DAX+0,13 % EUR/USD+0,01 % Gold-0,04 % Öl (Brent)+0,86 %

Einzelhandel Vom Konsumtempel zum Geisterhaus: Warenhäuser machen dicht

05.01.2018, 10:13  |  4664   |   |   

Falls der Amazon-Effekt aus den USA auch nach Deutschland schwappt, dann werden im Einzelhandel zahlreiche große Geschäfte schließen. Für dieses Jahr kündigten die Warenhausketten Sears und Macy´s an, über 200 Geschäfte zu schließen. Die meisten Konsumtempel befinden sich an der wohlhabenden Ostküste der USA. 

Die beiden großen US-amerikanischen Warenhauskonzerne Macy's und Sears mussten in den letzten Monaten des vergangenen Jahres erneut herbe Rückschläge einstecken - bereits der Weihnachtsgeschäfts 2016 war weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben und hatte für rote Zahlen in den Bilanzen gesorgt.

Amazon und andere Direktvermarkter haben den etablierten Warenhäusern erhebliche Marktanteile abgegraben. Nun ist es amtlich, dass der Onlinehandel sowohl kleine Geschäfte als auch große Konzerne den Garaus machen. Bereits seit einiger Zeit ist die Situation für die Warenhäuser angespannt. Vor diesem Hintergrund verkündeten die beiden Unternehmen drastische Maßnahmen. Sears wird alleine zwischen Anfang März und April 2018 mehr als 100 Geschäfte schließen.

Bei Macy's wurden bereits seit 2015 mehr als 124 Standorte geschlossen und circa 10.000 Stellen abgebaut. Anfang 2018 sollen weitere elf Standorte wegfallen - was Branchenexperten kaum überrascht. Die kriselnde US-Kaufhaus-Kette war im Sommer 2017 ins Visier des kanadischen Kaufhof-Unternehmen Hudson's Bay geraten. Konkrete Übernahmeabsichten haben sich jedoch zerschlagen. Vielmehr wurde jetzt berichtet, dass auch Hudson's Bay unter Druck geraten ist und sich von einige Geschäften trennen muss, siehe hier.

Quelle: CNBC, hier.

Bei Sears wurden die betroffenen Mitarbeiter über die Schließung informiert. Die Anzahl der Mitarbeiter, die sich zukünftig einen neuen Job suchen müssen, wollte das Unternehmen nicht nennen. Sicher ist, dass Sears sein Geschäftsmodell umbauen wird, bis es eine Balance zwischen stationären und digitalen Handel gefunden hat. 

Ende November 2017 meldete Sears für das dritte Quartal des Geschäftsjahres einen geringeren Nettoverlust als vor einem Jahr. Dies ist jedoch nicht ausreichend, um profitabel zu wirtschaften. Auf der anderen Seite wird Amazon in den USA stationäre Geschäfte eröffnen. So verkauft Sears einige Standorte an Amazon, wie CNBC berichtet. 

Andere Konzerne und Immobilienentwickler beobachten die Entwicklung ganz genau. Oftmals kommt es einem Todesurteil gleich, wenn ein Einkaufszentrum seinen größten Mieter verliert. 

Sears-Aktien sind in den letzten 12 Monaten um mehr als 60 Prozent gefallen. Die Aktie fiel am Donnerstagnachmittag um fast 4,5 Prozent.

 

 



2 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Ich kaufe alles bei Amazon, ausser Nahungsmittel. Im Zentrum einkaufen ist inzwischen ein no go: vor dem Laden sitzt ne Bettlerin, unweit von ihr sitzt ein Bettler mit Hund. Dazwischen flanieren Gruplen von dunkelhäutigen jungen Männern gelangweilt durch die Strassen. Deutsch wird eh selten gesprochen. Und auf Verkäuferinnen Mittellater plus hab ich keine Lust. Ob die gewünschte Ware da ist steht in den Sternen. Dazu kommt das P Problem. Amazon ist mit Versand nicht billiger, aber 1. sicherer und 2. krieg ich die Ware die ich haben will.
Die Verbraucher sollten sich mal Gedanken machen, ob wirklich jeder Mist bei Amazon o.ä. bestellt werden muss. Wenn irgendwann einmal alle Fußgängerzonen und Shoppingcenter leer stehen und
man nirgendwo mal bummeln gehen kann, ist das Geschrei groß. zumal viele Geschäfte preislich genauso können wie der Onlineriese.

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel