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Lindners wichtigste Festlegung Niemals mit Merkel

Gastautor: Rainer Zitelmann
25.12.2017, 11:40  |  3683   |   |   

FDP-Chef Christian Lindner hat sich festgelegt: Er will keine Regierungsbeteiligung seiner Partei unter Bundeskanzlerin Angela Merkel nach möglichen Neuwahlen.

Am Jahresende hat Lindner die wichtigste Festlegung getroffen: niemals mit Merkel. "Selbstverständlich will Frau Merkel nach zwölf Jahren im Amt nicht in Widerspruch zum eigenen Handeln geraten", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wir wollen aber Teil eines Erneuerungsprojekts werden." Eine Neuauflage von Jamaika-Gesprächen sei nur mit neuem Personal möglich: "Auch bei der CDU gibt es irgendwann vielleicht andere Wahlprogramme und andere Entscheider, die eine Neubewertung der Lage erlauben."

Warren Buffetts Grundsatz
Aus meiner Sicht bedeutet Lindners Festlegung letztlich nur eine Anwendung des Leitsatzes von Warren Buffett, dem wohl klügsten Investor der Welt: "Mit unseriösen Leuten kann man keine seriösen Geschäfte machen." Buffett meinte, es sei gleichgültig, wie attraktiv ein Unternehmen bzw. ein Deal erscheine - es habe keinen Sinn, mit unseriösen Leuten etwas zu machen. Nimmt man diesen Grundsatz Ernst, kann man mit Merkel keine Koalition machen.

Die scheinbar so klugen Manager aus der Wirtschaft, die Lindner wegen seiner Absage der Jamaika-Gespräche kritisiert haben, sollten Buffetts Satz beherzigen und sich nicht für klüger halten als er. Deutsche Top-Manager sehen das Heil jedoch leider allzu oft in grenzenlosem Opportunismus gegenüber den Herrschenden. Das hat bei ihnen ja Tradition. Leute wie Daimler-Chef Zetsche verkleiden sich für einen Grünen-Parteitag als Grüne, biedern sich dort an - nur um sich beschimpfen zu lassen. Sie machen gute Mine zum bösen Spiel, wenn immer neue Öko-Auflagen zur Rettung der Welt vor dem Klimawandel ihnen das Leben schwer machen. Und weil sie im Bereich der Politik nur Appeasement, Anpasserei und Opportunismus kennen, haben sie die Jamaika-Absage nicht verstanden.

Lindner beim Wort nehmen
Die CDU ist gut beraten Lindner beim Wort zu nehmen: Es wird mit Merkel keine Koalition geben, auch nicht nach Neuwahlen. Warum waren viele Journalisten so überrascht, nachdem Lindner die Jamaika-Gespräche für beendet erklärte? Enttäuschung ist oft eine Folge von Selbsttäuschung, so auch in diesem Fall: Die Grünen und die ihnen nahestehenden Journalisten haben sich Jamaika so sehr gewünscht, dass sie nicht zugehört hatten, was Lindner sagte. Schon vor dem Beginn der Gespräche hatte der FDP-Chef jedoch mehrfach betont, ihm fehle die "Fantasie" für ein Jamaika-Bündnis. Während der Gespräche betonte er mehrfach, dass er die Chancen für ein solches Bündnis bei 50:50 sehe. Damit hatte er doch nichts anderes gesagt, als: Die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns ist ebenso groß wie die des Gelingens. Dass man angesichts einer solch klaren Aussage völlig überrascht tut, wenn eines der beiden als gleich wahrscheinlich bezeichneten Ergebnisse eintritt und die Gespräche dann tatsächlich scheitern, ist nur mit Wunschdenken zu erklären. Ich selbst war von Anfang an davon überzeugt (und habe das bereits am Wahlabend im Interview gesagt), dass aus Jamaika nichts wird.

Für alle Zeiten ausgeschlossen
Es wäre daher gut für die Vertreter anderer Parteien und der Politik, Lindner diesmal beim Wort zu nehmen, wenn er für alle Zeiten eine Koalition mit Merkel ausschließt. Denn nichts anderes heißt ja seine doppelte Festlegung:

  1. In dieser Legislaturperiode wird es keine Wiederaufnahme der Jamaika-Gespräche geben.
     
  2. Sollte es Neuwahlen geben, wird es auch nur dann eine Koalition mit der Union geben, wenn Merkel nicht mehr antritt. Wobei Lindner davon ausgeht, dass die CDU, falls es kurzfristig zu Neuwahlen kommen sollte, wieder mit Merkel antreten wird.
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4 Kommentare

