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Diesel-Gipfel Eklat in Expertengruppe düpiert Bundesregierung

Nachrichtenagentur: Redaktion dts
17.01.2018, 18:40  |  2094   |   |   
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In mehreren nach dem nationalen Diesel-Gipfel eingerichteten Expertengruppen zur Lösung der Luftprobleme in Deutschland ist ein heftiger Streit entbrannt. Das berichtet die "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Die wichtige Expertengruppe IV, die Alternativen bei Antrieben und Kraftstoffen vorschlagen sollte und dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellt ist, endete gar mit einem Eklat.

Die Umweltorganisation BUND verweigerte die Zustimmung zu einem Abschlusspapier - und verfasste aus Protest ein eigenes. Wie groß der Clinch ist, geht aus dem vertraulichen BUND-Sondervotum hervor, das dem bislang noch unter Verschluss gehaltenen 46-seitigen Abschlussbericht anhängt. "Obwohl in der Expertengruppe vertreten, kann der BUND diesen Bericht in wesentlichen Teilen nicht mittragen", heißt es dort. Den Umweltschützern kommen der Diesel und andere Verbrennungsmotoren zu gut weg. Die Elektromobilität werde dagegen nur am Rande behandelt. Andere Teilnehmer halten Passagen des Berichts gar für geschönt. Eine Telefonkonferenz am 29. November hätten die Umweltschützer mit einem weiteren Verband aus Protest verlassen. Streit gibt es auch um die Nachrüstung von Diesel- und Benzin-Fahrzeugen, die in einer weiteren Gruppe thematisiert wird. Die nächste Sitzung der Gruppe am 19. Januar wurde abgesagt. Ob ein gemeinsamer Abschlussbericht möglich sei, sei offen. Der Streit düpiert die Bundesregierung. Die hatte in den vergangenen Tagen die EU-Kommission unter Verweis auf die Ergebnisse der Gruppen dazu bringen wollen, von Sanktionen gegen Deutschland wegen der schlechten Luftqualität abzusehen. Die Ergebnisse der Expertengruppen dokumentierten "die nachhaltigen Anstrengungen Deutschlands zur Verringerung der Stickstoffdioxidbelastungen in den belasteten Ballungsräumen", heißt es in einem Schreiben von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU). Die vier Gruppen waren nach dem nationalen Diesel-Gipfel eingerichtet worden, um den Branchenumbau voranzutreiben und die Luftqualität zu verbessern. Das Wirtschaftsministerium äußert sich zu den Details nicht. Zu den Äußerungen einzelner Mitglieder der Arbeitsgruppe nehme man keine Stellung. Aus dem Verkehrsministerium hieß es lediglich, die beauftragten Untersuchungen zu den Nachrüstungen liefen noch.

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Kommentare

Ja, wenn es nur um Umweltschutz ginge könnte man ja mit dem BUND in eine Diskussion einsteigen. Leider steht dort aber nicht die Umwelt, sondern die Ideologie im Vordergrund: Fischreiher sind wichtiger als Fischer, Wölfe sind wichtiger als Schäfer und Fahrverbote sind wichtiger als Fakten.
Ich sehe das Engagement des BUND mittlerweile sehr kritisch...... die ursprünglich gute Idee des Umweltschutzes wurde inzwischen zu einem Werkzeug pervertiert, das verbohrte Ideologen nutzen um in die Lebensgestaltung ihrer Mitmenschen eingreifen zu können. Nichts für mich.......
Es ist wirklich schlimm, dass unsere Regierung weiter den Schwanz einzieht, natürlich müssen alle Diesel nachgerüstet werden.

Und diesen Käse vom Strom aus Braunkohle würde ich hier auch gerne nicht weiter lesen sondern lieber mal über Fakten reden:

Der gesamte Strom, den z.B. Tesla in seine Supercharger einspeist, kommt aus regenerativen Energien. Selbst der Strom aus der Dose kommt nur zu 37% aus Braunkohle (2017), was natürlich immer noch zu viel ist, ein E Auto jedoch X-mal umweltfreundlicher macht, als jeden Benziner.

Wir brauchen endlich harte Fahrverbote in allen Großstädten für alle Diesel selbst mit Euro 6, nur dann merken es auch die letzten ewig Gestrigen.
wird der BUND auch von Soros finanziert ? Elektroautos produzieren mindestens genau so viel "Dreck" wenn nicht mehr als Diesel. Bremsen, Reifen usw. den Feinstaub und das Braunkohlekraftwerk den Strom. Von dem Dreck den die Batterie produziert gar nicht zu sprechen.

Einfach nur ein langfristiger Plan um die Menschen zu demobilisiern.

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