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Bund-Future: Anleihen stehen vor einem volatilen Jahr
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Bund-Future Anleihen stehen vor einem volatilen Jahr

03.01.2018, 10:09  |  4061   |   |   

Die Zinswende kommt! So die Mainstream-Sicht seit über einem Jahr und für 2018. Immerhin notierte die Rendite der 10jährigen Bundesanleihe Anfang 2017 knapp unter 0,2% und stieg innerhalb eines klassischen „Sägezahnmarktes“ bis zum Jahresende 2017 auf ca. 0,42% an. Die Erwartung der Marktteilnehmer für 2017 von steigenden Zinsen erfüllte sich allerdings nur begrenzt, denn im Konsens wurden kräftigere Steigerungen der deutschen Standardanleihe für das vergangene Jahr erwartet. Und was sich 2017 nur bedingt durchsetzte, wird nun für 2018 angenommen. Die Prognose der Banken für die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zum Jahresende 2018 liegt im Durchschnitt bei ca. 0,88 % - in einer Spanne zwischen 0,5 % bis 1 %. Hierbei gehen die Institute von einer volatilen Bewegung in 2018 aus. So wird auf die italienischen Parlamentswahlen Anfang März hingewiesen, die im Vorfeld eine erhöhte Nachfrage zu Bundespapieren schüren sollten. Im Sommer 2018 hingegen könnte die EZB-Geldpolitik und ein mögliches Tapering zu erhöhter Volatilität führen. Gepaart mit steigenden Inflationsdaten wird zum Ende 2018 eine Zinswende als wahrscheinlich erachtet. Auch deutlich steigende Zinsen schon ab dem Sommer 2018 werden als Erwartung genannt. Denn im Zuge der weltweit brummenden Konjunktur gilt es, eine Überhitzung zu vermeiden. Die Notenbanken könnten so gezwungen werden, die Zinsen stärker als im Markt derzeit eingepreist steigen zu lassen.

Verschuldung zu hoch

Gegen diese Marktmeinung spricht, dass die Verschuldung sowohl in den USA als auch Europa eine abrupte Kehrtwende oder deutlich steigende Zinsen gar nicht zulässt. Diejenigen Unternehmen und Staaten, die strukturelle Defizite aufweisen und die letzten Jahre ungenutzt haben verstreichen lassen, Haushalte oder Refinanzierungen auf gesunde Beine zu stellen, könnten bei einer schnellen Zinswende auf kräftigen Gegenwind stoßen. Auch hinsichtlich der US-Steuerreform, die langfristig die US-Schulden steigen lassen könnte, wäre eine Zinswende ohne Kompensation durch konjunkturelle Effekte eine Belastung für den Hauhalt. Letztlich darf festgehalten werden, dass die Stimmung im Anleihemarkt gegenwärtig eine Zinswende favorisiert. Hieraus ergibt sich, dass Erholungen im Bund-Future und Rücksetzer in der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf Verkaufsinteresse stoßen dürften. Ausbrüche hingegen über die wesentlichen Marken bei ca. 0,5 % und dem Jahreshoch 2017 bei ca. 0,58 % in der Renditekurve der zehnjährigen Bundesanleihe sodann zu technisch bedingten weiteren Zugewinnen in der Rendite und Verlusten im Bund-Future führen sollten. Charttechnisch zeigt sich zudem der Bund-Future im adjustierten Endlos-Kontrakt deutlich angeschlagen.

In der Vorweihnachtswoche fiel der FGBL (Bund-Future) kräftig und bildete eine lange schwarze Wochenkerze aus. Diese stellt laut Methodik der japanischen Candlesticks eine kräftige Widerstandszone dar. Vor allem der mittlere Bereich der Wochenkerze bei ca. 162,50% gilt als „Verkäuferzone“. Aus Sicht der Wochenkerzen wäre hier auf Verkaufssignale zu achten.

Klassisches Verkaufssignal

Weiterhin negativ ist ein Bruch eines seit Mitte 2017 laufenden Aufwärtstrendkanals im adjustierten Endloskontrakt des Bund-Futures zu interpretieren. Ein klassisches Verkaufssignal. Aus Sicht der Trendanalyse wäre hieraus ein negatives Szenario abzuleiten: Die nach unten gespiegelte Schwankungsbreite des verlassenen Aufwärtstrendkanals kann an das Ausbruchsniveau nach unten abgetragen werden. Somit kann ein Bereich um 159 % als Kursziel dargestellt werden. Zuvor präsentiert sich jedoch eine kräftige Unterstützungszone im Bereich 160,50 bis 160%. Ein Fall unter diese Zone würde das oben genannte negative Szenario aktivieren und einen Test des seit Dezember 2016 laufenden Aufwärtstrends offerieren, der aktuell bei ca. 158,50 % notiert.

Als Worst-Case-Szenario käme sodann ein Break dieser Aufwärtstrendlinie in Betracht. Ein Fall unter ca. 158 % würde ein weiteres Verkaufssignal darstellen. Entsprechend der Methodik der Trendanalyse müsste sodann die Schwankungsbreite des verlassenen langfristigen Aufwärtstrendkanals (seit Dezember 2016) nach unten zur Kurszielberechnung abgetragen werden. Mithin bestünde bei diesem Worst-Case-Szenario die Aussicht auf Kurse bis ca. 153/152%. Unter charttechnischen Aspekten kann auch ein nicht adjustierter Kontraktverlauf genutzt werden.

So erhält die Marke von 158% auch aus Sicht eines einfach zusammengesetzten Endloskontrakts des FGBL auf Basis der Monatskerzen eine hohe Bedeutung. So bildete sich im Januar 2016 eine lange weiße Monatskerze, die als „Stütze des Marktes“ fungiert. Ein Fall unter deren Tief bei 158,33% und unter 158% würde diese „Stütze“ wegbrechen lassen mit Kursziel bis ca. 152,75%. Zudem würde ein Break der 158% einen nachhaltigen Ausbruch aus der Range der vergangenen dreizehn Monate darstellen mit entsprechend negativen Konsequenzen. Festzuhalten bleibt: Erholungen dürften in den kommenden Wochen auf kräftigen Widerstand treffen, ein Break relevanter Unterstützungslinien hingegen zu dynamisch fallenden Kursen im Bund-Future und steigenden Zinsen führen.

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