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Kommentare

Merkel vertritt ausschließlich EU Politik,oder das,was sie dafür hält.Dies hat De Maiziere auf Anfrage von
Frau Storch bestätigt.Gauland hat das in seiner letzten Rede ebenfalls erwähnt.Deutschland ist dieser Frau völlig egal.Sie fährt damit das schlechteste Wahlergebnis der CDU nach 1949 ein und stellt fest,daß sie eigentlich alles richtig gemacht habe.In wessen Sinne?
Sie versenkt in Griechenland 88 Mrd.Euro und hat dafür ständig im Parlament gelogen.Da kommt noch mehr dazu!
Taget2 Salden über 900 Mrd.Euro.Dadurch sind die eigenen Steuereinnahmen zum Teil kreditfinanziert,dazu noch bei ausländischen Schuldnern,deren Bonität höchst fragwürdig ist und das nimmt kein Ende.
Sie läßt unkontrolliert Schutz-und Schatzsucher herein und dann soll den Schatzsuchern noch Geld angeboten werden,damit sie wieder gehen.
Über die EZB werden die südländischen Pleitestaaten saniert und wir haften dafür mit 27.5%.
Das zeigt nicht nur einen enormen Kontrollverlust sondern auch einen Realitätsverlust.
In der BT-Fraktion der CDU wird das alles als Friedenspolitik verkauft unter Hinweis auf die Präambel des GG."Gleichberechtigtes Mitglied in einen vereinten Europa zu sein."
Auf ein solches Europa kann man verzichten.Die Niederlande und Frankreich haben durch VA auf eine Verfassung für einen europ.Bundesstaat verzichtet.Niemand will einen europ.Bundesstaat,außer die Clique um Juncker,Verhoefstadt Rompuiy,Schäuble,Kauder und Merkel.Schafft man nicht den großen Wurf,alle auf einmal,auch nicht durch die Hintertür,erfindet man eine EU der unterschiedlichen Geschwindigkeiten.Ein alter Hut von Adenauer aus dem Jahr 1957.Zuerst D+Fr+Ita,dann nach und nach der Rest der europ.Staaten.Nur,das hat schon DeGaulle abgelehnt.Die Grande Nation und die Boches in einem Bett?Rien ne va plus!Ein Europa der Vaterländer ja,mehr nicht!
Die Boches zahlen lassen,ja,man hat ja keine Kolonien mehr,die man plünder kann.Zu mehr sind und waren wir nicht gut genug.Da uns alle lieb haben sollen, zahlen wir freiwillig,was für Politiker haben wir eigentlich?
In Koalitionsverhandlungen sollte hier Klartext gesprochen werden,mit Merkel geht das nicht,die muß weg,ab auf die weiße Couch, wo sie hingehört.Lindner scheint ja langsam begriffen zu haben wohin die
die Reise gehen soll.Warum kommt die ganze Problematik nicht auf die Tagesordnung des BT?Für mich als jemand,der Adenauer und DeGaulle noch live erlebt hat, alles unvorstellbar naiv.
Gute Analyse, Herr Zitelmann. Die Frage ist, ob sich ein Untersuchungsausschuss gegen Merkel durchsetzen lässt. Meines Erachtens hat sie klar gegen die Interessen Deutschlands gehandelt als sie die Schleusen öffnete und hunderttausende Flüchtlinge in die deutschen Sozialsysteme einströmen lies.Das ist Volksverrat! Eigentlich unglaublich, dass sich so jemand an der Spitze der deutschen Politik halten lässt.Aber unsere Verdummungsmedien machen es offenbar mit strategischer Gehirnwäsche möglich...
Chapeau Herr Zittelmann, gut analysiert.
Lindner ist -glücklicherweise- nicht Westerwelle. Soviel Prinzipientreue hatte man ihm, angesichts der Sirenengesänge aus der Merkelpartei, gar nicht zugetraut.
Aus der Umfallerpartei wird nun eine standfeste Partei, welche auch wiede wählbar ist.
Das Negativ-Paradebeispiel ist hierzu Seehofer. Dessen Schicksal hat sich nun vollzogen und er ist de facto von seinem Rivalen und seiner Partei, entmachtet.
Somit alles richtig gemacht, Herr Lindner !
Da kann man den Lindner nur unterstützen : Niemals mit Merkel!!!
Auch wenn es mir nicht zusteht: Werden Sie nicht wieder Umfallerpartei! Sie werden niemals mehr die 5 % schaffen. Die FDP hat nur Ihnen zu verdanken, das die FDP überhaupt noch in Betracht gezogen wird.

Übrigens der Rückzug aus der Quatschbude wird Ihrer Partei noch von Nutzen sein.

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