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Neue Bilanzierungsregeln decken über 66 Milliarden Euro an Schulden der Dax-Unternehmen auf

Gastautor: w:o Gastbeitrag
08.01.2018, 08:32  |  957   |   |   

Neue Bilanzierungsregeln werden allein bei den 30 Unternehmen aus dem Aktienindex Dax über 66 Milliarden Euro an Schulden aufdecken. Dies zeigen Berechnungen der Stuttgarter Beratungsgesellschaft FAS AG für die WirtschaftsWoche.

Besonders betroffen sind Unternehmen mit vielen gemieteten Immobilien. Bei der Deutschen Telekom kommen nach aktuellem Stand mit wenigstens 14,4 Milliarden Euro am meisten neue Schulden auf der Bilanz hinzu, berichtet die WirtschaftsWoche.

Die Erhöhung der Schulden ist auf den Bilanzstandard IFRS 16 zurückzuführen, der Unternehmen bald dazu zwingen wird, bisher außerhalb der Bilanz geführte Schulden aus Leasingverträgen auf die Bücher zu nehmen.

„IFRS 16 wurde geschaffen, um Anlegern ein genaues Bild des Leasingvermögens und der Leasingverbindlichkeiten eines Unternehmens zu vermitteln, da diese wichtigen Informationen in den Jahresabschlü ssen von Unternehmen verborgen wurden. Der neue Standard schreibt vor, dass fast alle Leasingverträge in die Bilanz aufgenommen werden müssen“, sagte Hans Hoogervorst, Vorsitzender des International Accounting Standards Board, der für die neuen Regeln verantwortlich ist, der WirtschaftsWoche. Investoren können Unternehmen nach Ansicht von Hoogervorst künftig viel besser vergleichen.
IFRS 16 wird zwingend erst 2019 eingeführt.

Erste Unternehmen wie die Deutsche Post stellen ihre Bilanzierung jedoch schon jetzt im ersten Quartal 2018 um. Die Post schätzt, dass ihre Nettoschulden so um rund neun Milliarden Euro steigen werden. Gegenüber dem Stand der letzten Jahresbilanz wäre das eine Versechsfachung.

Dieser Beitrag erschien am 07.01.2018 in der WirtschaftsWoche.

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