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Wie NVIDIA von Intels Sicherheitsmängeln profitieren kann

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.01.2018, 15:00  |  181   |   |   

Die Aktien des Grafikchip-Herstellers NVIDIA (WKN:918422) sprangen in der letzten Woche um 9,1 % in der feiertagsverkürzten Handelswoche, was vor allem den Nachrichten zu verdanken ist, dass ein Designfehler in Intels (WKN:855681) Chips sie anfällig für Hacking macht.

Die Stärke im Markt sorgte wahrscheinlich für einen geringeren Rückenwind, da der S&P 500 im Jahr 2018 mit einem kräftigen wöchentlichen Zuwachs von 2,1 % gestiegen war.

Intels Qualitätsverlust

Intel ist von zwei Sicherheitslücken in seinen CPUs betroffen – der große wird Meltdown genannt und andere Spectre. Die Technologiepublikation The Register berichtete erstmals am Dienstag über Meltdown und folgte am nächsten Tag mit Informationen über Spectre, wobei Intel später die Schwachstellen bestätigte. (Intel ist der primäre Chiphersteller, der von Meltdown betroffen ist, obwohl Arm auch verwundbar ist, während Advanced Micro Devices laut The Register nicht betroffen ist. Prozessoren, die von allen drei Unternehmen hergestellt werden, sollen von Spectre betroffen sein.)

Die Bandbreite des Themas für Intel ist riesig: Der Chip-Gigant ist mit Abstand Marktführer bei CPUs für PCs und Computerserver. Darüber hinaus könnte die Meltown Chips beeinflussen, die 20 Jahre alt sind. Es gibt also unzählige potenziell anfällige Endgeräte und Unternehmensserver. Microsoft und Apple haben sich bemüht, Sicherheits-Patches zu veröffentlichen, um ihre betroffenen Betriebssysteme zu schützen, wobei die Fixes die Leistung ihrer Intel-basierten Produkte angeblich verlangsamen werden. Auch Cloud-Service-Provider setzen sich mit dem Thema auseinander. Es gibt „noch keine festen Spectre-Fixes für Intel und AMD-Teile“, so The Register. Die Veröffentlichung sagt jedoch, dass die Schwachstelle „schwierig auszunutzen“ ist.

Wie NVIDIA von Intels Qualitätsproblemen profitieren kann

NVIDIA, das keine CPUs herstellt, ist bereit, von Intels Problemen in mehrfacher Hinsicht zu profitieren. Wenn du der Chef bei einem Autohersteller wärst, würdest du nicht zweimal darüber nachdenken, deine fahrerlose Autotechnologie bei Intel zu kaufen, wenn du weißt, dass die PC- und Serverchips des Chip-Riesen seit so langer Zeit große Sicherheitslücken aufweisen? Schließlich könnten Designfehler in Chips, die in fahrerlose Autos eingebaut werden, möglicherweise über Leben und Tod entscheiden.

Vielleicht könnte es Intel retten, dass es mit Waymo, dem Tochterunternehmen von Google für selbstfahrende Autos zusammenarbeitet. Die Zusammenarbeit mit dem Early Mover  sollte dazu beitragen, Intels fahrerlose Fahrzeugtechnologie signifikant von Qualitätsproblemen zu befreien. Nichtsdestotrotz könnten die soeben veröffentlichten Probleme den Ausschlag für NVIDIAs fahrerlose Fahrzeugplattform DRIVE PX geben– besonders für Autohersteller, die darüber diskutieren, ob sie Intels oder NVIDIAs Technologie einsetzen sollen.

NVIDIA könnte von Intels aktuellen Problemen profitieren, wenn es um die Pläne des letzteren geht, in den Bereich der Grafikprozessoren (GPU) einzusteigen, der von NVIDIA dominiert wird. (NVIDIA hatte im dritten Quartal einen Marktanteil von 72,8 %, gegenüber 27,2 % von AMD, laut Jon Peddie Research.)

Die Enthüllung der Sicherheitslücken könnte nicht zu einem schlechteren Zeitpunkt für Intel kommen, was dies zu einem PR-Albtraum werden lässt. Erst im November gab Intel bekannt, dass es den ehemaligen Grafikchef von AMD eingestellt hat und plant, in den GPU-Markt einzusteigen. Dieser Schritt war nicht allzu überraschend, denn NVIDIAs Rechenzentrumsplattform profitiert mächtig von der schnellen Übernahme des GPU-basierten Ansatzes des Unternehmens für Deep Learning, einer Kategorie künstlicher Intelligenz (KI), die im Wesentlichen eine Maschine zum Denken trainiert – oder Rückschlüsse auf Daten zulässt. Alle großen Internetunternehmen, Cloud Computing Service Provider und Hersteller von Computerservern nutzen NVIDIAs Grafikprozessoren, um ihr Deep Learning und High-Performance-Computing-Trainings zu beschleunigen.

Kurz gesagt, Unternehmen, die jetzt NVIDIAs Grafikprozessoren verwenden, werden einen guten Grund brauchen, um sich für Intel zu entscheiden, wenn es seine konkurrierenden Chips auf den Markt bringt – und die Enthüllungen der letzten Woche sollten es für den Chip-Titan noch schwieriger machen, NVIDIA Marktanteile abzujagen.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Teresa Kersten ist Mitarbeiterin von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
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Dieser Artikel von Beth McKenna erschien am 7.1.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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