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Goldrallye geht noch weiter

13.01.2018, 11:15  |  2309   |   |   

Aktueller Marktkommentar von Markus Blaschzok für die GoldSilberShop.de GmbH

Heute stieg der Goldpreis auf 1.330$ zum Ende der zweiten Handelswoche des neuen Jahres an. Um über 90$ konnte Gold seit dem Tief Mitte Dezember somit zulegen, was einem Plus von 6,7% entspricht. Nach unserer aktuellen Analyse dürfte sich der Anstieg in den kommenden Wochen nach einer Konsolidierung fortsetzen. Kann der langfristige Abwärtstrend gebrochen werden, so ist eine starke Rallye bis zu 1.500$ je Feinunze in diesem Jahr durchaus möglich. Seit Anfang 2017 legte der Preis 180$ zu, während dieser aufgrund des stärkeren Euros in den vergangenen 12 Monaten nahezu unverändert blieb. Dass sich die Eurostärke in diesem Jahr fortsetzt, ist jedoch unwahrscheinlich, sodass Gold in Euro in 2018 besser performen sollte als Gold in US-Dollar.

Seit Anfang 2017 stieg der Goldpreis um 180$ an.

Langfristig gesehen ist der Aufwärtstrend für Gold in Euro jedoch voll intakt, wie nachfolgender Chart zeigt. Seit Anfang 2014 konnte Gold in Euro um über 200€ (+22%) zulegen. Wir gehen davon aus, dass sich der Anstieg aufgrund der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank im fünften Jahr des Bullenmarktes weiter fortsetzen dürfte. Uns erscheint ein weiter Anstieg auf 1.200€ oder gar 1.300€ je Feinunze in diesem Jahr durchaus realistisch.

Der Goldbullenmarkt befindet sich bereits in seinem fünften Jahr.
 
Der Silberpreis konnte 1,5$ auf 17,13$ seit Mitte Dezember zulegen, was einem Plus von 9,6% entspricht. Auf Sicht der letzten 12 Monate liegt Silber einen US-Dollar im Plus, während der Preis in der europäischen Gemeinschaftswährung ein kleines Minus von einem Euro verbucht. Dies ist auf die starke Aufwertung des Euros um 15% zum US-Dollar in den vergangenen 12 Monaten zurückzuführen. Viele fundamentale Gründe sprechen für ein langfristiges strategisches Investment in Silber – seine Knappheit, seine historisch günstige Bewertung, sein relativ günstiges Verhältnis zum Gold, die geringen überirdischen Bestände – Silber scheint das ideale antizyklische Investment zu sein.

Silber lief im letzten Jahr eher seitwärts.

Insbesondere das Verhältnis von Gold zu Silber, das im Gold/Silber-Rato abgebildet wird, spricht für eine aktuell günstige Kaufchance bei einem langfristigen Anlagehorizont. Das Ratio zwischen beiden Metallen schwankt zyklisch zwischen 80 auf der Oberseite und etwa 40-50 auf der Unterseite. In Extremphasen werden sogar Werte um 30 und tiefer erreicht. Fällt das Ratio von 80 auf 40, so bedeutet dies, dass der Silberpreis doppelt so stark gestiegen ist, wie der des Goldes. Wir erwarten, dass dies in der späteren Phase des aktuell noch jungen Bullenmarktes auch so geschehen wird. Silber wird aufgrund seiner Knappheit bei steigender Nachfrage überproportional stark ansteigen. Aus diesem Grund empfehlen wir insbesondere Käufern von physischen Münzen und Barren mit einem langfristigen Anlagehorizont mehr Kapital in Silber anstatt in Gold zu investieren. Ist das Silber am Ende des Bullenmarktes erst doppelt so stark gestiegen, tauscht man Silber wieder gegen Gold und fährt so eine zusätzliche Rendite von 100% ein.

Man sollte aktuell in einem Edelmetalldepot viel mehr Silber als Gold halten.

Platin langfristig ein strategisch smartes Investment

Der Preis für die Feinunze Platin fiel bis Mitte Dezember auf 880$, um dann unter enormer relativer Stärke den Abverkauf zu beenden und eine massive pausenlose Rallye bis 1.000$ einzuleiten. Platin hat das Potenzial in den kommenden Wochen bis auf 1.100$ anzusteigen, bevor wieder eine kräftigere Korrektur einsetzt. Langfristig ist Platin im Vergleich zu den anderen Edelmetallen immer noch sehr günstig und notiert 50% unter seinem Hoch des Jahres 2008.

Platin vollzog eine Rallye in den vergangenen Wochen um über 120$. 

Im Verhältnis zum Palladium, das aktuell kurzfristig aufgrund der Dieselkrise und der staatlichen Subventionierung von Elektrofahrzeugen sehr gefragt ist, fiel Platin auf ein historisch niedriges Ratio von „1“. Langfristige Investoren sehen diese relative Unterbewertung und beginnen strategische Positionen im Platin auf Sicht der nächsten zehn Jahre aufzubauen. Ebenso wie Silber zu Gold, scheint aktuell Platin im Verhältnis zum Palladium langfristig sehr günstig zu sein. Wir empfehlen deshalb langfristigen Investoren mehr Platin als Palladium in ein gut diversifiziertes Edelmetalldepot zu packen. Mit etwas Glück wird der Platinpreis in den kommenden zehn Jahren ein vielfaches stärker als der Palladiumpreis performen.

