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Westliche Ernährungsweise hat selbst nach Änderung der Essgewohnheiten langfristig Auswirkungen auf das körperliche Immunsystem

Nachrichtenquelle: PR Newswire (dt.)
11.01.2018, 18:00  |  314   |   |   

Fett- und kalorienreiche Ernährungsweise induziert, ähnlich wie Krankheitserreger, eine entzündliche Reaktion der angeborenen Immunabwehr und führt zu einer langanhaltenden Umprogrammierung von Körperzellen

BOSTON und BONN, Deutschland, 11. Januar 2018 /PRNewswire/ -- Die neuen, heute in Cell  veröffentlichten Forschungsergebnisse von IFM Therapeutics Mitbegründer Dr. Eicke Latz zeigen auf, dass eine ungesunde westliche Ernährungsweise das NLRP3-Inflammasom zur Aktivierung des körpereigenen Immunsystems anregt, ähnlich wie bei einer bakteriellen Infektion. Die Untersuchungen ergaben, dass die Körperzellen auch nach dem Wechsel zu einer gesünderen Ernährungsform eine signifikante epigenetische, transkriptionelle und funktionelle Umprogrammierung in sowohl Immunsystem als auch Knochenmark durchlaufen, die langfristige Folgen haben kann. IFM Therapeutics, LLC (IFM), ein privat geführtes biopharmazeutisches Unternehmen, wird diese und andere Daten von Dr. Latz nutzen, um Therapien zu entwickeln, die das angeborene Immunsystem modulieren und der Behandlung von Entzündungskrankheiten und Krebserkrankungen dienen.

IFM Therapeutics

Das Team von Latz stellte in seiner jüngsten Forschungsarbeit fest, dass das NLRP3-Inflammasom, ein intrazellulärer Sensor für Gefahrensignale, der das Immunsystem warnt, auf Bedrohungen im Körper zu reagieren, eine durch die westliche Ernährungsweise induzierte systemische Entzündung und myeloische Vorläufer-Programmierung vermittelt. Diese Ergebnisse zeigen neue potenzielle therapeutische Möglichkeiten zur Beeinflussung von ernährungsbedingten Pathologien auf, denen in vielen Fällen eine nicht angemessene Immunaktivierung zugrunde liegt.

„Es wurde erst kürzlich entdeckt, dass die angeborene Immunantwort ein Gedächtnis besitzt", erklärte Prof. Dr. med. Eicke Latz, IFM Mitbegründer und Gründer und Direktor des Instituts für Angeborene Immunität der Universität Bonn, der für die Studie eine multinationale Forschergruppe anführte. „Nach einer überstandenen Infektion verharrt das körpereigene Verteidigungssystem in einem hyperaktiven Alarmzustand, damit der Körper schneller auf einen neuen Angriff reagieren kann. Unser Forscherteam konnte feststellen, dass die westliche Ernährungsweise eine ähnliche Wirkung hat - diese Erkenntnisse haben eine enorme gesellschaftliche Relevanz und potenzielle therapeutische Implikationen".

Westliche Ernährungsweise als Auslöser für Entzündung und induzierte trainierte Immunität 

Mehrere Studien haben gezeigt, dass die als Western Diet (WD) bekannte westliche Ernährungsweise, die durch einen übermäßigen Verzehr von raffiniertem Zucker, Salz und gesättigten Fetten gekennzeichnet ist, eine sterile (bzw. nicht pathogene) Entzündung im Körper auslöst, und zu einer Reihe von chronischen Krankheiten führen kann, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atherosklerose, Typ-2-Diabetes und Krebserkrankungen.

Für die jetzige Studie untersuchten die Forscher drei Gruppen von Mäusen: eine Kontrollgruppe, die mit Standardfutter ernährt wurde, eine zweite Gruppe, die eine westliche Diät erhielt, und eine dritte Gruppe, die zunächst mit westlicher Diät gefüttert wurde und dann später auf Standardfutter umgestellt wurde. Die mit einer westlichen Diät ernährten Mäuse entwickelten in der Folge eine sich im ganzen Körper ausbreitende Entzündung, gemessen an der erhöhten Menge an entzündungsassoziierten Proteinen. Die mit Standardfutter ernährten Mäuse wiesen diese Entzündungsanzeichen nicht auf. Mäuse, die zunächst mit westlicher Diät gefüttert und dann auf Standardfutter umgestellt wurden, zeigten nach dem Übergang systemische Anzeichen für eine Verminderung der Entzündung. Die Immunzellen im Knochenmark dieser Mäuse blieben jedoch, obwohl die systemische Entzündung zurückging, funktionell verändert, wahrscheinlich als Folge einer epigenetischen Umprogrammierung durch die entzündungsfördernde westliche Ernährungsweise.

