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Aktienfonds Die besten 7 Sparpläne

Gastautor: Dominik Weiss
25.01.2018, 08:29  |  1080   |   |   

Auf lange Sicht beweisen Investments in China-Fonds ihre Stärke. Auch deutsche und europäische Aktienfonds bringen gute Renditen.

Wer angesichts der Niedrigzinsphase Kunden noch rät, Kapital auf das Sparkonto zu legen, ist selber schuld. Die Inflation nagt am eingezahlten Geld wie Rost an Eisen. Besserung ist in nächster Zeit nicht zu erwarten. Zwar erwägt die EZB aktuell einen schnelleren Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik – eigentlich ein gutes Zeichen für Sparer, da sie sich auf steigende Zinsen einstellen könnten. Doch die jetzt veröffentlichten Pläne der GroKo von CDU/CSU und SPD, die Abgeltungssteuer zukünftig abzuschaffen und statt dessen den oft viel höher anzusetzenden Einkommensteuersatz anzuwenden, werden diese Effekte sofort aufzehren. 

Fondssparpläne sind – und bleiben - die deutlich bessere Alternative, um sein Kapital zu vermehren. Gerade sich wenn der Anlagehorizont über mehrere Jahrzehnte erstreckt, lohnt sich die Anlage in Investmentfonds. Eine Rendite von über 1000 % wird manchem Sparbuch-Enthusiasten die Tränen in die Augen treiben –zu Recht. FundResearch hat über verschiedene Zeiträume die Erträge von bekannten Aktienfonds-Kategorien verglichen. Die Berechnung geht von einer moderaten monatlichen Sparrate aus (200 Euro). Die Peergroup besteht ausschließlich aus Aktienfonds.

Aktienfonds 30 Jahre: Wertzuwachs zwischen 200 und 760 Prozent

Quelle: Finanzen FundAnalyzer

Am lohnendsten wäre ein Allokation in die Fondsgruppe Aktienfonds Hong Kong + China ausgefallen. Wer am 01.01.1988 eingestiegen ist, freut sich über einen Wertzuwachs von 655,15 %.  Allerdings fällt die Fondsauswahl für Fonds, die den gesamten Zeitraum abdecken dürftig aus. In der Rangliste des Finanzen FundAnalyzer erscheinen nur sieben verschiedene Fonds. Ganz oben steht der Baring Hong Kong China A $ (ISIN: IE0000829238). Mit einem Plus von 1015,56 % über dem maximalen Berechnungsraum landet er weit vor dem Durchschnittswert seiner Kategorie. Anleger, die vor 30 Jahren ihren Sparplan mit diesem Fonds begonnen hätten, würden heute über einen Depotwert von 803.204 Euro verfügen können. Bei eingezahlten 72.000 Euro entspricht das einem Zuwachs von 731.204 Euro – mehr als das Zehnfache der Ansparsumme. Voraussetzung ist gutes Sitzfleisch: eine Vola von über 25 % halten nicht alle Anleger aus.

Auch für die zweite asiatische Aktienfondsgruppe, AF Thailand, brauchten Anleger gute Nerven. Die Vola liegt dicht über der 30-Prozent-Marke. Für den Depotwert thailändischer Aktienfonds der ging es nach den ersten zehn Jahren kurzfristig in den Keller. Anleger verloren hier fast die Hälfte des angesparten Kapitals. Anleger, die Geduld bewahrt haben, werden dafür reichlich belohnt. Die Fonds der Kategorie liefern im Schnitt ein Plus von 373,48 %. 

Die Fondsliste der Kategorie Thailand fällt noch schmaler aus als die der AF Hong Kong + China. Nur zwei Fonds sind älter als 25 Jahre, ein einziger, der Amundi Equity Thailand AU Cap (ISIN: LU0158078906) ist seit über 30 Jahren am Markt. Auch er performt leicht überdurchschnittlich. Am Stichtag 31.12.2017 beträgt der Depotwert 383.999 Euro Die Lücke zwischen der Performance des einzigen dreißigjährigen Fonds und dem Fondsdurchschnitt erklärt sich dadurch, dass in die Berechnung des Kategorie-Durchschnitts auch kürzer laufende Fonds einbezogen werden. 

