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Nicht der Preis, sondern der Geldfluss bricht Bitcoin bald das Genick

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.01.2018, 10:52  |  2824   |   |   

Die Debatte über Bitcoin war schon immer emotional. Für meinen Geschmack sind es eher die Bitcoin-Befürworter, die schon fast mit blindem Glauben alle möglichen Argumente heranziehen, um die große Zukunft der Kryptowährung zu beschwören.

Die Gegner sind aber ebenfalls oft so festgefahren in ihrer Meinung, dass sie nicht einmal bereit sind, sich mit der durchaus vielversprechenden grundlegenden Blockchain-Technologie auseinanderzusetzen.

Seien wir aber mal ehrlich, der Großteil der Leute, die heute Bitcoins kaufen, interessieren sich nicht für komplexe Argumente, sondern einfach nur für die gewaltige Wertsteigerung der letzten Jahre, und hoffen, dass diese weitergehen kann. Ein Aspekt, der gar nicht mal besonders viel mit Bitcoin zu tun hat, dürfte aber eine massive und meiner Ansicht nach langfristig unüberwindbare Hürde für den weiteren Anstieg des Bitcoin-Preises sein.

Denk nicht an den Preis, sondern an den Geldfluss

Preise sind einfach zu verstehen. Man schaut kurz nach und weiß, für wie viel man eine Ware oder Dienstleistung gerade kaufen kann. An der Börse ist es ein Stück komplizierter, da sieht man in der Regel den Betrag, der beim letzten Handel gezahlt wurde, aber kann dies nur als Anhaltspunkt für den zu zahlenden oder erreichbaren Preis nehmen. Wie viel dann am Ende tatsächlich gezahlt wird, entscheidet das Bieterverfahren.

Da wir alle täglich die ganze Zeit mit Preisen konfrontiert sind, fällt es uns womöglich schwer, anstatt in einfachen Preisen auch in Geldfluss zu denken. Geldfluss ist der pro Einheit gezahlte Preis mit der gehandelten Anzahl multipliziert. Jeder kann sehen, wie hoch gerade der Preis für eine Bitcoin ist, aber niemand kennt den wirklichen Geldfluss. Dabei dürfte gerade das eine Gefahr für die Bitcoin-Spekulanten werden.

So verrückt wäre ein Bitcoin-Preis von 100.000 US-Dollar

Keine 1.000 US-Dollar musste man noch Anfang 2017 für eine Bitcoin hinblättern. Das letzte Jahr über gab es dann eine solche Rally, dass Mitte Dezember kurz die 20.000 US-Dollar Marke überwunden wurde. Das sind beides Preise, die man sich noch irgendwie vorstellen kann.

Viele Anleger können, wenn sie wollen, 10.000, 15.000 oder 30.000 Euro auftreiben, um in eine Bitcoin zu investieren, aber 100.000 oder 1.000.000 Euro? Wer soll das denn kaufen? Wer solche Kursziele im Blick hat, muss sich aber genau diese Frage stellen.

Hier hilft ein zusätzlicher Blick auf den Geldfluss. Niemand weiß ganz genau, wie viele Bitcoin im Umlauf sind, aber für meine Rechenzwecke reicht auch ein Annäherungswert. Ende letzen Jahres ging man davon aus, dass ungefähr 16 Millionen Bitcoin im Umlauf waren.

Wechseln alle 16 Millionen Bitcoin zu je 10.000 Euro nur einziges Mal den Besitzer, müssen dafür 160.000.000.000, also 160 Milliarden Euro aufgewendet werden. Bei einem Kurs von 20.000 Euro wäre die Summe dementsprechend 320 Milliarden Euro. Würde der Bitcoin-Preis auf 100.000 Euro steigen, müssten 1,6 Billionen Euro den Besitzer wechseln. Das entspricht ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt Italiens, Nummer neun der größten Wirtschaftsnationen weltweit.

Es wird eng

Denkst du also wirklich, dass Bitcoin so wertvoll werden kann, dass hunderte Milliarden oder sogar Billionen Euro aufgewendet werden müssen, damit die Digitalwährung einmal voll gehandelt wird? Natürlich könnte das rein theoretisch passieren, schließlich gibt es so viel Geld auf der Welt.