Knochenmarkzellen und Milz-Makrophagen aus jeder Mausgruppe wurden isoliert und ex vivo getestet. Sie wurden über ein Panel von bekannten Immunsystem-Triggern untersucht, wobei die Sekretion von entzündlichen Proteinen als Maß der angeborenen Immunität analysiert wurde. Die Zellen der mit westlicher Diät gefütterten Mäuse wiesen, verglichen mit den Zellen der mit Standardfutter ernährten Mäuse, gesteigerte und veränderte Reaktionen auf Immunsystem-Trigger auf. Interessant ist dabei, dass die Zellen von Mäusen, die zuerst eine westliche Diät erhalten hatten und dann auf Standardfutter übergingen, anhaltend veränderte Reaktionen auf Stimuli zeigten, und zwar ähnliche wie bei den ausschließlich mit einer westlichen Diät gefütterten Mäusen. Diese Daten deuten darauf hin, dass sich die Knochenmarkszellen, auch wenn die systemische Entzündung bei den Mäusen nach dem Übergang von westlicher Ernährung auf Standardfutter zurückgeht, an die durch die westliche Diät verursachte Entzündung erinnern. Die Forschung zeigt auf, dass die westliche Ernährung nicht nur eine sofortige Reaktion der angeborenen Immunantwort hervorrufen, sondern auch durch Induzierung einer Gedächtnisfunktion des angeborenen Immunsystems lang anhaltende Wirkung entfalten kann. 

Rolle des NLRP3-Inflammasoms in der trainierten Immunität
Um die spezifischen Pfade zu verdeutlichen, die mit dieser Art von Entzündung einhergehen, wurden Mäuse, denen das NLRP3-Protein fehlt, mit ähnlichen Ernährungsplänen gefüttert. Interessanterweise hat dies bei den Mäusen, denen das NLRP3-Protein fehlt, weder ähnliche Entzündungsreaktionen hervorgerufen noch zeigte sich eine anhaltende Entzündungsaktivität, was darauf hindeutet, dass das NLRP3-Protein eine Schlüsselrolle bei der durch westliche Ernährungsweise getriggerten angeborenen Immunität spielt.

„Die von Dr. Latz' Team veröffentlichte Forschung zeigt die Langzeitschäden, die eine ungesunde westliche Diät dem Immunsystem zufügt, und zwar selbst nach einer Veränderung der Ernährungsgewohnheiten", sagte H. Martin Seidel, Ph.D., Executive Vice President of R&D bei IFM Therapeutics. „Die Bestimmung des NRLP3-Inflammasoms als Auslöser für dauerhafte Immunzellveränderungen und einen hyperaktivierten Entzündungszustand eröffnet eine enorme Chance, potenzielle Therapien zu entwickeln, die die NLRP3-Aktivität hemmen und damit die Entwicklung von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen wie Atherosklerose und Typ-2-Diabetes verlangsamen".

Informationen zu IFM Therapeutics, LLC
IFM Therapeutics, LLC ist ein privat geführtes biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Boston, Massachusetts. Das Unternehmen wurde von einer internationalen Gruppe herausragender Wissenschaftler und Mediziner gegründet, die seit Jahrzehnten daran arbeiten, die angeborene Immunität und ihre Rolle bei der Regulierung des Immunsystems zu erforschen. Das Team des IFM hat kleine Moleküle entdeckt und entwickelt, die neue Targets im angeborenen Immunsystem modulieren und Therapien der nächsten Generation zur Behandlung von Krebs, Autoimmunkrankheiten und entzündlichen Erkrankungen ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie unter www.ifmthera.com.    

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