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Marktkommentar: Edward D. Perks (Franklin Templeton): Auswirkungen der US-Steuerreform auf die Märkte nicht ganz klar
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Marktkommentar Edward D. Perks (Franklin Templeton): Auswirkungen der US-Steuerreform auf die Märkte nicht ganz klar

Nachrichtenquelle: Asset Standard
10.01.2018, 00:00  |  586   |   |   

Die Verabschiedung der Steuerreform durch den Kongress wird Auswirkungen auf jeden Einzelnen sowie auf Unternehmen und die Wirtschaft haben.

Die Bemühungen um eine Überarbeitung des US-Steuerrechts haben lange (mehr als drei Jahrzehnte) auf sich warten lassen, bevor in diesem Jahr endlich ein Erfolg zu vermelden war. Ed Perks, Chief Investment Officer bei Franklin Templeton Multi-Asset Solutions, erläutert seine Sicht der wahrscheinlichen Konsequenzen für die Wirtschaft und die Märkte.

Im Großen und Ganzen scheint der Markt die Verabschiedung des Steuerreformgesetzes bereits eingepreist zu haben. Daher erwarten wir keine allzu starke Reaktion, wenn Präsident Trump das Gesetz letztlich unterzeichnet. Einige Marktbeobachter haben sich optimistisch gezeigt, dass sich die US-Steuerreform als günstig für Aktien – und die Wirtschaft insgesamt – erweisen wird. Die Realität aber ist, dass es einige Gewinner und einige Verlierer geben wird, und wir wissen letztlich nicht, wie stark die konkreten Auswirkungen tatsächlich sein werden. Hier gehen wir auf einige Bereiche ein, die aus unserer Sicht eine besondere Beachtung verdienen und weitreichende Auswirkungen auf den Markt und die Wirtschaft haben könnten.

Körperschaftsteuersätze

In der abgestimmten Version des Steuerreformgesetzes wurden die Körperschaftsteuersätze von 35 % auf 21 % gesenkt. Dies war zwar nicht ganz so niedrig wie in früheren Versionen des Gesetzentwurfs, stellt aber immer noch eine nicht unerhebliche Anpassung dar. Es liegt auf der Hand, dass niedrigere US-amerikanische Körperschaftssteuersätze US-Unternehmen höhere Nettogewinne nach Steuern bescheren dürften, was wiederum den S&P 500 sowie weitere wichtige Marktindizes beflügeln sollte. Angesichts der erheblichen Unterschiede zwischen den aktuellen effektiven Steuersätzen der Unternehmen werden sich die Auswirkungen des Steuergesetzes auf den Netto-Nachsteuergewinn in der Realität jedoch von Unternehmen zu Unternehmen deutlich unterscheiden.

Ein reduzierter Steuersatz auf zurückgeführte ausländische Erträge und eine obligatorische Nachzahlung auf entsprechende in der Vergangenheit erzielte Einkünfte dürften aller Wahrscheinlichkeit nach dazu führen, dass im Ausland gehaltene Mittel in erheblichem Maße wieder in die USA zurückfließen. Diese Mittelrückführung könnte möglicherweise eine Zunahme der Aktienrückkäufe, der Dividenden und auch der inländischen Investitionsausgaben in den USA zur Folge haben. Durch die beschleunigte Abschreibung könnten die Investitionsausgaben einen zusätzlichen Schub erhalten.

Viele Beobachter sind zudem optimistisch, dass die Steuerreform für die Stärkung des Wirtschaftswachstums in den USA eine zentrale Rolle spielen wird. Alles in allem gehen wir davon aus, dass das Steuergesetz das Wachstum des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) ankurbeln könnte. Allerdings müssten wir hierfür einige positive Annahmen treffen. Im „Goldlöckchen“-Szenario führt die Kombination aus niedrigeren Körperschaftsteuersetzen, höheren zurückgeführten ausländischen Erträgen und einer beschleunigten Abschreibung zu einem Anstieg der inländischen Investitionen in den USA, was wiederum zu einer Beschleunigung des künftigen Wirtschaftswachstums beiträgt.

Allerdings sind die für das Wirtschaftswachstum relevanten Faktoren komplex, und Steuern stellen nur einen von mehreren Aspekten dar.

Die Kehrseite der Medaille: das Defizit

Sehr viel sicherer sind wir uns hingegen der Tatsache, dass das neue Steuergesetz das US-Bundesdefizit vergrößern wird. Mehrere Schätzungen beziffern den (durch geringere Steuereinnahmen auf Bundesebene verursachten) zusätzlichen Defizitbetrag auf über 1 Bio. USD während des kommenden Jahrzehnts. Die tatsächlichen Auswirkungen eines durch die Steuerreform herbeigeführten höheren Bundesdefizits werden zwar teilweise davon abhängen, wie viel zusätzliches neues BIP-Wachstum, Ertragswachstum und Wachstum der Bundessteuereinnahmen hierdurch innerhalb der US-Wirtschaft erzielt wird, wir gehen jedoch davon aus, dass die langfristigen US-Zinssätze hierdurch aller Wahrscheinlichkeit nach ansteigen werden.

Die Aussichten auf ein wachsendes Defizit fallen mit dem Kurswechsel der US-Notenbank hin zu einer Kürzung ihrer Bilanz zusammen. Gleichzeitig haben mehrere Käufer von US-Staatsanleihen (z.B. ausländische Regierungen, asiatische Zentralbanken und ölerzeugende Länder) ihre Käufe zuletzt verringert. Wenn die globalen Märkte nun noch mehr Schulden absorbieren sollen, stellt sich die Frage, ob die aktuellen Renditeniveaus ausreichen, um Käufer anzulocken. Wir gehen davon aus, dass die Renditen steigen werden müssen, bis sich ein neues Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellt.

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