein so gutes Umfeld, dass 2017 bald als das Jahr mit dem schnellsten Wachstum des weltweiten BIP in die Geschichte eingehen wird. Denn das reale BIP, ebenso wie das an der Kaufkraftparität gemessene, wuchsen im Jahr 2017 um 6,7 Billionen USD – stärker als 2007, dem letzten Wachstumsrekordjahr (Abbildung 2).


Grafik 2: Neues Rekordhoch weltweites BIP 2017

Abbildung 2: Das weltweite BIP erreichte 2017 ein neues Rekordhoch

Obwohl der Pessimismus, der auf die globale Finanzkrise (GFK) folgte, kontinuierlich zurückgegangen ist, wurde er dieses Jahr nicht von Euphorie abgelöst. Die GFK und die Eurokrise sind noch immer in lebhafter Erinnerung – und die Finanzmärkte sind nach wie vor mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, für die keine Lösungen in Sicht sind:

  • Auf geopolitischer Ebene ist es Nordkorea
  • In China ist es die Instabilität des Finanzsystems
  • Die wirtschaftlichen Grundlagen der Euroländer sind noch zu unterschiedlich,
  • In den USA sind es der Konjunkturzyklus, der sich seinem Gipfel nähert, und die täglichen Tweets
  • Und letztendlich erleben wir weltweit ein sich schnell wandelndes und schwieriges Arbeitsumfeld, in dem Digitalisierung und Automatisierung neue Regeln vorgeben

Die Zukunft überrascht uns täglich aufs Neue, und man sollte jegliche Prognose mit Vorsicht genießen. Dennoch ist es unerlässlich, auch einen Blick in die Zukunft zu werfen. Dabei bildet das wahrscheinlichste Zukunftsszenario für uns die Benchmark, an der wir die Realität messen. Dies ist insofern sehr hilfreich, als dass es uns ermöglicht, unser laufendes Szenario rechtzeitig zu korrigieren und unsere Portfolios anhand der eingehenden Informationen adäquat anzupassen. Wir hoffen, dass Sie die Informationen in dieser Ausgabe der Investor Insights hilfreich finden.

Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft entwickelt sich gut und startet unter guten Bedingungen in das Jahr 2018. Laut der Bloomberg-Konsensprognose dürfte das weltweite BIP 2018 um 3,6 % wachsen, im Vergleich zu 3,5 % im Jahr 2017. Zudem ist die Anzahl der Länder, die sich in einer Rezession befinden, gering und wird sich voraussichtlich künftig noch weiter verringern. Der IWF berichtete, dass von den 194 abgedeckten Ländern 2016 nur 24 ein rückläufiges BIP (d. h. eine Rezession) verzeichneten. Er erwartet, dass diese Zahl 2017 auf 12 sinken und 2018 bei nur noch 6 liegen wird (Äquatorialguinea, Nauru, Puerto Rico, Südsudan, Swasiland und Venezuela). Zum Vergleich: Diese sechs Länder machen nur 0,4 % vom weltweiten BIP aus. Bei einem weltweiten BIP, das zu 99,6 % wächst, dürfte 2018 wohl ein Jahr werden, in dem man sich wohl fühlt!

Der IWF nimmt zudem an, dass die Verbraucherpreisinflation im kommenden Jahr um 3,2 % steigen wird, wie schon in diesem Jahr. Interessanter ist aus unserer Sicht, dass mit Ausnahme der Republik Kongo im kommenden Jahr kein Land mit Deflation konfrontiert sein wird. Zudem war in den vergangenen zehn Jahren auch ein rückläufiger Trend des Anteils der Länder mit hoher Inflation zu beobachten (siehe Abbildung 3). Sollten sich die Prognosen des IWF als zutreffend erweisen, wird die Inflation in 50 % der Länder im nächsten Jahr zwischen 0 % und 3 % liegen, was bedeutet, dass die Deflation tot und die Inflation noch nicht wieder auferstanden ist.

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