DAX+1,48 % EUR/USD+0,08 % Gold+0,21 % Öl (Brent)+1,00 %

Ökobanken: Diese vier dominieren den deutschen Markt Ökobanken Diese vier dominieren den deutschen Markt

Gastautor: Martin Brosy
17.01.2018, 08:30  |  3321   |   |   

Immer mehr Anleger wollen wissen, wofür ihr Geld verwendet wird und entscheiden sich deshalb ganz bewusst für nachhaltige Banken, die ökologisch und sozial investieren.

Immer mehr Anleger achten darauf, wo ihr Geld eigentlich investiert wird. Wer eine konventionelle Bank mit der Vermögensverwaltung beauftragt, der kann unwissenderweise auch schon mal in Atomkraftwerke oder die Waffenindustrie investieren. Ein Mitspracherecht gibt es nur selten.

Ökobanken erfahren immer mehr Zuspruch

Ganz anders sieht das bei den sogenannten Öko- oder Ethikbanken aus. Sie haben sich dem ökologisch nachhaltigen und ethisch korrekten Wirtschaften verpflichtet. Strenge Auswahlkriterien sorgen dafür, dass nur Anlagen in Frage kommen, die sozial und ökologisch vertretbar sind. Anleger können hier also mit einem guten Gewissen investieren und wissen, dass sie mit ihrem Geld die gute Sache unterstützen.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die grünen Banken wenig von den traditionellen. Sie bieten Girokonten, Kredite und Anlagemöglichkeiten wie Aktien, Fonds, festverzinsliche Wertpapiere sowie Renten- und Lebensversicherungen. Wer sich für eine Ökobank entscheidet, kann hier also die gesamte Produktpalette nutzen und muss nicht zusätzlich auf andere Banken ausweichen.

Vier große Ökobanken in Deutschland

In Deutschland gibt es derzeit vier große und uneingeschränkt empfehlenswerte Ökobanken. Dabei sind diese keine Neuerfindung, wie die GLS Bank beweist. Die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken wurde bereits 1974 gegründet und ist heute Deutschlands größte Ethikbank. Es war das erste Kreditinstitut, das keine Kirchenbank war und sich dem hohen Anspruch verpflichtet hat. Die Genossenschaftsbank selbst bezeichnet sich sogar als erste Ökobank der Welt.

Im Gegensatz zur GLS Bank bietet die UmweltBank weder ein Girokonto noch Kreditkarten. Sie hat sich ganz der Finanzierung von Umweltprojekten verschrieben. Allein 2015 wurden 14.000 verschiedene Projekte gefördert, die sich hauptsächlich im Bereich der erneuerbaren Energie befinden. Die Umweltbank bietet beispielweise ein Depot, über das in ökologische und umweltfreundliche Aktien und Fonds investiert werden kann.

Die EthikBank wurde von "n-tv" als Bank des Jahres 2017 ausgezeichnet und fördert ausschließlich Projekte, die sowohl ökologisch als auch sozial vernünftig sind. Dazu zählt beispielsweise die Baufinanzierung von Passiv- und Energiesparhäusern, aber auch die Elektromobilität. Angeboten werden Girokonten, Sparanlagen, Wertpapiere, Altersvorsorge und Finanzierungen. Die EthikBank legt alle Investitionen detailliert offen, so dass Kunden genau wissen, womit die Bank ihre Gewinne erwirtschaftet. Die Bargeldversorgung ist über die Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken sichergestellt.

Die Triodos Bank ist ebenfalls ein vollwertiges Bankhaus, das Girokonten, Kreditkarten und Tagesgeldkonten, aber eben auch Kredite und Anlagen anbietet. Mit 600.000 Kunden ist das aus den Niederlandenden stammende Bankhaus Europas führende Nachhaltigkeitsbank. Die Triodos Bank finanziert mit den Anlagen der Kunden zum Beispiel die Sozialwirtschaft (Schulen, Pflegeheime, gemeinnützige Krankenhäuser, etc.) und die ökologische Landwirtschaft. Alle Finanzierungen sind zweckgebunden.

Hohes Maß an Transparenz und Sozialbewusstsein

Grundsätzlich zeichnen sich alle Ökobanken durch ein hohes Maß an Transparenz aus. Wer wechseln möchte, sollte sich zunächst schlau machen, wie beispielsweise die alltägliche Bargeldversorgung funktioniert. Da es sich bei Ethikbanken um Direktbanken handelt, verfügen sie in der Regel nicht über eigene Filialen. Deshalb sind sie Kooperationen mit Volksbanken, Sparkassen oder Kreditkartenunternehmen eingegangen. Mit der Triodos-Kreditkarte kann Bargeld beispielsweise an allen Geldautomaten mit MasterCard-Logo gezogen werden.

Die Kosten für ein Girokonto sind nicht teurer als bei anderen Banken auch und bewegen sich in der Regel zwischen 2,50 bis 5,00 Euro pro Monat. Ähnlich verhält es sich mit den Kreditkartengebühren. Auch die Zinsen für Sparbücher oder Tagesgeldkonten sind mit den Sparkassen und Volksbanken vergleichbar. Die GLS Bank hat kürzlich zusätzlich zu den Gebühren einen Jahresbeitrag in Höhe von 60 Euro eingeführt, der von den Kunden zwiespältig aufgenommen wurde. Einige haben die Bank verlassen. In der Regel ist Kunden, die sich für eine Ökobank entscheiden, jedoch wichtiger, dass das Geld in ihrem Sinne investiert wird. Auch wenn die Gebühren dafür etwas höher sind oder die Renditen etwas geringer ausfallen.

Bildquelle: create jobs 51 – 451054096 / Shutterstock.com

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer