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Bitcoin Wer aktuell Bitcoin verstehen will, der muss Blockchain begreifen

21.12.2017, 18:52  |  3925   |   |   

Bei fallendem Kurs hinterfragen viele Menschen sofort den Wert eines Bitcoin, die Technologie oder gar das komplette Konzept der Kryptowährung. Alle Probleme des Bitcoin aber auch die Stärken lassen sich schlussendlich auf die Blockchain zurückführen. Wenn wir im Augenblick jedoch 100 Menschen fragen würden, ob sie wissen was eine Blockchain ist und wie sie funktioniert, keine Hand voll könnte eine richtige Antwort geben.

In meinen Vorträgen zum Thema Bitcoin erkläre ich meinen Zuhörern immer als erstes, dass es im Grunde gar nicht um die Währung geht. In der Blockchain könnten Sie auch Kochrezepte speichern. Die Idee, in einer Blockchain auch Transaktionen einer Währung zu speichern, ist letztendlich nichts weiter als die logische und gleichzeitig geniale Konsequenz aus der gebotenen Möglichkeit. 

Dieses Kassenbuch nun dezentral auf tausende von Computern zu verteilen, ermöglicht durch die weltweite Vernetzung, war natürlich der nächste Geniestreich. Das Problem beim dezentralen Kassenbuch ist nun jedoch, wer darf die Blockchain schreiben? 

Hierfür wurde das Konzept das Mining mit den bekannten Verfahren „Proof of Work“ und „Proof of Stake“ erfunden. Es darf derjenige das Kassenbuch schreiben, der einen Leistungsnachweis für das Bitcoin-Netzwerk erbracht hat. Wer als Erster den nächsten Block findet, erhält einen sogenannten „Mining Block Reward“ in Höhe von 12,5 Bitcoin. Alle 10 Minuten erschafft der Bitcoin-Code diese Menge an Bitcoin für die Menschen. 

Der aktuelle Erfolg des Bitcoin stellt die Technologie der Blockchain jedoch auf eine harte Probe. Die Regierungen, Banken und der Verbraucherschutz betrachten dieses unregulierte System mit Sorge und Argusaugen. Jeder Fehler, jeder Schaden durch Hacker wird dem Konzept zur Last gelegt und sorgt für neuen Sprengstoff. 

Im Augenblick stecken über 270.000 Transaktionen in der Blockchain fest und es werden jede Sekunde mehr. Ca. 7 Transaktionen pro Sekunde schafft das System und mehr als 400 pro Minute kommen im Augenblick dazu. Die regulären Gebühren für die Transaktion eines Bitcoin lagen heute Mittag in meinem blockchain.info Account bei knapp 640 Euro. Es sind keine einfachen Zeiten für Anleger und Bitcoin-Fans. 

Die Technologie wurde aus meiner Sicht im Augenblick von der Nachfrage überholt, eine Lösung ist jedoch bereits in Sicht. Einfach nur die Größe der Blöcke ständig zu erhöhen ist aus Sicht des Bitcoin-Core Teams wohl nicht die beste Lösung, eine bessere und innovativere Antwort muss her. Das wahrhafte Potenzial des Bitcoin wird sich aus meiner Sicht kommendes Jahr mit der Integration des Lightning Network zeigen. 

Im nächsten Schritt muss sich die Technologie der Integration in ein reguliertes Wirtschaftssystem stellen. Zum Verständnis, reguliert muss nicht unbedingt kontrolliert bedeuten. Die Blockchain lässt sich nicht kontrollieren oder abschalten, den Missbrauch der Technologie durch Menschen mit krimineller Absicht lässt sich jedoch verfolgen.

Mein Vertrauen in die Kryptowährung Bitcoin entsteht also durch den Glauben an die Technologie und ihren Nutzen für die Menschheit. Ob der Preis nun 1000$ oder 100.000$ beträgt, das Konzept ist genial. Mein Appell an Sie als Leser ist es, beschäftigen Sie sich mit dem Konzept und der Technologie, bevor Sie sich Bitcoins kaufen. 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. 

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