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Rekordjahr für die europäische ETF-Industrie

Gastautor: Thomas Gräf
15.01.2018, 13:32  |  426   |   |   

Die ETF-Branche konnte sich im vergangenen Jahr weiter wachsender Beliebtheit erfreuen. Die Assets under Management stiegen im sechsten Jahr in Folge und erreichten Ende Dezember mehr als 632 Milliarden Euro.

Den Spitzenplatz unter den Exchange Traded Funds nahmen 2017 die Aktienfonds ein. Hier waren per Jahresende rund 450 Milliarden Euro angelegt, während in Produkten mit Schwerpunkt Anleihen nur 150 Milliarden Euro investiert waren. Rohstoff-zentrierte Fonds kamen auf ein Gesamtvolumen von 18 Milliarden Euro. Das geht aus Zahlen von Thomson Reuters Lipper hervor.  

Im vergangenen Jahr flossen den Anbietern von ETFs netto mehr als rund 94 Milliarden Euro zu – womit der Rekordwert vom Vorjahr (71 Mrd. €) weit übertroffen wurde. Zum Nettoabsatz hinzu kamen die Kursgewinne, die die AuM um weitere 22 Milliarden Euro steigerten. Besonders gefragt waren ETFs auf Aktien (+63 Mrd. €) vor den Bond-ETFs (+27 Mrd. €) und den Rohstoff-Fonds (+3,1 Mrd. €).

Wie Reuters-Experte Steven Glow betont, muss die Performance der ETFs jedoch im Kontext des starken Fondsabsatzes des vergangenen Jahres gesehen werden: 2017 verzeichnete die europäische Fondsbranche insgesamt ein Rekordjahr.

Während die Nachfrage nach Aktien-ETFs boomt, wurden aus anderen Asset-Klassen Mittel in Höhe von insgesamt 5,7 Milliarden Euro abgezogen. Besonders betroffen waren Fonds mit Schwerpunkt europäische Staatsanleihen (-1,2 Mrd. €), ETFs auf deutsche Aktien (-1,0 Mrd. €) sowie auf europäische High-Yield-Bonds (-0,8 Mrd. €).

Das größte Volumen an ETFs managt derzeit iShares mit rund 250 Milliarden Euro, während auf den Plätzen Xtrackers (68 Mrd. €) und Lyxor (64 Mrd. €) folgen. Diese drei Unternehmen kamen im vergangenen Jahr auch auf den höchsten Nettoabsatz. Insgesamt teilen sich die zehn größten Fondsanbieter im ETF-Bereich mehr als 93 Prozent des Gesamtmarkts, während sich die verbleibenden 37 Fondshäuser mit rund sechs Prozent Marktanteil begnügen müssen.

Der Markt, so Experte Glow, weist starke Konzentrationstendenzen auf: 2017 befanden sich mehr als 2.300 ETF-Produkte am Markt, von denen nur 145 auf ein Fondsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro kommen – in Summe knapp 383 Milliarden Euro; deren Marktanteil beträgt 60 Prozent der gesamten AuM. Und die zehn größten ETFs haben mit 104 Milliarden Euro Volumen einen Marktanteil von rund 17 Prozent.

(TG)



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