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Steinhoff: Das Eis wird immer dünner...

12.01.2018, 13:24  |  38131   |   |   

Das Unternehmen steckt tiefer in den roten Zahlen, als es vielen Anlegern lieb sein dürfte. In dieser Woche gab die EZB bekannt, dass sie ihre Position an Steinhoff-Anleihen aufgelöst habe. Zum Jahresende hatte die EZB noch Anleihen mit einer Fälligkeit im Jahr 2025 gehalten.

Neben dem Ausstieg der EZB (die FAZ berichtete am 9.1.2018 ausführlich), kämpft das Unternehmen um Liquidität. Es wurde damit begonnen, sich von einigen Vermögenswerten zu trennen, so Bloomberg. Der französische Einzelhändler Carrefour gab am Donnerstag bekannt, dass er 17 Prozent der Anteile an Showroomprive von Steinhoffs Conforama für 79 Millionen Euro (95 Millionen Dollar) erworben hat. In Österreich ging in der letzten Woche ein Immobiliendeal über die Bühne. Es wurde ein Flagship-Store in Wien für 60 Millionen Euro verkauft. Weitere Maßnahmen zur Stützung der Finanzen sind der Verkauf des Gulfstream 550 Jet durch Steinhoff und die Versteigerung der Rennpferde durch Jooste.

Bereits im Dezember 2017 hatte die Ratingagentur Moody’s die Bonität von Steinhoff auf ein niedriges Niveau gesenkt. Das bedeutet, dass Moody’s ernste Bedenken hat, dass der Konzern seine Schulden zuverlässig zurückzahlen kann.

Südafrikanische Politiker zeigen sich seit längerer Zeit bereits besorgt über die Entwicklungen bei Steinhoff, siehe hier. In einer Anhörung vor mehreren Ausschüssen des Parlaments wollen sich die Politiker in Kapstadt über die Geschehnisse bei Steinhoff informieren lassen. Die Anhörungen sollen am 30. und 31. Januar 2018 stattfinden, wie 4investors berichtet. 

Der bereits am 7. Dezember 2017 eingereichten Sammelklage könnte sich nach jüngsten Medienberichten der niederländische Investorenverband (VEB) anschließen - einige Geschäftsleute aus Südafrika haben den Verband dazu ermutigt. Unklar ist bislang, ob sich der VEB tatsächlich am Verfahren beteiligen wird, so fin24. 

Weltweit laufen mehrere Verfahren gegen Steinhoff. Die deutsche Kanzlei TILP hatte im Dezember eine Anlegerklage gegen Steinhoff eingereicht, siehe hier. Die britische Kanzlei Innsworth hat unterdessen erklärt, dass sie "ein Finanzierungsverfahren gegen Steinhoff International in Erwägung zieht", weil sie angeblich ihre Vermögenswerte überbewertet, irreführende Aussagen gemacht und Investoren über ihre tatsächliche finanzielle Situation im Unklaren gelassen habe.

Steinhoff Africa Retail

Neben diesen ganzen Problemherden geht das Stühlerücken beim Personal munter weiter. Die Steinhoff Africa Retail (STAR) gab am Donnerstag in einer Mitteilung an die Aktionäre bekannt, dass Vusi Khanyile mit Wirkung zum 10. Januar 2018 als unabhängiges, nicht exekutives Mitglied des Verwaltungsrats zurückgetreten ist. STAR umfasst alle afrikanischen Assets des Einzelhändlers Steinhoff. Bei STAR ist Daniël van der Merwe mit Wirkung zum 10. Januar 2018 zum Mitglied des Personal- und Vergütungsausschusses und Johann Bernard Cilliers zum Mitglied des Nominierungsausschusses ernannt worden. Die Aktie Steinhoff Africa Retail war im Dezember von 1,529 Euro auf 0,964 Euro gefallen. Aktuell kratzt das Wertpapier an der 1,20 Euro-Marke.

Nachdem das Papier der Steinhoff International Holdings in der vergangenen Woche einen leichten Aufwärtstrend verzeichnete und am 05.01.2018 auf 0,613 Euro stieg, rutschte es diese Woche erneut unter die 0,5 Euro-Marke. 

Steinhoff International Holdings

 

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