Viel wahrscheinlicher erscheint mir aber eher, dass Bitcoin an einem kritischen Punkt ist. Selbst zu aktuellen Preisen müssen für einen regen Umlauf gigantische Summen aufgebracht werden. Wenn der Preis weiter steigt und der Handel rege bleibt, werden die notwendigen Summen immer noch größer. Wer das Geldflussprinzip versteht und einmal kurz nachrechnet, sieht schnell, dass der Bitcoin-Preis schon jetzt gefährlich nah der Sonne fliegt.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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5 Kommentare

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Kommentare

die hauptmotivation bei der schaffung des bitcoins war die dezentralitaet. die bezeichnung kryptowaehrung führt den laien leider auf eine falsche faehrte. kryptografie ist ein mittel zum zweck um diese dezentralitaet, wie gesagt das hauptziel zu erreichen. dass mal ein staat oder sonst irgend eine organisation eine eigene kryptowaehrung rausbringen wird widerspricht vollkommen dem prinzip einer "kryptowaehrung". die kontrolle über kryptowaehrungen obliegt werder staaten noch banken noch sonstigen institutionen sondern liegt einzig und allein in den haenden der nutzer.
Es ist amüsant, wie weit der Autor des Artikels mit seinem Zahlenbeispiel danebenliegt, wenn er einem potenziellen Bitcoinpreis von 100.000 Euro das BIP von Italien entgegensetzt und damit ein Drohszenario für den Bitcoin entwirft.
Allein in den letzten 24 Stunden wechselten Bitcoin im Wert von 18,5 Milliarden Dollar den Besitzer. Aufs Jahr hochgerechnet macht das ein Handelsvolumen von 6,7 Billionen Dollar. Das ist bereits jetzt das Dreifache des BIPs von Italien.
Wer glaubt, das einmal Billionen aufgewendet werden könnten, um mit Bitcoin zu handeln, der ist daher kein Phantast, sondern er hat nur auf die bereits jetzt existierenden Zahlen geschaut.
A propos auf Zahlen schauen: "Niemand weiß ganz genau, wie viele Bitcoin im Umlauf sind"? Es sind im Augenblick 16.786.387, und jeder einzelne davon kann in der Blockchain jederzeit verfolgt werden.
Recherchieren ist nun wirklich nicht schwer.
...In Deutschland haben wir uns in einem Staat eingerichtet, der eher intransparent ist, den wir als durch unterschiedliche Interessenlagen korrumpierbar erleben und der dazu tendiert, über Steuern und Abgaben Vermögen zu enteignen. Kryptowährungen sind ein klares Misstrauensvotum gegenüber diesem Establishment, das allen Grund hat, diese Entwicklung ernst zu nehmen. Würde sich Bitcoin langfristig durchsetzen, könnte der Staat sein Steuerertragsmonopol verlieren. Darüber hinaus könnten Banken als Mittler von Schuldverhältnissen obsolet werden, wenn über Bitcoins Kredite einzig über den Preis geregelt werden. Eine auf einer adäquaten Kryptowährung basierende Kreditwirtschaft würde zudem über den Preis die Allokation von Krediten optimieren.

Quelle;
http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/bitcoin-kr…

Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende !!!
:laugh::laugh::laugh:
...und dann gibt es mittlerweile ja noch diese wundersamen Bitcoin-Forks, mit neuen Kryptos für umme, und weitere über 1400 Falschgeld-Binärtauschcodes - also immer schön realistisch bleiben an der maßlos aufgeblasenen Sammelkartentauschbörse! :D
:laugh::laugh::laugh:

Eine Blockchain kann heutzutage nun wirklich so gut wie jeder aus dem Boden stampfen und seine eigenen Codecreationen in den Hype hineien auf den Tauschmarkt schmeissen. Legitim ist jedenfalls keine dieser Tauschbörsen-"Währungen"!

Die Zukunft wird wohl den Blockchain-Technologien gehören, entsprechende "legale" Kryptowährungen werden dann aber ganz sicher von den Währungshütern vergeben. ;)
Geiler Artikel.
Zitat:
Die Gegner sind aber ebenfalls oft so festgefahren in ihrer Meinung, dass sie nicht einmal bereit sind, sich mit der durchaus vielversprechenden grundlegenden Blockchain-Technologie auseinanderzusetzen.
Zitat Ende

Der Autor muss wohl zu den Gegnern gehören, sonst wüsste er, dass die kleinste transferierbare Einheit, der Satoshi 10^-8 also 0,00000001 Bitcoin sind. Im Europreis: 0,00014€.

Bezöge man das ganze auf Gold sehe man die Sinnlosigkeit der Aussagen. Es gibt ca 190000 Tonnen Gold. Würde es wie beim Bitcoin 21000000 Goldeinheiten geben, wäre eine Einheit ca. 9kg Gold. Also müsste der Käufer im Vergleich ca. 313000€ Gold aufbringen um eine Einheit Gold zu erwerben. ;) Aber es gibt wie beim Gold auch beim Bitcoin Skalierungen die man drehen und wenden kann wie man will. Und es ist literarisch ein Einfaches den 0,00014€ Satoshikäufer gegen den 313000€ Goldkäufer aufzubringen.


An den gegenwärtigen Transaktionskosten von Bitcoin könnte man schon vernünftiger Kritik üben.

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