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Apple und Barrick Gold – Bonus für Profis

Gastautor: Daniel Saurenz
23.01.2018, 09:00  |  412   |   |   

börse_winter_symbolImmer wieder empfehlen wir, verschiedene Zertifikat-Typen im Depot zu mischen. Und dabei meinen wir nicht nur Put-Optionsscheine als Absicherung gegen fallende Kurse. Jedes Finanzprodukt hat seine ganz individuellen Stärken und Schwächen. Sie wollen die genaue Funktionsweise von Bonus-Zertifikaten verstehen? Wir erklären wie sich das Zertifikat zusammensetzt und erklären die genaue Preisbildung und die preisbildenden Einflussfaktoren. Wer Bonus-Zertifikate handeln möchte, greift auf die neuesten Zertifikate CY9HT3 (Apple) und CQ2DU0 (Barrick Gold) aus unserer Auswahl zurück.

Dazu stellen wir Ihnen den Artikel zu Bonuszertifikaten aus dem Handbuch für Anleger von der BNP Paribas vor. Weiteres Hintergrundwissen zu anderen Zertifikatstypen finden Sie hier auf der Seite der BNP Paribas. 

Die erste Frage, der wir nachgehen möchten, ist, wie das besondere Auszahlungsprofil von Bonus-Zertifikaten zustande kommt. In diesem Zusammenhang klären wir auch, was mit den Dividenden passiert, die der Basiswert gegebenenfalls während der Laufzeit ausschüttet. Zu guter Letzt erörtern wir die Preisbildung von Bonus-Zertifikaten während der Laufzeit.

So entsteht ein Bonus-Zertifikat

Wenn wir einmal den Bonusmechanismus und die Dividendenzahlungen während der Laufzeit außer Acht lassen, dann entspricht die Kursentwicklung des Bonus-Zertifikates der des Basiswertes. Die vollständige Abbildung der Kursentwicklung eines Basiswertes wird durch eine Kaufoption, in der Finanzsprache „Call“ genannt, mit einem Basispreis von null dargestellt. Deren Preis entspricht dem Kurs der Aktie abzüglich der diskontierten erwarteten Dividenden.

Jetzt muss nur noch geklärt werden, wie der Bonusmechanismus zustande kommt. Sofern der Referenzpreis des Basiswertes dem Bonusbetrag entspricht oder darüber notiert, sollte kein Verständnisproblem über die Höhe des Auszahlungsbetrags und seiner Quelle bestehen: Der Call mit dem Basispreis von null bildet die Wertentwicklung 1:1 ab. Interessant wird es bei Referenzpreisen, die unter dem Bonusbetrag liegen. In diesen Fällen sorgt eine Verkaufsoption, in der Finanzsprache „Put“ genannt, für die Finanzierung der notwendigen Differenz zwischen dem über den Call hinaus erwirtschafteten Referenzpreis und dem höheren Bonusbetrag.

Dieser Put hat einen Basispreis in Höhe des Bonusbetrags und natürlich die gleiche Laufzeit wie das Bonus-Zertifikat. Jeder Euro, den der Referenzpreis unter dem Bonusbetrag notiert, wird durch den Auszahlungsbetrag des Puts am Laufzeitende ausgeglichen. Dieser errechnet sich nämlich aus der Differenz zwischen Basispreis und Referenzpreis. In einer kurzen Formel ausgedrückt, errechnet sich der Bonusbetrag also folgendermaßen: Bonusbetrag = Auszahlungsbetrag Call + Auszahlungsbetrag Put. Liegt der Referenzpreis über dem Basispreis des Puts, so verfällt der Put natürlich wertlos.

Verbleibt eine letzte Frage: Warum erlischt dieser Mechanismus, wenn die Barriere verletzt wurde? Das liegt daran, dass der Put ab einem bestimmten Kurs des Basiswertes, nämlich genau auf Höhe der Barriere, erlischt. Diese Variante eines Puts nennt sich „Down and out Put“ oder auch „Knock-out Put“. Wir können somit zusammenfassen: Ein Bonus-Zertifikat besteht aus einem Call auf den Basiswert mit einem Basispreis von null und einem Knock-out Put auf den Basiswert mit einem Basispreis in Höhe des Bonusbetrags und einem Knock-out in Höhe der Barriere.

Wer noch auf der Suche nach einem günstigen Broker ist, dem empfehlen wir sich die Preisgestaltung bei DEGIRO anzuschauen.

Dividenden

Börse_Bull&BearWie wir eingangs bereits erwähnt haben, gehen die Dividenden, die der Basiswert gegebenenfalls während der Laufzeit ausschüttet, nicht verloren. Der Knock-out Put ist zwar billiger als ein herkömmlicher Put, aber nicht kostenlos am Optionsmarkt zu erwerben. Deswegen werden die Dividenden des Basiswertes zur Finanzierung des Puts und damit der Chance auf den Erhalt des Bonusbetrags benötigt.

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