Man sollte aktuell in einem Edelmetalldepot viel mehr Platin als Palladium halten.

Bitcoin vor dem nächsten Crash?

Nachdem Mitte Dezember die irrationale Manie der Blockchain-Buchungssoftware „Bitcoin“ bei fast 20.000$ je Einheit Ihr Hoch fand, ist diese um über 30% gefallen und die Blase scheint langsam weiter zu platzen. Noch „HODLn“ (Buy and Hold in der Sprache der unerfahrenen Investoren) die in das Schneeballsystem gezogenen vermeintlichen Gewinner mit der Erfahrung aus den letzten Jahren, dass früher oder später der Preis immer neue Hochs erreichen wird und man nur immer nachkaufen müsse, um immer reicher zu werden. Doch scheint es, dass der nächste Wasserfall kurz bevorsteht und das Hoch Mitte Dezember womöglich das finale Hoch der Blockchainmanie war und der Bitcoin nun wieder gegen Null fallen könnte.

Bitcoin bildet gerade ein Hoch aus – der Preis könnte so schnell fallen, wie er anstieg.
 
Diese Vermutung liegt nahe, da die Nutzung Bitcoin-Software im Einzelhandel längst so gut wie zum Erliegen gekommen ist, was der Masse nur noch nicht aufgefallen ist. Die Blockchain ist wohl die ineffizienteste Technologie, die jemals erschaffen wurde. Per Design verschlingt sie ungeheure Mengen an Elektrizität, sodass die Blockchain-Programme aktuell mehr Energie als Länder wie Irland oder die Slowakei verbrauchen. Geht das so weiter, werden diese Programme in 2018 so viel Energie wie Argentinien verschlingen. Der hohe Stromverbrauch schlägt auf die Kosten, die gigantisch angestiegen sind. Nicht nur weil eine Überweisung mittlerweile Tage oder Wochen dauern kann, bis sie durch das Netzwerk bestätigt wurde, sondern auch weil die Transaktionsgebühren von 30$ bis zu mehreren hundert Dollar für eine Überweisung jenseits von Gut und Böse liegen, scheitert das Experiment, das niemals für einen großen Maßstab gedacht war. Jene, die früher den Bitcoin verwendeten, um halbwegs anonym illegale Waren im Internet erwerben zu können, haben deshalb längst dem Bitcoin den Rücken gekehrt und sind auf andere Plattformen gewechselt. Aus den gleichen Gründen haben viele seriöse Unternehmen den Bitcoin als Bezahlmöglichkeit in ihren Shops verbannt und selbst Bitpay sieht sich kaum mehr in der Lage, den Bitcoin aufgrund dieser Probleme anständig zu managen.

Übrig sind nur die Spekulanten, die Opfer des Schneeballsystems, die der Propaganda verfallen sind, der Bitcoin würde früher oder später von der ganzen Welt genutzt werden und der Preis könne nur immer weiter ansteigen. Selbst der Schöpfer der „Kryptowährung“ Dogecoin, die einen Hund als Motiv hat und seit 2 Jahren kein Update mehr erfahren hat, lacht über die Marktkapitalisierung von 1,4 Milliarden US-Dollar. Er selbst findet das aberwitzig und sagt nur, dass „das viel über die Manie an diesem Markt aussagen würde“.

Venezuela, das mit 2.616 Prozent Preissteigerung in einem Jahr, in der durch die Sozialisten/Kommunisten selbst verursachten Stagflation sitzt und die Regierung die hungrigen Bürger dazu aufruft, Haustiere als nährreiche Proteinquelle zu nutzen, hat nun eine eigene Kryptowährung in Planung. Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Wirtschaftsprofessor José Guerra, erkannte jedoch richtig: "Die Zentralbank ist für die Hyperinflation verantwortlich. Sie druckt Geld, um die Regierung weiter zu finanzieren". Dass jetzt der totalitäre sozialistische Staatschef Maduro, nach eigenen Aussagen, mit einer „Kryptowährung“ die hausgemachte Inflation zu bekämpfen versucht, ist lächerlich. Nach seinen Plänen solle eine staatliche Kryptowährung „Petro-Coin“ mit einem Fass Rohöl aus staatlichen Reserven je Einheit hinterlegt sein. Die Kombination eines dezentralen Blockchain-Netzwerkes (colored coin) mit einer zentralen physischen Deckung ist schon an sich ein unglaublich dummer Schildbürgerstreich, doch dass gerade der sozialistische Staat Venezuelas für die Deckung garantiert, macht einen Witz daraus. In Realität handelt es sich eher um eine gedeckte Anleihe, die nur anders verkauft wird und ebenso wenig vor staatlicher Korruption gefeit ist, wie der Bolivar oder Staatsanleihen. Kurz gesagt, es handelt sich um Betrug.

Der Bitcoin ist kein Geld und das Geldregressionstheorem von Mises ist auf diese Buchungssoftware nicht anzuwenden. Was als begrenztes Experiment für eine kleine Gruppe von Hackern begonnen hat, wurde zu einem betrügerischen Schneeballsystem, das keinen inneren Wert besitzt und lediglich hohe Kosten verursacht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bitcoin in relativ kurzer Zeit wieder verschwunden sein wird, ist sehr hoch.

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