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Der Mensch verschwindet aus dem Alltag Roboter für Hotels, Flughäfen und Supermärkte

04.01.2018, 13:41  |  2357   |   |   

Der südkoreanische Technologieriese LG Electronics kündigte neue Roboter an, die zukünftig die Arbeitsplätze vieler Arbeitnehmer in der Dienstleistungsbranche besetzen könnten. Sie werden nächste Woche auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas präsentiert.

Es gibt schon seit langem Vorhersagen, dass Fortschritte in der künstlichen Intelligenz und Automatisierung sukzessive Millionen Arbeitsplätze vernichten könnten. Roboter sollen eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen. Damit könnte in der Dienstleistungsindustrie eine neue Ära anbrechen.

Nun kündigte LG die Präsentation von gleich drei neuen "Konzept-Robotern" an. Diese Roboter sind nach Angaben des Unternehmens für den Einsatz in Hotels, Flughäfen und Supermärkten konzipiert. Der erste Roboter ist ein Service-Roboter, der Kunden in Hotels und Flughafen-Lounges mit Speisen und Getränken beliefern kann. Er kann im Wesentlichen die Arbeiten eines Kellners. Der zweite Roboter ist ein Portier-Roboter, der Check-in und Check-out in Hotels übernehmen und Gepäck in die Zimmer transportieren kann. Die Hotelleriebranche experimentiert bereits damit: In Japan sind Portier-Roboter in Hotels im Einsatz. Schließlich wurde der dritte neue Roboter von LG für den Kundenkontakt im Supermarkt entwickelt. Der Roboter nennt den Preis der Produkte und führt Kunden durch die Gänge.

Die International Labour Organization (ILO) teilte im Mai 2017 mit, dass fast 50 Prozent der weltweit arbeitenden Menschen im Dienstleistungssektor beschäftigt sind. Dazu gehören Handel, Transport, Unterkunft, Verpflegung und andere administrative und geschäftliche Dienstleistungen. In einem Bericht von McKinsey vom November 2017 heißt es, dass bis 2030 weltweit bis zu 800 Millionen Arbeiter durch Roboter ersetzt werden könnten. Selbst wenn die Einführung der Automatisierung langsamer voranschreitet, könnten immer noch bis zu 400 Millionen Menschen betroffen sein, so der Bericht.

Es ist nicht das erste Mal, dass technologische Entwicklungen die Arbeitsmärkte verändern: Montagelinien ersetzten Förderbänder, der Computer die Schreibmaschine usw. Laut McKinsey schaffen neue Technologien oft mehr Arbeitsplätze als sie zerstören - manchmal in Bereichen, die "von vornherein nicht vorstellbar sind". Um dies zu erreichen, müssen sich die "Vertriebenen" neue Fähigkeiten aneignen.

Aber nicht jeder ist von dem Argument überzeugt, dass die Automatisierung genügend neue Arbeitsplätze schafft. Für Arbeitgeber geht es darum, dass Roboter rund um die Uhr arbeiten, effiziente Leistung bringen und ein Programmierer 10.000 Roboter programmieren könnte.

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