DAX-0,59 % EUR/USD+0,32 % Gold+0,11 % Öl (Brent)-1,29 %

KAFFEE Keine gravierenden Impulse

20.01.2018, 16:30  |  1722   |   |   

Es sind mittlerweile einige Wochen ins Land gegangen, seitdem wir uns dem Kaffeepreis das letzte Mal gewidmet hatten. Trotz der Zeitspanne gibt es aktuell keine gravierenden Änderungen in unserer Einschätzung. Ob auf absehbarer Zeit Impulse zu erwarten sind, ist aus unserer Sicht fraglich… Eine Standortbestimmung. 

In unserer letzten Kommentierung zum Thema von Ende November hieß es u.a.: „[…] Derzeit gibt es spannendere Rohstoffmärkte. Mit Blick auf die aktuelle charttechnische Konstellation erwarten wir eher einen neuerlichen Test der Sommertiefs bei unter 120 USC, als ein kräftiges Aufbäumen. Zuletzt hat sich die Zone um 123 USC als Unterstützung ausbilden können. Sie gilt es daher, im Auge zu behalten. Der Bereich um 140 USC dürfte auf absehbare Zeit nur schwer zu erreichen sein.“

Damals notierte Kaffee bei etwa 127 USC. In der Folgezeit entwickelte sich das von uns skizzierte Szenario. Wichtige Unterstützungen wie der Bereich um 123 USC gingen verloren. Zu einem formidablen Aufbäumen kam es hingegen nicht. Der letzte Versuch erreichte mit Ach und Krach die 130 USC. Dagegen geriet die Unterstützung von 120 USC zunehmend unter Druck. Hier kam es sogar zu einem temporären Unterschreiten der 120er Marke. Allerdings blieb der Abverkauf in Richtung Sommertief 2017 bei 116 USC aus… Aktuell notiert Kaffee bei etwa 121 USC und damit aus charttechnischer Sicht zwischen Baum (Unterstützung bei 120 USC(I)) und Borke (Widerstand bei 123 USC (II)).

In ihrer aktuellen Einschätzung zeichnet die International Coffee Organization (ICO) das Bild eines gut versorgten Marktes. Für das Jahr 2017/2018 erwartet sie eine Steigerung der globalen Kaffeeproduktion auf 158,78 Mio. Sack. Das wäre eine Steigerung um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei gibt es sortenbezogen Unterschiede. Während für die Sorte „Robusta“ ein deutlicher Anstieg der Jahresproduktion um +3,7 % auf 61,46 Mio. Sack erwartet wird, wird für die Sorte „Arabica“ ein Rückgang der Produktion um -1,1 % auf 97,32 Mio. Sack prognostiziert. Verantwortlich für den starken Anstieg der „Robusta“-Produktion war die deutliche Ausweitung der Ernte in Vietnam. Die Hauptproduzenten von „Arabica“ Brasilien und Kolumbien hatten hingegen mit Problemen zu kämpfen. Die Erntemengen werden für beide unterhalb der Vorjahreswerte erwartet. Blicken wir auf die Seite des Verbrauchs. Für das Jahr 2017/2018 geht die ICO von einem deutlichen Anstieg des Konsums um 1,6 % aus und erwartet einen Verbrauch von sortenübergreifend 157,60 Mio. Sack. Das bedeutet dennoch, dass unterm Strich ein Überschuss von 1,18 Mio. Sack prognostiziert wird. 

Kurzum: Dem Kaffeepreis fehlt der fundamentale Rückenwind. Die Schwäche des US-Dollars konnte auch keine Akzente setzen. Aus charttechnischer Sicht sieht der Kaffeepreis nicht sonderlich robust aus. Zwar hält der Bereich um 120 USC im Großen und Ganzen noch dem Druck stand, doch die Tatsache, dass die Ausflüge nach oben immer schneller ihr Ende finden, könnte so starken Druck auf die 120 USC ausüben, dass sich diese über kurz oder lang „geschlagen“ geben muss… 


Verpassen Sie keine Nachrichten mehr von Gold-Silber-Rohstofftrends und abonnieren Sie jetzt kostenlos den passenden Newsletter dazu:

Unser kostenloser Newsletter-Service
Wertpapier
Kaffee


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Autor

Gold-Silber-Rohstofftrends ist der Informationsdienst für alle Rohstoffinteressierten. Wir spüren die wichtigen Trends an den Rohstoffmärkten auf und geben unseren Lesern konkrete Tipps zur Umsetzung aussichtsreicher Strategien. Unser Fokus liegt hierbei auf Gold, Silber, Rohöl sowie den Industriemetallen. Die Analyse von interessanten Edelmetall- und Rohstoffaktien rundet unser Informationsangebot ab.

RSS-Feed Gold-Silber-Rohstofftrends