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DAX-Chartanalyse: DAX im Wechselbad der Gefühle

DAX-Chartanalyse DAX im Wechselbad der Gefühle

Gastautor: Andreas Mueller
07.01.2018, 13:16  |  6262   |   |   

Nach 600 Punkten Erholung ab Wochentief stellt sich die Frage, ob der Markt verweilen und konsolidieren mag oder der Druck so hoch ist, dass wir gleich das Allzeithoch in Angriff nehmen. Antwort darauf zu geben versucht diese Chartanalyse.

Die erste Handelswoche im DAX ist geschafft und hat die Emotionen ordentlich beansprucht. Erst Pfui, dann Hui bei den Aktienwerten war wie ein Wechselbad nach einem Saunagang. Nun sieht es aktuell wieder nach einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung aus. Was hierbei das große Ziel sein könnte und wie sich die Woche in Kurzform vollzog, erfahren Sie in dieser DAX-Analyse.

 

Eine Woche voller Emotionen

 

Die Bullen gaben sich scheinbar noch im alten Jahr 2017 geschlagen, als die 13.000 nicht nur wackelte, sondern aufgegeben wurde. Der Freitag als letzter Handelstag des Vorjahres sah bereits nachbörslich nicht gut aus (Chartbild als Rückblick):

Daher wies ich auch in der Vorwochenanalyse auf die Gefahr im großen Bild und einen schwierigen Jahrestart hin:

Leicht euphorisch konnte der Handel im Jahr 2018 noch begonnen werden, doch schnell rutschte der XETRA-DAX unter 12.900 und schließlich auch unter die gezeigte Kante. Dies hatte ich in den Tages-Trading-Chancen an dieser Stelle vermerkt:

Auslöser waren jedoch nicht etwa Wirtschaftsdaten, sondern vielmehr ein erstarkter Goldpreis und die weitere Stärke des EUR/USD zum Jahresstart. Mit über 1,20 erreichte dieser umgehend das August-Hoch aus dem Vorjahr und setzte sich dann dort erst einmal fest. Daher an dieser Stelle eingestreut: Das große Bild im Euro-Dollar aus dem Tageschart:

Zurück zum DAX: Dort wurden recht panisch einige Stopp-Orders ausgelöst und beförderten den DAX im Tief auf 12.745 Punkte. Ab hier startete dann eine Gegenwehr, die letztlich einen Schlusskurs ÜBER dieser gezeigten Kante zur Folge hatte. Gute Voraussetzungen somit im Tageschart, wieder Fahrt aufzunehmen.

Genau das tat der DAX am Mittwoch und schaffte zum Handelsende hin erstmals den Sprung über die 13.000 in diesem Jahr - ein kleines Feuerwerk durfte dazu nicht fehlen:

(hier nachzulesen)

Daran knüpfte er am Donnerstag an und zeigte mit 1,46 Prozent Gewinn auch den stärksten Tag der Woche. Hier war der Impulsgeber die Wall Street und die dort neuen Rekordhöhen. Mit 25.000 Punkten übersprang der Dow Jones dort ein neues Level und schien wieder in der Spur zu sein.

Im DAX war die Bewegung mit diesen Voraussetzungen dann somit nicht beendet und konnte am Freitag fortgesetzt werden. Bis zu einem wichtigen Punkt - den Hochs aus Dezember:

(hier gezeigt)

Ein starker und zugleich spannender Wochenabschluss, der vom Tief der Woche an gerechnet fast 600 Punkte Spanne hatte.

 

Steuert die zweite Handelswoche auf Allzeithoch zu?

 

Unbestritten ist die Rekordserie in den USA, wie man am Vertreter Dow Jones nach den jüngsten Hochs sehen kann. Sogar eine mögliche obere Begrenzung des Trends ist angeschnitten und beschleunigte die Bewegung zum Wochenausklang noch einmal:

Für den DAX könnte diese Implikation nun ebenfalls einen Impuls auslösen, der die Bewegung der letzten Tage beschleuigen würde. Denn mit dem Schlusskurs standen wir wie gezeigt an einer wichtigen Marke. Dies noch einmal in größerer Zeiteinheit dargestellt:

 

Die Brisanz wird deutlicher, wenn man das Chartbild bis Anfang Oktober aufzoomt. Denn dann ist auch das Allzeithoch im DAX zu sehen, welches damals recht dynamisch nach einem Sprung über genau diesen Bereich generiert wurde.

 

Selbiges Szenario könnte nun anstehen, wenn die Wall Street nicht schwächelt (Unsicherheitsfaktor 1) und der EUR/USD nicht massiv nach oben bricht (Unsicherheitsfaktor 2) sowie die politische Lage (Regierungsbildung UND Trump-Kapriolen als Unsicherheitsfaktor 3) nicht in den Vordergrund gespielt werden.

Klingt etwas pessimistisch von mir? Dann erst einmal die optische Möglichkeit, die auf der Oberseite entstehen kann:

Gesünder für den Markt, und bei den aktuellen Unsicherheitsfaktoren auch durchaus möglich, wäre ein Verweilen mit Rücksetzer als kleine Korrektur der Bewegung von 600 Punkten:

Diese sollte nicht tiefer als rund 13.190 Punkte führen und würde damit auf die Konsolidierungszone aus November/Dezember noch einmal aufsetzen. Von da aus ist ein Anstieg zum Allzeithoch dann gesünder möglich.

 

Ob sich der Markt letztlich an diese "Gesundheitsempfehlung" hält, obliegt mir nicht. Ich beobachte ihn nur und versuche daraus konkrete Trading-Chancen abzuleiten. Wie "ungesund" und wie weit manche Kursverläufe gehen können, sieht man ja am Kryptomarkt. Ein gänzlich anderes Thema, daher widmen wir uns lieber ab morgen wieder dem DAX und großen Börsen-Märkten in den Tages-Trading-Chancen gemeinsam mit anderen Tradern zu.

 

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Herzlichen Dank für Ihr Interesse,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

DAX-Chartanalyse: Schwieriger Jahresstart im DAX


2 Kommentare

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Kommentare

Es ist toll mit welchem Aufwand hier Charts analysiert werden . Jedoch denke ich , die Versicherungsagenturen ziehen ihre Beiträge im Januar ein und schmeissen das Geld in den Markt. Nun kommen noch ein paar Trader , die diesen Effekt noch puschen und ein paar Amateure , die auf den fahrenden Zug aufspringen . Der Wert der Indizes steigt , ohne reellen Wert . Die Insider oder Profis , wissen dann genau wenn sie Konsolidieren und der Kleinanleger geht leer aus .

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