Deutlich stabiler präsentieren sich schweizer Aktienfonds. Ihre Wertschwankungen sind die zweit geringsten im Feld (13,41 %). Ein echtes Urgestein steht hier einsam an der Spitze: der UBS (CH) Equity Fund - Switzerland (CHF) P (ISIN: CH0002791769). In Relation zu den beiden asiatischen Spitzenfonds wirkt seine Rendite eher bescheiden: ein Plus von 311 % entspricht einem Depotwert von 326.339 Euro. Das bedeutet einen Wertzuwachs für Fondssparer von 254.339 Euro. 

Selbst in den USA ist die Luft dünn was alte Fonds betrifft. Mit einem Plus von 503,72 % platziert der Threadneedle American Select Fund 1 USD Net acc. (ISIN: GB0002769536) ganz vorne. Er schlägt damit den Durchschnitt (280 %) um fast das Doppelte (504 %). Aus den eingezahlten 72.000 Euro werden am Ende 278.985 Euro.
Nicht ganz so alt wie der Threadneedle aber hierzulande in Fachkreisen deutlich bekannter ist der erfolgreichste deutsche Aktienfonds aus der Schmiede von Allianz Global Investors. Der Concentra A (ISIN: DE0008475005) wurde im Jahr 1956 auf den Markt gebracht. Seine Entwicklung in dreißig Jahren beträgt nur etwa ein Drittel (334,6 %) des Hong Kong Fonds. Dennoch legt er auf das eingesetzte Kapital gut die dreieinhalb-fache Menge noch einmal drauf. Im Depot landen mit dem Concentra A am Ende 312.895 Euro – fast 50.000 Euro mehr als der durchschnittliche Ertrag der Kategorie AF Deutschland.

Selbst bei unterperformenden Fondsgruppen steht am Ende mehr als eine Kapitalverdoppelung

Quelle: Finanzen FundAnalyzer, eigene Darstellung

Mit einer Sparanlage in Aktienfonds International verdreifachen Anleger das eingesetzte Kapital. Im Durchschnitt bringen die Fonds 203 % Wertzuwachs. Das liegt auch an der weltweiten Finanzkrise 2008. Sie riss ein Loch von gut 40.000 Euro in die Anlagen. Ein weiteres Schwergewicht aus deutschem Haus steht der Peegroup voran. Den  DWS Vermögensbildungsfonds I LD (ISIN: DE0008476524) gibt es seit rund 50 Jahren. Das Schwergewicht gehört mit 7,5 Mrd. Euro zu den weltweit volumenstärksten Fonds. Er rentiert mit 341 % über die Vergleichs-Laufzeit. Am Ende bringt es das Depot mit dem Fonds der DAM auf 317.295 Euro. 

Am Ende unseres Vergleichsfeldes rangieren Aktienfonds Europa vor dem klaren Schlusslicht Aktienfonds Rohstoffe. Anleger, die ihre Spareinlagen in Fonds der Kategorie Europa getätigt haben, mussten in den Jahren der Finanzkrise ebenfalls kräftig schlucken. In den Jahren 2008 und 2009 verloren sie knapp 50.000 Euro. Erst fünf Jahre später war das Depot wieder auf Wachstumskurs. Ende 2017 steht ein Plus von knapp mehr als 200 %. Der beste Fonds kommt ebenfalls von Allianz Global Investors. Auch der Industria - A – EUR (ISIN: DE0008475021) ist ein alter Hase im Feld. Er wurde 1959 aufgelegt und verwaltet mittlerweile ein Volumen von 1,35 Mrd. Euro. Mit einem Wertzuwachs von 139, 1% über dreißig Jahre fällt er gegenüber den Top-Fonds deutlich ab. Doch Bescheidenheit ist eine Zier und auch hier nicht angebracht. Immerhin bringt der Fonds zusätzlich mehr als 100.000 Euro ins Depot.

(DW)

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