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FRWeekly-Briefing DAX unbeeindruckt von starkem Euro

Gastautor: Dominik Weiss
22.01.2018, 10:26  |  702   |   |   

Weltweit regieren die Bullen an den Börsen, der Euro erklimmt ein Drei-Jahres-Hoch, auch für deutsche Aktien geht es weiter bergauf.

Der Freitag war für Börsianer weltweit ein guter Tag. In Japan beendete der Nikkei-Index seine Berg- und Talfahrt. Er steht jetzt bei 23.816 Punkten. Der chinesische Hang Seng kennt seit Anfang Dezember nur eine Richtung: aufwärts. In den vergangenen 30 Tagen stieg der Index um satte 10% auf nun 32.179 Punkte. Auch in den USA hatten Aktienanleger Grund zur Freude: Der Dow Jones gewann 0,2 Prozent und setzte seinen fulminanten Anstieg weiter fort. Er schloss mit 26.071 Punkten. Auch der S&P 500 legte erneut zu. Er kletterte 0,4 Prozent auf 2810 Punkte.

Hang Seng auf Wachstumskurs 


Quelle: ariva.de

Die Aktienhausse in den USA spiegelt die überwiegend gute Wirtschaftslage wider. So wird erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt zum dritten Mal in Folge im Bereich von 3% liegen wird. Szenarien wie einem drohenden Government-Shutdown stehen die Anleger dagegen gelassen gegenüber. Politisches Spektakel gehört in Übersee mittlerweile dazu.

Luft im DAX wird dünner

Dass es auch mit dem deutschen Blue-Chips-Index weiter signifikant nach oben gehen wird, zieht Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank, in Zweifel. Das hohe Niveau wirke sich belastend auf weiteres Wachstumspotential aus: „Auf hohen Gipfeln ist die Luft sehr dünn, und in der Nähe eines solchen befindet sich die Stimmung der deutschen Wirtschaft. Sehr schwer fällt jeder weitere Schritt und nur sehr langsam geht es weiter in Richtung des Gipfels“.

Das sieht auch Claudia Windt, Finanzmarktexpertin der Hessischen Landesbank, so: Die Konjunkturdaten seien bereits nahezu vollständig eingepreist. Den Aktienmärkten scheine in ihrem Rekorddrang darum der Schwung auszugehen, so Windt.

Die Experten der Deutschen Bank sprühen dagegen vor Optimismus: „Mit dem fulminanten Kurssprung vom Freitag hat der DAX nun alle Chancen auf ein neues Allzeithoch in der Hand“. Sollte der DAX diese Hürde überwinden, stünde einer Ausweitung der Aufwärtsbewegung bis an die 14.000er-Marke aus charttechnischer Sicht nichts mehr im Wege, meinen die Deutschbanker.

Andreas Büchler, Aktienexperte bei „börse-online“, sieht den DAX ebenfalls wieder auf Kurs: Der Markt stehe kurz davor erneut die 13.500 Punkte-Marke zu testen. „Anleger sind vorerst auch weiterhin auf der Long-Seite besser aufgehoben, wenngleich kurzzeitig nicht allzu viel Luft nach oben besteht“, so Büchler.

Diese Ansicht teilt auch Andreas Hürkamp, Aktienstratege der Commerzbank. Er bekomme mit Blick auf den DAX Bauchschmerzen, weil er Warnsignale sehe. Dazu gehörten die „Frühindikatoren auf mehrjährigen Höchstständen“ sowie die „rekordhohen Gewinnmargen“, so Hürkamp in der Börsen-zeitung vom Sonnabend. Ins Bärenlager sei er noch nicht gewechselt, dafür fehlten Zeichen einer Leitzinserhöhung.

EZB in der Zwickmühle

Ob diese Zeichen am Donnerstag von der ersten Ratssitzung kommen werden, ist fraglich. Zuletzt hatte die EZB sich eher offensiv für einen Ausstieg aus dem Quantitative Easing positioniert – und damit dem Euro einen weiteren Schub verliehen.

Euro weiter im Steigflug


Quelle: ariva.de

Der starke Euro führt nun zu einer veränderten Ausgangslage. Am Freitag notierte er mit 1,226 US-Dollar auf einem neuen Drei-Jahres-Hoch. „Der erhöhte Euro-Dollar-Kurs dürfte den Tauben im EZB-Rat ein willkommenes Argument liefern, um die angedeutete Adjustierung der geldpolitischen Koordinaten noch aufzuschieben“, prognostiziert Ulf Kraus von der Helaba. Das vorerst alles beim Alten bleibt, meint auch Dr. Holger Bahr, Leiter Volkswirtschaft der Deka „Wir gehen davon aus, dass die EZB bei dieser Ratssitzung die zentralen Elemente ihrer Forward Guidance noch unverändert lassen wird“.


 

(DW)



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